• Beziehung mit einer Flugbegleiterin, Freund hätte damit Probleme

    Hallo, also ich habe nach dem Abitur, also vor ein paar Jahren, mal ein Jahr lang als Flugbegleiterin gearbeitet. Letztens habe ich mich mit einer damaligen Kollegin getroffen, die immer noch in dem Beruf arbeitet und sie erzählte mir, dass sie neue Leute einstellen wollen, vor allem für Langstrecke. Sie fragte mich, ob ich es mir wieder vorstellen…
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    @ Lilou:

    Ich finde, Du hast im gesamten Faden durch das, was Du geschrieben hast, nicht einmal den Eindruck erweckt, komische Einstellungen zu Dir, Deinem Freund oder zur Beziehung zu haben. Im Gegenteil, Du scheinst ein Musterbeispiel für eine moderne Frau mit seiner gesunden Einstellung zu sein, die sich nimmt, was sie braucht und will und dabei noch nicht einmal rücksichtslos oder egoistisch ist (schließlich wolltest Du den Berufwunsch ja nicht auf Biegen und Brechen durchsetzen, sondern sogar mit ihm darüber reden, ob die Option denkbar für ihn ist).


    Dein Freund scheint ein Macho zu sein, der sich ein Mädchen wünscht, das nach seiner Pfeife tanzt. In der Beziehung hätte er gern das Sagen. Das ist natürlich auch bequemer, weil man keine Angst haben muss, dass die Frau einem irgendwann überlegen ist, mehr vom Leben will als eine statische Beziehung, die nach normierten Verhaltensregeln verläuft und sich eventuell irgendwann langweilt (so war es bei mir). Dieses Risiko geht natürlich nur jemand ein, der einerseits selbstbewusst ist und weiß, was er will, andererseits aber auch ein hohes Maß an Respekt vor dem anderen (und anderen Menschen im allgemeinen) hat. Ich denke aber, dass dies nur auf Männer (und Frauen, ich rede hier für beide Geschlechter) zutrifft, die in der Lage sind, den Partner über längere Zeit zu inspirieren, weil sie loyal, phantasievoll, ehrlich und mit sich selbst im Reinen sind.


    Wegen Kopfschmerzen einem Polterabend fern zu bleiben ist eine Sache, aber zu erwarten, dass die Freundin ebenfalls zu Hause bleibt – das kann doch nur ein Pascha sein.


    Wahrscheinlich ist die einzige Möglichkeit, herauszufinden, ob ihr noch zusammenpasst, die, dass ihr einmal offen über eure Vorstellung von Beziehungen redet und dass Dein Freund sich ehrlich darüber Gedanken macht, warum er so eingeengt denkt. Vielleicht ist ja der tiefer liegende Grund auch der, dass er sich entliebt hat und es sich nicht eingestehen kann (reine Spekulation...)?


    Lass Dich bloß nicht unterkriegen! Allerdings glaube ich, da muss ich mir auch keine Sorgen machen.. :)

    Zitat

    bei so einem verhalten, wie er es jetzt an den tag legt, würde ich an stelle der TE mich auch erst recht bewerben

    Ich würde das nicht. Ich würde das dann tun, wenn ich es nach reiflichem Überlegen wirklich möchte, ganz unabhängig davon, was er davon hält. Das hat in meinen Augen nur bedingt mit Egoismus zu tun, jedenfalls nicht mit einem, den ich negativ werte. Es ist nur so, dass Verzicht aus einem Grund, den man nicht von sich aus "unterschreiben kann", der für einen selbst nicht ganz plausibel ist, meines Erachtens meistens unangenehme Konsequenzen hat. Wenn man sich genötigt fühlt, nicht hinter der Entscheidung steht, dann wird daraus häufig früher oder später ein ungutes Gefühl, gar ein Vorwurf dem Partner gegenüber. Ich für meinen Teil halte es für eine Pflicht mir selbst, aber auch meinem Partner gegenüber, auf mein eigenes Wohlbefinden zu achten, damit nicht im Schatten solche Vorwürfe keimen und die Gefühle füreinander zersetzen.


    Ich finde das Verhalten des Freundes nicht machohaft, sondern unsicher. Er wünscht sich etwas anderes, kriegt das aber nicht richtig auf den Tisch, weiß vielleicht selbst nicht einmal genau, was er eigentlich will. Da ist der Boden natürlich fruchtbar für Bemerkungen von Kollegen, dass ihre Freundinnen und Frauen "ganz anders" seien.


