@wieauchimmer..

    ..also in deinen Beschreibungen hört man, z.B. das alles dahinplätschert...eingeschlafen ist. Etc. Also ist man nicht 100 % glücklich in der Beziehung. Du kannst mir nicht erzählen, wenn dies so ist, das man dann einen Grund hat Fremdzugehen...welchen Vorwand man auch immer nutzen möchte

    Zitat

    ist man nicht 100 % glücklich in der Beziehung.

    Man kann doch glücklich in der Beziehung sein, wenn man es aber trotzdem für seine Selbstbestätigung "braucht", dass man von vielen Frauen/Männern begehrt wird.


    Wenn man sich durch Beziehung in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt, dann muss es nicht heißen, dass der andere mich tatsächlich einschränkt, sondern es kann das eigene fehlende Gefühl von innerer Unabhängigkeit sein.


    In beiden Fällen ist man nicht mit der Beziehung unzufrieden, sondern mit sich selbst! Ob es aber ratsam ist, mit jemandem eine Beziehung zu führen, der so unzufrieden mit sich selbst ist, dass er sich immer wieder einen Kick von außen holen muss, ist natürlich die Frage.


    Typisch ist ja auch die Midlifecrisis, wo man irgendwie das Bedürfnis hat, sich nochmal auszutoben wie ein Jugendlicher, vielleicht weil man dieses Bedürfnis zu sehr vernachlässigt hat.


    Es hat oft viel mehr mit dem eigenem Leben und der Unzufriedenheit damit zutun, als dass man mit dem Partner nicht mehr zufrieden ist. Wenn mir mein Partner aber Unzufriedenheit vermittelt, dann gibt er mir das Gefühl, ich bin ihm nicht genug und wenn ich das Gefühl nicht habe, dass er mir nicht genug ist, dann fühle ich mich nicht geliebt. Es gibt aber durchaus Paare, die sich ihrer Liebe zueinander so sicher sind, dass sie das aushalten können.


    Eine gute Freundin von mir hatte 6 Jahre eine Beziehung zu einem Mann, der von Anfang an zu ihr gesagt hatte "Ich kann nicht treu sein". Er schien es für sich wichtig zu finden, möglichst viele Frauen mal flachgelegt zu haben. Das schien er für seine Selbstbestätigung zu brauchen. Sie hat das toleriert, auch wenn sie das nicht toll fand. Man könnte natürlich auch so reagieren, dass man nicht einsieht, wieso man unter den Komplexen des anderen leiden soll.

    @wieauchimmer..

    Das Verlangen nach Begehrtheit hat nichts damit zu tun fremdzugehen. Klar, man hat nichts gegen Bestätigungen von außen. Ob Männlein oder Weiblein. Das kann keiner abstreiten. Aber dennoch Appetit holt man sich draußen und gegessen wird zu Hause (ist schon so uralt-aber immer noch was wahres dran)


    Ich sage ja auch, wenn jemand mit offenen Karten spielt von Anfang an, ist das okay - solange es der andere akzeptiert.

    @Big-Bossman

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    Zitat

    Das Verlangen nach Begehrtheit hat nichts damit zu tun fremdzugehen.

    Für mich nicht. Mir reicht es, wenn ich mal von anderen Männern entsprechend interessierte Blicke zugeworfen bekomme. Ich habe aber gelernt, dass es tatsächlich Leute gibt, die erst dann glauben, dass der andere sie begehrt, wenn es tatsächlich zum Sex kommt. Mir reicht die Vorstellung: "Wenn ich wollte, wäre dieser Mann sicher bereit, mit mir Sex zu haben". Manchen reicht das aber nicht. Die "müssen" regelrecht Trophäen sammeln zur Bestätigung. Ob ich mit so einem Mann eine Beziehung haben will, ist eine andere Frage. Von daher habe ich auch das Recht, die Beziehung zu beenden. Von ihm zu verlangen, dass es es bleiben lässt, wird nicht funftionieren.


    Das gilt auch für Leute, die sich ihre eigene Freiheit damit bestätigen wollen und auch für Leute, die dieses Abenteuer von "fremder Haut" brauchen. Ich finde es einfach nicht per se abenteuerlich, mit einem Fremden Sex zu haben. Es scheint aber Leute zu geben, für die das der Kick ist. Richtig nachvollziehen kann ich das auch nicht, denn wenn ich nach einem Abenteuer suchen würde, dann würde meine Wahl auf einen Mann treffen, den ich so toll finde, dass ich mich auch in ihn verlieben könnte. Einfach nur "fremd" oder "anders" oder "neu", das wäre für mich nicht aufregender als Sport.


    Keine Ahnung, wieso er aber Leute gibt, denen das so wichtig ist. Das Problem hatte ich ja auch mit meinem Ex. Da stellte sich dann aber, jedenfalls aus meiner Definition von Liebe, heraus, dass es gar nicht um irgendeinen Kick ging, sondern dass er an unserer Beziehung zweifelte, weil es ja noch so viele andere tolle Frauen gab, die er jetzt verpasste, was ihn darin verunsicherte, ob ich denn überhaupt die Richtige bin (und das trotzd toller, leidenschaftlicher Beziehung). Liebe heißt für mich aber, dass vom Gefühl her kein Zweifel besteht, dass der andere "richtig" ist. Er war wohl mit sich selbst nicht zufrieden, glaubte, sich nicht festlegen zu können, weil er sonst zu viel verpasst und meinte, er müsse noch etwas erleben und Freiheit genießen (Er hatte m.E. tatsächlich seine Jugend verpasst).


