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    Ich brauche dringend eine neutrale Analyse meiner momentanen Situation

    Aus meiner Sicht passt der Begriff einer Freundschaft+ am besten.


    Eine Affäre wäre es nicht (mehr), weil ihr beide inzwischen single seid. Nur bei Liierten spreche ich von einer Affäre. Und dann auch nur, wenn dem Liiert-Partner das nicht bekannt ist. Ich denke aber, euren Ex-Partnern ist die neue Verbindung bekannt.


    Eine Beziehung wäre es nicht, weil dafür die gemeinsamen Zeiten zu kurz sind. Und die gemeinsame Vereinbarung, eine Beziehung zu führen, fehlt. Wo dann beide mal sagen, was für sie die Beziehung ausmacht, irgendwelche Exklusivmerkmale sollten dann dabei sein. Und Merkmale gegenseitiger Fürsorge und Versorgung, einfach ein füreinander da sein. Der Anspruch an eine Beziehung wäre für mich auch, dass auch Dritte dann von dieser Beziehung erfahren: Geschwister, Eltern, Kinder. In einer Beziehung gibt es keine Angst mehr vor Öffentlichkeit. Und in einer Beziehung wäre auch die Bereitschaft da, mehr Zeit miteinander zu verbringen und die Besuche ausgeglichener zu gestalten. Nicht nur du immer zu ihm, sondern auch er zu dir.


    Also passt Freundschaft+ doch recht gut: die vielen Telefonate und der rege Gedankenaustausch begründen die Freundschaft. Und das Plus kommt bei jedem Treffen dazu, weil ihr "die Finger nicht voneinander lassen könnt" - kurz: weil es auf beiden Seiten entweder Bedürftigkeit oder Lust drauf oder beides gibt. Ihr habt aber auch keine Exklusivität vereinbart und könnt euch auf diese Art offen von anderen "Angeboten" erzählen. Seid euch auch keine Rechenschaft schuldig.


    Für eine Freundschaft+ finde ich dann die derzeitige Frequenz (3-5x telefonieren am Tag) und (1-3x die Woche sehen) ziemlich hoch. Nein eigentlich sehr hoch. Und der Sex dazu: wenn beide wirklich darauf Lust haben, dann in der Situation, und ihr Disziplin-Vorhaben ("diesmal kein Sex") auch leicht und freiwillig wieder aufgeben, weil sie wirklich dann die Lust überkommt, wer sollte es ihnen verwehren. ;-) Ich glaube, bei Sex, den beide wollen, gewinnen beide sehr, sehr viel - auch wenn es nur ein kleines "Plus" im Wort ist. Sex zwischen Freunden sehe ich als nochmal eine andere Ebene des Kennenlernens und andere Ebene der Nähe und Befriedigung, als "nur" Redefreunde zu sein, aber für einen, der losgelöst von einer Beziehung vereinbart (oder einfach gelebt) werden kann. Schwieriger wird es dann, wenn sich einer den Sexwünschen des anderen zu sehr anpasst, weil er/sie auf diese Weise um die Sympathie des/der anderen wirbt.


    Von dem Teil der (derzeit recht intensiven) Freundschaft sollte dann das Umfeld wissen. Ob beide dann auch zusätzlich den Plus-Aspekt kommunizieren, ist ihnen überlassen. In der Regel ist es ihre Privatsache und Umfeld und Gesellschaft noch nicht immer so weit, dieses Konzept zu verstehen. Nur wer parallel noch mit anderen Sex hat, sollte das dem Freund+/in+ zumindest soweit andeuten, dass gegen sexuell übertragbare Infektionen/Krankheiten von beiden die passenden Schutzmöglichkeiten getroffen werden. Die Verantwortung verlangt es, dass auch beide mal lose das Thema einer potenziellen Schwangerschaft besprochen haben und ihre Grundansichten zu einem weiteren gemeinsamen Kind ausgetauscht haben. Falls so eine Schwangerschaft dann wirklich mal konkret gegeben wäre, sollte das erneut besprochen werden, und mancher ändert dann seine Meinung. Aber ich finde, bei aller Lust am Sex haben Erwachsene auch eine Verantwortung potenziellen Kindern gegenüber. Auch, dass diese Kinder mittels Vaterschaftstest den richtigen Vater zugeordnet bekommen, wenn nicht besonders widrige Umstände dagegensprechen.

