Beziehung spielen?

    Hey liebes forum


    Ich hab vor kurzem einen mann kennengelernt. Zwei Jahre älter als ich hübsch, studiert , groß , liebevoll ... alles was man so will. Wir hatten unser erstes date in einem Café , zwei Stunden später gingen wir küssen und Händchen haltend spazieren. Seit dem hat sich nichts geändert wir küssen uns zur Begrüßung kuscheln machen rum (noch ohne Sex ) machen Pärchen Sachen und sehen uns sooft es geht. Aber niemand von uns spricht an was wir sind. Es kommt mir komisch vor , nicht echt . Als ob wir tausend Schritte übersprungen hätten .


    Ich fühle mich als wäre das nicht echt weil wir gar nicht wissen was wir sind. Soll ich einfach fragen ob wir zusammen sind ? Ich komm mir dumm vor. (Bin Mitte 20) habt ihr sowas schonmal erlebt ?

  • 61 Antworten

    Also wir haben eigentlich in der 6. Klasse damit aufgehört uns Zettel a la "Liebst du mich ja/ nein, bitte ankreuzen".


    Ich würde es ja ganz lassen, aber wenn es dir keine Ruhe lässt: Geht das nicht auch ein bisschen lockerer? Spontaner, aus der Situation heraus?


    ZB wenn ihr euch mal wieder berührt: "Wahnsinn, ich kanns irgendwie nicht glauben. Vor 2 Wochen war ich noch ein zufrieden vor sich hin schlappender Single, und nun (...)" (darauf sagt er dann sicher was, und dann sieht man ob/wie sich ein Gespräch entwickelt)/ "Kommt mir so vor als würden wir uns schon 1 Jahr kennen"/ "Ich hätte ja nie gedacht dass ich einen Mann schlappe 2h nach dem Kennenlernen so küssen würde" ... Aber bitte ja nichts von "Seelenverwandtschaft" schwafeln - ist also ein schmaler Grat ;-)


    Allerdings würde ICH auch mit sowas erst ankommen, wenn ich wenigtens schon mal (mehrfach) Sex mit dem Mann gehabt hätte.

    Ich sehe das ein bisschen anders. Ich persönlich finde es eher ungezwungen, wenn man sowas einfach offen ansprechen kann. Heißt ja nicht, dass man es muss, aber ich finde es auch absolut nicht zum davonlaufen. Allerdings würde ich auch noch ein bisschen warten, bis ihr mal darüber sprecht, wo das Alles hinführen soll. Noch datet ihr euch ja einfach. Wenn er dich wirklich mag und ihr gut zusammenpasst, wird es dir schon nicht übel nehmen, wenn du da mit ihm drüber sprichst. Vielleicht findet er es ja auch ganz süß ;-) !

    In dem "Beziehung spielen"-Spiel gibt's normalerweise ziemlich penetrante Eltern oder Geschwister. Und die lassen sich nicht so einfach abschütteln. Die bohren. Bis sie eine Definition haben. So kenn ich das. Und das zwingt Menschen, sich irgendwie zu positionieren, z.B. wenn sie die andere Person vorstellen.


    "Hallo Eltern, das ist Marco, mein ..." - ja was eigentlich?


    mein Freund?


    ein Freund?


    einer meiner Freunde?


    ein Bekannter?


    ein Studienkollege?


    Wer das nicht so offen sagen will, und einfach nur sagt: "Hallo, das ist Marco." dann spielen die Eltern das spontane, lockere "Verhör nebenbei aus der Situation heraus"-Spiel, das CoteSauvage genannt hat, genau so mit den Kindern und deren "Anhängseln", selbst wenn die erwachsen sind. Nur eben: die kennen ihr Kind (in diesem Fall) schon 25 Jahre, und nicht erst seit kurzem. Und haben damit einen beträchtlichen Vorteil im Interpretieren von Körpersprache und ausweichender Antworten. ;-)

    Zitat

    Soll ich einfach fragen ob wir zusammen sind ?

    Was bedeutet dir die Antwort? Und welche Konsequenzen würden sich daraus ergeben?


    Also ich finde deine Frage an sich sehr berechtigt und überhaupt nicht dumm. Nur irgendwie verfrüht, wenn ihr euch erst vor kurzem kennengelernt habt. Und unbestimmt im Punkt "zusammen" und "Beziehung".

    Naja also die konsequezen wären zumindest in absehbarer Zeit. .. nehm ich ihn mit auf die Hochzeit meiner Schwester im August oder frage ich ihn ob wir zusammen in Urlaub gehen.


    Und ich glaube aber wenn er jetzt Nein sagen würde... hm könnte ich dann weitermachen so oder eher nicht. Bei mir lief das halt sonst echt immer mit diesem "lass uns ne Beziehung versuchen" Gespräch.

