Ich wüsste nun aber auch nicht, wie man diese aufwiegen sollte.


    Es wurde ja angesprochen, dass jeder irgendwelche Macken hat. Das stimmt. Die Frage dabei ist ja, ob die mit meinen kompatibel sind und wie stark die den Alltag bestimmen.


    Es gibt einen ganzen Haufen Macken mit denen ich nicht leben wollen würde, obwohl sie als völlig normal eingestuft werden.


    Ich wähle einen Partner ja nicht danach aus, ob er objektiv gesehen ein beziehungsgeeigneter Mensch ist.


    Geht ja danach, was ich für mein Leben will.


    Ich bin sehr unordentlich und sehr pünktlich. Ein extrem ordentlicher und unpünktlicher Typ wäre nichts für mich. Und ich nichts für ihn. Muss ja zum Glück auch nicht.


    Eine Angst die nicht alltagsgegenwärtig ist (z.B. Höhenangst oder Angst vorm Zahnarzt) wäre für mich auch kein größeres Problem. Kommt eben auf die Ausprägung drauf an. Wenn der Mann nichtmal auf einem Stuhl stehen könnte oder infolge seiner Angst schlechte Zähne hätte, wäre das dann schon ein größeres Problem.

    Da ich meinen eigenen Lebensunterhalt verdiene und nicht vorhabe, Kinder zu haben, ist mir die berufliche Betätigung meines Partners egal - es ist schön, wenn man in der Notwendigkeit der Erwerbsarbeit zusätzlich noch einen Sinn findet und sich damit das Leben nicht bedeutend schwerer macht, aber wenn das nicht gegeben ist oder die Erwerbstätigkeit eine so große Bürde für jemanden wäre, dass es ihm das Leben verdirbt, also dann doch lieber nicht arbeiten, was soll der Quatsch.


    Es ist in meinen Augen kaum der erstrebenswerte Gipfel der Selbstverwirklichung oder -perfektionierung, seinen Otto unter einen Arbeitsvertrag setzen zu können. Wenn da also jemand wäre, der grundsätzlich für mich als Partner interessant wäre - vom Wesen, vom Herzen, von den Ansichten und der Art, das Leben anzugehen her - dann würde für mich diese Beeinträchtigung keine nennenswerte Rolle spielen.

    Zitat

    Was würdet ihr machen, wenn euer Mann viel mehr verdient? Das würdet ihr doch sicherlich auch dankend annehmen und als euer gemeinsames Geld betrachten, sofern dieser das mit euch teilt.

    Nein, ich würde es weder dankend annehmen noch (was ich noch schlimmer fände) gleich ganz als gemeinsames Geld betrachten! :|N


    Zum Fadenthema: Ich würde mich auch eher nicht mit jemandem einlassen, der psychisch angeschlagen ist. Und erst recht nicht mit jemandem, der ständig jammert.

    Zitat

    Was würdet ihr machen, wenn euer Mann viel mehr verdient? Das würdet ihr doch sicherlich auch dankend annehmen und als euer gemeinsames Geld betrachten, sofern dieser das mit euch teilt.

    nein.


    geht es hier eigentlich um dich oder deinen Partner? wenn es um dich geht könntest du die Situation etwas konkretisieren - denn so raten wir nur ins Blaue, und jeder stellt sich eine andere Person vor bei dem was du beschreibst.

    Du hattest geschrieben:

    Zitat

    Jemand hat z.B. Antriebsschwierigkeiten und soziale Ängste, z.B. im Bereich Leistung erbringen im Job, Angst vor Autoritätspersonen usw.

    Das gehört für mich zum "Wesen" dieses Menschen dazu. Ich bin ein eher aktiver Mensch und hätte keine Lust, einen Menschen mit Antriebsschwierigkeiten ständig in den Hintern zu treten. Ich bin gern mit anderen zusammen, der Partner mit den sozialen Ängsten müsste also ggf zuhause bleiben. Ich habe einen interessanten, aber stressigen Job und kann mir einfach nicht vorstellen, mit jemandem zusammen zu sein, der in seinem Job nichts auf die Reihe kriegt. Angst vor Autoritätspersonen ist für mich ein NoGo, bei mir ist genau das Gegenteil der Fall. Ich möchte eine Beziehung auf Augenhöhe, und die wäre da definitiv nicht gegeben.


    Und von mir aus kann sich jeder Mann das gleiche Recht rausnehmen. Wenn ich dann bei dem durchs Raster falle, ist es halt so.

    Übrigens glaube ich, dass du mit Theoretisieren und Diskutieren bei deinem Problem nicht weiterkommst. Du wirst einfach mit offenen Augen durch dein Leben gehen müssen und solltest dich nicht selber unter Druck setzen. Du wirst schon jemanden kennen lernen, der was in dir sieht, was durch diese Probleme nicht überdeckt wird.

