Beziehung Meinungsverschiedenheiten

    Hallo, wie geht ihr in einer Beziehung mit Meinungsverschiedenheiten um ? Beispiel Partner mag kein Urlaub, ich hingegen sehr,

    was ich 0 verstehen kann.

    Oder tiefgründige Themen wie zb das Thema Tod oder unsere Großeltern, das man sich halt bewusst machen sollte das irgendwann der Tag kommt, das so etwas passieren kann mein Partner sagte möchte nicht über sowas reden.

    Ich finde ab einem bestimmten Alter kann man doch darüber reden, sind ja keine Kinder mehr, beide ü30. Wie geht ihr mit Meinungsverschiedenheiten um ?

  • 19 Antworten

    Das mit dem Urlaub ist für meine keine Meinungsverschiedenheit (darunter verstehe ich einen milden Streit), sondern sehr unterschiedliche Ansichten/Vorlieben.

    Gleiches trifft auch auf das Thema Tod zu; hier steckt aber noch ggf. der Aspekt des Ugangs mit schwierigen/unangenehmen Themen mit drin.


    Wenn man so unterschiedlich ist, kann das ganz erfrischend sein - oder eben problematisch, weil man immer wieder bei grundlegenden Bedürfnissen mit dem sehr anderen Umgang des Gegenübers konfrontiert wird. Und die Möglichkeit zu Kompromissen überschaubar ist. Ulruab ja/nein; der Kompromiss wären Kurztrips, Ausflüge,...

    Schwierige Themen besprechen ja/nein: Da gibt es wenig Grauzone.


    Wie ich damit umgehe? Zum einen schaue ich, ob es für den jeweiligen Wunsch andere Ansprechpartner als den Partner gibt - und akzeptiere seine Weigerung. Hat bei mir aber ehrlich gesagt dauerhaft nicht funktioniert.

    es geht nicht darum die gleiche Meinung zu haben sondern zuzuhören und zu versuchen den anderen zu verstehen - außerdem sollte es möglich sein ruhig auf gleicher Ebene zu kommunizieren und sich gegenseitig so anzunehmen wie man ist

    "Partner mag kein Urlaub, ich hingegen sehr" => sehe ich nicht als Verschiedenheit der Meinungen, sondern der Wünsche und Bedürfnisse.


    Verschiedene Meinungen müssten nicht synchronisiert werden (z.B. ob man ein Bild schön findet oder nicht), aber bei verschiedenen Wünsche und Bedürfnissen, die zusammen erlebt werden wollen/sollen, dann eben schon.


    Lösungen:

    du fährst in den Urlaub, dein Partner nicht, easy. Aber vermutlich hast du dir deinen Urlaub so nicht vorgestellt.


    Sonst eben Kompromisse, z.B. für Urlaube gibt's das Budget x im Jahr. Ein Jahr entscheidest du über das Budget, und dein Partner passt sich an. Das nächste Jahr entscheidet dein Partner über das Budget (und spart z.B. auf ein Reitpferd), und du passt dich an.

    Oder der Kompromiss: halbe Urlaubszeit (z.B. 2 Wochen im Jahr) in deiner Entscheidung, 2 Wochen im Jahr in seiner, und die restlichen 2 Wochen jeder seins.

    Das interessante daran: auch in ihren Entscheidungen können ja beide noch auf sich Rücksicht üben. Man kann z.B. fragen: welche Formen von Urlaub magst du nicht? Und dann bestimmte Formen ausschließen. Oder sowas wie: ich möchte gern 2 Wochen nach xyz. Kommst du eine Woche mit?


    Beim Thema "reden über alles": auch das geht in die Richtung Bedürfnisse und Bedürfnisbefriedigung. Es da gibt ja nicht nur den Partner. Man kann auch mit der besten Freund/Freundin über Tod und Großeltern reden. Oder mit den Eltern. Oder mit Geschwistern. Die Minimalkommunikation wäre ja, dass er zumindest begründet, warum er das Thema an sich nicht mit dir bereden möchte. Dann gäbe es zumindest einen Ansatz für das Verstehen des anderen.


    Wie ich das mache? Ich überlege: können die zwei verschiedenen Meinungen nicht einfach so unterschiedlich bleiben? Es gibt ja keine Pflicht zur Zwangssynchronisation.


    Oder sind es Bedürfnisse? Müssen diese Bedürfnisse zwingend mit dem oder vom Partner/Partnerin erfüllt/befriedigt werden? Wenn ja: braucht es eine Art Kompromiss.