    Ich würde sagen: MEIDE DIESES GESPRÄCH! Echt, ich hab sowas letzte Woche auch wieder mal versucht, weil man immer so unsicher ist, aber das kann manchmal echt scheiße laufen. Manchmal ist es besser, damit etwas zu warten. Vielleicht kommts von ihm, so lange ist es ja noch nicht. Und letztendlich wird mehr draus, dann bleibt er da, oder es wird nix draus, dann ist er irgendwann wieder weg. Wie mans nimmt, ist es doch dann letztendlich egal, ob man drüber gesprochen hat oder nicht.


    Dinge, die mein neuer "Freund" (er kriegte beim Wort "Beziehung" unerklärlicherweise fast nen Anfall...) gesagt hat, die so ein Gespräch eigentlich überflüssig gemacht hätten:


    "Du bist meine Nr. 1", "Ich will nur dich treffen und keine anderen Frauen", "Du bedeutest mir viel".

    Zitat

    Und unbestimmt im Punkt "zusammen" und "Beziehung".

    Was ist da eigentlich für euch Männer der Unterschied? Ich kapiers nicht. Für mich ist das das gleiche, aber anscheinend bedeutet Beziehung für manche Männer was ganz schlimmes und zusammen nicht (wobei zusammen bedeutet, dass man sich "Paar" nennt und sich nur auf sich konzentriert und nicht andere Leute datet, also eigentlich alles, was man in einer Beziehung auch hat). ":/ Ich meine, ich mache auch einen Unterschied zwischen frisch verknallt und Liebe, aber alles, was exklusiv ist und mehr als nur poppen beinhaltet (also auch Alltag teilen, z.B. gemeinsam zu einem Event auf meiner Arbeit erscheinen o.ä.) ist für mich "Beziehung" und ich hab dafür kein anderes Wort.


    Viele meiner Bekannten meinten, sie haben so ein Gespräch nie geführt und es hat sich einfach so ergeben, scheint also auch normal zu sein. Naja, zumindest wenn man das Gespräch führen will (was ich verstehen kann, denn man will ja sicher sein... also ich persönlich will sowas sicher wissen, weil wenn sowas nicht geklärt ist, ich ungern monatelang darauf verzichte, mich weiter umzuschauen, ob ich nicht was Unkomplizierteres finde und ungern immer mehr Gefühle entwickle... %-| ) sollte man vielleicht das Wort "Beziehung" vermeiden. ;-)

    Was passiert, wenn du ihn nicht auf die Hochzeit der Schwester mitnimmst? Nichts. Und in den Urlaub kann man ja wohl auch zusammen fahren unabhängig von einer Definition.

    Zitat

    Und ich glaube aber wenn er jetzt Nein sagen würde

    Hast du ernsthaft vor ihn jetzt zu fragen "Sind wir zusammen"?? Kommst du dir da nicht vor wie im Kindergarten? Was soll der arme Mann denn darauf antworten? Das ist jedenfalls in diesem Stadium so eine unbeantwortbare Frage wie "Schatz, findest du auch, ich sollte abnehmen?"


    Aber ok, wenn du das auf die Art schon immer gemacht hast, dann läuft ja anscheinend nicht jeder Mann auf so eine Frage hin davon, und wenn das bisher keinen Mann gestört hat, warst du beim Aussuchen deiner Freunde diesbezüglich recht treffsicher.


    Also frag :-D

    Zitat

    Bei mir lief das halt sonst echt immer mit diesem "lass uns ne Beziehung versuchen" Gespräch.

    Klingt ein wenig wie "lass uns Zukunft planen". Wäre es nicht schöner einfach eure Liebe oder Wasauchimmer einfach nur zu leben? Ganz ohne Etikett?

    ;-D ;-D alsoes Waren auch manchmal die Männer die den Status geklärt haben wollten ;-) nicht immer ich ;-)


    Ja ehrlichgesagt wollte ich das so fragen.


    Naja ich hätte ihn schon gern auf der Hochzeit dabei ;-).


    Aber da ich immer offen für Neues bin, werd ich das mit dem nicht reden vielleicht wirklich mal ausprobieren ;-)

    Zitat

    Was ist da eigentlich für euch Männer der Unterschied?

    Es gibt weder "euch Männer" noch "euch Frauen", einmal damit das klar ist. Das weibliche Geschlecht wird ja auch gerne mal


    sauer wenn sie über einen Kamm gezogen werden. ]:D @:)


    Für mich macht das einen großen Unterschied ob ich mit einer Frau eine tiefe emotionale Verbindung eingehe oder eine Person einfach erstmal nur "date". Das Konzept der Beziehung ist eh sozial konstruiert und nicht jeder fühlt sich damit wohl. Ich leb jetzt auch sehr glücklich mit einer Frau seit knapp nem Jahr in einer ganz lockeren und unverbindlichen Zusammenkunft und wir sind beide sehr froh, dass wir uns den Gefühlskram fürs Bett aufbewahren können. Manche Menschen ticken halt anders.


