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    Sich komplett aufzugeben und nur den Bedürfnissen des Anderen zu entsprechen bringt niemanden weiter...

    Das ist ein guter Gedankenansatz für eure Problematik. Ich sehe bei euch zwei Partner, die sich bisher in ihren Bedürfnissen und Freiräumen angenommen haben für einen sehr langen Zeitraum. Es musste sich niemand zu sehr verbiegen und für den anderen "opfern".


    Du hast es angesprochen, dass Dein Partner vorerfahren ist in Sachen zusammen leben. Es ist nicht auszuschließen, dass er dabei für sich raus gefunden hat, dass ihm zuviel eng räumliche Nähe nicht liegt. Für ihn hast Du über lange Jahre seinen Status Quo nicht angetastet und die Bedingungen euer Beziehung akzeptiert.


    Aber Menschen und ihre Bedürfnisse verändern sich im Laufe der Zeit. So kann es durchaus sein als Du begonnen hast das Haus zu sanieren, dort viel Zeit, Geld und Herzblut rein investierst hast, gar nicht bemerkt hast das Dein Zweitpart innerlich auf Distanz zum Projekt Haus und gemeinsamen Heim gegangen ist.

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    Mein Partner hat mir leider nicht sehr oft geholfen, das habe ich auch kritisiert. Er hat sich auch dafür entschuldigt.

    Ich sehe in dem von Dir beschriebenen Fakt der "verweigerten" Hilfe ein deutliches Indiz, dass seine Wünsche in Bezug auf das Haus andere waren und sind. Jemand der von Anfang an voll hinter dem Projekt gemeinsames Zuhause steht, wird es sich gar nicht nehmen lassen von Anfang an zu planen und eigenen Ideen mitzugestalten, damit es ein WIR-Erfolgsgefühl am Ende der Bauzeit ist.


    Und das weiß ich deshalb so genau, weil ich diesen Weg mit einem Ex-Partner vor ein paar Jahren so gegangen bin. ;-) Hätte mir zu keinem Zeitpunkt vorstellen können, dass ich bei so einem wichtigen Vorhaben distanziert zurück stehe, und das Projekt Haus erst ab meinem feierlichen Einzug miterlebe.


    Du bist durch die geleistete Arbeit und die viele verbrachte Zeit mit diesem Haus verschmolzen zu einer Einheit. Das war ein längerer Prozess. Bei Deinem Freund und Partner war das Gefühl stets anders. Er hat nie diese innere Leidenschaft geteilt, die einzelnen Planungsschritte umzusetzen. Monatlich aktiv zu planen/durchrechnen welche Handwerksarbeit als nächster Schritt folgen kann. Das sind Emotionen die nur dann entstehen, wenn man sie gemeinsam lebt. :)_


    Haus- und Grundeigentum bindet wichtige Ressourccen in Geld- und Zeitaufwand. Das bleibt auch so, wenn man dort lebt. Es gibt u.a. extreme Naturgewalten, die plötzlich zuschlagen und teure Reparaturen nach sich ziehen usw. (selbst zwei Mal erlebt ]:D ;-) )


    Man hat nicht diese ruhige Bequemlichkeit wie in einer Mietwohnung, weil das Kostenrisiko nicht so hoch ist, dass selbst Vorsorgeversicherungen nicht voll auffangen kann.


    Grundstücks- und Hauspflege ist regelmäßig angesagt, egal wie alt und gesund man ist. Solche Überlegungen könn(t)en bei der Entscheidung Deines Freundes mit rein spielen, außerhalb seines persönlich räumlichen Distanzbedürfnisses.


    Ich glaube, dass er Dir bereits vor langer Zeit nur ohne Worte gezeigt hat, dass es mehr DEIN als EUER Haus ist. Er hat mit Dir Deine Pläne besprochen und begleitet, aber nicht als künftiger Eigenheimbesitzer im Herzen. Das hast Du (vermutlich) in Deiner großen Euphorie und Bauleidenschaft ausgeblendet oder im Stillen gehofft, wenn alles mehr Form und Bild als Projekt annimmt, dass die (noch) fehlende Begeisterung Deines Freundes zunehmend entstehen wird.


    Das ist nicht eingetroffen,und deswegen fühlst Du Dich um diese Hoffnung betrogen, weil vorher nie konkret formuliert hat - nein mein Weg ist das nicht. Er wollte Dir (vielleicht) aus falscher Rücksicht nicht die Vorfreude nehmen, die Du entfaltet hast während das Haus Stück für Stück Dein Zuhause wurde.


    Ob Du Dich trennen willst, weil ein Dir wichtiges Bedürfnis nicht gelebt werden kann ist Deine Entscheidung. Dein Partner hat seine bereits getroffen und deutlich gemacht, dass er einer freundschaftlichen Trennung den Vorzug geben würde bevor er sich als Mensch und Partner zu sehr verbiegen lässt.

    Wow vielen Dank für Deinen Beitrag. Wenn ich in mich gehe und überlege könnte es genau so sein...


    Vor allem was den Umfang der Arbeiten am Haus angeht gab es aktuell auch noch Diskussionen. Es ist eben aufwendig und viel Arbeit so ein Haus in Schuss zu halten und zu pflegen. Von den normalen Tätigkeiten um Haushalt mal ganz abgesehen denke ich, dass es zu viel für ihn sein könnte... er beschwert sich ja schon über die normalen Arbeiten im Haushalt in seiner kleinen Wohnung...


    Habe immer versucht ihn einzubinden aber, in meiner Euphorie, wahrscheinlich wirklich nicht gesehen, dass er einfach kein Interesse hatte. Das Haus war im übrigen lange Zeit, bedingt durch die Sanierung, nicht bewohnbar... jetzt ist es ein kleines Schmuckstück ;-)


    Werde nochmal in mich gehen und in Ruhe alles abwägen...