Also ich denke, dass eigentlich niemand zu 100 % psychisch gesund ist bzw. ist auch niemand zu 100 % psychisch krank - sprich jeder verhält sich in der einen oder anderen Situation mal anders, als er möchte, woraus ihm dann ein Schaden entsteht. Wenn man unter diesem Schaden leidet, sollte man sich psychotherapeutische Unterstützung holen.


    Ich würde mit jemandem zusammen sein, der psychische Probleme hat, wenn es unsere Beziehung nicht belastet. Allerdings kann es eine Beziehung auch belasten, wenn dauerhaft kein Einkommen da ist. Das würde mich zwar nicht von einer Beziehung abhalten, aber lieber wäre es mir schon, wenn mein Partner berufliche Ziele hat. Dabei geht es nicht mal in erster Linie ums Geld - auch wenn es natürlich nett ist ;-D . (Ich gehe jetzt von einer Beziehung aus, in der man finanziell zusammenschmeißt bis zu einem gewissen Grad, sich also die Miete teilt und vielleicht auch die Kosten fürs Essen und so.) Mir geht es mehr darum, dass Ziele auch für mich wichtig sind und ich es sexy finde, wenn mein Gegenüber Ziele hat. Ein Ziel kann es auch sein, wieder gesund zu werden.

    Hier haben einige genannt, dass sie vor allem mit der fehlenden Arbeit ein Problem hätten, dass jeder Druck hätte und sie niemanden mitfinanzieren wollten usw.


    Neue Frage: Könntet ihr euch eine Beziehung mit jemandem vorstellen, der ebenfalls psychisch beeinträchtigt/nicht so belastbar ist, der allerdings ARBEITET, aber euch täglich erzählt, dass er das kaum aushält? Könntet ihr das auf Dauer ertragen, wenn jemand vielleicht sogar einen besseren Job als ihr selbst habt, aber euch ständig erzählt, wie schlimm alles ist? Nicht weil die spezielle Arbeit, die er hat, so schlimm ist - die Bedingungen sind eigentlich gut, gutes Gehalt, nette Kollegen - aber es fällt ihm durch seine Antriebsschwäche und sozialen Ängste jeden Tag aufs Neue sehr schwer, da hinzugehen.


    Ihr hättet also niemanden, den ihr mitfinanzieren müsstet oder dem ihr Faulheit unterstellen könntet, aber dem man ständig den großen Druck, Widerwillen und Frust anmerkt, sich in Situationen zu begeben, vor denen er eigentlich große Angst hat. Kündigen wäre für ihn aber auch keine Option, also bei diesem Partner bräuchtet ihr keine Angst vor einem Arbeitslosen an eurer Seite zu haben. Also würdet ihr damit klarkommen, wenn jemand immer das Angstmachende/Negative an seinem Job betont oder würde euch das ebenfalls runterziehen/abturnen?


    Was wäre für euch schlimmer - ein arbeitsloser Partner oder einer, der sich immer stark überwindet und euch ständig sein Leid klagt?

    Beim ersten Fall:


    Nein, das würde ich nicht wollen. Und ich muss ganz ehrlich zugeben - klar spielt da die finanzielle Seite eine Rolle. Es wäre ja schön und gut, wenn es IHM reicht, wie er finanziell gestellt ist, mir würde es nicht reichen. Und früher oder später (eben spätestens wenn man zusammen zieht, bei der Ausübung von Hobbys aber noch viel früher), hat das eben sehr wohl Auswirkungen auf mich. Ich bin auch kein Fan davon, dass jeder in der Beziehung sein eigenes Süppchen kocht. Entweder man ist zusammen oder nicht. Ganz oder gar nicht. Auch finanziell.


    Beim zweiten:


    Das klingt furchtbar zermürbend. Jeder hat mal Probleme am Arbeitsplatz, jeder ist mal tierisch genervt von seinem Job. Ich auch, ich kotze mich auch regelmäßig bei meinem Partner darüber aus. Aber ich erzähle ihm auch schöne Seiten, was so los war, ... Ganz allgemein klingt das zweite "Szenario" sehr danach, als würde man dann sämtlichen Frust beim Partner abladen - ich bin aber keine Müllhalde. Und wenn das Leben nur noch ausschließlich aus Problemen besteht, nicht nur phasenweise, dann ist das einfach nicht mehr schön.