    Mir ist es bei Freunden öfter mal aufgefallen, dass ein Part gerne mal sehr schnell ist und zuviel auf einmal verlangt und Druck gibt. Das Verlangte wird dann nicht erwidert, es kommt zu Frustration und Schuldzuweisungen, obwohl der andere Part nie diesem Spiel zugestimmt hat.


    Steckt euch eure Grenzen halt früh ab, aber glaubt nicht nur weil euer Gegenpart mit euch Händchen hält, dass er dadurch symbolisch einer tiefen Verbindung zustimmt. Im Endeffekt hilft es nur drüber zu reden und die andere Person nicht unter Druck zu setzen. Wenn dabei komplett verschiedene Welten aufeinander treffen ist es vielleicht doch besser getrennte Wege zu gehen.

    Zitat

    Naja ich hätte ihn schon gern auf der Hochzeit dabei ;-).

    bis August ist es noch ne lange Zeit. Wer weiß, ob du ihn dann noch mithaben willst! ]:D


    Aber wenn sich das zwischen euch weiter so gut anfühlt, kannst du ja ein paar Wochen vor der Hochzeit fragen ob er dich begleiten würde.

    Für mich klingt das alles ganz normal, je nachdem, was du unter "vor kurzem" verstehst.


    Wenn ich nach einer angemessenen Zeit Zweifel hätte, ob das nun eine Beziehung ist oder nicht, dann wäre es keine, die Frage danach erübrigt sich. Denn umgekehrt war es auch immer klar. Aber so ganz am Anfang sind Unsicherheiten doch meistens mit im Gepäck.

    Zitat

    Naja also die konsequezen wären zumindest in absehbarer Zeit. .. nehm ich ihn mit auf die Hochzeit meiner Schwester im August oder frage ich ihn ob wir zusammen in Urlaub gehen.


    --Lilja4ever

    Ja, beides so Dinge, die geplant werden wollen. Die Gästeliste vom Brautpaar, wo die Leute irgendwann angemeldet werden wollen und ja auch Geld kosten. Und der Urlaub geht auch nicht so superspontan.


    Wobei es da schöne Übergangsdinge gibt:


    * Den gemeinsamen Spaziergang mit deiner Schwester+künftigem Mann und einfach nen lockeren Nachmittag.


    * Oder das berühmt-gefürchtete erste Sonntag-Nachmittags-Kaffee oder Abendessen bei/mit den Eltern.


    * Den verlängerten Wochenendausflug in ein kleines Hotel (oder Camping? oder Hostel? und wohin eigentlich?), der wirklich spontan geht.


    Ich finde das angenehmer, wenn dieser Übergang bisschen sanfter ist, als gleich die ganze Verwandtschaft auf einen Schlag auf einer Hochzeit zu sehen. Oder bei 2 Wochen Fernreise im Doppelzimmer dann auch nur wenig Raum für sich zu haben.


    Mit deinen Überlegungen überspringst du in Gedanken schon wieder irgendwie kleine Schritte, finde ich.

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    Und ich glaube aber wenn er jetzt Nein sagen würde... hm könnte ich dann weitermachen so oder eher nicht. Bei mir lief das halt sonst echt immer mit diesem "lass uns ne Beziehung versuchen" Gespräch.


    --Lilja4ever

    Wenn das gut lief, dann spricht doch auch dieses Mal nichts dagegen, oder doch?

    Zwischenmenschliche Beziehung haben in meinen Augen etwas mit Vertrauen, innerem Wachstum und einer mit Beginn entstehenden Sympathieachse zu tun. Letztere kann sich mit Dauer von gemeinsamen Treffen, durch das sich Nähern an das eigene Alltags-verhalten jeder Zeit drehen. Zum Teil phasenweise, manchmal auch dauerhaft. Womit es jedoch ständig zu tun hat, dem Zeitfaktor.


    Wenige Ausnahmen verstehen sich gleich in den Anfängen "blind" und wissen WIR sind es. Aber die überwiegende Wahrnehmung bei mir ist, dass es Wochen- und zum Teil Monate andauern kann, bis sich diese tiefe innere Gefühl eingestellt hat, den anderen näher zu kommen und Teil in seinem Leben zu sein.


    Bin mir allerdings nicht sicher, ob man es gleich in eine feste Schublade packen muss, von draußen mit Etikett versehen, so Päckchen geschnürt fertig.