    Wenn nein: die Welt ist ja größer als nur die Beziehung.


    Solange ein Paar für sich einen festen Beziehungskern ausgemacht hat, ist doch alles gut, solange dieser Beziehungskern erhalten bleibt.


    Wie ich das mache: ich versuche, die mir wirklich wichtigen Sachen recht früh in der Beziehungsfindung abzustimmen / zu ergründen, ob das zusammen passt. Wenn diese Sachen für mich passen, dann kann ich mich beim "Rest" leicht anpassen. Und eine wichtige Sache für mich ist z.B. Konfliktverhalten und Kompromissfähigkeit. Das schränkt die Zahl und Auswahl der Partnerkandidatinnen früh recht deutlich ein, aber wenn es mal passt, dann sind danach zumindest keine wirklich grundlegenden Differenzen mehr zu erwarten. Sondern dann lassen sich im Rest eben Kompromisse finden.

    Ja, wir haben tatsächlich viele unterschiedliche Meinungen, was ja auch nicht schlimm ist. Aber manchmal finde ich sollte man für gewisse Sachen zumindest ein Ohr haben, wie auch ich das haben muss, auch bei Sachen die mich eigentlich gar nicht interessieren.

    Wie gesagt, mir wäre schon die Wortwahl wichtig: Meinungen sind etwas, was in einer Beziehung unterschiedlich sein "darf", ohne die Beziehung zu gefährden. Unterschiedliche Meinungen können auch mal spannend sein, den Horizont erweitern, neue Perspektiven eröffnen.


    Etwas anderes sind Bedürfnisse. Bedürfnisse, die dann noch der Partner bedienen soll. Und auch das Bedürfnis nach "zuhören" finde ich, sollte als Bedürfnis geäußert werden. Bedürfnisse im Beziehungskern sind solche, die bei Nichterfüllung durch den Partner eben die Beziehung nicht lohnenswert oder nicht lebenswert erscheinen lassen. Was nun da jeder wie einordnet, ist ne individuelle Sache.

    Zitat

    Aber manchmal finde ich sollte man für gewisse Sachen zumindest ein Ohr haben, wie auch ich das haben muss, auch bei Sachen die mich eigentlich gar nicht interessieren.

    Wer ist "man": meinst du damit ihn?

    Und wer sagt, dass du müsstest?

    DarkerShark


    Ja genau

    Ich meinte man hört sich ja gegenseitig zu, auch wenn man nicht derselben Meinung ist. Hat was mit Anstand zutun finde ich. Ich würde niemals sagen interessiert mich nicht oder dergleichen.

    Versuch mal bitte, deine Text ohne "man" zu schreiben, Julia. Dann kommt dein Standpunkt besser raus.

    Und ok, du würdest niemals sagen interessiert dich nicht oder dergleichen. Aber was sagst oder machst du dann, wenn es dich doch eben wirklich nicht interessiert? Und warum machst du dann das, was du dann machst?

    Du findest dich dann also anständig. Und deinen Partner: den findest du in den Situationen ohne Anstand? Oder hat seine offene Bekundung des Nichtinteresses an einem Thema auch etwas gutes für dich?

    Julia90876 schrieb:

    das Thema Tod oder unsere Großeltern, das man sich halt bewusst machen sollte das irgendwann der Tag kommt, das so etwas passieren kann mein Partner sagte möchte nicht über sowas reden.

    Ich finde ab einem bestimmten Alter kann man doch darüber reden, sind ja keine Kinder mehr

    Das hat für mich nichts mit Meinungsverschiedenheit zu tun- und auch nichts interessieren oder nicht. Dabei geht es um unterschiedlichen Umgang mit schwierigen Themen. Nicht jeder möchte über den möglichen Tod nahestehenden Personen sprechen und ich finde das sollte man akzeptieren. Ich finde nicht, dass dein Partner darüber reden muss, dass seinen Grosseltern etwas passieren könnte.


    Etwas anderes ist es für mich, wenn du dir konkrete Sorgen um deine Grosseltern machst. Dann würde ich schon erwarten, dass man darüber reden kann.

    Julia90876 schrieb:

    Oder tiefgründige Themen wie zb das Thema Tod oder unsere Großeltern, das man sich halt bewusst machen sollte das irgendwann der Tag kommt, das so etwas passieren kann mein Partner sagte möchte nicht über sowas reden.

