Beuteschema macht mich unglücklich

    Hey, also es geht um mein Beuteschema bei Männern bzw. in welchen Typ ich mich verliebe, das macht mich immer unglücklich. Und zwar verliebe ich mich nicht in den arroganten Macho-Typen, sondern eher im Gegenteil. Ich verliebe mich eigentlich nur in sehr schüchterne, feinfühlige, nachdenkliche, ängstliche Männer, die (fast) keine Freunde haben. Ich sehe in solchen Männern immer etwas total Interessantes und Anziehendes. Ich finde die Art oft total lieb und sympathisch und stelle mir vor, wie vertraut und schön es wäre, mit demjenigen zusammen zu sein. Mich schreckt es immer ab, wenn jemand sehr laut ist oder viele Bekannte und Freunde hat.


    Aber leider macht mich das oft unglücklich, weil die Männer auch innerhalb einer Beziehung oft sehr passiv bleiben und mich das Depressive oft runterzieht.

    Aber irgendwie kann ich mich nie in einen „normalen“ lebensfrohen Mann verlieben.

    Kennt das jemand oder kann man das irgendwie versuchen zu steuern oder zu beeinflussen, wen man anziehend findet?


    Ich bin selbst auch schüchtern, vielleicht mag ich auch diese Gemeinsamkeit. Aber ich stelle mir oft auch Sachen vor, die dann gar nicht so kommen, z.B., dass derjenige mit mir total offen wird und ich ein besonderer Mensch für ihn bin, wenn er sonst eher ängstlich und isoliert ist. Oder dass ich demjenigen total vertrauen kann, wenn er so zurückgezogen ist und keine Kumpels etc. hat. Diese Denkweisen sind wahrscheinlich alle nicht gesund bei mir. Was könnte ich dagegen tun..? Ich stehe wirklich immer auf so stark zurückhaltende Männer und male mir dann immer eine ganz vertraute besondere Beziehung davon aus.. Aber wenn ich dann wirklich mit so jemandem zusammen bin, gibt es viele Sachen, die mich triggern oder traurig machen. Oft waren diejenigen (durch ihre Ängste) ziemlich verschlossen gegenüber Zukunftsplänen oder eher selbstgenügsam/desinteressiert oder nicht so für eine Beziehung bereit.

  • 17 Antworten
    Alias 938478 schrieb:

    Ich bin selbst auch schüchtern, vielleicht mag ich auch diese Gemeinsamkeit.

    Das hast du im Grunde schon gut erkannt.

    Alias 938478 schrieb:

    sehr passiv bleiben und mich das Depressive oft runterzieht.

    Aber irgendwie kann ich mich nie in einen „normalen“ lebensfrohen Mann verlieben.

    Ich vermute, dass du selbst alle Eigenschaften hast, die auch diese Männer haben.

    Wenig aktiv, schüchtern, wenig Kontakte, eine gewisse Ängstlichkeit, zu depressiven Stimmungen neigend, wenig eigene Lebensfreude.


    Wenn du dich selbst in diesen Punkten weiterentwickelst, werden dich die Männer wahrscheinlich nicht mehr interessieren.


    Und zwischen den ängstlichen, schüchternen Männern und lauten, arroganten Männern gibt es noch eine ganze Bandbreite, die interessant ist.

    hallo, darf ich fragen wie alt du bist? ich finde an deinem beuteschema erstmal nichts schlechtes dran. wenn das dein typ Mann ist, dann ist das so. es macht für mich keinen Sinn hier zu verbiegen.


    auf der anderen Seite sollten dich die Defizite deines Gegenübers nicht runterziehen. Mitgefühl und Verständnis bis zu einem gewissen Grad sind ok, kaputt machen darf es dich hingegen nicht.


    ich sehe es so wie Hanca , wenn du bei dir bleibst und an dir arbeitest, wird es leichter. du schreibst auch von triggern, kannst du das ein bisschen näher beschreiben?

    Vielleicht kann ich dir ein klein wenig Hoffnung machen. Ich bin auch ein Typ, der am Anfang...egal ob anbahnende Beziehung oder neue Freunde, erst mal sehr schüchtern und zurückhaltend ist. Viele legen es mir als Arroganz aus, was es aber definitiv nicht ist.

