• Bekennende fremdgänger?

    habe heute einen wunderschönen nachmittag erlebt mit meinem part-time-lover. abseits von familien, beruf und stress, treffen wir uns in mehr oder weniger regelmässigen abständen um miteinander sex zu haben. wir mögen uns, respektieren uns, sind uns einig, niemals unsere familien aufzugeben, da wir beide wunderbare partner haben, die wir nicht verlieren…
  • 112 Antworten

    Claudsia

    nein ich habe es nicht beschrieben, aber ich lasse Dich gerne an meinen Erfahrungen teilhaben. Es ist mir auch nicht unangenehm, weil es für mich heute vorbei ist. Ich habe jeden Respekt und Achtung vor ihm verloren. Manchmal denke ich, vielleicht hätte es mir was gebracht viel früher über dieses Forum gestolpert zu sein, aber letztendlich weiß ich jetzt ziemlich genau, was 90 % aller geschrieben hätten.


    Meine gesamte Geschichte würde hier glaube ich den Rahmen sprengen;-D. und gehört vielleicht nicht wirklich in den Faden.


    Aber Du kannst mich alles fragen. LG

    noraja

    Zitat

    Eine intakte Beziehung? Ist für mich, wenn ich mich bei dem anderen wohl und geborgen fühle, dazu gehört auch Reden, Verständnis und auch guter Sex.

    was aber, wenn beide eine grundlegend andere vorstellung von sex haben? nicht was praktiken und qualität anbelangt, sondern einfach die häufigkeit?


    was, wenn der eine damit zufrieden ist alle 6 wochen sein nümmerchen zu haben. wonach es ihn eben grad gelüstet, denn die auswahl ist ja reichlich, ein gedeckter tisch, auf dem nichts fehlt, einfach nur zugreifen, wohlfühlen.


    was wenn mir einfach qualitätiv guter sex 1x in acht wochen zu wenig ist?


    was wenn ich weiss, dass mein partner einfach nicht mehr braucht, kein bedürfnis danach hat?


    was wenn ich auf mein dränge, ich den eindruck habe, da steht der konfirmant in seinem zwickenden anzug und soll ein gedicht aufsagen? - überspitzt ausgedrückt.


    wie claudsia sagt, da sind so viele punkte in denen man übereinstimmt, in all den jahren zusammengewachsen ist.


    wie kann ich das alles aufgeben für "ein bisschen sex"?

    Morgause

    Zitat

    Wie weit kann ich verzichten und wofür? Und wenn ich nicht verzichten kann (auf was auch immer), was ist dann die beste Lösung?

    du hast hier eine ganz wichtige frage gestellt.


    zu diesem zweck sollte der faden sein - danke für guten gedanken.


    ich weiss heute, dass ich auf guten sex nicht mehr verzichten kann, ich bin sehr krank gewesen, heute weiss ich warum, durch viele jahre verzicht. diese erkenntnis ist relativ neu für mich und auch für meinen partner. und ich hoffe einfach, dass wir im laufe der zeit eine annäherung oder eine lösung finden können.


    was über jahre so gelaufen und eingeschliffen wurde, dass lässt sich nicht über nacht verändern.

    mich würde mal interessieren, wie mein seinen Partner lieben kann, ihn aber gleichzeitig hintergeht. Wie bekommt man diesen geistigen Spagat hin? Wie definiert man Liebe ohne Vertrauen?

    Den kriegst du allegemein nicht hin, Thor, das kann nur jeder für sich selbst.


    Da musst du zuerst für dich definieren, was Liebe und Vertrauen ist.


    Liebe:


    das ist dieses allumfassende Gefühl, diese Zugehörigkeit, Gewohnheit, Freundschaft, dem anderen nur Gutes wollen, dass ich mich nach 16 Jahren Ehe immer noch freue, wenn ich das Auto meines Mannes höre...


    Liebe ist für mich jemanden zu mögen, ihn anzunehmen und zu akzeptieren wie er ist, ohne Besitzansprüche,


    jeden Morgen Danke sagen, dass dieser Mensch für mich da ist.


    Vertrauen?


    wenn man sich auf den anderen verlassen kann. wenn der andere nicht lügt. wenn der andere da ist, wenn man ihn braucht, wenn man dem anderen alles sagen kann und er lässt einen doch nicht fallen, er versteht.


    Und da setze ich natürlich an, ich lüge nicht, ich verschweige etwas, und das ist der Unterschied für mich.


    Mein Mann fragt mich nicht, er will es nicht wissen. Von selber sage ich es nicht.


    wenn er mich fragen würde, was ich für den anderen empfinde, wenn er es wirklich wissen möchte, dann werde ich es ihm sagen müssen...

    Weps, war die Geschichte deines Mannes ähnlich meiner? du hast was von unkalkulierbar und Schmetterlingen geschrieben...