    Was ist das für eine seltsame Diskussion? In der Eingangsfrage beschreibst du

    Zitat

    könntet ihr euch vorstellen mit jemandem zusammen zu sein, der psychische Probleme hat und sich dadurch als nicht arbeitsfähig sieht und nicht arbeitet?

    ein paar Seiten später

    Zitat

    , würde der psychisch beeinträchtigte Partner halt davon erzählen, dass ihm bestimmte soziale Situationen schwergefallen sind, z.B. mit Kollegen ins Gespräch kommen , sich öffnen, Dinge von sich preisgeben.

    also doch arbeiten?


    was denn nun?

    Zitat

    Was ist daran so schlimm oder was macht das "normale" Beschweren über Chef, Überstunden, die dummen Kollegen etc. so viel besser und gesellschaftsfähiger?

    Der große Unterschied ist, dass in deinem Beispiel der "Kranke" seine eigenen Befindlichkeiten ständig in den Fokus stellt -irgendwann hat man das als gesunder Partner echt über, sich das anzuhören- und das Erzählen über Kollegen, blöden Chef, Arbeitsklima etc eben die Umwelt betrifft. Da sag ich zwar auch manchmal "du, deine Kollegin xyz interessiert mich jetzt grad nicht" - aber es ist halt was anderes und weniger verletzend, als wenn man sagt "du, deine Befindlichkeiten interessieren mich grad nicht".

    Zitat

    Das gehört für mich zum "Wesen" dieses Menschen dazu. Ich bin ein eher aktiver Mensch und hätte keine Lust, einen Menschen mit Antriebsschwierigkeiten ständig in den Hintern zu treten. Ich bin gern mit anderen zusammen, der Partner mit den sozialen Ängsten müsste also ggf zuhause bleiben. Ich habe einen interessanten, aber stressigen Job und kann mir einfach nicht vorstellen, mit jemandem zusammen zu sein, der in seinem Job nichts auf die Reihe kriegt. Angst vor Autoritätspersonen ist für mich ein NoGo, bei mir ist genau das Gegenteil der Fall. Ich möchte eine Beziehung auf Augenhöhe, und die wäre da definitiv nicht gegeben.

    Geht mir genauso.


    Ich habe auch nochmal ein bisschen nachgedacht und muss zugeben, dass mein Verständnis für psychische Erkrankungen doch irgendwie Grenzen hat. Das mag ungerecht und falsch sein, ist aber so. Mir ist bewusst, dass das eine Erkrankung ist. Aber es greift so sehr ins Wesen ein, dass ich immer Probleme hätte das auseinander zu halten.

    Das hat aber nichts mit psychisch krank zu tun...


    Das sind generelle Anforderungen, die einem wichtig sind.


    Wenn mein haupthobby das malen und das besuchen von kunstgallerien ist...kann es frustrierend sein mit einem blinden zusammen zu sein...oder mit jemandem dem es einfach scheiss egal ist..klar kann man getrennte sachen machen...aber manche menschen wollen ihre Leidenschaft teilen.


    Ich würde mir keinen partner suchen, der jeden abend nach der arbeit noch feiern geht... ich mag gemütliches beieinandersitzen, spieleabende, ich genieße mein buch und intellektuelle gespräche.


    Wenn jemand auf meine weltumfassenden fragen antwortet: is mir egal...


    Fühle ich mich irgendwann nicht ernst genommen.


    Genauso wär ein partylöwe wohl enttäuscht, wenn ich sage ich will nicht mit feiern.


    Gegensätze ziehen sich zwar an...aber meiner meinung nach brauch man gewisse gemeinsamkeiten... die charaktere müssen zusammen passen.


    Ich würde einen psychisch kranken menschen also nicht als partner generell ausschließen, aber da ich selbst eine vorbelastete persönlichkeit bin, halte ich es dann für mich für noch schwieriger gemeinsame sache zu machen.


    Ich brauch jemanden der mit ruhe meine impulsiven emotionalen anfälle hinnimmt...sie sich aber nicht zu herzen nimmt...manchmal bin ich anstrengend.


    Mein freund ist das totale gegenteil...der wird dann meistens zum ruhepool. Ja da sind wir gegensätzlich. Aber was wissenschaft angeht verfallen wir in hitzige lustige diskussionen.


    Und er wird ab nächstem jahr auch nicht mehr arbeiten. Er will studieren. Ich bin hauptverdiener dann. Aber es ist für mich ok, weil er ein ziel hat auf das er hin arbeitet. Würde er sagen: kein bock. Und den kopf in den sand stecken, würde ich es wohl nicht lange mitmachen.