    In meinem Bekanntenkreis ist es übrigens eher andersrum: Mein Mann und ich haben, fast aus einer Laune heraus, geheiratet, als ich festgestellt habe, dass es mir auf einmal nicht mehr albern und blöd vorkommt, sondern nett, spannend, witzig, passend, also sehr vorstellbar und sogar abenteuerlich. Damit sind wir bei 90% unseres Freundeskreis Exoten. Seine "Normalität" ist also nicht universell. ;-)


    Ob seine Wünsche "normal" sind oder nicht, ist belanglos. Was zählt ist, ob die beiden sich einigen können, was mindestens voraussetzen würde, dass beiderseits der Umgang miteinander fair ist. Das scheint mir derzeit von seiner Seite aus nicht so zu sein. Und das ist verflixt schade, ob nun im Sinne einer fairen, vorwurfsfreien Trennung mit Bedauern oder aber in Hinblick auf die Chancen, sich gemeinsam neu zu sortieren und zu schauen, ob man nicht unter veränderten Bedingungen wieder zueinanderfindet.

    Zitat

    Ich würde das nicht. Ich würde das dann tun, wenn ich es nach reiflichem Überlegen wirklich möchte, ganz unabhängig davon, was er davon hält.

    ich habe absichtlich nur vom bewerben gesprochen und nicht davon, den job dann auch tatsächlich anzunehmen. DAS würde ich auch nur nach reiflichem überlegen machen, wie du es beschrieben hast. ;-)

    Zitat

    ich habe absichtlich nur vom bewerben gesprochen und nicht davon, den job dann auch tatsächlich anzunehmen

    Provokateurin. ;-D

    @ marie_christin

    Zitat

    Im Gegenteil, Du scheinst ein Musterbeispiel für eine moderne Frau mit seiner gesunden Einstellung zu sein, die sich nimmt, was sie braucht und will und dabei noch nicht einmal rücksichtslos oder egoistisch ist

    Naja, in einer Partnerschaft sollte man erst einmal davon ausgehen, dass es doch eher ein wir, denn ein ich geben sollte- insofern wiederspricht sich Dein Satz- wenn sich jemand nimmt, was er braucht, ohne Rücksicht auf die Gefühle und Wünsche des Partners zu nehmen, ist es einfach Egoismus. Egoismus wird nicht dadurch egalisiert, indem man vom Partner erwartet, dass er diesen Egoismus unwidersprochen akzeptiert und indem man pro Forma bittet, wo der Entschluss hintenrum doch längst feststeht.


    Hier nehmen sich die TE und ihr Freund beide nichts. Klar, offenbar hat ihr Freund auch ein Kommunikationsproblem.

    @ Lilou28

    Ich würde die Argumente deines Freundes nicht ganz von der Hand weisen- auch wenn er sie überspitzt und vielleicht zu aggressiv rüberbringt.


    Wenn meine Frau sich unwohl fühlte, wäre ich z.B. nicht zu einem Polterabend alleine gegangen- insofern kann ich die Meinung der Kollegen deines Freundes nachvollziehen. Irgendwie würde ich mich dabei unwohl fühlen- für mich käme ein Erscheinen auf solchen Veranstaltungen ohnehin nur gemeinsam in Frage. Dass Dein Freund da sauer reagierte, ist für mich deswegen nicht ganz unverständlich.


    Fehlt Euch vielleicht etwas das GEMEINSAME?


    Abschweifend (der Versuch, deinen Freund zu verstehen):


    Einiges scheint sich auch heute insbesondere in Deutschland verändert zu haben- ich finde, dass viele Frauen und Männer heutzutage viele Dinge zu lange auf die lange Bank schieben- Karriere, Beruf und eine komische "Spaßmentalität" ist stark im Vordergrund (dabei besteht der "Spaß" in der Regel darin, allem hinterherlaufen zu wollen, was man noch nicht erlebt oder gesehen hat- sozusagen eine gewisse Dauerunzufriedenheit).


    Der permanente Gedanke, man würde als junger Mensch irgendetwas verpassen, verdrängt viele andere interessante Möglichkeiten der Lebensplanung und Lebensgestaltung- das betrifft insbesondere das Eingehen einer gemeinsamen Partnerschaft (Ehe), die Familiengründung (Kinder), die berufliche Entwicklung und das Verreisen in ferne Länder.


    Als meine Frau und ich heirateten, waren wir jünger als 25 Jahre. Als meine Frau 26 war hatten wir bereits 2 Kinder. Wir haben das nie als große Einschränkung empfunden- zumal man auch in Familie gut verreisen kann- und nahe Ziele können unwahrscheinlich interessant sein. Ich verstehe nicht, warum soviele Menschen ihr Glück immer in weiter Ferne suchen, wo es doch vor ihren Füßen liegt.


    Nein, es kommt nicht von ungefähr, dass Deutschland in der Geburtenstatistik ganz ganz weit hinten in der Welt steht- das ist für die Bevölkerungszusammensetzung keinesfalls gesund. Nein- man kann nicht für alle Dinge die Politik verantwortlich machen.