    Wie hast du es bemerkt? War es für dich ein "aus allen Wolken fallen?"

    Claudsia

    Ich bin zwar nicht weps, aber meine Geschichte ist der ihren doch sehr ähnlich.


    Claudsia, irgendwie hört es sich für mich schon so an, als ob Du unter der ganzen Situation mehr leidest, als Du ( auch vor Dir selbst) zugeben willst :°_

    Zitat

    Und da setze ich natürlich an, ich lüge nicht, ich verschweige etwas, und das ist der Unterschied für mich.

    Claudsia, ich sehe in Dir eine intelligente, lebenserfahrene und und einfühlsame Frau. Glaubst Du das, was Du hier schreibst wirklich, ganz tief in Deinem innersten Herzen? Nein, ich will von Dir hier keine Antwort, nur Du selbst sollst Dir das beantworten. Vielleicht nicht gleich, nicht morgen, vielleicht irgendwann.


    Liebe Grüße :)*

    Claudsia

    ob die Geschichte ähnlich war, kann ich nicht so recht beurteilen.


    Ja, ich habe gemerkt, dass sich etwas verändert hat, wusste aber nicht so recht warum. Wir hatten eine Familienfreundschaft, wo sich alle gut verstanden und man sich aber schon viele Jahre kannte. Sie und ich fuhren oft mit den Kids Inliner, aber auch oft alleine. Ich war bei ihr zum Kaffee eingeladen, sind zusammen auf Feste gegangen und die Kids haben ein Alter. Wäre alles ganz toll gewesen. Ich habe schon gemerkt, dass er sie gerne sieht, dachte mir aber nichts dabei, da sie sich schon seit ihrer Kindheit her kennen und ich nicht sehr eifersüchtig bin. Der eifersüchtige Typ bei uns war immer er und das ziemlich extrem. Nur ein Beispiel: wenn ich mal mit meiner Freundin unterwegs war und wurde angesprochen, konnte ich ihm das nie erzählen, denn das habe ich dann ein Jahr lang als Vorwurf bekommen. In diesem Jahr war ich 3 Wochen mit meinen Kids zur Kur und ihr Mann war auch eine Woche nicht da. Da hat er mir noch einen super lieber Brief zur Kur geschickt und wie er mich vermisst und blablabla. In dieser Zeit hat sie ihn angebaggert und ihm hat das natürlich gefallen, da sie gerne viel Honig schmiert und ich dafür nicht der Typ bin. So fing alles an.


    3 Monate später stolperte ich über eine sms in seinem Handy, die er wohl vergessen hatte zu löschen (weil er auf einer Firmenfete einiges getrunken hatte).


    Daraufhin folgten Monate der Lügen und vielen Gespräche, wo er mir immer beteuerte, dass er das alles nicht gewollt habe.


    Viele Versprechungen und noch mehr Lügen, bis mein gesamtes Hormonsystem zusammengebrochen ist. Mein Körper produzierte kein Stesshormon mehr und ich was psychisch total daneben.


    Ich sagte, dann dass er ausziehen muß oder ich laße ihn einfach nicht mehr ins Haus. Er ist zu seinerm Oma gezogen und dann ging es erst richtig los. Smsterror, Emails auf der Arbeit ohne Ende und noch mal 3 Monate Gespräche ohne Ende bis zum Morgen. Er ging hier raus und hat sich bei Ihr ins Bett gelegt. Ich habe in dieser Zeit das Chatten angefangen und einen sehr netten Mann aus meiner Nähe kennengelernt. Wenn ich ausgegangen bin, kam er und hat sich um die Kids gekümmert. Ich habe mich dann ein mal mit diesem Mann getroffen und als ich nach Hause kam, saß er hier und fragte wo ich jetzt her komme. Als ich es ihm erzählte (warum auch nicht, waren ja getrennt) beschimpfte er mich als Internethure und es eskalierte total. Dies kam ein paar mal vor, wenn ich nach Haus kam (meist von der Arbeit, da ich auch abends in einem Callcenter arbeite) hatte er oft einiges getrunken. Ich habe ihn dann meist gebeten zu gehen, aber er ging nicht und das ist dann manchmal total ausgeartet, daraufhin habe ich ihm das Haus verboten und einen entgültigen Schlußstrich gezogen.


    Dann ging es weiter mit sms und Emails ohne Ende bis ich meinen jetzigen Freund kennen lernte, dann ist er zu ihr gezogen.


    Im Februar werde ich nun endlich geschieden nach über 2 Jahren und gestern habe ich 2 Min vor 24 Uhr wieder mal eine sms bekommen. Er hat versucht mir meinen Freund schlecht zu machen und mich immer wieder zu manipulieren. Wir haben bis heute keinen Krieg der Kinder wegen, aber ich rede mit ihm nur noch was wirklich sein muß. Er hatte genug Chancen, konnte es nicht lassen, die Entscheidung allerdings hat dann er nicht mehr getroffen.