    Aber bei mir bleibt das nicht so, sondern es ändert sich mit der Zeit genau ins Umgekehrte, sobald ich "warm" geworden bin. Dann bin ich offen, aufgeschlossen und das komplette Gegenteil von passiv. Vielleicht triffst du ja mal auf so ein Exemplar. Viel Glück *:)

    Na gut, dann schreib ich doch mal, was mir beim Lesen des Eingangsbeitrags durch den Kopf ging. Du schreibst:

    "dass derjenige mit mir total offen wird und ich ein besonderer Mensch für ihn bin" und

    "Oder dass ich demjenigen total vertrauen kann, wenn er so zurückgezogen ist und keine Kumpels etc. hat."


    - das klingt für mich nach einer Art Helfersyndrom, Rettersyndrom oder wie auch immer man es nennen mag. Du willst diejenige sein, durch die und bei der ein introvertierter Typ aus sich rausgeht und aufblüht. Dich macht das dann besonders, besonders für ihn und auch besonders für dich selbst. Ich vermute, es ist um dein Selbstbewusstsein nicht sehr gut bestellt. Dazu gehört auch, dass du meinst jemandem mehr vertrauen zu können, wenn er zurückgezogen lebt und du die einzige Bezugsperson (oder eine von sehr wenigen) bist. Aber das ist Selbstbetrug. Wenn jemand nur aus Mangel an anderen Gelegenheiten mit dir zusammen ist, ist das wenig wert. Willst du nicht von jemandem geliebt werden, der auch ein Sozialleben mit Kumpels und Kumpelinen hat, aber trotzdem seine Zeit nicht nur mit denen, sondern mit DIR verbringen will und sich DIR zugehörig fühlt, obwohl er auch andere haben könnte?

    Dieselben Gedanken hatte ich früher auch und heute auch noch teilweise. Ruhige, zurückgezogene, geheimnisvolle Typen haben mich fasziniert. In der Vorstellung sind es halt besonders sanfte, tiefgründige und romantische Prinzen, die einen verstehen und für die man etwas ganz Besonderes ist.

    In der Realität sind solche Typen (nach meinen Erfahrungen) meist nicht ohne Grund zurückgezogen und mit wenig Freunden. Mit vielen stimmt ganz gewaltig etwas nicht und mit denen wird man auch nicht glücklich. Das geht von einfachen Bindungsängsten, verschrobenen Exzentrikern bis hin zu echten Psychos. Der oben beschriebene Prinz wäre da die Nadel im Heuhaufen.

    Aurora schrieb:

    Dieselben Gedanken hatte ich früher auch und heute auch noch teilweise. Ruhige, zurückgezogene, geheimnisvolle Typen haben mich fasziniert. In der Vorstellung sind es halt besonders sanfte, tiefgründige und romantische Prinzen, die einen verstehen und für die man etwas ganz Besonderes ist.

    In der Realität sind solche Typen (nach meinen Erfahrungen) meist nicht ohne Grund zurückgezogen und mit wenig Freunden. Mit vielen stimmt ganz gewaltig etwas nicht und mit denen wird man auch nicht glücklich. Das geht von einfachen Bindungsängsten, verschrobenen Exzentrikern bis hin zu echten Psychos. Der oben beschriebene Prinz wäre da die Nadel im Heuhaufen.

    Und da es deine erfahrungen sind muss das natürlich auf der ganzen welt so sein. Ich rieche da eine verbitterte feministin.

    Hm... also ich kann das gut verstehen. Ich habe auch ein Bedürfnis nach tiefen Beziehungen und mich haben schon immer Menschen fasziniert, die etwas zu verbergen scheinen, eine geheime Seite haben.


    Leider muss auch ich sagen, dass viele von denen ziemlich schräg waren, komische Ansichten, gestörte Kommunikation. Gut, ich bin selber auch ein bisschen so, aber das hat dann einfach nicht funktioniert.


    Mein Partner, mit dem ich jetzt seit 5 Jahren zusammen bin, ist auch so ein verschrobener Typ - und das meine ich ganz positiv. Mit ihm habe ich tatsächlich so eine Beziehung, wie du sie beschreibst. Niemand kennt ihn so gut wie ich und niemand kennt mich so gut wie er. Wir leben beide eher zurückgezogen, genießen aber die Gemeinsamkeiten und die gemeinsame Zeit.


    Er ist ein ganz toller Mensch, klug und besonders.


    Ich finde, es hat sich gelohnt, meinem Typ treu zu bleiben, und ich habe auf diesem Weg viele interessante Menschen kennengelernt, auch wenn das nicht immer ohne Schmerz oder schräge Situationen ablief - aber das werden sicherlich auch andere Menschen in Beziehungen erleben.


    Wenn du selber schüchtern und zurückgezogen bist und eine vertrauensvolle, monogame Beziehung suchst, dann bleib dabei. Sicher wirst du auch mal enttäuscht werden, aber das würdest du auch, änderst du dein Beuteschema.