    Vor allem klingen aber beide geschilderte Varianten so sehr danach, als hätte die Person sich damit abgefunden, und würde den Zustand nun eben so hinnehmen - dann ist man eben psychisch krank, antriebslos, kann nicht arbeiten gehen oder leidet immens unter der Situation.


    So ist es aber nicht, und dieses "sich abfinden" wäre für mich wirklich schlimm. Wenn man ein so großes Problem hat, dann sollte man da auch etwas gegen tun.


    Sicherlich unterstütze ich da auch, ich will aber nicht derjenige sein, der ständig überhaupt mal Anstoß dazu geben muss.


    Und würde ich so jemanden kennen lernen, dann würde er wohl nicht als Partner für mich infrage kommen, nein.

    Zitat

    Neue Frage: Könntet ihr euch eine Beziehung mit jemandem vorstellen, der ebenfalls psychisch beeinträchtigt/nicht so belastbar ist, der allerdings ARBEITET, aber euch täglich erzählt, dass er das kaum aushält? Könntet ihr das auf Dauer ertragen, wenn jemand vielleicht sogar einen besseren Job als ihr selbst habt, aber euch ständig erzählt, wie schlimm alles ist? Nicht weil die spezielle Arbeit, die er hat, so schlimm ist - die Bedingungen sind eigentlich gut, gutes Gehalt, nette Kollegen - aber es fällt ihm durch seine Antriebsschwäche und sozialen Ängste jeden Tag aufs Neue sehr schwer, da hinzugehen.

    Ich finde, das liegt doch auf der Hand, dass einen selbst das sehr belasten würde. In der heutigen Zeit hat jeder mit seinem eigenen Job schon genug Belastendes am Hals, und wenn man da noch die Probleme des anderen täglich aufgetischt bekommt, wird es mit der Zeit womöglich eng. Vor allem, wenn es gefühlt Jammern auf hohem Niveau ist, wie ich es aus deinem Beispiel herauslese.


    Nicht, dass ich es mir nicht vorstellen kann, dass man auch unter besten Bedingungen am Arbeitplatz psychische Probleme entwickeln kann, aber das sollte man dann nicht ungebremst (tägliches Jammern) auch noch dem Partner aufhalsen, der vielleicht selbst sein Päckchen zu tragen hat. Ich würde da erwarten, dass er das Problem zeitnah anpackt. Nichts ist schlimmer, als mit dem Rücken zur Wand (weil man ja nichts Hilfreiches beisteuern kann) tagtäglich daran erinnert zu werden, dass bei dem anderen gefühlt alles Scheiße ist. Das kann für einen selbst auch nicht gesund sein, und wo es an meine eigene Gesundheit geht, hört für mich der Spaß auf.

    permanentes Jejammer ohne Aktivität, das zu ändern, ist auch unerträglich.


    Der entscheidende Punkt ist in beiden Szenarien: was macht der Betroffene, damit es ihm besser geht, also Therapie?


    Ich war viele Jahre mit einem manisch-depressiven Mann zusammen, er war meine große Liebe. Aber eben behandlungsunwillig. Es hat mich kaputt gemacht, am Ende war ich im bedrohlichen Untergewicht. Daraus hab ich für mich den Schluß gezogen, dass ich auf mich besser aufpassen muss und werde.

    "Was dagegen machen" ist halt auch leicht gesagt.


    Was kann man dagegen machen, wenn einen der Job schon überfordert und man nicht noch die Energie hat, nebenbei zusätzlich regelmäßig zu einer Therapie zu gehen?


    Oft hat man als psychisch beeinträchtigter Mensch auch schon mehrere Therapien hinter sich und die über Jahre oder Jahrzehnte angestauten Ängste bessern sich zwar auch etwas, aber immer nur ein ganz kleines Bisschen, weil es eben nicht schneller geht und man nicht von jetzt auf gleich plötzlich normal ist. Dieser Lernprozess, die Ängste abzubauen, dauert vielleicht ein Leben lang.


