• Betrunken fremdgegangen, soll ich es ihm sagen oder nicht?

    Hallo ich brauche dringend Rat. Ich führe eine Fernbeziehung und mein Freund liebt mich wirklich sehr. Letztens war eine Freundin (mit welcher ich Streit bedingt ein halbes Jahr keinen Konatkt hatte) bei mir zu Besuch und abends waren wir zusammen aus. Sie hat einen Typen kennengelernt und die Gate Zeit nur mit ihm rumgeleckt. Sie verträgt nicht viel…
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    Die klare Posititionierung diesbezüglich nutzt eigentlich primär etwas bei Menschen, die sowieo ehrlich sind und sich an Abmachungen halten. (Sprich, bei denen, bei den man die Abmachung zur Ehrlichkeit im Falle eines Treubruchs vermutlich gar nicht treffen bräuchte, weil sie sich ja schon an die Abmachung der Treue zuverlässig halten.)

    Ganz genau.


    Ich glaube, wenn man der Typ Mensch ist, der sowas wissen will, dann nützt es überhaupt nichts, dem Partner das zu sagen. Wenn er fremdgeht, obwohl man keine offene Beziehung führt, ist er in einer Sondersituation, und danach wird es das tun, was er selbst für passend hält. Man kann nur versuchen, seinem Partner einzuschärfen, dass man doch dann bitte wenigstens ein Kondom nehmen soll, aber auch das ist nicht mehr als ein Versuch.

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    Ich glaube, wenn man der Typ Mensch ist, der sowas wissen will, dann nützt es überhaupt nichts, dem Partner das zu sagen.

    Naja, soweit würde ich auch wieder nicht gehen. Immerhin stehen die Chancen nicht so schlecht, dass man so einem Gespräch anhand der Reaktion (und der allgemeinen Einschätzung der Person) einschätzen kann, ob man es mit einem (durchgehend!!) ehrlichen Menschen zu tun hat oder nicht. Und wenn jemand ehrlich ist, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er die Bitte, es im Fall des Falles AUF JEDEN FALL zu erzählen, respektiert und erfüllt, schon recht hoch finde ich.


    Es steht und fällt eben alles mit dem Charakter des Gegenübers. Wenn man diesbezüglich einen "Fehlgriff" getan hat, macht man es mit Ehrlichkeit in Bezug auf die eigene Einstellung zum Fremdgehen nur Schlimmer.

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    Man kann nur versuchen, seinem Partner einzuschärfen, dass man doch dann bitte wenigstens ein Kondom nehmen soll, aber auch das ist nicht mehr als ein Versuch.

    Das würde ich nicht tun. :|N Denn es suggeriert, dass heimliches Fremdgehen in Ordnung wäre, solange ein Kondom verwendet wird. Und das ist ganz bestimmt nicht die Botschaft, die ich senden möchte. Ich möchte, dass entweder nicht fremdgegangen wird ODER eben im Fall des Falles mit 100 Prozentgarantie, die Wahrheit darüber erzählt wird. Und zwar möglichst zeitnah.

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    Der Haken an einer so einer klaren Ansage ist nur leider, dass man dem Gegenüber damit auch eine Information gibt, die es dann im Fall des Falles auch gegen einen verwenden könnte. :-/


    Ich glaube, dass Fremdgehen oft verschwiegen wird, gerade WEIL die Fremdgänger genau wissen, dass es aus Sicht des Partners eine absolut relevante Information wäre und leicht die ganze Beziehung in Frage stellen kann (bei manchen sogar: mit großer Wahrscheinlichkeit automatisch das Ende bedeutet).

    Klar, davor ist man nie gefeit.


    Allerdings sehe ich das auch so:

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    Immerhin stehen die Chancen nicht so schlecht, dass man so einem Gespräch anhand der Reaktion (und der allgemeinen Einschätzung der Person) einschätzen kann, ob man es mit einem (durchgehend!!) ehrlichen Menschen zu tun hat oder nicht. Und wenn jemand ehrlich ist, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass er die Bitte, es im Fall des Falles AUF JEDEN FALL zu erzählen, respektiert und erfüllt, schon recht hoch finde ich.

    Ich halte es nicht für komlett abwegig, im großen und ganzen Menschen einschätzen zu können – ja, auch wie sie sich in Ausnahmesituationen verhalten – und auch, dass es Menschen gibt, die mit ihrem Partner besprechen, wie sie es mit der Treue halten und sich auch nach ihren eigenen Grundsätzen richten. Ich denke doch, dass es Paare gibt, wo beide einen guten Charakter haben und die sich an Abmachungen halten und dann auch an die, es zu "beichten".

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    dass man doch dann bitte wenigstens ein Kondom nehmen soll, aber auch das ist nicht mehr als ein Versuch.

