• Betrunken fremdgegangen, soll ich es ihm sagen oder nicht?

    Hallo ich brauche dringend Rat. Ich führe eine Fernbeziehung und mein Freund liebt mich wirklich sehr. Letztens war eine Freundin (mit welcher ich Streit bedingt ein halbes Jahr keinen Konatkt hatte) bei mir zu Besuch und abends waren wir zusammen aus. Sie hat einen Typen kennengelernt und die Gate Zeit nur mit ihm rumgeleckt. Sie verträgt nicht viel…
  • 459 Antworten
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    Als Jugendlicher habe ich sicherlich viel scheiße gebaut, aber ich hätte niemals eine Person vorsätzlich betrogen, der ich angeblich mein Herz geschenkt habe. Gefühle können sich ändern, aber wer sagt, dass er dies nur durch Fremdgeherei bemerkt, dem werfe ich vor ein Lügner zu sein. Solche Situationen verbuche ich nicht unter "wilde Jugend".

    Sehe ich auch so.


    Wie gesgat, ich bin der Meinung, dass hier ein schlechtes Gewissen verdrängt werden soll, indem man denjenigen, die nicht bescheissen, einredet, sie seien langweilig, hätten nicht gelebt, was weiss ich. Daher kann man das fast schon als Schuldeingeständnis lesen, finde ich. (ALso dieses Umsichbeissen und Unterstellen, alle nderen seien Langweiler).

    Es gibt offenkundig eine nicht gerade kleine Zahl an Leuten, die definitiv nicht belogen werden wollen und selbst mitentscheiden, ob das ok oder blanglos war, dass ihr Partner fremdgevögelt oder -geknutscht hat.


    Angesichts dieser Tatsache frage ich mich doch, mit welchem Recht sich Leute herausnehmen, für sich alleine zu entscheiden, ob der Fehltritt zu beichten ist :|N

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    Es gibt offenkundig eine nicht gerade kleine Zahl an Leuten, die definitiv nicht belogen werden wollen und selbst mitentscheiden, ob das ok oder blanglos war, dass ihr Partner fremdgevögelt oder -geknutscht hat.


    Angesichts dieser Tatsache frage ich mich doch, mit welchem Recht sich Leute herausnehmen, für sich alleine zu entscheiden, ob der Fehltritt zu beichten ist :|N

    Es gibt aber auch Leute, die es nicht unbedingt wissen wollen. Mit welchem Recht betrügt man dann jemanden UND drückt es ihm auch noch aufs Auge? Das ist eine rhetorische Frage, mit der ich nur sagen will: Die Argumentation funktioniert so nicht. Es ist immer eine Einzelfallentscheidung, und es ist zu hoffen, dass die jeweiligen Partner einander da halbwegs einschätzen können. Wird aber natürlich oft nicht der Fall sein. Nur ist es eben nicht ganz so eindeutig, nicht ganz so zweifelsfrei, wie Du offenbar annimmst – bei Dir ja, aber nicht grundsätzlich bei jedem und allem. Ich wünschte, es gäbe hier keine so starke Fraktionsbildung, es verzerrt alles so sehr, wenn jeder sich auf eine "Seite" schlagen oder einer "Seite" zugeordnet wird und Zwischentöne nicht mehr wahrgenommen werden.

    Zitat

    Es gibt aber auch Leute, die es nicht unbedingt wissen wollen. Mit welchem Recht betrügt man dann jemanden UND drückt es ihm auch noch aufs Auge?

    Es war ja deshalb auch explizit die Rede von denen, die nicht belogen werden wollen. Wenn klar ist, dass einer es nicht so genau wissen will, dann ist ja alles ok.

    Zitat

    Das ist eine rhetorische Frage, mit der ich nur sagen will: Die Argumentation funktioniert so nicht.

    Doch, zumindest für die, die nicht angelogen werden möchten.


    Ich denke, was hier doch teilweise sehr bitter aufgestoßen ist, ist diese bornierte Selbstverständlichkeit, mit der einige sich herausnehmen, zu betrügen und im eigenen Interesse es auch noch zu verschweigen.

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    Nur ist es eben nicht ganz so eindeutig, nicht ganz so zweifelsfrei, wie Du offenbar annimmst – bei Dir ja, aber nicht grundsätzlich bei jedem und allem.

    Da hast du schon recht und du implizierst ja auch, dass man sich Gedanken darüber macht, wie etwas beim Partner ankommt, aber bei vielen ist eben das Verschweigen einer Konfliktscheu geschuldet. Ich denke mal, dass am Ende eben doch viele Beziehungen kaputt gehen, weil einer fremdgegangen ist. Und natürlich wissen das die Fremdgänger. Wenn das also der Grund für das Verschweigen ist oder noch schlimmer die Angt, rausgeschmissen zu werden, dann finde ich das nicht akzeptabel.


