Beziehung weiterführen?

    Hallo,


    ich fühle mich in meiner Beziehung nicht mehr wohl, und denke, es wäre wohl, besser, sie zu beenden. :-/ Das Problem ist, dass ich ihn nicht mehr wirklich liebe, von mir aus ist es eher auf freundschaftlicher Basis. Auch Sex macht mir zwar grundsätzlich Spaß und ich finde es recht schön, könnte aber eben so gut darauf verzichten, zumindest mit ihm - was aber nicht an ihm als Mensch liegt, sondern eher daran, dass ich ihn eben nicht (mehr) begehre. Generell ist mir die Beziehung einfach anstrengend, ich habe zu wenige Freiräume. Vielleicht ist mein Empfinden dahingehend gestört und ich brauche enorm viele Freiräume? ":/ Ich würde einfach mal gerne ohne Rechtfertigung einen Tag alleine/mit jemand anderem zubringen, ohne dafür ihm mehr oder weniger absagen zu müssen, weil er mich schon irgendwie halb einplant, wenn er weiß, dass ich grundsätzlich Zeit hätte. Es ist mir einfach zu viel. Wenn wir uns mehrere Tage nicht sehen, würde ich gerne wieder mal was zusammen machen, aber nach ein paar Stunden Unternehmung würds mir auch wieder für ein paar Tage reichen. Er hingegen ist der Meinung, jetzt die verlorene gemeinsame Zeit erst recht wieder reinholen zu müssen, er braucht dann wahnsinnig viel Nähe.


    Am liebsten wäre es mir ehrlich gesagt, einfach zurückspulen zu können und gar keine Beziehung mit ihm anzufangen. Ich war mir von Anfang an irgendwie darüber im Klaren, dass das nicht lange gutgeht, dass wir uns zwar in vielem ähneln, grundsätzlich aber doch sehr verschieden sind. Er lässt auch alles auf sich zukommen, lebt einfach dahin, nimmt nichts tragisch oder die Arbeit ernst. Da bin ich komplett anders, ich liebe meinen Beruf und habe auch ansonsten einige zeitaufwändige Hobbys, die ich gerne pflege. Als Ausgleich benötige ich viel "me-time". Jeden Tag einige Stunden im Durchschnitt von meinem Leben abzuzweigen, dazu habe ich keine Lust. Für die Zukunft stellen wir uns ebenfalls vollkommen unterschiedliche Dinge vor - von Kindererziehung über den Wohnort gehen die Meinungen fundamental auseinander. (Derzeit wohnen wir nicht zusammen, haben keine Kinder, keine Verpflichtungen.)


    Ich weiß wie sich das alles anhört, schrecklich, ich mag mich objektiv betrachtet dafür absolut nicht. Deshalb denke ich, wäre es nur fair ihm gegenüber, die Beziehung zu beenden. Andererseits käme es wohl aus heiterem Himmel für ihn, das kann ich ihm fast nicht antun.


    Ich fühle mich gefangen in dieser Situation, die Treffen bringe ich überspitzt formuliert nur mehr hinter mich, um dann mit gutem Gewissen mal zwei Tage nichts mit ihm tun zu müssen, ich überlege mir ja sogar schon Ausreden, weshalb ich ihn nicht treffen kann. Das ist doch krank??? Während den Treffen oder kurz vorher wünsche ich, es wäre schon wieder vorüber. :-X


    Für Ende des Jahres haben wir schon einen Urlaub gebucht, wie komme ich da wieder raus?


    Bin ich eine schreckliche Person? :|N Er war von Anfang an so gut zu mir und ist ein lieber Mensch. Er hat mir so viel gegeben, es kommt mir vor, als stünde ich in seiner Schuld...


    Vielleicht kann mir einer einen Rat geben, die ganze Situation objektiv bewerten? Das wäre lieb, ich weiß nicht mehr, was ich denken und fühlen soll, auf jeden Fall fühle ich mich so nicht gut. :-(

  • 10 Antworten

    Naja, das einzige, was laut deiner Schilderung nun gegen eine Trennung spricht, ist dass er nichts ahnt und ihr einen Urlaub gebucht habt - das kann doch für dich nicht Grund genug sein, an einer Beziehung festzuhalten? ???