    Ich möchte mich der Einschätzung meines Vorschreibers anschließen. So lange ihr beide die Befindlichkeiten und Meinungen Dritter, hier der Expartner in den Vordergrund und über eure eigenen Bedürfnisse stellt, die Sehnsucht der gemeinsamen Liebe ausblendet oder unterdrückt, wird eure Verliebtheit keine getragene verbindliche Beziehung.


    Gerade, weil eure Kids noch so jung sind, würde es Sinn ergeben, sich darüber auszutauschen, wie ein gemeinsamer Weg aussehen könnte. Was ich verstehe, dass ihr so kurz nach einer Trennung noch nicht über die Köpfe der Kinder neue "Welten" erschaffen wollt, die ihren Gefühlen zuwider stehen (könnten). Dass ihr Vor- und Umsicht walten wollt, z. B. bis die Scheidungen durch sind, Sorge- und Umgangsrecht geregelt ist und ein mehrstrukturierter Alltag und familiäre Ruhe eingekehrt ist.


    Dennoch solltet ihr aufpassen, dass ihr nicht den Punkt verpasst, dass Ganze verbindlicher und Alltags-fähiger werden zu lassen. Ich will nicht verleugnen, dass es einen positiven Nervenkitzel haben kann, die Leidenschaft und nicht immer gelebte Nähe über eine "Distanzbeziehung" länger aufrechtzuerhalten. So ein bisschen Ungewissheit und aufregende Spontanität, wann sieht man sich wieder usw., hat ein gewisses Flair nicht gelebter "Normalität".


    Wenn euer beider Ziel allerdings ist, aus noch zwei Individuen mit Kindern eine Patchwork-Konstellation werden zu lassen, bleibt euch nur der Weg, die alltäglichen Abläufe des Zusammenlebens Stück für Stück in das gelebte Leben hereinzuholen.


    Begonnen mit gemeinsamen kleinen Ausflügen, einem Picknick, Kinobesuch oder ähnlichem. Zeitlich begrenzt, damit die Kinder sich langsam an den Umgang gewöhnen können. Euer Versteckspiel wird ohnehin nicht mehr lange funktionieren. Euch nach jedem tollen Liebesspiel der Zeit unterwerfen zu müssen, weil Du dann gehen musst liebe Alias, macht die anfänglichen Schmetterlingsgefühle kaputt.


    Es ist schwer in beiden Welten leben zu müssen auf Dauer. Hier die Mutter, Ex-Partnerin mit noch ungeklärten Themen, dort die leidenschaftlich verliebte Frau mit ihren Wünschen nach Nähe, Verbindlichkeit, Tragfähigkeit und vertrauensvoller offener Lebensverbindung.


    Es liegt an euch beiden, wann ihr beschließt euer Versteckspiel aufzugeben und das zusammen auszuleben, was eine zukunftsfähige Beziehung ausmacht.


    Deine inneren Ängste rühren genau aus dieser Ecke, dass sich die Angst in Dir zunehmend Oberhand gewinnt, aus eurem selbst gewählten Konstrukt der Geheimniskulisse nicht mehr rechtzeitig herauszufinden.


    Du/ihr vieles aufgegeben hast/habt, ohne einen adäquaten Ausgleich dafür zu bekommen. Eine erfüllt gelebte Lebensbeziehung in denen eure gemeinsamen Kinder dazu gehören, ebenso wie der/die Vater/Mutter eurer beiden Ex-Beziehungen. Zugehörig auch das andere soziale Umfeld, von Familie, Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen etc.

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    So lange ihr beide die Befindlichkeiten und Meinungen Dritter, hier der Expartner in den Vordergrund und über eure eigenen Bedürfnisse stellt,

    Woraus schließt du das, Dosis? Denn dieser Aspekt ist mir in Alias' Schilderungen nicht aufgefallen. Und dieser eine Satz begründet es für mich nicht.