    Eine andere Alternative wäre es, für einige Monate in eine Klinik zu gehen und somit erst mal aufzuhören zu arbeiten. Aber vielen fällt der Wiedereinstieg ins Berufsleben dann noch schwieriger, wenn sie einmal an das Nichtstun und das Umsorgtwerden in der Klinik gewöhnt sind.

    Zitat

    Was wäre für euch schlimmer - ein arbeitsloser Partner oder einer, der sich immer stark überwindet und euch ständig sein Leid klagt?

    Ich würde überhaupt keinen Partner wollen, dessen Ängste so groß sind, dass er nahezu alltagsunfähig wird. Egal in welcher Variante, ob er nun arbeiten geht und klagt oder eben nicht geht.


    Aber was bringt es dir zu wissen, was die User hier machen würden? Kannst du nicht etwas konkreter werden?

    Wenn Gesprächstherapien nicht helfen dann gibt es auch Antidepressiva, die gegen Ängste


    verordnet werden. Er müsste halt mal zu einem guten Psychiater. Vielleicht steckt ja auch eine


    Depression dahinter. Diese werden auch von Angst und Überforderungsgefühlen begleitet.

    Zitat

    Oft hat man als psychisch beeinträchtigter Mensch auch schon mehrere Therapien hinter sich und die über Jahre oder Jahrzehnte angestauten Ängste bessern sich zwar auch etwas, aber immer nur ein ganz kleines Bisschen, weil es eben nicht schneller geht und man nicht von jetzt auf gleich plötzlich normal ist. Dieser Lernprozess, die Ängste abzubauen, dauert vielleicht ein Leben lang

    was mich an diesen ganzen Szenarien stören würde und eine Beziehung unmöglich macht ist die Grundhaltung dieser Person.


    es gibt sehr viele Menschen mit Angststörungen etc, und man muss keinen Job ausüben den man nicht schafft, aber dann sucht man sich doch etwas dass zu einem passt! Bibliothekar, das Schreiben von Büchern, etwas dass man von zu Hause aus machen kann etc.


    ich möchte einen Partner der etwas mit sich anzufangen weiß, der weiß was er kann und was nicht, der an sich arbeitet bzw. sich weiterentwickelt(tu ich schließlich auch und sollte jeder Mensch), der etwas macht dass er gerne macht.


    Karriere oder das große Geld muss niemand machen, aber für sich selbst sorgen und sich ein Leben bereiten dass Freude macht, das sollte in erwachsener Mensch schon können.


    Oft hat man als psychisch beeinträchtigter Mensch auch schon mehrere Therapien hinter sich und die über Jahre oder Jahrzehnte angestauten Ängste bessern sich zwar auch etwas, aber immer nur ein ganz kleines Bisschen, weil es eben nicht schneller geht und man nicht von jetzt auf gleich plötzlich normal ist. Dieser Lernprozess, die Ängste abzubauen, dauert vielleicht ein Leben lang.

    Zitat

    Eine andere Alternative wäre es, für einige Monate in eine Klinik zu gehen und somit erst mal aufzuhören zu arbeiten. Aber vielen fällt der Wiedereinstieg ins Berufsleben dann noch schwieriger, wenn sie einmal an das Nichtstun und das Umsorgtwerden in der Klinik gewöhnt sind.

    ...und das bedeutet auch, abzuwägen was wichtiger ist: die eigene Gesundheit oder ein Job den man e nicht gern macht...und wenn jemand meint ein Klinikaufenthalt auf einer psychiatrischen Station ist "Nichtstun" sollte wohl wirklich besser zu Hause bleiben, man kann die Chance nutzen, oder eben nicht......aber dann zu jammern und sich vom Partner durchfüttern zu lassen ist nicht ok.