    Das finde ich nochmal das allerübelste am Fremdgehen: In Kauf zu nehmen, dass man einen nichtsahnenden Partner mit etwas ansteckt (selbst Kondome halten ja, soweit ich weiss, HPV-Viren nicht ab). >:( :(v



    ;-D ;-D ;-D ;-D ;-D


    (Ich frage mich gerade, ob es überhaupt je irgendjemanden gegeben hat, der freimütig erzählt, dass fremdgehen dazugehört :=o )

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    (Ich frage mich gerade, ob es überhaupt je irgendjemanden gegeben hat, der freimütig erzählt, dass fremdgehen dazugehört :=o )

    Ja, ich glaube, dass das gar nicht mal soo selten ist, dass Leute da in der Kennenlernphase (ansatzweise) ehrlich sind. :)z :)z Aber viele überhören sowas in ihrer Verliebtheit. Selbst wenn sie von jemandem wissen, dass er/sie definitiv schon fremdgegangen ist, wird das häufig mit der mangelnden Qualität der damaligen Beziehung erklärt und entschuldigt. So nach dem Motto "Aber bei UNS ist es doch etwas ganz anderes, MICH wird er nicht betrügen."

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    Aber viele überhören sowas in ihrer Verliebtheit. Selbst wenn sie von jemandem wissen, dass er/sie definitiv schon fremdgegangen ist, wird das häufig mit der mangelnden Qualität der damaligen Beziehung erklärt und entschuldigt. So nach dem Motto "Aber bei UNS ist es doch etwas ganz anderes, MICH wird er nicht

    Würdest du jemanden, der dir das sagt, dann gleich "aussortieren" nach dem Motto, das sagt eben schon was darüber aus, wie er so ist? Ich tendiere da zu "ja"; selbst wenn jemand nicht immer in jeder Beziehung fremdgegangen ist, so hat er das eben doch mal gemacht – im Gegensatz zu den Leuten, die es sehr wohl auch gibt, die noch nie jemanden betrogen haben. Ich wäre da extrem vorsichtig, wenn ich so jemand kennenlernen würde nach dem Motto, der würde das eventuell bei mir auch machen :-/

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    Würdest du jemanden, der dir das sagt, dann gleich "aussortieren" nach dem Motto, das sagt eben schon was darüber aus, wie er so ist?

    Selbstverständlich!


    Ich bin zwar an sich recht zufrieden mit mir, aber ich gehe ganz sicher nicht davon aus, dass ich so großartig bin, dass sich jemand mir gegenüber ganz anders verhalten wird als gegenüber anderen Frauen vor mir. Und selbst wenn ich die Garantie hätte, dass er bei mir treu ist, würde es mich abschrecken, dass er dazu fähig war, fremdzugehen.

    Ich würde da auch zu tendieren...Erst mal sagt es über ihn aus, wie er mit anderen Menschen umgegegangen ist, wozu er fähig war...und dann: ich habe noch nie jemanden betrogen. Eben wegen meiner Einstellung, wie man miteinander umgeht, da würde ich doch denken, dass da eher jemand zu mir passt, der eine Ähnliche Vorstellung vom Miteinander hat. Und es ist nun einmal so: Es gibt genug Leute, die noch nie fremdgegangen sind, warum muss man sich dann immer anhören, fremdgehen gehöre zu einer guten Beziehungkarriere dazu, ist doch bloß menschlich usw usf. :-/

    Sorry für nochmaliges OT – Nachtrag zu meinem Exkurs zum "Gutmenschen":


    Nach den Artikel, die ich zum Thema jetzt überschlagsmäßig gefunden habe, schätzen die Wortgeschichte umgekehrt ein. Ursprünglich (eher linke) Selbstkritik, mittlerweile vorwiegend reaktionäre Kritik an allem Linken. (Sehr verkürzt und viel zu ungenau.)


    *:)

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    Es ergibt für mich einfach gar keinen Sinn in der Kombination gut+Mensch etwas schlechtes zu sehen.

    Ironie sagt dir etwas?

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    "Gut"-Mensch ist dann (gelinde gesagt) das Sich-lustig-Machen über jene, die glauben, es gäbe eine Möglichkeit menschlich miteinander umzugehen

    Nein. Die die als Gutmenschen bezeichnet werden glauben (bzw. tun) gerade das eben nicht wirklich.

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    Nein. Die die als Gutmenschen bezeichnet werden glauben (bzw. tun) gerade das eben nicht wirklich.

    Kommt darauf an. Teilweise wird der Begriff schon auch diffamierend für solche Menschen verwendet. Gibt aber auch Fälle wo die Kritik "Gutmensch" m.E. berechtigt ist. Wenn jemand sich zu sicher ist, "gut" zu sein, und dadurch allzu selbstgerecht wird, dann kann der Begriff schon passen.