Besuche machen immer Freude:

    Wenn nicht beim Kommen, dann beim Gehen.




    Hallo zusammen,


    ich brauche mal ein paar Meinungen:


    Wenn ihr 2 Wochen bei jemandem zu Besuch seid, würdet ihr euch da irgendwie erkenntlich zeigen oder bedanken? Und wenn Besuch bei euch ist, würdet ihr da etwas als Dank erwarten? Macht es einen Unterschied, wie nah ihr der Person steht?


    Ich freue mich auf eure Antworten.

  • 38 Antworten

    Also ich würde ein Gast Geschenk mitbringen, würde während des Besuchs auch mal die Gastgeber zum Essen einladen wenn möglich, Hilfe im Haushalt anbieten, z.b. mein Bett machen, und ich würde von Besuch ungefähr dasselbe erwarten ( nicht so streng gesehen)

    Zitat

    Wenn ihr 2 Wochen bei jemandem zu Besuch seid, würdet ihr euch da irgendwie erkenntlich zeigen oder bedanken?

    Selbstverständlich. 2 Wochen ist ein Rahmen, der über einen "Besuch" weit hinausgeht. Das ist ein halber Monat, vermutlich verbunden mit einigen Umständen für den/die Gastgeber(in).

    Zitat

    Und wenn Besuch bei euch ist, würdet ihr da etwas als Dank erwarten?

    "Erwarten" finde ich etwas hart formuliert. Bei den Menschen, die mir nahe stehen, ist es einfach klar, dass man einander wertschätzt. Da muss der Dank auch gar nicht in materieller Form erfolgen, man erspürt das einfach.

    Zitat

    Macht es einen Unterschied, wie nah ihr der Person steht?

    Ein 2-wöchiger Besuch setzt für mich sowieso voraus, dass man sich SEHR nahe steht.

    gato

    Zitat

    Macht es einen Unterschied, wie nah ihr der Person steht?

    Klar. Genauso wie die Umstände eine Rolle spielen.


    Würde mich mein Bruder anrufen und sagen "Ich brauch mal für 2 Wochen eine Bleibe." - Er wäre willkommen. Ohne was auch immer.


    Ein guter Freund oder Freundin ebenfalls. Grund echt völlig egal.


    Ein Bekannter/Bekannte? Käme auf die Umstände an. Da würde ich erwarten, dass er/sie sich nach seinen Möglichkeiten erkenntlich zeigt.


    Ich würde als Gast je nach Person und gefühlten Aufwand zum Essen einladen, was da lassen (Müll ;-D ) als Aufmerksamkeit.


    Magst du denn konkreter werden?

    Hm, ob ich es erwarten würde. Nein, würde ich nicht. Wenn ich jemand zu Besuch habe, dann sind das in jedem Fall Menschen, die mir mehr als nur oberflächlich sympathisch sind und dann hätte sich im Laufe der Zeit bereits heraus gestellt, ob man einander genügend wertschätzt und respektiert. Hatte ehrlich gesagt auch noch nie unangenehmen Besuch, den ich schneller weg wünschte, als er gekommen ist.


    Gute Freunde oder Verwandte wissen von mir wie ich ticke, und deswegen gibt es entwickelte Rituale, die funktionieren völlig unausgesprochen (jeder hat seine eigenen Macken ;-D). Anders könnte ich vermutlich mit "meinen" Menschen keinen Umgang pflegen.


    Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, mag eine Floskel sein. Aber ich glaube es gibt auf sehr unterschiedliche Art und Weise Möglichkeiten, wie Menschen sich erkenntlich zeigen können. Ebenso, wie sehr man ihre Fürsorge, Gastfreundschaft oder emotionale Ebene schätzt und mag. Für mich sind es eher die kleinen auf Gegenseitigkeit beruhenden Gesten, die das ausmachen.


    Sich ausnutzen/überstrapazieren in negativer Form kenne ich so im Umgang nicht bzw. hab es bisher so nicht empfunden.

    Zitat

    Wenn ihr 2 Wochen bei jemandem zu Besuch seid, würdet ihr euch da irgendwie erkenntlich zeigen oder bedanken?

    Wie bitte? :-o


    Man stiehlt 2 Wochen ein Stück Privatsphäre und Zeit und bekommt ja sicherlich auch mal ein Frühstück oder ein Glas Wasser/Bier.


    Wir zeigen uns schon erkenntlich, wenn man uns auch nur für eine Nacht irgendwo beherbergt. Das halte ich für selbstverständlich. Eine Kleinigkeit haben wir mindestens dabei, außerdem wird mit angepackt (aufräumen, Tisch decken, Spülen und so).