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    Leider spielen die Exen noch sehr große Rollen, unfreiwillig.

    Ich habe schon den Eindruck, die beiden achten auf sich und auf ihre jeweiligen Wünsche und Bedürfnisse. Schon um 3-5x täglich zu telefonieren, wäre bei mir sehr viel Kompromissbereitschaft (oder einiges an Verlangen/Sehnsucht) vonnöten. ;-)

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    die Sehnsucht der gemeinsamen Liebe ausblendet oder unterdrückt, wird eure Verliebtheit keine getragene verbindliche Beziehung.

    Vielleicht ist ja gar keine gemeinsame Liebe da? Dann muss auch nichts ausgeblendet oder unterdrückt werden. Ja, Alias macht schon einen sehr verliebten Eindruck. Ich finde aber, das Maß an Verliebtheit von seiner Seite hält sich doch in Grenzen.


    Ich würde auch nicht zu einer "wir/ihr"-Paaransprache wechseln, wie du es in deinem Posting tust, und Alias es auch tat (viele Vorkommen von "Paare-Wir" in ihrem Text, und viele Vorkommen von Paare-Ihr in deinem). Sondern nüchterner die beiden Personen, Alias und den erwähnten Herren - ich nenne ihn mal wertfrei und beziehungsneutral "Max" - auch in der Analyse trennen.


    Bei Alias verstehe ich es aus Gründen ihrer Verliebtheit, ihrem Bindungswunsch, und der großen Angst vor Zurückweisung. Dann soll mit einem "wir" das verbindende in den Vordergrund gestellt werden. Rosarote Brille, selektive Wahrnehmung, ganz normal für eine verliebte Alias.


    Auch für das Versteckspiel / selbst gewählte Geheimniskulisse, das du mehrfach als Wort verwendest, sehe ich keine Informationen aus den bisherigen Beiträgen. Es kann so sein, muss aber nicht.


    Ich würde auch nicht anfangen, die verschiedenen Optionen für das weitere Leben und "die Zukunft" durchdeklinieren zu wollen und abzuleiten, es gäbe nur bestimmte weitere Wege. Oder die ganzen Pläne einer Patchwork-Familienzusammenführung auszuarbeiten, wie du es hier tust. Warum nicht? Weil ich die Bereitschaft dazu auf Max' Seite nicht wirklich sehe. Aber vielleicht fehlen da auch einfach Informationen.


    Und ob nun wirklich Alias und Max beide einen Wunsch nach einer Intensivierung in Richtung einer Paarbeziehung zwischen Alias und Max haben? Bei ihr sicherlich. Bei ihm? Kann ich schlecht einschätzen. Dazu reicht es mir nicht, nur ihre Sicht geschildert zu bekommen. Ich sehe auch nicht, wieviel Engagement da von Max' Seite kommt.


    Ich glaube, dass es oft passiert, dass in Beziehungen in Trennung (bei beiden der Fall), erstmal neue externe Leute gesucht werden, die nicht ganz so streng von den Kriterien der Partnerwahl her gewählt oder akzeptiert werden, auch als Flucht vor der Einsamkeit. Also ein: Hauptsache, erstmal irgendwo aufgefangen werden. Diese neuen "Zwischenpartner" decken dann viele dringende Bedürfnisse, die vom Ex-Partner nicht mehr erfüllt werden wollen/sollen. Dringende Bedürfnisse nach Kommunikation, Nähe, natürlich fallweise auch nach Sex. Aber dass es da auch eine Phase der Neuorientierung und des Realisierens der Trennung gibt. Und dann wenn diese Trennungen mal überwunden sind, die Kriterien auch wieder enger gesteckt werden: so Sachen im Charakter, in Werten und Lebensansichten, Versorgungsaspekte (Wohnen, Finanzen), Aspekte der Lebensführung, halt Aspekte der Beziehungskompatibilität. Manche Freundschaft+ verändert sich dann vielleicht zu einer Paarbeziehung. Aber auch viele Trennungen werden wieder rückgängig gemacht und die Ex-Beziehungspartner (die sich zumindest ja mal zusammenpassend gefühlt haben) finden doch wieder zueinander, wenn die Zeit der Vorwürfe und Anschuldigungen mal vorbei ist, und nach einer Zeit des Machtkampfes realisieren beide, dass sie dort beide verlieren und finden wieder neu zusammen. Oder neue Partnerkandidaten aus dem Umfeld der Menschen werden interessant. Kurz: alles kann passieren. Und nicht alles hat man in der eigenen Hand.