    Dich von depressiven Episoden deines Gegenübers runterziehen lassen solltest du allerdings nicht. Das ist nicht immer leicht, aber dennoch wichtig. Schau, dass du ein eigenes Leben behältst, und geh nur eine Beziehung zu jemandem ein, der sein Leben im Griff hat. Auch bei Depressionen kann man eine Therapie machen oder Medikamente nehmen, man ist dem nicht hilflos ausgeliefert. Du darfst deinem Partner auch helfen, aber mach es nicht zu deiner Aufgabe, denn das ist es nicht. Ihr solltet füreinander da sein, nicht nur du für deinen Partner.

    cleasan-teine schrieb:

    Mit ihm habe ich tatsächlich so eine Beziehung, wie du sie beschreibst. Niemand kennt ihn so gut wie ich und niemand kennt mich so gut wie er.

    Die Frage ist doch eher: hat es sich entwickelt (in einer wirklich guten Beziehung gehört das doch dazu, auch wenn der Typ nicht verschroben ist) oder hast du gezielt nach einem zurückgezogenen Mann gesucht, um dann für ihn besonders zu werden?

    Ich sehe da schon deutliche Unterschiede zwischen deiner Beschreibung und der der TE. Eine Beziehung ist nicht vertrauensvoll, wenn man eigentlich gar nicht vertrauen muss, weil man bewusst der Haupt-Sozialkontakt ist und es keine 'Gefahren' von Außen gibt. Im Gegenteil, das ist das komplette Gegenteil von Vertrauen.

    Danke, Alias. Der Punkt ist einfach: Du musst jemanden finden, der gut zu dir passt. Manche Menschen suchen lieber Partner, die ihnen ähneln, andere eher das Gegenstück. Beides kann funktionieren - am Ende ist es eine Glücksfrage.


    Entscheidend ist aus meiner Sicht aber auch die Kommunikation. Die muss funktionieren, was für schüchterne Menschen nicht immer leicht ist. Mein Partner und ich haben uns zu Anfang viel geschrieben, das war gerade für ihn leichter. Manchmal machen wir das heute noch, ist ein Thema besonders emotional - im positiven wie im negativen Sinne. Sich auszutauschen ist sehr wichtig und auch ein Partner, der viel spricht, kann zu den wichtigen Themen schweigen.

    Was mir auch noch einfällt: Mach deinem Partner klar, wie wichtig Kommunikation ist, sag ihm aber auch, dass du Verständnis dafür hast, dass es ihm schwer fällt. Man darf nichts überstürzen oder Druck machen. Wenn sich dir jemand öffnet, muss das immer freiwillig geschehen, und das geschieht auch nur, wenn es wirklich zwischen euch passt. Hinzu kommen dann auch noch äußere Faktoren. Manche Menschen, die sehr verschlossen sind, haben schon viele schlechte Erfahrungen gemacht oder tragen Schicksalsschläge mit sich herum. Das ist etwas, was du nicht beeinflussen oder ändern kannst. Du kannst für die Person da sein und ihr helfen, die unterstützen, aber heilen muss sie sich am Ende selbst. Und wenn das nicht geschieht, funktioniert die Beziehung leider nicht. Aber Druck auszuüben macht nichts besser.

    Was soll ich denn machen? Ich kann mich ja nicht zwingen, einen offenen/lebensfrohen Menschen mit vielen Freunden attraktiv zu finden? Obwohl das sicherlich „gesünder“ wäre.

    Ich bin, wie gesagt, selbst schüchtern und zurückgezogen und könnte mir ein Leben, wo man immer (gemeinsam) Freunde trifft oder viele Bekannte hat, nicht vorstellen.

    Mich zieht auch das Geheimnisvolle an, also dass derjenige viele tiefgründige Gedanken hat, die er nicht gleich preisgibt. Wenn jemand immer schnell sagt, was er gerade denkt oder fühlt, zieht mich das gar nicht an.


    Aber mit den Männern, die mich anziehen, ist es dann auch oft schwierig, wie sich rausstellst. Z.B. durch lange Einsamkeit sehr stark durch Pornos geprägt (halten das für die Realität und fragen, warum ich nicht irgendwas wie die Frauen in den Filmen mache). Oder sie wollen im Endeffekt keine Zukunftsplanung oder ganz seltsame Beziehungskonstellationen oder es stellt sich raus, dass sie was Richtung Asperger oder so haben.

    Vielleicht bin ich bisher aber auch nur an die Falschen geraten.