    Ich kenne auch konkret eine Frau, die sagt, dass sie es nicht wissen wollen würde. Ok.


    Ich würde aber trotzdem mal ganz leicht tendenziell davon ausgehen, dass viele Leute erstens nicht betrogen und zweitens darüber nicht auch noch belogen werden wollen :-/


    Was wäre denn deines Erachtens ein vernünftiges Vorgehen?

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    Was wäre denn deines Erachtens ein vernünftiges Vorgehen?

    Na, das Vernünftigste ist natürlich, gar nicht erst fremdzugehen, wenn die explizite oder implizite Verabredung in der Beziehung so lautet. ;-) Und falls dann doch, dann bin ich auch tendenziell sehr dafür, es dem anderen zu sagen, glaube aber, dass es viele Fälle und Beziehungen gibt, wo das eben nicht das Richtigste ist. "Vernünftig" ist in einer solchen Ausnahmesituation kaum noch etwas. Wenn man es sagt, muss man jedenfalls bereit sein, viel auszuhalten an Verzweiflung und Wut und, am schlimmsten, Traurigkeit des Partners. Wenn ich feststellen würde, dass ich mich trennen will, und so blöd war, das erst im Rahmen des Fremdgehens zu schnallen, dann würde ich die Beziehung beenden, ohne dem anderen etwas davon zu erzählen. Wenn ich das nicht will, wird es eben sehr schwierig, und man muss schauen, ob die beziehung das überlebt.


    Ich selbst würde es dann wissen wollen, wenn es eine große Rolle für unser Miteinander spielt. Ansonsten nicht unbedingt. Ich fühle mich aber auch nicht grundsätzlich verraten davon (im Einzelfall müssten wir wiederum schauen), und mein Kerl weiß ja, wie ich dazu stehe. Für mich wäre es relevant, wenn er sich verlieben und sich etwas ändern würde, ansonsten wüsste ich es aus Neugier sehr gern, aber es muss auch nicht sein.

    Zitat

    06.06.14 06:42

    Du bist ja ekelhaft früh wach (das bezieht sich auf die Kombination aus Uhrzeit und Beitragsinhalt) :-o ich bin seit 7.45 Uhr wach, und mein Gehirn formuliert gerade mehr als "blubb".

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    Na, das Vernünftigste ist natürlich, gar nicht erst fremdzugehen, wenn die explizite oder implizite Verabredung in der Beziehung so lautet.

    Na das steht natürlich außer Frage (zumindest auch für mich, ich finde Fremdgehen keineswegs easy, ein Kavaliersdelikt oder gar cool und sexuell unverklemmt). Ich finde es auch wichtig, das Wort IMPLIZIT mitzuerwähnen, denn ich denke doch, dass die meisten Leute davon ausgehen, dass sexuelle Exklusivität zu einer Beziehung gehört (und das nicht alle drei Monate erneut ausgesprochen wird), wenn es nicht abgemacht war, dass sie offen ist. Ich finde es deshalb wichtig, weil sich hier einige meines Erachtens schon wieder ein Hintertürchen aufgemacht haben, indem sie meinten, wenn es nicht explizit ausgesprochen wurde und ständig aktualisiert, stimmt es ja auch nicht. Wobei ich es noch besser finde, das, so wie bei dir und deinem Freund, zu klären.


    Aber hier wurden mir zu viele Gründe an den Haaren herbeigezerrt, warum es ok ist, das zu verschweigen oder vorauszusetzen, dass ein Verschweigen akzeptabel ist aus diesen Gründen, wie ich denke:

    Zitat

    Wenn man es sagt, muss man jedenfalls bereit sein, viel auszuhalten an Verzweiflung und Wut und, am schlimmsten, Traurigkeit des Partners.

    Und so etwas finde ich wirklich das letzte. Dann auch noch feige sein :|N



    Zitat

    Ich fühle mich aber auch nicht grundsätzlich verraten davon (im Einzelfall müssten wir wiederum schauen)

    Das hört sich aber so an, als wäre es doch sehr heikel, wenn er fremdgehen würde, also als wäre es keinesweg sicher, dass das unter allen Umständen (selbst wenn er sich nicht verliebt), ok wäre. Du findest das ganz interessant, musst es auch nicht wissen, bist dir aber nicht zu 100 Prozent sicher, wie du in jedem Fall reagierst. Ich würds an seiner Stelle eher lassen :=o




    Naja Fazit, mich stört einfach dieses im negativ wertenden Sinne vollkommen egoistische an erstens dem Akt des Fremdgehens und zweitens des in vielen Fällen noch eigenmächtigen Entscheidens, ob der andere in Unkenntnis gelassen wird. Für mich hat diese Art Egoismus nichts in einer Beziehugng verloren, bei der es um die Interessen von mehr als einem Menschen geht. (Und ich unterstelle mal ganz frei, dass die Vertreter dieser Form nicht gerade diejenigen sind, die für andere Menschen gute Beziehungspartner sind).

