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    Was er aber gemacht hat, er hat sich mit meiner Schwiegermutter viel um unsere zwei kleinen Kinder gekümmert. Da muss ich aber sagen, dass ich das nicht als Danke sehe, weil die Kinder der Hauptgrund für den Besuch waren.

    Das könnte m.E. die Quelle der Unstimmigkeiten sein: Ich könnte mir vorstellen, dass eure Gäste so einen langen Besuch auch nicht gerade super toll fanden. Irgendwo zu Gast zu sein beeinträchtigt die eigene Privatsphäre doch ziemlich. Sie waren zu diesem Zugeständnis bereit, um eben Zeit mit den Kindern zu verbringen. Da kann ich schon verstehen, dass man sich nicht überschwänglich für ein Arragement bedankt, das man (vermutlich) selbst nicht so toll findet. Noch dazu, wenn sie ohnehin mitgeholfen hat.

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    Ich habe gestern mit meinem Mann gesprochen. Er sagt, bei ihm hat er sich wohl einige Male bedankt.

    Aha, er hat sich also doch bedankt! Sogar mehrfach. Das war m.E. ein klarer Fehler deines Mannes, dass er dir das nicht weitergegeben hat! Hätte er das getan, hätte sich bei dir wohl gar nicht erst soviel Ärger aufgestaut.

    nur noch ein Nachtrag: Das hier

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    Wir haben lange darüber gesprochen, ob er mitkommen darf oder nicht, aber mehr als "Ich mag ihn nicht" hatte ich nicht als Argument.

    finde ich übrigens ausreichend. Zumindest was das Beherbergen anderer Menschen über längere Zeiträume im eigenen Wohnraum angeht. Denn dort bist du schonungslos ausgeliefert. Du kannst nicht sagen, "heute mach ich mal 5 Stunden Familienfeier gute Mine und dann ist es vorbei", denn du kannst erst nachts mal die Tür hinter dir schließen, um durchzuatmen. Das ist ein solches Zugeständnis gegenüber anderen Menschen, selbst gegenüber denen, die man lieb hat, dass es in meinen Augen zur seelischen Vernunft gehört, hier auf sich zu achten. Ganz abgesehen davon, dass es für alle anderen Beteiligten ja auch nicht wirklich schön sein kann, wenn solche Probleme im Raum stehen. Und auch wenn es keiner angesprochen hat und du beiden scheinbar da wenig Empathie zusprichst, ich kann mir kaum vorstellen, dass deine Schwiegermutter beispielsweise einerseits eine Frau ist, die du magst, andererseits aber so schmerzbefreit, dass sie nach 14 Tagen Zusammenleben nicht spätestens Nuancen deiner Antipathien gespürt hat. Und wenn sie nur gemerkt hat, dass überhaupt was ist, ohne es einordnen zu können. So was vergiftet doch dich selbst und das Umfeld. Reicht in meinen Augen als Argument total. ;-D

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    Das klingt irgendwie schon so ein bisschen nach Höflichkeits-Zwang

    Das wäre doch schon mal etwas, warum den nicht? Gesellschaftliche Gepflogenheiten einhalten, wenn man sich schon nicht leiden kann, ist ja immerhin mal ein Anfang.

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    Hätten sie am Schluss gesagt: Das war wirklich so wunderbar bei euch, die Zeit bei euch ist für uns immer die schönste Zeit im Jahr, wäre das ja auch ne Art Danke...und viel mehr, als man "erwarten darf".

    Na vielleicht war es ja nicht so.. ;-) Geliebte Enkelkinder hüten mag ja schön sein ist aber auch anstrengend. Ich bräucht danach sicher mindestens eine Woche Urlaub. Zumindest ist es für mich nachvollziehbar, dass sie sich weitgehend bedienen lassen, eine Hand wäscht die andere. Ich vermute stark, dass die TE anders schreiben würde, wenn sie den Mann mögen würde.


    Und das

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    "Liebe Mama, du darfst gerne die weite Flugreise auf dich nehmen, aber dein Partner darf nicht mitkommen, weil gato ihn nicht leiden kann."

    würde ich ganz genauso sagen. Mir ein Rätsel, wie man jemanden 2 Wochen aushält, den man nicht leiden kann. Wir hatten einen ähnlichen Fall in der Familie, das ging dann problemlos, weil der Partner auch eingesehen hat, dass es nicht geht und ist dann allein gekommen.

