Beziehung ohne gemeinsame Zukunft?

    Hallo zusammen,


    Ich befinde mich momentan in einer sehr schwierigen Lage. Ich liebe meinen Partner, aber sehe in unserer Beziehung keine Zukunft mehr. Wir wohnen ca 45 Minuten auseinander. Ich habe ein Haus, er hat eine kleine Wohnung.


    Da ich viel Geld und Arbeit in das Haus gesteckt habe, will ich auch nicht aus meinem Haus ausziehen. In seiner Wohnung würden wir uns auch nur gegenseitig über die Füße laufen, da es keinen Rückzugsort gibt.


    Da ich nach fast 9 Jahren Wochenendbeziehung nun endlich mit ihm ein gemeinsames Leben führen möchte, habe ich dies nochmals angesprochen. Für ihn kommt ein Zusammenziehen nun definitiv nicht mehr in Frage.


    Für ihn ist die Distanz und das wöchentliche Treffen von Samstag Abend bis Sonntag Abend offensichtlich ausreichend. Ich wünsche mir inzwischen aber einfach mehr Nähe und ein "gemeinsames" Leben.


    Sein Leben, bzw seine "Freiheit" möchte er definitiv so beibehalten.


    Mich belastet diese Situation seit längerem, ich habe die auch vor kurzem nochmal angesprochen. Er meinte dazu nur, dass wir uns trennen müssten wenn ich mich damit nicht gut fühle. Das hat mich schon ziemlich geschockt da ich der Meinung war, dass wir zusammen alt werden wollten. Wir hatten bereits während der Sanierung des Hauses über einen Zusammenzug gesprochen und auch schon die finanzielle Seite abgeklärt. Aber nun möchte er nicht mehr mit nur zusammenziehen…


    Kann solch eine Beziehung noch eine Zukunft haben? Ich kenne ein Paar, dass bereits seit 15 Jahren zusammen ist aber über 100 km voneinander entfernt wohnt. Aber ich kann es mir nach einer solch langen Zeit der Wochenendbeziehung nun nicht mehr vorstellen…


    Ich würde mich über Eure Meinungen dazu freuen.


    Viele Grüße


    Jens

  • 30 Antworten

    Dein Partner hat ja schon seinen Standpunkt dargelegt. Da ist wohl eine Trennung vorprogrammiert. Beide wollen etwas nicht. Was aber für eine weitere Beziehung notwendig wäre, das wäre eben ein Einlenken von beiden Seiten.

    Es ist korrekt, dass beide etwas nicht wollen, aber die Betrachtung ist etwas ein einseitig...


    Warum sollte man etwas aufgeben, für das man jahrelang gearbeitet und hart geschuftet hat. Eine Wohnung findet man immer wieder...


    Wenn man sein ganzes Herzblut in etwas gesteckt hat, dann gibt man es nicht so einfach auf...


    Ich fühle mich momentan so ausgenutzt und abgestellt.... wie kann man planen zusammen zu ziehen und dann einfachdie Reißleine ziehen :�(


    Ende 30 noch einen passenden Partner zu finden ist auch nicht wirklich einfach... gerade bei Homosexuellen...

    Zitat

    Ende 30 noch einen passenden Partner zu finden ist auch nicht wirklich einfach...

    Aber du hast doch jetzt gerade einen 'nicht passenden' Partner. Dir bleibt doch fast nichts anderes übrig, als einen neuen Partner zu suchen, wenn ihr eure Beziehung nicht auf einen Nenner bekommt. Und ganz ehrlich? Wenn er nicht bei dir wohnen will, dann siehts doch eher düster aus.

    Ja da hast du wohl leider recht ":/


    Da wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben als mich von ihm zu trennen :-(


    Wahnsinn wie schnell sich da Leben ändern kann... Ich hätte nie an eine Trennung gedacht ....


    Eigentlich war alles so schön und harmonisch.. aber zwingen kann und will ich ja auch niemanden, das führt auch nicht zur gewünschten Lösung :|N


    Werde dennoch alles in Ruhe überdenken...


    Da steht mir eine schwere Zeit bevor :-/ :-( bin gerade richtig fertig.... ":/:-(

    Zitat

    Für ihn kommt ein Zusammenziehen nun definitiv nicht mehr in Frage.

    Kommt es generell nicht mehr in Frage, oder nur nicht in deinem Haus? Würde er an seinem Wohnort mit dir zusammenziehen?


    Wenn es generell nicht in Frage kommt, dann ist die Entscheidung -leider- sehr einfach.


    Seine Gefühle für dich sind nicht (mehr) genau so tief, wie deine Gefühle für ihn.


    Geht es nur um den Wohnort, solltest du dich nochmal überdenken. Für mich wäre kein Gebäude es wert dafür eine Beziehung aufzugeben.

    Ich kann deine Enttäuschung gut nachvollziehen, lieber Te.