    Ich sehe hier bei diesem Beispiel dich als die, die zurücktreten sollte. Ob man sich das bewusst machen "sollte", ist nicht gesagt. Manche bereiten sich gerne mental auf alles mögliche vor, manche quält das nur und verhagelt ihnen Lebenszeit. Dass der Tod kommt, ist unausweichlich und klar. Man MUSS es sich nicht "bewusst macht". Wenn er damit besser fährt, dann akzeptier es, statt ihm deine Meinung aufpressen zu wollen.

    Julia90876 schrieb:

    Beispiel Partner mag kein Urlaub, ich hingegen sehr,

    was ich 0 verstehen kann.

    Ich kann nicht verstehen, dass man das nicht verstehen kann.

    Verständnis ändert zwar nichts daran, dass es blöd ist, wenn es dann keine gemeinsamen Urlaube gibt, aber es scheint ja schon beim Verstehen zu scheitern":/

    Julia90876 schrieb:

    Ich finde ab einem bestimmten Alter kann man doch darüber reden, sind ja keine Kinder mehr

    Das hat auch nichts mit kindisch sein zu tun.

    stimmt habt ihr schon Recht, muss man dann so akzeptieren, mache ich auch nur fand das halt in der Situation so schade, das man sich nicht darüber austauschen kann

    Julia90876 schrieb:

    Hallo, wie geht ihr in einer Beziehung mit Meinungsverschiedenheiten um ? Beispiel Partner mag kein Urlaub, ich hingegen sehr,

    was ich 0 verstehen kann.

    Es ist nicht schwer zu verstehen, wenn jemand etwas nicht mag. Man selbst mag ja auch viele Dinge nicht, also kann man doch nachvollziehen, wie das ist.


    Julia90876 schrieb:

    Oder tiefgründige Themen wie zb das Thema Tod oder unsere Großeltern, das man sich halt bewusst machen sollte das irgendwann der Tag kommt, das so etwas passieren kann mein Partner sagte möchte nicht über sowas reden.

    Da scheiden sich schon die Geister, welche Themen tiefgründig sind und womit man sich beschäftigen muss. Viele Menschen kommen sehr gut damit aus, nie über den Tod nachgedacht zu haben. Die Frage ist doch nicht, worüber man nicht mit dem Partner reden kann, sondern worüber man reden kann. Eine Person wird nie die völlig gleichen Interessen wie man selbt haben.

    Julia90876 schrieb:

    Ich finde ab einem bestimmten Alter kann man doch darüber reden, sind ja keine Kinder mehr, beide ü30. Wie geht ihr mit Meinungsverschiedenheiten um ?

    In dem Alter kann man genauso entscheiden, worüber man nun nachdenken will oder nicht.

    Ich finde nicht, dass das Meinungsverschiedenheiten sind, sondern schlicht eine andere Weltvorstellung, unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen. Es gibt ja keine Meinungsverschiedenheit, weil es keine zwei Meinungen zu Thema Tod oder Alter gibt.

    Du willst ihn offensichtlich einfach nicht so annehmen, wie er ist, sondern ändern.

    Julia90876 schrieb:

    Ja, wir haben tatsächlich viele unterschiedliche Meinungen, was ja auch nicht schlimm ist. Aber manchmal finde ich sollte man für gewisse Sachen zumindest ein Ohr haben, wie auch ich das haben muss, auch bei Sachen die mich eigentlich gar nicht interessieren.

    Heißt, dass er dir nicht gerne zuhört, wenn du von deinen Reisen sprichst oder wie ist das gemeint?

    Ja das ist schade, aber wenn es ansonsten eine glückliche Beziehung ist, würde ich mir nicht gross einen Kopf darüber machen.


    Es kann, finde ich, auch gut sein, wenn man in solchen Dingen anders tickt. Wenn man eher ein Mensch ist, der sich über Dinge sorgen macht, kann es gut sein wenn der Partner nicht dazu neigt, beziehungsweise nicht darüber sprechen will, sonst kann man sich auch leicht gegenseitig runterziehen.

    DarkerShark


    Er ist halt sehr direkt, was einerseits gut ist andererseits kommt es auch manchmal sehr provokativ (abwertend) rüber, das empfinde ich zumindest so weil ich es vielleicht noch nie erlebt habe. Ich bin mir auch nicht wirklich sicher ob man es "gut" finden soll oder eher nicht.