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    Danke, dass du dir Zeit genommen hast. Ich schätze deine Meinung sehr, da du oft schonungslos den wunden Punkt ansprichst. ;-D

    Das freut mich - dieses Thema liegt mir sowieso, da ich schon die Krise kriege wenn ich sowas bloß lesen muss {:(

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    Ich glaube, dass ich dann zumindest leichter mit der Geschichte hätte abschliessen können. Ich habe die letzten Tage regelrecht auf das Danke gewartet.

    Hm. Also weil du meinst, dass du die für dich schwer erträgliche Situation nicht hättest vermeiden können (dazu gleich ;-) ) hast du dir wenigstens eine formale "Entschädigung" gewünscht? Ist ja ok, wenn durch so eine Kleinigkeit schwerwiegende Bedenken von dir beiseitegewischt werden können, aber offenbar gehört es zu dem Nervigen an dem Mann dazu, dass er solche Anstandsregeln nicht einhält. Da hättest du sowas gar nicht erst erwarten sollen, finde ich.

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    Glaube mir, mein Mann weiß das. Er erträgt seit Jahren meine Schimpftiraden auf ihn.

    Das heißt er schimpft nicht mit? Er findet diesen Menschen nicht so unerträglich wie du? Dann ist es schwieriger für dich.

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    Aber wie soll man das sagen: "Liebe Mama, du darfst gerne die weite Flugreise auf dich nehmen, aber dein Partner darf nicht mitkommen, weil gato ihn nicht leiden kann."


    Wir haben lange darüber gesprochen, ob er mitkommen darf oder nicht, aber mehr als "Ich mag ihn nicht" hatte ich nicht als Argument.

    Zunächst mal reicht "ich mag ihn nicht (mit der Begründung die du gegeben hast) völlig aus, wenn es darum geht dass du jemandem tagelang in deiner Privatsphäre begegnest.


    Die Frage ist nur, wie man das dann verhindern kann. Bei dem von mir geschilderten Beispiel ging es, ohne der Freundin zu sagen dass wir ihren Partner nicht ausstehen können (er war ein Angeber und Dummschwätzer, der ständig Witze gerissen hat und mit dem man keine Minute lang eine ernsthafte Unterhaltung führen oder wenigstens schweigend nebeneinander her spazieren konnte). Bevor ich jemanden 2 Wochen in meinem Haus habe, mache ich dann aber doch lieber eine klare Ansage. (Mir sind meine Privatsphäre und meine Grenzen extrem wichtig) Meiner Mutter könnte ich es auch sagen, wenn ich jemanden, den sie mag, nicht mag. Meiner Mutter könnte ich sogar sagen, dass ich niemanden - aucn nicht sie - 2 Wochen lang in meiner Privatsphäre haben will. Es kommt also "nur" drauf an, ob dein Mann das 1) so sieht wie du (danach sieht es nicht aus) und 2) ein Verhältnis zu seiner Mutter hat, wo er ihr sowas durchstellen kann (danach sieht es auch nicht aus, wenn er dir das zuschiebt).


    Wer hatte überhaupt die Idee, dass die 2 euch 2 Wochen lang besuchen kommen ?

    Wir haben zwar kein Gästezimmer, aber ich sage schon immer, dass wir regelmäßig merken, dass es allen nach spätestens 3-4 Tagen reicht. Das ist auch so. Die Stimmung wird dann nicht besser und meine Tochter (3 J.) spielt auch gar nicht so selbstständig und wild kreativ vor sich hin, wie sie es sonst tut und auch braucht. Sie wird dann meist auch etwas gereizt und ich ertrage längeren Besuch auch nicht gut (außer vielleicht von meiner Schwester). Ich sage also schon recht klar, dass längerer Besuch uns dann alle irgendwann stresst.


    Meine Schwiegermutter kommt damit gut klar, meine Mutter ist eher mal beleidigt, aber das ist einfach Typsache und ich versuche, trotzdem klar bei dem zu bleiben, was wir tolerieren können.


    Übrigens ist es bei mir durchaus so, dass ich mich oft für den Besuch bedanke, insbesondere, weil das Kind bespaßt wird, aber auch, weil Mithilfe im Haushalt selbstverständlich ist...

    ich frage mich, ob "er" überhaupt irgendeine chance gehabt hätte, es dir recht zu machen? für mich klingt zwischen den zeilen durch, dass er so untendurch ist bei dir, dass blumen, champagner, lobeshymnen... auch negativ ausgelegt worden wären und nicht als dankbarkeit angenommen? :=o

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    Ich kann ihn leider gar nicht leiden, hatte aber wenig Argumente, dass er nicht mitkommen darf. Ich musste mich wirklich anstrengen gute Miene zum Spiel zu machen, aber ich schaffte es.