    Da träumt man jahrelang von einer gemeinsamen Zukunft, Du baust fleißig an Eurem Nest... und dann steckt er Dir, dass er doch nicht mit Dir zusammenleben möchte. Das ist bitter. Vor allem, da ihr ja nicht erst seit ein paar Monaten ein Paar seid. Du dachtest, Du könntest Dich auf diese Beziehung verlassen.


    Weißt Du, ich vermute, dass er sich in seinem dreiviertel-Single-Leben ganz gut eingerichtet hat. Für ihn mag das so ausreichen, sich nur 2 Tage die Woche zu sehen, aber für Dich nicht. Auf mich wirkt es so, dass ihr in diesem wichtigen Punkt wohl nicht ganz zusammenpasst.


    Manche Menschen möchten am liebsten beides. "Frei" sein wie ein Single aber gleichzeitig eine Beziehung haben. Für diese Menschen ist so eine Wochenendbeziehung wahrscheinlich genau richtig. Andere hingegen sehen darin nicht ihre Erfüllung. Der Preis dieser Freiheit ist Einsamkeit, und das innerhalb einer beziehung, damit kommen diese auf Dauer nicht klar.


    Nun solltest Du noch mal in Dich gehen und dich fragen, was Dir wichtiger ist? Dieser Mann an Deiner Seite und dafür nimmst Du die Einsamkeit in Kauf, oder ob Du Dich nicht besser von ihm trennst, um jemanden kennenzulernen, der auch mit Dir zusammenleben möchte (möglichst in Deinem Haus).

    Zitat

    Geht es nur um den Wohnort, solltest du dich nochmal überdenken. Für mich wäre kein Gebäude es wert dafür eine Beziehung aufzugeben.

    Naja, aber ganz ehrlich. Sein Partner will dafür nicht mal eine kleine Wohnung aufgeben.


    Da kommt bei mir so wenig Emtion rüber vom Partner des TE, dass ICH mein Haus (gerade, wenn er da viel Herzblut reingesteckt hat) für eine "Jaaa...dann ziehen wir halt mal zusammen, macht man halt so"-Einstellung nicht aufgeben würde.

    Er will seine Wohnung nicht aufgeben und wegziehen.... da diese viel zu klein ist und es keinen Rückzugsort gibt kommt es für mich nicht in Frage. Er meinte auch, dass es wahrscheinlich nicht klappen würde weil er ja schon so lange alleine lebt....


    Für ihn soll alles so bleiben wie es jetzt ist.... wäre ja zu einem Kompromiss bereit, aber das ist auch nicht gewünscht :|N :-(


    Da denkt man, dass man alles hat, ist froh, dankbar und glücklich und auf einmal steht man da mit nichts... :-(

    Zitat

    Er will seine Wohnung nicht aufgeben und wegziehen.... da diese viel zu klein ist und es keinen Rückzugsort gibt kommt es für mich nicht in Frage. Er meinte auch, dass es wahrscheinlich nicht klappen würde weil er ja schon so lange alleine lebt....


    Für ihn soll alles so bleiben wie es jetzt ist.... wäre ja zu einem Kompromiss bereit, aber das ist auch nicht gewünscht :|N :-(

    Auf mich persönlich wirkt das wie Ausreden. Er will einfach nicht mit Dir zusammenwohnen.


    Vor vielen Jahren wollte mein damaliger Freund auch mit mir zusammenziehen. Da waren grade interessante Wohnungen frei. Jetzt war ich aber erst ein halbes Jahr zuvor in meine erste eigene Wohnung gezogen. Ich hatte in diese Wohnung noch nicht viel Herzblut oder Geld gesteckt. Hätte ich wirklich gewollt, wäre ich mit ihm zusammengezogen. Ich hing ja nicht so an meiner Wohnung. Aber ich wollte einfach nicht, hatte ein ungutes Gefühl dabei. So habe ich dann gesagt, ach weißt Du, ich möchte lieber erst mal eine Weile alleine wohnen. So vom Elternhaus raus direkt in eine Wohnung mit Partner finde ich nicht so prickelnd. Das war aber einfach nur eine Ausrede, weil ich nicht mit ihm zusammenwohnen wollte.

    Zitat

    Er meinte auch, dass es wahrscheinlich nicht klappen würde weil er ja schon so lange alleine lebt....

    Das interpretiere ich als generelles Nein.


    Da du andere Vorstellungen von einer Beziehung ist, suche dir einen neuen Partner, bei dem Alles passt.


    Klingt leicht ist es aber nicht. Ich weiß.

    Hallo liebes Pfefferminzbonbon :-D


    Mit deiner Aussage:

    Zitat

    Da träumt man jahrelang von einer gemeinsamen Zukunft, Du baust fleißig an Eurem Nest... und dann steckt er Dir, dass er doch nicht mit Dir zusammenleben möchte. Das ist bitter. Vor allem, da ihr ja nicht erst seit ein paar Monaten ein Paar seid. Du dachtest, Du könntest Dich auf diese Beziehung verlassen.

    hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich hatte wirklich gedacht, dass wir eines Tages unser Leben "zusammen" genießen können.