    Wieso weiß er überhaupt so gar nichts davon, wie es dir geht? Wieso verbiegst du dich so für ihn, obwohl du dich dabei offensichtlich unwohl fühlst?


    Dass er "ein lieber Mensch" ist, hilft auch nichts, wenn man sich nicht liebt. Und das kann man nicht erzwingen. Du bist ihm auch nichts schuldig, nur weil er nett zu dir ist.


    Und einen Urlaub kann man auch stornieren..

    Wie lange seid ihr denn schon zusammen?


    Objektiv gesehen: Du liebst ihn nicht mehr und fühlst dich nicht mehr wohl. Da kann er so nett und gut und zuvorkommend sein wie er will, du wirst dich wahrscheinlich nicht wieder zurückverlieben.


    Jede Zeit die du jetzt noch verstreichen lässt ist Zeit in der er keinen Partner finden kann, die wirklich zu ihm passt und du unglücklich bist. Es ist also keine gewonnene Zeit.

    Dass Du Dich mies Deinem Partner gegenüber fühlst, verstehe ich gut. Nur kann der Lösungsansatz nicht sein, dass Du noch mehr in die Distanz gehst, ohne klare Fronten zwischen euch zu schaffen.


    Gerade, weil Du kein Begehren mehr fühlst, Deine Gefühle sich offenkundig stark zu seinen Ungunsten verändert haben, ist es wichtig ihm reinen Wein einzuschenken.


    Stell Dir für einen kurzen Moment, die Situation umgekehrt vor. Was würdest Du Dir von einem Mann wünschen, der in derselben Lage ist, in der Du gerade lebst? Ich denke, gerade weil ihr euch mal geliebt habt, verlangt es der Respekt und die Achtung, Deinen Freund nicht weiter in eine Zukunft planen zu lassen, die es mit Dir nicht geben wird.


    Dass ein konsequenter Schritt sehr schwer fällt, wenn Du erahnst, dass es ihn emotional verletzten wird, steht, denke ich außer Frage.


    Ich bitte Dich mal in folgenden Thread rein zu schauen:


    Es kann Dir zeigen, wie ein Mann sich fühlt, wenn er völlig ahnungslos weiter eine Beziehung lebt, obwohl seine Partnerin längst ganz anders empfindet.


    http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/746183/


    Es ist, wenn Du es inkonsequent weiterlebst, irgendwann nicht mal der Punkt, dass Du Dich entliebt hast, der Deinen Partner massiv lähmen und verletzen wird. Sondern eher der Fakt, dass Du das alles wider besseres Wissen so lange als fairen Schritt herausgezögert hast, ihm ehrlich zu sagen wie Deine Gefühle aussehen.

    Danke für die Antworten. Wir sind erst seit einem halben Jahr zusammen. Ich weiß, dass ihr recht habt. Bislang war es mir noch nie so klar, ich hab es immer verdrängt, gedacht, es wird schon wieder werden. Gerade gestern/heute hatten wir den allerersten Konflikt in der Beziehung, der ziemlich tief ging und sich nicht lösen lassen wird. Schon alleine deswegen, denke ich, ich kann nicht weitermachen. Für ihn war es aber nur eine kleine Sache, die er vielleicht sogar schon wieder vergessen hat... Es gibt auch Zeiten, in denen es eben gut läuft und ich mir denke, ich liebe ihn vielleicht doch irgendwo noch. Aber das kann ja nun nicht stimmen, wenn ich mich 80% der Zeit eingeschränkt fühle... Ich hasse es in dieser Situation zu sein, ihn verletzen zu müssen.


    Es wird für ihn wie aus heiterem Himmel kommen, genauso für all unsere Freunde, seine und meine Familie. Ich fühle mich richtig schlecht, wenn ich daran denke. Ich glaube, ich bin nicht dazu in der Lage, alles zu beenden. Und weiß gleichzeitig, dass ich es muss, es nützt ja nicht, es hinauszuschieben, weil es nach dem Urlaub dann besser passen würde?? Das wäre ja unglaublich :|N Ich glaube, er wird mich danach auch hassen. Ich habe solche Angst. Ich will nicht so eine Macht über eine Person besitzen, dass ich ihr Leben (für einige Zeit) so ins negative/positive beeinflussen kann.