    Warum wird die Familienplanung immer weiter nach hinten gelegt- als älterer Mensch empfindet man die Kinderbetreuung als anstrengender, als wenn man noch jünger ist (auch biologische Gründe legen nahe, den Kinderwunsch nicht zuweit nach hinten zu legen).


    Wenn es mich nochmal reizen sollte, in ferne Länder zu reisen, kann ich das immer noch tun- das ist etwas, was man gut oder sogar besser auch in höherem Alter umsetzen kann.


    Ich verstehe auch nicht, warum junge Menschen Abitur machen, lange studieren, um dann am Ende Jobs anzufangen, die sie auch ohne Studium problemlos haben könnten- hinzu kommt, dass das den Staat eine Stange Geld kostet, wenn eine lange Ausbildung sich nicht in der entsprechend qualifizierten Berufsgruppe niederschlägt. Zudem werden Menschen, die nicht in der Lage sind, ein Studium zu absolvieren um höher qualifizierte Jobs zu realisieren in ihren Chancen eingeschränkt, da die geringer qualifizierten Jobs unnötigerweise von höherqualifizierten Leuten weggeschnappt werden.


    Klar kann sich jeder Mensch auf die Position stellen Ich tue was mir Spaß macht- aber es führt nicht nur in der Partnerschaft zu vielen Verwerfungen- am Ende ist für alle Beteiligten der Spaß viel geringer- auch wenn Menschen das nicht gleich unmittelbar zu spüren bekommen- manche Wirkung retardiert über eine längere Zeit.


    Ich habe den Eindruck (korrigiere mich, wenn ich falsch liege), dass ihr keine echte Partnerschaft lebt, sondern eher Singels (geworden) seid, die sich öfter mal am Tag treffen. Wenn Frau oder Mann es vorzieht, sein eigenes Leben leben zu wollen, sollte man wohl besser vorziehen, Single zu bleiben und das potentiellen Partnern auch so mitzuteilen. Für mich heißt Partnerschaft, dass man sehr Vieles gemeinsam erleben möchte und nicht alleine.


    Wenn jemand das Gefühl hat, er/sie fühlt sich vom Partner zu eingeschränkt, verliert das Wir an Bedeutung- man steuert schnurstracks auf ein Singledenken zu.


    Wenn ich an die Zeit meiner Patnerschaft zurückdenke, als meine Frau so alt war wie Du, kann ich mich noch erinnern, dass es auch bei uns öfter mal krachte. Ich war auch ein Mensch, der doch auch mal recht aufbrausend werden konnte (ähnlich wie Dein Freund) und mitunter sehr eingeschnappt reagierte- das war für meine Frau keine leichte Situation. Unsere Liebe hat das aber alles wieder geradegerückt und wir haben immer wieder zusammengefunden- jeder hatte von uns zurückgesteckt und sich zurücknehmen müssen- wir haben Kompromisse gesucht und gefunden. Heute sind wir zurückblickend sehr glücklich darüber, dass unsere Streitereien nicht zum Bruch geführt haben- irgendwo hatten wir ja doch eine gemeinsame "Linie". Ich habe im Laufe der Partnerschaft auch viel gelernt, meine Emotionen besser zu beherrschen (auch wenn es manchmal wieder aufbrach)- meine Frau tat mir hinterher auch Leid, dass ich sie so beleidigt hatte- aber das war im Streit auch wechselseitig mit den Vorwürfen und Beleidigungen. Auf im heftigen Streit gesagte Worte sollte man nicht ganz so großen Wertt legen- manchmal ist da viel weniger dahinter als angenommen- man sagt im Ärger Dinge, die man ruhig nachgedacht nie sagen würde.


    OK- im Gegensatz zu Deinem Freund war ich weniger nachtragend- ich konnte schon nach kurzer Zeit vergessen und dann optimistisch wieder nach vorne blicken (bei meiner Frau wirkte das aber oft länger nach). Insgesamt ist aber die glückliche Zeit deutlich überwiegend gewesen- heute mehr als in den Anfangsjahren unserer Partnerschaft...


    Ich wünsche Euch viel Glück. Mir tut es immer wieder Leid und ich finde es sehr schade, wenn ich zerbrechende Partnerschaften erleben oder davon Lesen muss- oft sind die Gründe für das Zerbrechen der Partnerschaft eher geringerwertigen Gründen zuzuordnen, weil keiner der Partner sich zurücknehmen will... bedeutet das eine gewisse Parnerschaftsunfähigkeit- hat diese gar zugenommen? Ist der Egoismus heute stärker?