    Fassen wir mal kurz zusammen:


    Offenbar gibt es hier zwei grundlegend unterschiedliche Ansichten.


    Einmal die, dass das Verschweigen eines Fremdgehens besser sein kann. Hauptargument ist, den Betrogenen und damit auch die Beziehung nicht durch die Wahrheit zu belasten.


    Die andere Ansicht ist die, dass ein Fremdgehen in jedem Fall zu beichten ist, weil nur so dem Betrogenen die Möglichkeit zum Entscheiden gegeben wird, ob er unter diesen Umständen die Partnerschaft weiterführen will.


    Zwischen den Vertretern dieser Ansichten scheint kein Konsens erreichbar zu sein.


    Jeder muss selbst für sich entscheiden, welche der zwei Ansichten für ihn in Frage kommen. Dann kann er hoffen, dass sein Partner die selbe Ansicht vertritt und im Fall des Falles auch entsprechend handelt.


    Für mich habe ich entschieden (nicht erst seit diesem Faden, aber er bestärkt mich eher noch in meiner Ansicht), dass ich zu der hier beschriebenen Menschenmenge gehöre:

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    Es gibt offenkundig eine nicht gerade kleine Zahl an Leuten, die definitiv nicht belogen werden wollen und selbst mitentscheiden, ob das ok oder blanglos war, dass ihr Partner fremdgevögelt oder -geknutscht hat.

    Ich hoffe, dass meine Freundin ebenso zu diesem Kreis gehört. Den Faden werde ich als Anregung nutzen, mich mit ihr mal wieder darüber zu unterhalten.

    Nö, glaub ich auch nicht. Weil es hier wahrscheinlich um sehr grundlegende Ansichten über Beziehungen geht. Die wird man hier im Forum nicht übereinbringen - muss man vielleicht auch nicht. Ist nur schade, wenn Beziehungspartner unterschiedliche Ansichten haben. Wenn beide in ihren Grundansichten zu dieser Sache übereinstimmen, ist doch alles okay.

    wusch

    Zitat

    Ist nur schade, wenn Beziehungspartner unterschiedliche Ansichten haben.

    Abgesehen davon, dass es ja immer anders kommen kann; wie kommt es denn dazu, dass man mit jemandem zusammen ist, der in einer für einen selbst wichtigen Sache eine so unterschiedliche Auffassung hat? :-/

    Zitat

    Abgesehen davon, dass es ja immer anders kommen kann; wie kommt es denn dazu, dass man mit jemandem zusammen ist, der in einer für einen selbst wichtigen Sache eine so unterschiedliche Auffassung hat?

    Packst du zu Beginn der Beziehung einen Fragebogen aus wo du dann abhakst wie es mit Kindern, Organspende, Lebenserhaltenden Maßnahmen, Katzen, Fremdgehen, Allergien, Altersvorsorge, Hausbau, etc. ausschaut?


    ;-)

    Dumal

    Weil man darüber nicht spricht? Ich kann mich nicht erinnern, jemals so klar formuliert zu haben, zu welcher "Gruppe" ich gehöre, auch wollte ich es von meinem Partner nicht wissen. Es ist auch nicht totgeschwiegen worden, es war einfach kein Ding, über das ich nachgedacht habe. Manche Menschen geben ihre Ansichten dazu ja ungefragen von sich, aber das kann sich auch wieder ändern, wie ich feststellen musste. Im übrigen, müsste ich echt eine Antwort darauf geben, würde ich mich nicht festlegen wollen, weil ich keine festgelegte Meinung dazu habe. Es kommt eben darauf an, wäre vermutlich meine Antwort.. :-/

    Zitat

    Packst du zu Beginn der Beziehung einen Fragebogen aus wo du dann abhakst wie es mit Kindern, Organspende, Lebenserhaltenden Maßnahmen, Katzen, Fremdgehen, Allergien, Altersvorsorge, Hausbau, etc. ausschaut?

    Na zumindest wie es mit Fremdgehen und beichten und Kindern aussieht, finde ich gar nicht mal so dumm, zu klären.


    Aufgrund dieses Fadens habe ich das jetzt auch überlegt, dass ich das das nächste mal definitiv mitteilen werde, dass ich nichts davon halte, wenn einer fremdgeht und dann für sich selbst entscheidet, ob ich das erfahre....