    Gerade wenn Alias nicht enttäuscht werden will, würde ich an ihrer Stelle auch die Pläne/Ziele nicht allzu hoch stecken. Übersteigerte Erwartungen sind fast ein Garant für Enttäuschungen.


    Ach so: bitte nicht denken, ich wäre irgendeine Art von Fachmann. Ich denke nur laut, wenn ich hier schreibe - und bin an sich fachfremd.

    och gottchen... ihr seid aber ganz schön kompliziert ;-D


    bei mir kommt das ganze so an, als würde sich der kerl gerade so, wie es ist sauwohl fühlen, als würde er das hier und jetzt genießen und gut ist es! ohne, dass irgendwas für irgendwann geplant, oder ausgeschlossen ist - hauptsache, es wird nichts zerredet und rumdiskutiert.


    wenn ich mich an die zeit nach meiner trennung erinnere, dann hätte mich alles zu tode genervt, was auch nur ansatzweise nach beziehungsdiskussion klingt - denn das hatte ich vorher schon zur genüge. ich hätte einfach genossen, wenn jemand die zeit mit mir genießt, mich nimmt, wie ich gerade zu haben bin und dem ganzen zeit und ruhe gibt, sich zu dem zu entwickeln, zu dem es sich halt entwickelt.

    Pythonist


    Nun einige nicht unwichtige Informationen sind schon in den Postings von Alias. Ich persönlich, hätte eine Trennung aus einer alten Beziehung nicht überwiegend von den positiven Impulsen einer neuen Verliebtheit abhängig gemacht.


    Aber das macht den Unterschied zwischen Menschen aus, wenn sie Entscheidungen treffen, die große Veränderungen nach sich ziehen.


    Allerdings weckt es manchmal genau diese Begehrlichkeiten, wie Du sie in Deinem Beitrag erwähnst. Die Folgen der Trennung aus der alten Beziehung sind noch nicht überstanden, weder emotional, ebenso auch finanziell nicht. Die Situation ist noch unstrukturiert und wenig stabil und verlässlich.


    Nicht mal nur bezogen auf einen neuen (potenziellen) Partner, sondern ganz allgemein in Bezug auf das eigene Alltagsleben.


    Es gibt einige Menschen, die eine Affäre, neues Verlieben zum Anlass nehmen über die Defizite einer noch bestehenden Beziehung intensiver nachzudenken. Zudem ist es manchmal sogar notwendig, um genug Motivation und Elan aufbringen zu können, dass Trennungswillige in einen positiven Ausnahmezustand geraten. Vor allem bei nicht einvernehmlichen Trennungen, weil es dann viel leichter ist Schwierigkeiten, Ängste und Unsicherheiten, die eine Trennung als Risiko auslöst, leichter ausblenden zu können.


    Bei Alias habe ich das Gefühl, dass sie das neue Gefühl von "Freiheit" gar nicht wirklich genießen kann. Weniger Verbindlichkeit, aus einem Beziehungstrott raus gefunden zu haben, der sie unzufrieden sein ließ.


    Sie sucht nun nach einem adäquaten Halt, etwas das sie in ihrem neuen Alltag ankommen lässt. Junge Kids unter 10 Jahren, fordern ihren Tribut an Zeit, Aufmerksamkeit und emotionaler Zuwendung, gerade auch dann, wenn Eltern sich frisch getrennt haben. Verständlich, dass es ihr Angst macht das neue Glück in einem (eventuellen) Strohfeuer untergehen zu sehen.