    Ich habe die Beiträge de TE so gelesen, dass sie von "psychischen Problemen" spricht, die keinen diagnostizierten Krankheitswert haben

    Zitat

    der psychische Probleme hat und sich dadurch als nicht arbeitsfähig sieht und nicht arbeitet

    Sie schreibt von "Antriebsschwierigkeiten" und "Nichts Schlimmes" und frägt, ob man denjenigen darin unterstützen würde, sich "zu schonen". Im weiteren Verlauf meint sie, dass es (in der Kennenlernphase) niemandem auf der Stirn geschrieben stünde, "...ich habe nicht vor, zu arbeiten".


    Das hört sich für mich alles nicht so an, als wären die Probleme so groß, dass man es nicht wenigstens versuchen könnte. Jeder von uns hat ja wohl mal so angefangen, dass er sich übwerwinden musste, jeden Tag zur Arbeit zu gehen, Unsicherheit im Umgang mit Kollegen und Angst vor Vorgesetzten ist bei einem Berufseinstieg ein Stück weit normal.


    Meinen Respekt hat jeder, der sich die Mühe macht, sich da durchzubeißen und sich nicht schon gleich zu Beginn des Berufslebens aus jeglicher Erwerbstätigkeit dankend verabschiedet. Eben weil ich weiß, dass es normal ist, sich erst einmal eingewöhnen und auch durchbeißen zu müssen, habe ich kein Verständnis für jemanden, der es nicht wenigstens versucht.

    Selbstverständlich. Ich schrieb ja, dass es mir ums Wesen geht, welches dann nicht passt.


    Ich denke gerade drüber nach, wie das mit einem körperlich kranken Partner wäre. Ich hätte z.B. wenig Probleme mit einem Partner im Rollstuhl. Wenn die lustig und fröhlich und aktiv ist und ein aktives Sozialleben führt, dann wäre das gar kein Thema. Obwohl der ja weder mit mir am Haus bauen noch im Garten buddeln könnte und Aktivurlaube auch eher eingeschränkt wären. Das stelle ich mir trotzdem ok vor.


    Aber wenn der eine Krankheit hätte, wo er viel liegen muss. Nicht arbeiten könnte. MS im weiteren Stadium z.B. Das wäre wohl auch durchaus ein Problem.

    Zitat

    Jeder von uns hat ja wohl mal so angefangen, dass er sich übwerwinden musste, jeden Tag zur Arbeit zu gehen,

    ":/ Das glaube ich nicht, dass sich jeder zum arbeiten überwinden musste. :|N Für die allermeisten, die z.B. vor dem ersten Job lange arbeitssuchend waren, war das z.B. sicher keine Überwindung, als es dann endlich mal geklappt hatte...

    Zitat

    Jeder von uns hat ja wohl mal so angefangen, dass er sich übwerwinden musste, jeden Tag zur Arbeit zu gehen, Unsicherheit im Umgang mit Kollegen und Angst vor Vorgesetzten ist bei einem Berufseinstieg ein Stück weit normal.

    Nö, Jeder sicher nicht, und normal finde ich das überhaupt nicht. Und "Antriebsschwierigkeiten", "soziale Ängste", und "Angst vor Autoritätspersonen" ist da nochmal eine ganz andere Nummer. (Hat die TE überhaupt geschrieben dass sie Berufsanfängerin ist?)

    Ich gehe nach wie vor davon aus, dass sie von sich sebst schreibt, und hieraus

    Zitat

    Das Problem ist nur, dass niemandem auf der Stirn steht "Ich bin psychisch krank und habe nicht vor zu arbeiten". Man lernt z.B. jemanden kennen, der gerade am Ende von Ausbildung/Studium ist und der von seinen beruflichen Plänen erzählt.

    habe ich geschlossen, dass sie Berufsanfängerin ist und es womöglich noch gar nicht versucht hat mit dem Arbeiten.

    Zitat

    KannNichtKlagen


    Hallo,


    könntet ihr euch vorstellen mit jemandem zusammen zu sein, der psychische Probleme hat und sich dadurch als nicht arbeitsfähig sieht und nicht arbeitet?

    Kurz und bündig Nein.


    Ich habs vor Jahren mal probiert.


    Man investiert, man gibt, man hilft, aber irgendwann ist das eigene Reservoir fast erschöpft.


    Wenn keine Heilung möglich ist, die eigene Belastung steigt und langsam eine Grenze überschreitet geht es eben nicht weiter.


    Irgendwann stehen die eigenen Interessen im Vordergrund.


    Irgendwie trauer ich der Beziehung immer noch etwas hinterher, aber mein eigenes Wohlbefinden war mir doch irgendwann wichtiger.


    Wenns nicht geht, dann gehts eben nicht.


    MFG