    Ich könnte mir das vorstellen. Vielleicht gibt genau diese Einstellung diesem Mensch besondere Qualitäten, die ich lieben würde. Vielleicht ist er zB sehr sanftmütig oder sensibel. Dann ist es im Ende ja in den Augen der Gesellschaft ein Mangel, aber es wäre in meinen Augen keiner. Schwierig wird es, wenn sie sich selbst dafür verachtet oder sich minderwertig fühlt. Jemanden ändern zu wollen halte ich für grundsätzlich falsch.

    Ich kann mir beide Szenarien nicht vorstellen. Mein Partner muss micht nicht durchfüttern, aber ich möchte auch nicht ihn durchfüttern müssen. Wenn er Hartz 4 bekommt, scheidet Heirat und selbst zusammen wohnen ja aus, weil dann mein Einkommen angerechnet werden würde. Falls sich in einer bestehenden, intakten Beziehung eine solche Notlage ergibt, ist das für mich etwas ganz anderes als wenn das die Ausgangsbedingung ist. Abgesehen vom finanziellen finde ich es wichtig, dass mein Partner etwas sinnvolles mit seiner Zeit anfängt und für sich selbst sorgen kann.


    Wenn mein Partner aber ständig an der Belastungsgrenze rotiert, um zu arbeiten, würde das die Beziehung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch zu sehr belasten.


    Mit einer Lösung, die so aussieht, dass er die Arbeit auf Teilzeit reduziert und außerdem professionelle Hilfe sucht, um die Ängste besser bewältigen zu können. Mit einem "so ist das eben" käme ich nicht gut klar.

    Von Mitfinanzieren habe ich gar nicht gesprochen, aber interessant, wie manche Frauen gleich fürchten, jemanden "durchfüttern" zu müssen. ???


    Hier wird oft unterschieden zwischen der Beziehungsanbahnung, bei der psychische Probleme + Arbeitslosigkeit ein No-Go wären, und einer bestehenden Beziehung, bei der man toleranter gegenüber plötzlichen Problemen und Arbeitslosigkeit wäre. Das Problem ist nur, dass niemandem auf der Stirn steht "Ich bin psychisch krank und habe nicht vor zu arbeiten". Man lernt z.B. jemanden kennen, der gerade am Ende von Ausbildung/Studium ist und der von seinen beruflichen Plänen erzählt. Man denkt, alles ist normal, verliebt sich in die Person und baut eine Bindung auf. Erst einige Zeit später erkennt man immer mehr die Problematik und das Vermeidungsverhalten. Dann ist man aber gefühlsmäßig schon absolut drin in der Beziehung und Verliebtheit und kann sich auch nicht so schnell davon lösen.


    Hier scheint auch vielfach von selbst nicht Betroffenen die Meinung zu herrschen, dass mit bestimmten Vorgehensweisen (Stunden reduzieren, Antidepressiva, Therapie) die Ängste automatisch verschwinden würden. So einfach ist das aber nicht, sonst gäbe es nicht so viele angstgestörte/depressive Menschen. Die haben auch alle schon viel ausprobiert. Aber man kommt nur in sehr kleinen Schritten da raus und ein Verhalten, das bei vielen von außen immer noch als No-Go/unattraktiv/faul beurteilt wird, kann für die betroffene Person vielleicht schon ein Fortschritt sein.


    Bei solchen Vorurteilen und Meinungen, die hier teilweise herrschen, braucht man sich nicht zu wundern, dass die Betroffenen alles tun, um ihre psychischen Probleme zu verstecken und sich bloß nirgendwo outen.

    Duech die massnahme ist es nicht so dass die depression oder angst weg ist. ..


    Aber die person hat mehr zeit sich mit aeiner problematik zu befassen.


    Weisst du....du stellst eine pauschalisierte frage über eine allgemeinheit und wunderst dich dann, dass eine verallgemeinerte antwort kommt?


    *kopf schüttel*


    Im ernst...es ist ein unterschied ob jemand den kopf in den sand steckt oder was ändern will. (2 Personengruppen! 2 Möglichkeiten)


    Mit ersterem käme ich nicht klar


    2. Würde ich unterstützen...mich aber nicht zu sehr mit reinziehen lassen...