    Es gibt Menschen, die zudem mehr Paarmenschen sind, weil es eine feste Struktur im Alltag ermöglicht, Aufgabenteilung und klar, auch finanzielle Sicherheit, wenn mit zwei statt einem Einkommen geplant werden kann.


    So, wie es die Seherin beschrieben hat, würde ich es selbst auch empfinden. Allerdings haben wir den Vorteil, in unserem Alter schon einige Endungen und Wendungen des Lebens erfahren zu haben. Das bringt einiges an Gelassenheit mit. Nebenbei ist es dennoch individuelle Typsache. Für einige ist das Glas des Lebens immer halbvoll und für andere voll oder wieder andere kämpfen mit der Wiege, dem Rest.


    Verliebtheit macht es aus, dass ein Mensch nicht mehr von Tag zu Tag denkt, sondern auch in langfristigeren Schritten, die nicht nur von Montag bis Montag reichen.


    Ich gehe auch davon aus, dass es schwierig sein kann, schon mitten in einer zu verarbeitenden Trennungssituation weiter reichende Pläne zu entwickeln. Bei Alias gibt es diesen Wunsch, wie es scheint ausgeprägter, auch deshalb das Gefühl der Angst, dass ihr 'Freund' selbst noch nicht soweit ist.


    Deswegen ist es wichtig miteinander zu reden, aber nicht um Grenzsteine füreinander zu setzen, sondern sich klar zu werden, dass erst mal jeder für sich wieder stabil emotional auf die Beine finden muss. Das heißt allerdings nicht einsam gemeinsam. Sondern positiv gemeinsam für das Wohl des Einzelnen da zu sein. Die immer und ewig Planung wäre vermutlich an diesen Punkt schon Schritt 3 vor dem 1. ;-)

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    ich hätte einfach genossen, wenn jemand die zeit mit mir genießt, mich nimmt, wie ich gerade zu haben bin

    Kreative Worte schüren Fantasien. x:) ]:D

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    und dem ganzen zeit und ruhe gibt, sich zu dem zu entwickeln, zu dem es sich halt entwickelt.

    Aber die Alias "stresst hier rum" mit dem Wunsch nach einer Beziehungsklassifikation. ]:D ;-D :)_ Ich glaube, sie fühlt sich so, als hätte sie dem ganzen genug Zeit und Ruhe gegeben. ;-D

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    Aber die Alias "stresst hier rum" mit dem Wunsch nach einer Beziehungsklassifikation.

    aber sie ist so klung, dass sie hier "rumstresst" und nicht ihn nervt ;-)


    (und tja, nun, meine andere formulierung... hmmm... du doofmann... du weißt genau, wie ich das gemeint habe ;-D )

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    . Ich denke aber, euren Ex-Partnern ist die neue Verbindung bekannt.

    Nein. Wenn seine Ex es mitbekommt wäre das kein Problem für uns, sie hat sich von ihm getrennt und auch schon jemand Neues. Mein Ex akzeptiert die Trennung überhaupt nicht und es grenzt schon an Psychoterror. Er will mich zurück und würde keinen anderen akzeptieren. Ich hätte da wirklich Angst vor seiner Reaktion.

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    Der Anspruch an eine Beziehung wäre für mich auch, dass auch Dritte dann von dieser Beziehung erfahren: Geschwister, Eltern, Kinder.

    Eins meiner Kinder, Teile meiner Familie und engste Freunde wissen von ihm. Umgekehrt weiß ich nicht, ob er es jemandem erzählt hat.

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    Ihr habt aber auch keine Exklusivität vereinbart und könnt euch auf diese Art offen von anderen "Angeboten" erzählen. Seid euch auch keine Rechenschaft schuldig.

    Doch. Eigentlich sind wir uns beide einig, dass es sonst niemanden nebenbei gibt und das wäre auch für uns beide ein Grund die Sache zu beenden.


    Auch das Thema Verhütung, Schwangerschaft usw wurde besprochen und da sind wir uns einig, dass ein gemeinsames Kind nicht infrage kommt.