    Zitat

    Es wird für ihn wie aus heiterem Himmel kommen, genauso für all unsere Freunde, seine und meine Familie.

    Wenn du die Beziehung als so furchtbar empfindest und gleichzeitig sagst, dass es für alle so unfassbar überraschend sein wird, solltest du vielleicht für die Zukunft lernen, deine eigenen Ansichten besser kommunizieren und vertreten zu können.


    Wie gesagt - wie kann ein Partner denn so überhaupt nicht wissen, dass der andere sich unglaublich unwohl fühlt und keine Gefühle mehr hat?


    Du hast doch auch ein Recht auf deine Ansicht und deine Gefühle, warum machst du dich selbst so klein?

    Zitat

    Ich glaube, er wird mich danach auch hassen.

    Eine Trennung ist nie schön und bestimmt wird er nicht begeistert, sondern im Gegenteil sogar sehr traurig sein. Aber ja vor allem, weil er bis jetzt überhaupt nicht weiß, was in dir vorgeht!


    Dennoch wird er dich wohl kaum hassen.

    Es war meine erste Beziehung, ich habe keine Erfahrungswerte. Die Beziehung war vor allem anfangs total schön, und ich wollte ebenso viel Nähe wie er. Nur ist das bei ihm gleich geblieben, am liebsten würde er mich überall mit hinnehmen, ich hab das Gefühl ich soll seinen Alltag mitleben, will aber eigentlich meinen Alltag, und ab und zu den Freund. Das stimmt, ich habe erst realisiert, dass ich dieses Bedürfnis nach Distanz kommunizieren soll und darf, als es eigentlich schon zu spät war und ich dauernd genervt. Das hat vielleicht auch viel verschlimmert. Eventuell wird es aber wieder besser, wenn mal Abstand drin ist? Vielleicht geht es mir besser, wenn wir uns nur 3x die Woche sehen und nicht 5-7x inklusive übernachten? Ich weiß es eben nicht, weil ich keine Ahnung hab, vielleicht mach ich mir auch nur zu viel Gedanken darüber, wie die Beziehung sein sollte und vor allem darüber, was er will. Ich will es ihm immer recht machen und willige ganz oft in Sachen ein, von denen ich weiß, dass sie mich nicht freuen, ich mache sie nur ihm zuliebe. Beim Sex ist es vielleicht auch ähnlich, ich habe halt kein so großes Bedürfnis danach, er aber ständig, ist aber so um mich bemüht, er meinte letztens, in der und der Situation wollte er gerne, hat es aber nicht gesagt, weil er meinte ich wollte nicht (und er hatte Recht, zu den Zeitpunkten hatte ich absolut keine Lust und deswegen auch ein schlechtes Gewissen, weil ich wusste, dass er wahrscheinlich will.)


    Das spielt vielleicht stärker rein, als ich bislang gedacht habe. Vielleicht ist die Beziehung an sich ja überhaupt nicht das Problem, sondern nur die Art, wie wir die Beziehung führen? Ich mache mir glaube ich selbst einen immensen Druck, ihm alles recht zu machen und vergesse dabei auf mich selbst und stehle mir dadurch die Freude daran?


    Ich bin völlig verwirrt, ich weiß selber nicht, was los ist mit mir, mit der Beziehung. Es kommt mir vor, als könnte ich nicht mehr unterscheiden zwischen was Ja und was Nein bedeutet. :-( ":/ ???

    Ach ein halbes Jahr erst, das ist doch noch kennenlernen, da von tiefer Liebe zu sprechen ist doch ein bisschen verfrüht.


    Du hast ihn genauer besser kennengelernt in dem halben jahr und weisst jetzt, dass das nichts wird, die Gefühlt sind geschwunden anstatt zu wachsen und es gibt Dinge, bei denen ihr einfach nicht harmoniert.


    Eure Eltern werden sicher nicht überrascht sein, es ist total normal, dass die ersten Beziehungen nicht besonders lange halten, mach dir da keinen Kopf.