    Jetzt hat er einen neuen Job, wo er unter der Woche meist 500 km weit weg ist. Früher ist er nur für eine Nacht 300 km heimgefahren und am nächsten Morgen wieder hin. Ob er heute wohl glücklicher ist, keine Ahnung, aber es interessiert mich nur noch in so fern, dass er der Vater meiner Kinder ist.

    Oje, weps, das ist eine schlimme Geschichte...


    nein, ist mit meiner zum Glück nicht vergleichbar.


    Kestra, wenn es so einfach wäre, würde ich hier nicht schreiben und mich von Zweifeln annagen lassen, du hast vollkommen Recht.


    Ich habe eben wieder zu meinen Kompromissen gefunden, mit denen ich zur Zeit ganz gut leben kann. Es gibt Positives:


    1. ich fand heraus, was in meiner Ehe fehlte


    2. im letzten Jahr bin ich meinem Mann so nahe gekommen, wie noch selten zuvor (wegen Punkt 1 und weil ich endlich begann um ihn und mit ihm zu kämpfen).


    3. ich hatte Schmetterlinge und war glücklich, bin geschwebt


    4. mein Freund hilft mir, meine Eheprobleme zu bewältigen, er hört mir zu und gibt mir Rat, umgekehrt genauso und das ist keine Show, sondern die schlichte Wahrheit


    5. die Gespräche mit meinem Freund machten mich offener, ausgeglichener und ich wusste immer wo ich Hilfe finden konnte, und ich belästigte meinen Mann nicht mit diesen unliebsamen Kleinigkeiten, die er so hasst --> kam ihm voll zugute (kein Witz!!!)


    dass ich den anderen nun so liebe, mich so nach ihm sehne, das war weder eingeplant, noch beabsichtigt noch gewünscht, es ist einfach passiert.


    Und ich weiß eben nicht im geringsten, wie die Geschichte weitergeht...

    und weps, so werde ich meinen mann nie behandeln, nie!!!!!


    das ist furchtbar, entweder oder!


    Ich würde wenn es so hart kommt, ausziehen, nicht zum anderen, nein, ich würde erst mein eigenes Leben auf die reihe kriegen wollen.

    Claudsia

    es ist eine Frage des Standpunktes. Trotzdem sage ich heute noch, dass er vieles was passiert ist, nicht wirklich wollte. Weil ich weiß, dass er mich geliebt hat und mich nicht verletzen wollte. Nur mit seiner eigenen Schwäche kam er nicht klar, er wollte alles haben, sogar mit mir schlafen. Sicherlich hat er bei ihr etwas gefunden, was er bei mir nicht hatte und wir hatten auch Zeiten, wo es nicht so gut lief. Aber wer weiß, was ihm jetzt fehlt?


    Vieles lässt sich einfach nicht kalkulieren, wenn man sich auch noch so viel Mühe gibt. Wenn es so weit kommt, ist alles anders.

    weps

    Zitat

    Nur mit seiner eigenen Schwäche kam er nicht klar, er wollte alles haben, sogar mit mir schlafen.

    eine rein menschliche, naive einstellung alles haben zu wollen. aber ich gestehe, ich bin nicht frei davon, auch ich möchte "alles" haben.


    sicherlich entsteht mein fremdgehen aus meiner schwäche heraus, versuchungen nicht wiederstehen zu können. so wie ich ständig mit meinem gewicht kämpfe, weil ich auch hier den versuchungen nicht widerstehen kann, so kann ich es auch auf sexuellem gebiet nicht.

    Claudsia

    Zitat

    Mein Mann fragt mich nicht, er will es nicht wissen.

    mein mann will es wissen, aber erfragt nicht, um nicht etwas zu erfahren, was ihm nicht gefallen würde.


    auf seine frage kann ich dir noch trauen? antworte ich regelmässig mit nein, aber ich liebe dich von ganzem herzen und möchte dich nie verlieren.


    ist das das akzeptieren einer offenen beziehung?

    w-sieben, ich glaube nicht, dass dein Mann eine offene Beziehung akzeptieren kann...


    es klingt leider nicht so.


    Für dein Problem gibt es wohl auch nur die Lösung, alles so geheim wie möglich zu halten.


    pass auf dich, auf euch, auf. setzt nichts leichtfertig aufs spiel. naja, so wie du klingst, leichtfertig scheint es wirklich nicht zu sein...


    ich werde auch versuchen, meine Grenzen nicht weiter auszudünnen. Und weiterhin versuchen klar zu sehen, wo ich hingehöre und was ich will. Einfach wird es sicher nicht...


    Aber was im Leben ist schon einfach...