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    Ich möchte mich der Einschätzung meines Vorschreibers anschließen. So lange ihr beide die Befindlichkeiten und Meinungen Dritter, hier der Expartner in den Vordergrund und über eure eigenen Bedürfnisse stellt, die Sehnsucht der gemeinsamen Liebe ausblendet oder unterdrückt, wird eure Verliebtheit keine getragene verbindliche Beziehung.

    Sehe ich genauso. Ich weiß gar nicht warum er es nicht öffentlich machen will, bei mir liegt es NUR an der Angst vor dem Ex.

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    Gerade, weil eure Kids noch so jung sind, würde es Sinn ergeben, sich darüber auszutauschen, wie ein gemeinsamer Weg aussehen könnte. Was ich verstehe, dass ihr so kurz nach einer Trennung noch nicht über die Köpfe der Kinder neue "Welten" erschaffen wollt, die ihren Gefühlen zuwider stehen (könnten). Dass ihr Vor- und Umsicht walten wollt, z. B. bis die Scheidungen durch sind, Sorge- und Umgangsrecht geregelt ist und ein mehrstrukturierter Alltag und familiäre Ruhe eingekehrt ist.

    Ja das war uns beiden ein großes Anliegen. Aus dem privaten Umfeld haben wir es beide anders erlebt und fanden das beide unmöglich.


    Ich hoffe nicht, dass ich nur ein billiger Trost bin. Ich denke wir geben uns beide viel, was von den Expartnern fehlte. Interesse, Trost, Zuwendung, stets ein offenes Ohr, Intimität, ...

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    Mein Ex akzeptiert die Trennung überhaupt nicht und es grenzt schon an Psychoterror. Er will mich zurück und würde keinen anderen akzeptieren. Ich hätte da wirklich Angst vor seiner Reaktion.

    Ist an dieser Stelle ein gewisser Widerspruch, wenn Du vor der Reaktion Deines Ex-Partners (aus verständlichen Gründen) Angst hast, wenn er zu Gewalttätigkeiten neigen sollte.


    Andererseits aber mehr Verbindlichkeit von Deinem 'Freund' haben möchtest, obwohl Deine Möglichkeiten diesem Schritt konträr entgegenstehen.


    Nun ist die Trennung noch nicht lange zurückliegend. In so einem Moment werden verletzte Gefühle, sich zurückgewiesen und allein fühlend, noch viel höher gekocht als mit etwas mehr Zeitabstand.


    Irgendwann wird Dein Ex respektieren, dass es von Deiner Seite aus kein Zurück mehr geben wird. Das ist in den Anfängen meist noch sehr schwer, diese Erkenntnis an sich emotional heranzulassen.


    Gerade bei noch sehr jungen Kindern haben Väter Angst vor der Entfremdung durch die räumlich und zeitliche Befristung was den Kinderkontakt angeht.


    Auch deshalb versuchen sie dann einen sehr engen Draht zur Kindesmutter behalten zu können. Ist dann schnell ein neuer Partner an der Seite der Ex in Sicht, entsteht der Angstfaktor nur noch Freizeit und Feiertagspapa zu sein, der vom Alltag der Kinder wenig mitbekommt, weil dort ein anderer männlicher Part zunehmend dem Platz im Alltag einnehmen würde.


    Das könnte seinen Unmut erklären, sich so aufzuführen, wie er es gerade tut. Wäre ein Mediator eine Möglichkeit diese Ängste mehr abklingen zu lassen, aufseiten Deines Ex. Ein Modell zu entwerfen, dass ihm ermöglicht neben Dir ein wichtiger Bezugspartner eurer Kinder zu bleiben?

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    Sehe ich genauso. Ich weiß gar nicht warum er es nicht öffentlich machen will, bei mir liegt es NUR an der Angst vor dem Ex.

    Vermutlich ist die Trennung noch genauso wenig verarbeitet, wie auf Deiner Seite. Er möchte vielleicht das Verhältnis zur Kindesmutter genauso wenig negativ belasten, wie Du es im Moment mit Deinem Ex nicht willst.