    Aber sei fair zu ihm und informier ihn darüber was sache ist.

    Vielleicht mache ich es mir zu leicht? Wenn ich die Beziehung beende muss ich mich nicht weiter damit auseinandersetzen. So als wäre diese Option der Notausgang um nicht an der Beziehung/Verständigungsproblemen arbeiten zu müssen. Solange es noch irgendwo Hoffnung gibt, sollte ich dem noch eine Chance geben?


    Auf jeden Fall hilft es mir schon mal sehr, hier meine Gedanken auszuformulieren um das alles irgendwie klarer sehen zu können.

    Zitat

    Deshalb denke ich, wäre es nur fair ihm gegenüber, die Beziehung zu beenden. Andererseits käme es wohl aus heiterem Himmel für ihn, das kann ich ihm fast nicht antun.

    Doch, das kannst und das solltest du 'ihm antun'. Je eher, desto besser. Wenn er das alles wüßte was du hier geschrieben hast, dann wäre die Sache ohnehin schon erledigt. Was für ein Mann möchte denn so eine Hupfdohle? Mach der Sache ein Ende und lass ihn weiter ziehen. Besser für alle Beteiligten.

    Hast Du bisher schon mal den Versuch gemacht mit Deinem Freund darüber zu sprechen, dass eure Kennenlernphase, für Dich zu schnell enger geworden ist? Gerade in einer ersten festen Beziehung kann man seine Wünsche und Bedürfnisse in Bezug auf das Nähe- und Distanzgefühl noch nicht sicher kennen.


    Man war eben noch das junge Mädel, dass für sich spontan entscheiden konnte, wann und mit wem Du Deine Zeit verbringst. Plötzlich gibt es den ersten festen Partner, der sich seiner Gefühle vollkommen sicher ist und Dich bereits fest in sein Alltagsleben integriert ohne Zwischenstufen.


    Bevor Du alles über den Haufen schmeißt, würde ich den Weg gehen mit ihm über genau diese Gefühle zu sprechen, wie Du sie hier nieder geschrieben hast. Vielleicht gibt es einen Weg euch neben eurer Beziehung wieder für andere Hobbys und Treffen mit Freunden zu begeistern. Geht ihr noch zur Schule oder seid ihr bereits in einer Ausbildung? Wie alt seid ihr zwei?


    Bei Deinem ersten Beitrag ging ich noch davon aus, dass ihr eine längere Beziehung geführt habt und Du ganz sicher weißt, dass es von Deiner Seite keinerlei Gefühle gibt und Du nur Angst davor hast, offen auszusprechen was in Dir vorgeht.


    So, wie Du es jetzt beschrieben hast, scheint es mehr darum zu gehen, dass Dir Freiräume fehlen und Du Dich zu sehr seinen Wünschen angepasst hast, ohne darauf zu achten, wie Deine Bedürfnisse in Dir aussehen. Das kann passieren, vor allem dann, wenn Du noch keinerlei Vorerfahrungen im Zusammensein mit einem festen Partner hast.


    Wichtig ist allerdings, dass Du selbstbewusster wirst, nicht davor scheust für Dich verständliche Rückzugsmöglichkeiten zu haben. Wenn, eine Beziehung von jetzt auf gleich zu schnell zu eng wird, fühlen sich einige Beziehungspartner mit einem gesunden Distanzbedürfnis schnell komplett überrollt. Bei euch entfallen offenbar derzeit Treffen mit Gleichaltrigen/Freunden und Du vermisst nur mal Zeit mit Dir selbst zu haben für verschiedene Dinge. Das ist normal und sollte, wenn Du es ehrlich mit Deinem Freund besprichst kein großes Problem darstellen.


    Nicht jeder Frisch verliebte kommt mit dem Non-Stopp-Programm klar, in dem dann nur noch die eine Hauptperson den Alltag bestimmt. Bevor Du alles cancelst würde ich nochmals das Gespräch suchen und schauen, ob es Dir mit größeren Freiräumen besser geht und die Gefühle sich wieder stabilisieren. Plant nicht zu fest und langfristig, im jungen Alter grätschen noch öfter neue Erlebniswelten ins Leben rein und bereits gemachte Pläne verändern sich.