    Zitat

    Wenn ihr 2 Wochen bei jemandem zu Besuch seid, würdet ihr euch da irgendwie erkenntlich zeigen oder bedanken?

    Selbstverständlich! Alles andere wäre dreist und schnorrerhaft in meinen Augen! Man könnte für den Zeitraum gucken, wieviel ein Hotel in der Umgebung für die Zeit kosten würde. Das Geld, welches das Hotel gekostet hätte, hat man ja nun gespart und verdankt den Gastgebern. Man könnte nun theoretisch sogar einen Schritt weiter gehen und sagen, dass man das gesparte Geld mit dem Gastgeber teilt. Würde man in der Praxis natürlich niemals tun, aber man sollte sowas schon gedanklich mal im Kopf durch gehen lassen.


    Ich war schon 2mal bei Freunden in Los Angeles für ca 10 Tage zu Besuch. Beides Mal habe ich den ersten großen Einkauf im Supermakt bezahlt (was leider viel Teurer war, als das was man aus Deutschland gewohnt ist) und teilweise habe ich noch ein Abendessen oder n Eis irgendwo unterwegs für das Pärchen spendiert. Ich hatte zusätzlich noch n Whisky ausm Duty Free und bissl Drogerieartikel und Süßigkeiten mitgebracht. Das Pärchen hat sich aber auch viel um mich gekümmert in der Zeit. :-)

    Zitat

    Und wenn Besuch bei euch ist, würdet ihr da etwas als Dank erwarten?

    Ja, hier natürlich genauso nur umgekehrt!

    Zitat

    Macht es einen Unterschied, wie nah ihr der Person steht?

    Eigentlich nicht! Wenn die Person mir nicht nah genug steht, sag ich dem Ganzen u.U. gar nicht zu.

    Zitat

    Wenn ihr 2 Wochen bei jemandem zu Besuch seid, würdet ihr euch da irgendwie erkenntlich zeigen oder bedanken?

    Ja, durch Mithilfe im Haushalt (was immer gerade ansteht) und mal mit einer Einladung (auch hier, was sich gerade ergibt). Sollte der Gastgeber darauf bestehen, dass ich nichts davon mache, gibt es ein Geschenk als Dank.

    Zitat

    Und wenn Besuch bei euch ist, würdet ihr da etwas als Dank erwarten?

    Einen expliziten Dank nicht, aber ich wünsche mir ein Hand-in-Hand-Miteinander, so dass ich meinem Gast nichts nachräumen muss oder ständig allein am Spülbecken stehe.

    Zitat

    Macht es einen Unterschied, wie nah ihr der Person steht?

    Jemanden, den ich so lange bei mir aufnehmen würde, muss mir generell nahe stehen, und da gibt es dann auch keine Unterschiede.

    ich persönlich würde mich mit/durch eine Kleinigkeit bedanken. Beispielsweise durch ein gemeinsames Eisessen am Schluss, oder Kochen für die Gastgeber - oder eben was an die Person angepasst.


    Erwarten würde ich aber definitiv nichts. Lediglich die durchschnittliche Höflichkeit: Toilette sauber hinterlassen, Geschirr in die Spülmaschine räumen, keine geheimen Partys wenn ich nicht da bin ;-D

    Mein Sohn hat einmal eine Freundin (nicht seine Freundin) bei uns einquartiert, weil sie sich von ihrem Freund trennte und keine Bleibe hatte. Sie blieb dann nicht zwei Wochen, sondern zwei (oder drei?) Monate und hat wie selbstverständlich im Haushalt mit angepackt.


    Ein Geschenk oder eine Einladung war von ihr nicht zu erwarten, sie hatte kein Geld, im Gegenteil, ich habe ihr dann etwas zugesteckt oder besorgt und sie wurde ein wirklich lieber Gast, wie eine Tochter. Man merkte ihr einfach an, dass sie froh war, bei uns zu sein und sie passte sich unserem Leben an.


    Aber wenn ich mir vorstelle, da kommen Bekannte, quartieren sich fröhlich für zwei Wochen bei uns ein, essen bei uns mit, lassen sich bedienen und versorgen... nein, die würde ich ziemlich schnell in den Haushalt mit einspannen und auch mal unverblümt vorschlagen: "Heute seid ihr mit Essen machen dran, was gibt es denn?"


    Mir selbst wäre so eine Situation als Gast mehr als peinlich, wenn ich nicht meinen Beitrag zum Haushalt machen könnte, jeden zweiten Tag kochen oder einkaufen oder zum Essen ausführen und v.a. auch mal alleine wegfahren, damit die wieder mal ihre Ruhe und Privatsphäre haben können.