    Nun stell dir vor, dein Mann ist bei seiner (Cousine, Schwester was auch immer) für 2 Wochen eingeladen und du-ja, ok, du darfst auch mit, obwohl dich die Gastgeberin nicht leiden kann, sie aber keine sinnvollen Argumente hat, dich auszuladen.


    Ich bedanke mich vor allem, wenn ich das Gefühl habe, dass es der andere gerne gibt / von Herzen gibt / ir eine Freunde machen will -- und nicht, wenn es ihm Selbtbeherrschung und Überwindung abverlangt, nett zu mir zu sein. Dann wäre mein Dank so ehrlich, wie das Geben......


    ( du hast sicher Gründe, ihn nicht zu mögen, das will ich garnicht bezweifeln)

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    Und das

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    "Liebe Mama, du darfst gerne die weite Flugreise auf dich nehmen, aber dein Partner darf nicht mitkommen, weil gato ihn nicht leiden kann."

    würde ich ganz genauso sagen. Mir ein Rätsel, wie man jemanden 2 Wochen aushält, den man nicht leiden kann. Wir hatten einen ähnlichen Fall in der Familie, das ging dann problemlos, weil der Partner auch eingesehen hat, dass es nicht geht und ist dann allein gekommen.

    Nun, dann muß man aber auch damit leben, daß evtl Familiendrama dadurch ausgelöst wird, welches da einfach in keinem Verhältnis steht. Wenn mein Mann irgendwo nicht willkommen ist, will ich da gar nicht hin. Wenn mein Schwiegersohn, den es evtl mal irgendwann geben wird, der Meinung ist, daß einer von uns nur ohne den anderen kommen darf, dann haben wir ein gewaltiges Problem.


    Ja, man muß nicht jeden mögen, aber wenn es gerade mal um 2 Wochen geht, das Kind damit glücklich sind, dann kann ich für 2 Wochen auch mal gute Miene machen. Vor allem wenn ich weiß, daß ich die einzige bin, die ein Problem hat. Warum sollen 3-4 andere Menschen, Mann, Kind/er, Schwiegermutter, darunter leiden? Und btw - wenn ich jemanden nicht leiden kann, lasse ich auch nicht meine Kinder durch ihn betreuen.


    Prinzipiell - wenn ich jemanden für 2 Wochen aufnehme, dann erwarte ich, daß der Besuch sich an die hiesigen Gewohnheiten anpaßt und sich einfügt und sich nicht den Arsch hinterhertragen läßt. Wenn er allerdings mein Kind bespaßt und mir.. uns die Chance gibt, auch mal einen Abend zu zweit auswärts zu erleben und dann eben mal das Geschirr stehen läßt - mei, is eben so. Kann ich mit leben.


    Wie ich als Besuch handeln würde, weiß ich nicht. Wenn ich plane, länger als 3-4 Tage irgendwo zu bleiben, dann nehme ich ein Hotel.

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    Die Seherin


    ich frage mich, ob "er" überhaupt irgendeine chance gehabt hätte, es dir recht zu machen? für mich klingt zwischen den zeilen durch, dass er so untendurch ist bei dir, dass blumen, champagner, lobeshymnen... auch negativ ausgelegt worden wären und nicht als dankbarkeit angenommen? :=o

    Glaub ich fast auch. Zumal er sich ja bedankt hat. Nur eben nicht bei ihr, sondern ihrem Mann. Somit hat er dieser Erwartung ja eigentlich Genüge getan und sollte doch gar kein Thema sein.

    Ich sehe hier die Schwierigkeit im Gebiet der Akzeptanz.


    Sie mag ihre Schwiegermutter. Sie muß deswegen sicher nicht auch deren Partner mögen - aber sie denkt auch daran wie es ihrer Schwiegermutter dabei geht, wenn sie ihn ablehnt. Und zwar so ablehnt, dass letztendlich auch die gemochte Schwiegermutter dann darunter leidet.


    Man kann darüber diskutieren wo hier die (eigenen) Grenzen zu setzen sind - aber ich glaube, die Problematik an sich ist doch zu verstehen.