    Eigentlich könnte Dir das eigene Bauchgefühl zeigen, Kontaktverhalten ist stimmig, mein Gegenüber ist verlässlich in seinen Ansagen, die Treffen sind zeitnah (sofern machbar von beiden Seiten), die Gespräche sind erfüllend, die Interessen passen zusammen. Der Flirtfaktor passt sehr gut, und beide wissen was sie wollen und aneinander haben. Im Idealfall setzt sich das mit jedem Treffen deutlicher fort, wird intensiver und harmonischer.


    Bedarf es in so einer Situation noch dieser festen Zusage, "ich will Dich und Du bist nun die fest erwählte Freundin" ? ;-) :-D

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    Und unbestimmt im Punkt "zusammen" und "Beziehung".

    Was ist da eigentlich für euch Männer der Unterschied?

    Letzlich sind individuelle Erwartungen damit verbunden. Und diese lohnt es sich zu besprechen, nicht alle auf einmal, aber immer mal wieder, finde ich. Die Haarspalterei der Worte/Begriffe finde ich da bei bei weitem nicht so wichtig.


    Gerade Erwartungen, wo individuelle Interessen und Interessen des Beziehungspartners kollidieren können. Nur mal ein paar Beispiele:


    * Erwartungen an die Wahl des Lebensmittelpunktes (Wohnung, Arbeit)


    * Erwartungen an den Umgang mit Ex-Partern und ggf. Kindern und den Gefühlen zu diesen


    * Erwartungen an zeitliche Synchronisation (Zeit haben, sich Zeit nehmen)


    * Erwartungen an Exklusivität (das kann sexuell sein, aber für andere auch Dating oder die Teilnahme an Parterportalen oder selbst Facebook-Likes einschließen, oder Essen gehen)


    * Erwartungen im Umgang mit anderen Menschen (Freunden, Kollegen, Eltern, etc.)


    * Erwartungen an emotionalen und ggf. finanziellen Beistand in Ausnahmesituationen (Arbeitsplatzverlust, Unfall, Krankheit, ungewollte Schwangerschaft)


    * Erwartungen, die eigene Wohnung auch an die Bedürfnisse der neuen Beziehung anzupassen


    * Erwartungen an eine Synchronisation der Tagesplanung und Lebensplanung, und seien es anfangs ganz kleine Dinge, z.B. wann jemand auf Arbeit aufhört und nach Hause kommt


    * Erwartungen an ein Auskommen in Werten und Einstellungen,


    * Erwartungen an das Zurückstellen eigener Interessen hinter die Interessen des Beziehungspartners


    * Erwartungen an Schutz und Beistand, aber auch Erwartungen daran, eigene Freiheit zu behalten, also nicht überbeschützt zu werden


    * Erwartungen an das "Mitdenken" für den anderen, ohne ihn/sie damit zu bevormunden


    * Erwartungen an Öffnung und Vertrauen, an Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit


    Was vorher zwei Singles waren (im einfachsten Fall), gibt's nun mit wachsender Beziehungsverbindlichkeit eine Abgabe individueller Freiheit - weil für einen, im Idealfall für beide, die neue gemeinsame Sache einen Gewinn bedeutet. Bis ein Zuviel an Gemeinsamkeit die individuelle Freiheit vermissen lassen kann.


    Das mag jetzt alles so bedeutungsschwanger klingen, aber genau diese Aspekte (die dann so schrittweise) kommen, bedeuten für mich den Übergang von den anfänglichen unverbindlichen Treffen, locker und spontan, hin zu einer Beziehung.

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    Viele meiner Bekannten meinten, sie haben so ein Gespräch nie geführt und es hat sich einfach so ergeben, scheint also auch normal zu sein.

    Klar, geht auch. Es gibt nie nur einen Weg.

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    Erwartungen an eine Synchronisation der Tagesplanung und Lebensplanung, und seien es anfangs ganz kleine Dinge, z.B. wann jemand auf Arbeit aufhört und nach Hause kommt

    Selbst so ein zentraler Aspekt wie "zuhause" ist in Beziehungen mit einer neuen Unsicherheit verbunden.

    HILFE, da hab ich vor der "sind wir jetzt zusammen"- Frage noch mehr Angst!!


    Zu der obigen Liste soll man allen Ernstes bei einem Menschen, den man erst seit kurzem kennt, schon eine Stellung beziehen bzw eine klare Meinung haben können??


    Ich würde es so sehen: ihr kennt euch seit kurzem, seit ein bißchen Händchenhaltend und küssend durch die Gegend gelaufen-that's it. Ob sich aus dieser Flirterei eine Beziehung entwickelt, wird sich eher mit der zeit zeigen als mit der Beantwortung einer Frage.


    Zu einer Beziehung gehören im Idealfall ja auch Gefühle, unddas braucht halt auch seine Zeit.