    Zudem ist meist der Wille gerade aus einer Beziehung raus, in die nächste nahtlos rein, bei einigen Menschen nicht so stark ausgeprägt. Es hat auch Vorteile, sich erst einmal den eigenen Alltag wieder flüssig lebend aufzubauen und nicht sofort wieder neue Themen und Probleme beackern zu wollen. So eine emotionale Baustelle, wäre z. B. der Kampf Deines Ex um die verlorene Familie, der Scheidungsdiskurs etc.


    Möglich, dass er die Entwicklungen erst einmal aus der "Distanz" abwarten möchte, statt mittendrin Protagonist und negativ emotionale Zielscheibe Deines Ex zu sein.

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    Ich hoffe nicht, dass ich nur ein billiger Trost bin. Ich denke wir geben uns beide viel, was von den Expartnern fehlte. Interesse, Trost, Zuwendung, stets ein offenes Ohr, Intimität, ...

    Bringt erst einmal etwas Gelassenheit in die neuen Abläufe im Alltag rein. Es kann auch schön sein, nicht sofort alles in feste "Schablonen" zu pressen, den Entwicklungen insgesamt vorgreifen zu wollen.


    Ihr seid im Moment frisch verliebt, wollt euch wie ihr seid als Mann und Frau. Sind die anderen Baustellen in eurem Leben weiter abgeebbt, bleibt genug Zeitraum zu schauen, wohin euch die gemeinsamen Gefühle füreinander bringen werden.


    Wenn das alles nicht stabil weiter entwickelt werden kann, sich aus starker Verliebtheit und körperlicher Anziehung, keine verlässlichen Bindungen entwickeln, war es ein Strohfeuer. Auch deswegen ist es (womöglich) emotional gesund, den Gang der Dinge nicht in eine schnelle Deadline pressen zu wollen.


    Trennungen verändern Menschen und eure Empfindungen sind heute ganz sicher noch davon überlagert. Das kann nach einem gewissen Zeitabstand viel objektiver beleuchtet werden, meinst Du nicht?

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    Wenn seine Ex es mitbekommt wäre das kein Problem für uns, sie hat sich von ihm getrennt und auch schon jemand Neues. Mein Ex akzeptiert die Trennung überhaupt nicht und es grenzt schon an Psychoterror. Er will mich zurück und würde keinen anderen akzeptieren. Ich hätte da wirklich Angst vor seiner Reaktion.

    Du "hättest" oder du "hast"? An sich ist doch schnuppe, was er nun gerade will, oder hat deine Angst vor seiner Reaktion denn eine Basis oder Begründung? Angst im Leben ist doch Mist. Was tust du dagegen? Also als Schutz oder Abwehr?


    Mir kommt es nämlich wie eine Ausrede von dir vor. Und die Trennung, dann sicher von dir ausgehend, ist - nach deiner Aussage - doch auch schon 8 Monate her.


    Wie passt es zusammen, dass du große Angst vor der Reaktion deines Ex-Partners hast, aber doch schon seit 1 Jahr dich ja sehr oft und regelmäßig mit dem anderen Mann triffst? Für mich sind nur 2 Verhaltensweisen plausibel:


    1) ich habe wirklich große Angst vor der Reaktion des Nochpartners. Dann bin ich so eingeschüchtert, dass diese Angst mir auch die Freude am Seitensprung verdirbt. Diese Angst lähmt, die beschränkt stark auch den Kontakt zu dem neuen. Aber das scheint doch bei dir nicht mehr wirklich der Fall zu sein.


    2) ich habe keine Angst vor der Reaktion des Nochpartners, sondern nur vielleicht ein paar Bedenken. Erst dann sind die paar Restbedenken auch leicht weggewischt, und die anfängliche Affäre bereitet auch Vergnügen. Inzwischen ist vor 8 Monaten deinerseits die Trennung ausgesprochen oder vollzogen.


    Du wolltest eine "neutrale Analyse", wie du es nanntest. Ich glaube, dann müssten auch mehr Fakten her, denn natürlich gibt's da ein paar Randbedingungen


    * War deine "feste und langjährige Beziehung" vorher eine Ehe oder nicht? Scheidung eingereicht? Trennungsjahr oder nicht?