    Er hatte Kopfweh! Keinen Schädelbasisbruch! Wenn er meint, wegen sowas nicht zu einem solchen Ereignis gehen zu können, kann er nicht erwarten, dass solch eine nichtige Ausrede vom anderen akzeptiert wird. Da er ja eh wohl nicht so richtig Lust hatte, klingt das ja wohl eher nach einem vorgeschobenen Grund. Und das würd ich mir auch nicht bieten lassen und dann natürlich alleine gehen. Ich denke nicht, dass Lilou bei einem wirklich triftigen Grund nicht ihm zuliebe verzichtet hätte. Emotionale Erpressung ist allerdings unterstes Niveau und das muss man auch nicht hinnehmen.

    Zitat

    Er hatte Kopfweh! Keinen Schädelbasisbruch! Wenn er meint, wegen sowas nicht zu einem solchen Ereignis gehen zu können, kann er nicht erwarten, dass solch eine nichtige Ausrede vom anderen akzeptiert wird.

    Das wäre mir letztendlich egal welche Gründe vorliegen- ich gehe einfach nicht alleine auf einen Polterabend, wenn ich in einer Partnerschaft lebe.


    Wenn meine Frau z.B. keine Lust dazu hätte (egal welche Gründe), würde ich zum Polterabend einfach nicht alleine hingehen. Ich denke diesbezüglich im "Wir" und nicht im "Ich".

    Dass komplette Selbstaufgabe nicht für alle Hauptaufgabe in einer Beziehung ist, haben wir ja shcon mal festgestellt... Dass dein Maßstab an eine Beziehung nicht mal ansatzweise mit dem konform geht, den die TE hat auch... Die einen lassen sich emotional erpressen, die anderen nicht. Die einen leben nur für den Partner, die anderen lassen sich ihre individuellen Wünsche nicht nehmen. Die TE wirst du von deinen Ansichten wohl nicht überzeugen können... (mich im übrigen auch nicht ;-D)


    Aber wenn alle leute gleich wären, wäre es ja auch langweilig *:)

    Zumal deine Argumentation umgekehrt genauso gehen kann... Wenn sie da unbedingt hinwill, sollte er ihr zuliebe mitgehen und sich wegen lächerlichem Kopfweh nicht drücken, sondern umgehend ihrem Wunsch folgen und sie begleiten ;-)

    @ katharina-die-große

    Zitat

    Dass komplette Selbstaufgabe nicht für alle Hauptaufgabe in einer Beziehung ist

    Im "Wir" zu denken ist keine Selbstaufgabe (meine Frau ist ja Bestandteil meines Selbst wie es umgekehrt auch meiner Frau geht), sondern sollte in einer Partnerschaft zum Selbstverständnis gehören.


    Ob ein Kopfweh lächerlich ist, kann ich von hier schlecht einschätzen.

    @ sensibelman

    würdest du etwas deiner frau zuliebe lassen, was du ihr aber selbst gewährst? nur weil sie sich dabei vielleicht unwohl fühlt, während es für dich in ordnung ist?


    was das "ein paar tage aus beruflichen gründen weg sein" betrifft, scheint der ehemann der TE nämlich durchaus KEIN probelm damit zu haben, wenn ER mal einige tage nicht da ist. umgekehrt war dies aber eins seiner argumente, warum die TE den job der stewardess nicht annehmen soll.


    wie passt denn das bitte in dein weltbild des "immer und allein gültigen Wir"?


    es mag ja schön und gut sein, wenn dieses ausschließliche wir-denken bei deiner frau und dir funktioniert. du wirst mir aber sicherlich recht geben, dass das nur so ist, weil ihr beide so denkt. ich sehe beim freund der TE jedoch ebensowenig das ständige "wir" wie bei der TE.


    was ich im übrigen für sehr gesund halte....ich führe doch eine beziehung mit einem mann und gehe keine symbiose mit ihm ein. :-/

    Miss_Freedom


    Was macht denn für dich das geheimnis einer glücklichen beziehung aus? Keine Symbiose mit ihm eingehen, jeder ist sich selbst der nächste, toleranz, sexueller Freiraum? lg Dave

    Zitat

    scheint der ehemann der TE nämlich durchaus KEIN probelm damit zu haben, wenn ER mal einige tage nicht da ist. umgekehrt war dies aber eins seiner argumente, warum die TE den job der stewardess nicht annehmen soll.


    wie passt denn das bitte in dein weltbild des "immer und allein gültigen Wir"?

    Das passt meiner Meinung nach damit nicht zusammen und ist meines Erachtens auch keine gute Basis für eine Partnerschaft- macht diese eher schwerer.

    Zitat

    was ich im übrigen für sehr gesund halte....ich führe doch eine beziehung mit einem mann und gehe keine symbiose mit ihm ein.

    Eine Symbiose ist doch nicht schlecht ??? Symbiose ist für mich sehr positiv besetzt.