    Zitat

    Nun solltest Du noch mal in Dich gehen und dich fragen, was Dir wichtiger ist? Dieser Mann an Deiner Seite und dafür nimmst Du die Einsamkeit in Kauf, oder ob Du Dich nicht besser von ihm trennst, um jemanden kennenzulernen, der auch mit Dir zusammenleben möchte (möglichst in Deinem Haus).

    Es tut zwar sehr weh, aber vielleicht ist es dann doch besser jetzt einen Schlussstrich zu ziehen. Ich habe das andere Paar, welches seit 15 Jahren über eine Entfernung von >100 km zusammen ist gefragt, ob es nicht schwierig ist. Antwort: "man gewöhnt sich daran...."


    Mein Leben ist mir persönlich zu schade dafür, um mich an etwas gewöhnen zu müssen. Warum soll ich nur einen Kompromiss eingehen, wenn es doch anders viel schöner sein könnte.

    @ Krabbelkäferle:

    Sehe ich genau so. Warum sollte ich mein Haus (Vermögensobjekt, Altersvorsorge) verkaufen, wenn er nicht bereit ist aus seiner Mietwohnung auszuziehen?

    @ temare:

    ja das wird wohl ein "Nein" sein ":/:°(


    Ich habe aber ehrlich gesagt etwas Angst, da ich wieder ganz alleine dastehen würde. Und auf dem platten Land ist es nicht so einfach jemand passenden zu finden. Ich bin nicht der Typ, der schnelle Sex-Abenteuer sucht, ganz im Gegenteil... Und den passenden Gegenpart zu finden ist auch nicht so einfach...


    Ich habe mich über das Thema auch mit meinem besten Freund unterhalten. Er hat mir den Tipp gegeben, das zu machen, was mich glücklich macht... Das wäre dann wahrscheinlich auch die Trennung, so komisch sich das nun anhört :°( Es hängt doch so viel an unserer Beziehung. Unsere Familien, die sich super verstehen, gemeinsame Freunde, viele Erinnerungen... wenn das zerbricht, geht ein großer Teil meines jetzigen Lebens verloren :°(

    So wie ich das lese geht es deinem Freund schlicht darum, dass er sich nicht vorstellen kann, mit dir zusammen zu ziehen - egal in welchem Gebäude, an welchem Ort usw. Das finde ich auch nicht verwerflich und es hat auch nichts damit zu tun dass er dich weniger liebt als du ihn. (Kann ich dir so sagen, weil ich auch nicht mit meinem Partner zusammenleben möchte und 45 min Entfernung für mich kein Problem sind und ich ihn sehr wohl liebe.)


    Hm, ihr habt also Pläne geschmiedet, wie das mal sein könnte, in deinem Haus zusammenzuziehen. Bist du sicher dass es eure Pläne waren und nicht vielmehr deine? Ich könnte mir gut vorstellen, dass er versucht hat sich mit dem Gedanken anzufreunden und vielleicht auch gedacht hat das könnte schön werden, aber nun da es konkret wird, muss er für sich selber Farbe bekennen und das sieht eben so aus, dass er es lieber so belässt wie es ist.


    Jetzt kann man sich fragen: Wieso verlässt du ihn lieber als es zu lassen wie es ist? Denn wenn du ihn verlässt hast du ihn gar nicht mehr (gehts dir eigentlich überhaupt um ihn, oder eher darum, generell nicht ohne Partner dazustehen? Eine Äußerung von dir klingt danach), so hast du wenigstens etwas von ihm. So habe ich mal gegenüber einem Freund argumentiert, der sich von mir trennen wollte, weil er die Fernbeziehung nicht mehr aushielt. Ich hab aber gesehen, dass man da nicht mit (solchen) Argumenten weiterkommt. Du musst das tun was sich für dich stimmig anfühlt. Aber an deiner Stelle würde ich jetzt nichts aus Trotz und vermeintlich verletztem Stolz o.Ä überstürzen. Lass dir Zeit.

    Warum sollte ich es so lassen wie es ist, wenn ich damit nicht zufrieden bin bzw. ich daran kaputtgehe?


    Offensichtlich haben wir wirklich unterschiedliche Ansichten über Beziehung und Zusammenleben... auf Dauer macht das doch auch die Liebe kaputt....


    Geplant haben wir beide übrigens zusammen. Für mich ist es schon ein großer Vertrauensbruch wenn er zuerst sagt, da er mit mir zusammenzieht und es dann im Endeffekt nicht macht.


    Überstürzen werde ich erstmal nichts. Ich warte zwei Monate ab und schaue mal, wie es dann aussieht. Sollte ich mich dann immer noch unwohl fühlen und darunter leiden, werde ich nochmals das Gespräch mit ihm suchen. Er hat ja schon gesagt, dass wir uns dann freundschaftlich trennen können. Auch wenn es mir sehr schwer fallen würde...