    Also bei mir in der Wohnung übernachtet keiner außer meinem Freund, und der muss sich nicht speziell bedanken ;-)


    Andersherum kommt das auch nicht mehr vor, wenn ich Leute besuche nehm ich mir lieber ein Hotelzimmer. Früher habe ich ein paar Mal eine sehr gute Freundin im Ausland besucht und dann auch bei ihr gewohnt. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern wie das genau ablief, so unkompliziert war das. Wahrscheinlich hab ich manchmal den Einkauf fürs Essen bezahlt oder einen gemeinsamen Restaurantbesuch. Diese Freunde sind aber sehr gastfreundlich, da läuft man einfach so mit und es ist eher peinlich wenn man drauf besteht etwas dazuzuzahlen. Eher bringt man halt mal eine Kleinigkeit aus der Heimat mit oder so.


    Bei deinem Fall scheint irgendwie ein tieferer Konflikt dahinterzustecken, oder?

    Vielleicht eine Flasche Wein, Blumen oder eine andere Kleinigkeit, denke darüber würde sich ein Gastgeber/in freuen. Wenn ich jemanden über längere Zeit einlade, erwarte ich nichts. Habe sie ja auch eingeladen.

    Vielen Dank für eure Antworten. Ich kenne es auch so, dass man sich erkenntlich zeigt oder bedankt in einem ähnlichen Umfang wie ihr das beschrieben habt.


    Zum Hintergrund: meine Schwiegermutter war jetzt 2 Wochen mit ihrem Partner zu Besuch. Ich kann ihn leider gar nicht leiden, hatte aber wenig Argumente, dass er nicht mitkommen darf. Ich musste mich wirklich anstrengen gute Miene zum Spiel zu machen, aber ich schaffte es. Die Gäste hatten ein eigenes Zimmer und Bad und ich hab alles nett hergerichtet, gekocht und immer nachgefragt, ob sie etwas brauchen. Mein Mann hat sie überall rumgefahren und Ausflüge organisiert. Und ehrlich gesagt, habe ich wenigstens ein ehrliches Danke erwartet, auch ein paar Blumen (die hat dann stattdessen mein Mann mitgebracht) oder eine Kleinigkeit hätte ich mir gewünscht. Meine Schwiegermutter ist ganz lieb, hat 1x gekocht, 2x Kuchen gebacken und auch ein wenig mitgeholfen. Am Ende hat sie auch Danke gesagt. Aber er? Da kam gar nichts. Er hat sich von vorne bis hinten bedienen lassen, sich am essen im Schrank bedient, wie er lustig war, hat alles stehen und liegen lassen, hing jede freie Minute nur am Handy oder Tablet, hat nicht mal die einfachsten Anstandsregeln am Tisch beherrscht und am Ende gab es nicht mal ein danke. Und das macht mich wahnsinnig wütend. Und da ich ihn sowieso nicht leiden kann, weiss ich nicht, ob ich eine verzerrte Wahrnehmung habe und übertreibe.


    Was er aber gemacht hat, er hat sich mit meiner Schwiegermutter viel um unsere zwei kleinen Kinder gekümmert. Da muss ich aber sagen, dass ich das nicht als Danke sehe, weil die Kinder der Hauptgrund für den Besuch waren.

    Zitat

    Bei den Menschen, die mir nahe stehen, ist es einfach klar, dass man einander wertschätzt. Da muss der Dank auch gar nicht in materieller Form erfolgen, man erspürt das einfach.

    Danke. Wertschätzung ist tatsächlich um was es mir geht. Und in diesem Fall fühle ich mich nicht wertgeschätzt, sondern ausgenutzt.

    D. h. doch aber, dass du einfach angefressen bist, weil DU was anderes erwartet hättest. Da bringt es ja nichts, dass andere dir ihre Meinung darstellen. Insgesamt würde ich mich, an deiner Stelle, weniger fragen, warum deine Schwiegermutter und (ja eher ) ihr Freund sich so verhalten haben, sondern, warum ihr das mit euch machen lasst. Warum habt ihr ihm denn nicht mal gesagt, dass es so nicht passt im Zusammen leben?


    Andersherum, ohne nun über das "was ist schiefgegangen" nachzudenken, könntet ihr auch einfach für zukünftige Zeiten ganz klar absprechen, dass ihr das so nicht mehr wollt. Du hast anfangs gesagt, du hättest nicht viele Gründe gehabt, warum er nicht mitkommen sollte. Aber spätestens jetzt hast du die ja. Er benimmt sich sozial unverträglich und hält sich nicht an eure Familien-Regeln. Spätestens, wenn ihr ihm klar kommuniziert habt, dass das so nicht geht und er sich dennoch nicht dran hält, hast du aber sowas von einen Grund, ihn nicht mehr Tage lang willkommen zu heißen!