    * Konkretes Alter der Kinder (unter 10 reicht da nicht) um deren Mitbestimmung einzuschätzen. 1 Jahr ist was anderes als 9 Jahre.


    * Aktuelle Wohnsituation?


    * Finanzielle Situation? Abhängigkeit vom Unterhalt? Arbeit/Vermögen/Einkommen/Verbindlichkeiten.


    * Aktuelle Gesundheitssituation?


    Alles so Zeug, dass du hier nicht ausbreiten musst. Aber die durch deine Alias-Entscheidung natürlich verloren gehen, falls die in anderen Fäden schon mal Thema waren. Sie sollten also verloren gehen.


    Aber das kann man sich auf einem Blatt doch alles mal darstellen. Und bekommt dann Ordnung in die Sache. Für deine Seite, denn du kannst erstmal immer nur für dich analysieren oder planen.


    Die ganze Verliebtheit ist ja nett. Aber deine Basis musst du doch selbst erstmal analysieren. Es gibt Familienberatungsstellen, ich denke, dass es dort eine Systematik gibt zur Bewertung der eigenen Situation. Typisch nach so einem 5-Säulen-Modell.


    Oder ein Scheidungsanwalt/anwältin macht zumindest den nicht-emotionalen Teil auch sehr rational: Ausrechnen von Unterhaltansprüchen in beide Richtungen, Bewerten Sorgerecht für die Kinder, Bewertung des Ehevertrages, Aufteilung in der Ehe (wenn Ehe) erworbene Güter, den ganzen Rattenschwanz, der da dranhängt.


    Ich finde, mit sowas kannst du für dich schon mal einiges an Klarheit gewinnen. Und damit auch Angst abbauen.


    Wenn der Vater der Kinder diesen Kindern ein ordentlicher Vater ist, dann bekommt er natürlich auch ein Sorgerecht für die 2 Kinder, die ja auch seine Kinder sind. Und ich finde das gut so. Also müsste er um den Verlust der Kinder auch keine Angst haben, oder Aggressionen aufbauen. Sondern müssen du und dein Ex-Partner ein Modell finden, wie die Kinder den Kontakt zu ihrer Mutter + Vater erhalten, auch wenn diese sich trennen.


    Ich finde, alle diese organisatorischen Sachen, natürlich auch die Trennung der Wohnung, bringen dann schon mal einiges an Ordnung in das ganze rein. Und die kannst du selbst anstoßen und vorantreiben. Und dann hast du auch deinen Teil dafür getan, dass z.B. auch ein Urlaub mit deinem neuen Freund+ (und die Kinder, evt. auch nur ein Kind) - was ja dein Wunsch ist - leichter zu realisieren ist.


    Wo spielt deine Verliebtheit oder deine neue Beziehung dann rein? Naja, z.B. in die Höhe von Unterhaltsansprüchen. Aber eben auch erst, wenn es eine belastbare Beziehung mit einer Versorgungszusage/Bedarfsgemeinschaft ist. Die reine Verliebtheit, Sex mit anderen als getrennt Lebender, Freundschaften sind Bereich deiner Freiheit.


    Es gibt also einen emotionalen Teil: um Verliebtheit, um Laufenlassen, wie es kommt, um persönliche Freiheit - der Teil braucht keine Beziehungsdefinition. Wer selbst finanziell abgesichert ist und frei ist, hat da auch sehr viel Freiheit.


    Und es gibt einen rationalen Teil, der klar auch die rechtliche Einordnung menschlicher Beziehungen braucht. Und über so manches solltest du dann halt reden: mit dem Ex-Partner, logo, denn da wird es ja Kommunikationsbedarf geben. Und auch mit dem neuen Freund, zu dem du dir eine Intensivierung eurer Verbindung wünschst. Deine Situation solltest du aber vorher für dich analysiert haben.


    Und deinen Freund+ solltest du vielleicht mal nach einer Bewertung seiner Situation aus seiner Sicht fragen.

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    Ich weiß gar nicht warum er es nicht öffentlich machen will,

    Die Antwort wirst du vielleicht erfahren, wenn du ihn so sehr offen nach seiner Sicht auf seine Lebenssituation fragst. ;-)