    Da ist aber das Problem: Es ist schwer zu beurteilen, was die wahren Gründe sind für Fremdgehen und daher verständlich, dass der Betrogene verunsichert ist, an der Liebe des anderen zweifelt und das Vertrauen verliert. In einer offenen Beziehung müßte man sich zum Ausgleich um so mehr immer wieder bestätigen, dass man sich liebt. Das wäre mir viel zu anstrengend. So spannend kann für mich so ein kleines Sexabenteuer gar nicht sein, dass ich die Beziehung so schwierig machen würde.


    Dann kommt noch das hinzu, was ich El-Locco schrieb. Ich möchte mich nicht verstellen müssen, um meinen Freund nicht zu verletzen und ich möchte ihn schon gar nicht anlügen müssen, weil für mich gerade das Schöne an einer Beziehung ist, dass man sich alles anvertrauen kann, dass man so sein kann, wie man sich gerade fühlt. Sexbabenteuer wären es mir nicht Wert, diese Ehrlichkeit und Offenheit in einer Beziehung aufzugeben. Wenn das Abenteuer langweilig war, kann ich es mir auch sparen. Wenn es aufregend war, müßte ich meinem Freund, wenn ich ehrlich bin, auch erzählen können mit aller Begeisterung, wie toll doch der Sex mit dem anderen war. Das würde aber sicher die Eifersuchtstoleranzgrenze der Meisten überschreiten.

    Mone-Mini

    Zitat

    also in deinen Beschreibungen hört man, z.B. das alles dahinplätschert... eingeschlafen ist. Etc. Also ist man nicht 100 % glücklich in der Beziehung. Du kannst mir nicht erzählen, wenn dies so ist, das man dann einen Grund hat Fremdzugehen... welchen Vorwand man auch immer nutzen möchte

    Das stimmt wohl, aber wer ist denn jahrelang, ein Leben lang, in seiner Beziehung soo glücklich und zufrieden, dass es nie dahin plätschert???

    Monika65

    Zitat

    Das stimmt wohl, aber wer ist denn jahrelang, ein Leben lang, in seiner Beziehung soo glücklich und zufrieden, dass es nie dahin plätschert

    Wohl selten, aber soll es geben (Da gibts auch hier im Forum ein paar, die das von sich behaupten, dass ihre Beziehung auch nach vielen Jahren noch glücklich und leidenschaftlich ist und ich kann es mir auch vorstellen, dass das möglich ist). Dafür bedarf es von beiden Seiten den Willen, die Spannung aufrecht zu erhalten, dann aber außerdem noch die Zeit und Energie dazu und das Wissen darum, wie man das überhaupt schafft (z.B. lieber weniger sehen und dafür dann etwas Schönes und Intensieves miteinander machen. Das wird aber schon ein Problem, wenn man zusammenlebt und zusammen eine Familie hat.) Leider wird man sich zu schnell zu selbstverständlich. Das ist m.E. das größte Problem. Das Glück, was man am Anfang empfand, einen Menschen gefunden zu haben, den man liebt, nutzt sich ab, weil es so normal wird, dass der andere da ist.


    Ob man sich dann aber lieber trennt, um eine neue Beziehung zu haben, auf die man sich dann ganz konzentrieren kann, oder ob jeder sein Doppelleben führt oder welche Lösung man da findet, kann man nicht als Patentrezept veranschlagen. Ich würde mich eher trennen, weil ich lieber allein bin, als mich mit einem Partner zu arrangieren, für den ich nicht mehr viel mehr als Freundschaft empfinde. Da würde ich mich nämlich, trotz aller Freiheiten, die man sich vielleicht zugesteht, eingeengt fühlen. Ich hab aber auch keine gemeinsamen Kinder mit meinem Partner, auf die ich bei einer Lösung des Problems Rücksicht nehmen müßte.

    wieauchimmer

    Da muss man das für sich Richtige finden. Ich gehe einfach davon aus, dass es diese Phasen in einer Beziehung gibt, nicht gleich am Anfang vielleicht, aber sie kommen immer dann, wenn man einen gewissen oder den ganzen Alltag miteinander teilt. Das muss man einfach auch akzeptieren, meine These ist ohnehin, dass wir viel zu viel von einer Beziehung erwarten.


    Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich schnell von jemandem trennen, da muss es schon unter dem Strich deutlich negativ sein.

    Monika65

    Zitat

    Das muss man einfach auch akzeptieren, meine These ist ohnehin, dass wir viel zu viel von einer Beziehung erwarten.

    Ich hab 10 Jahre lang keine Beziehung gehabt und das war auch ok. So richtig fehlen tat mir nichts. Allerdings wußte ich dann das zu schätzen, was ich durch die Beziehung dann hinzu bekam. Ich weiß nicht, ob man wirklich zu viel erwartet, oder ob man nicht in der Lage ist (oder mit der Zeit vergißt), welche Bereicherung des Lebens es bedeutet, selbst Kleinigkeiten, also auch ohne die Erwartung, dass alles total perfekt ist. Mein Leben war ja auch solo in Ordnung und ausgefüllt. Also war alles, was mir die Beziehung gab, mehr, als ich vorher hatte. Vielleicht weiß man das nur zu schätzen, wenn man lange solo war? (und ich wusste es ca. 4 Jahre zu schätzen, vielleicht wäre bei mir aber dann nach 5, 7, oder 10 Jahren der Alltag eingekehrt. Nach 4 Jahren war ich aber noch zuversichtlich, dass das mit dem Alltag nicht unbedingt sein muss)

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