Beziehungen die einem Selber schaden

    Warum leben Menschen in Beziehungen, wo der Partner einen selber nur schadet?

    Ich kann es einfach nicht verstehen was die Leute bei ihrem Partner hält, wenn dieser offensichtlich versucht, dass es der anderen Person nur schlecht geht


    Z.b. seinen Partner immer Runtermacht oder ihm einredet das alles was er macht falsch ist/ er selber falsch ist,

    nur nehmen aber nie geben kann,

    sich bedienen lässt,

    man ständig die Fehler des anderen ausbaden muss oder ihn dann noch vor anderen Verteidigen muss,

    schlechte Laune verbreitet,

    man nix zusammen unternimmt, Zuhause eigesperrt wird,

    der Partner einen schlägt,

    man absurde Verbote befolgen muss,

    man selbst Kleidung verboten bekommt und alles an einem selber von dem Partner kritisiert wird oder dieser einen noch an nötigen Arztbesuchen hintert, sodass man nicht nur phychisch sonder auch Körperlich von diesen Verhalten eingeschänkt wird.

    Warum Lebt der unterdrückte damit, findet sich damit ab und sieht diese Dinge nicht mal?

    Ich kann es einfach nicht verstehen...

    Sehen die Betroffenen ihr elend nicht?

    Wie kann man so einem Menschen aus diesem Teufelskreis raus helfen?

    Oder sind meine Ansichten "falsch" und das Leben ist trotz solch einem Partner Lebenswert?

    Und warum macht der andere Partner sowas mit einem Menschen den man angeblich liebt?

  • 33 Antworten

    Manche Menschen leben lieber mit so jemandem zusammen, als alleine zu sein. Die sind das dann irgendwie gewohnt so behandelt zu werden.

    Viele trennen sich erst dann, wenn sie einen neuen Partner kennenlernen.

    Aber genau da steckt doch dann ein Problem wo man den Betroffenen kaum helfen kann, man kann ja keinen neuen Partner kennenlernen wenn man nirgends hin darf mit niemanden reden darf und sich nur "gammelige" Sachen anziehen darf.

    Quasi man selber vereinsamt und verwahrlost.

    Wer züchtet sich den gerne einen Partner heran der total unatraktive wirkt da er kein frisör besuchen darf, nur kaputte kleidung trägt Angst hat was falsches zu sagen ...

    Ich habe zuvor immer nur Täter und Opfer in der Sache gesehen aber irgendwie sind dann ja beide Opfer in ihrer Rolle.

    Ich denke mal, die Chancen den unterdrückten Part da irgendwie raus zu holen ist sehr gering?

    In jeder Beziehung gibt es gute und schlechte Zeiten. In toxischen Beziehungen (so nenne ich Beziehungen die einem selber schaden einfach ml) überwiegen die schlechten Zeiten. Nicht desto trotz hat man auch schöne Momente mit dem Partner.


    Die meisten Personen die sich aus einer solch toxischen Beziehung nicht trennen können hoffen die ganze Zeit, dass diese schönen Momente zunehmen. Oder aber sie sind zu selbstkritisch und suchen die Fehler die ganze Zeit nur bei sich (was auch damit zusammen hängt, dass einem der Partner ja die ganze Zeit Schuldgefühle macht).


    Kleines überspitztes Beispiel: Ja er hat mich geschlagen, aber ich hätte ja auch nicht staubsaugen müssen, während sein Fußballspiel läuft.

    Menschen, die sowas mitmachen, wurden wahrscheinlich von klein auf so konditioniert, dass es für sie normal ist, so behandelt zu werden und sie denken, dass sie es verdient haben.

    R.Lupin schrieb:

    Menschen, die sowas mitmachen, wurden wahrscheinlich von klein auf so konditioniert, dass es für sie normal ist, so behandelt zu werden und sie denken, dass sie es verdient haben.

    Ne, das kann es zumindest in dem Fall der mir so aufstößt nicht sein. Wir haben die selbe Erziehung genossen und wir hatten wirklich eine schöne Kindheit. Sonnst wäre ich ja warscheinlich auch so geworden

    TenshiMaus schrieb:

    Warum leben Menschen in Beziehungen, wo der Partner einen selber nur schadet?

    Ich kann es einfach nicht verstehen was die Leute bei ihrem Partner hält, wenn dieser offensichtlich versucht, dass es der anderen Person nur schlecht geht

    Ich kenne keine einzige Beziehung, in der jemand Dinge tut, damit es dem anderen oder der anderen schlecht geht. Dafür kenne ich viele Beziehungen, in denen sich Mensch gut tun und schlecht tun. Sogar in Beziehungen, in denen es körperliche Gewalt gibt, ist es nicht so, dass die schlagende Person die andere nicht liebt oder ihr etwas Schlechtes will. Und wenn du es verstehen willst, warum jemand in so einer Beziehung steckt, dann frag einfach, allerdings möglichst nicht so wie hier, als würde jemand ein Idiot sein, der so eine Beziehung führt und man ihm absprechen musst, dass er nicht weiß, was er tut.

    TenshiMaus schrieb:

    Wie kann man so einem Menschen aus diesem Teufelskreis raus helfen?

    Gar nicht. helfen können nur sie sich selbst.

    TenshiMaus schrieb:

    Oder sind meine Ansichten "falsch" und das Leben ist trotz solch einem Partner Lebenswert?

    Andere können das ja nicht wissen, was für andere lebenswert ist und ob das für die Person überhaupt großartig wichtig ist.

    TenshiMaus schrieb:

    Ich denke mal, die Chancen den unterdrückten Part da irgendwie raus zu holen ist sehr gering?

    Gar nicht und wenn jemand nicht mit Gewalt irgendwo eingesperrt wird, dann ist es ein leichtes. Man packt seine Sachen und geht, wenn man das will.

    TenshiMaus schrieb:

    Ne, das kann es zumindest in dem Fall der mir so aufstößt nicht sein. Wir haben die selbe Erziehung genossen und wir hatten wirklich eine schöne Kindheit. Sonnst wäre ich ja warscheinlich auch so geworden

    Natürlich kann das sein, sicher nicht bei jedem, aber das kann mit ein Grund sein.


    TenshiMaus schrieb:

    Aber genau da steckt doch dann ein Problem wo man den Betroffenen kaum helfen kann, man kann ja keinen neuen Partner kennenlernen wenn man nirgends hin darf mit niemanden reden darf und sich nur "gammelige" Sachen anziehen darf.

    Das ist letztlich trotzdem ihre Entscheidung.

    Zitat
    Zitat

    Wie kann man so einem Menschen aus diesem Teufelskreis raus helfen?

    Gar nicht. helfen können nur sie sich selbst.

    Das klingt immer gleich so resignierend und teilnahmslos. Da gibt's schon Möglichkeiten.


    Ich sehe zum Beispiel vielfältige Hilfsangebote und Informationskampagnen, gerade wenn Frauen betroffen sind:

    https://www.hilfetelefon.de/

    https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/t…t/haeusliche-gewalt/80642

    https://www.frauen-gegen-gewal…rkmale-und-tatsachen.html

    https://www.ndr.de/fernsehen/s…pruegelt,minuten3286.html


    Oder bisschen gender-neutraler unter dem Stichwort "Häusliche Gewalt". Dann fühlen sich auch männliche Betroffene häuslicher Gewalt mit einbezogen.


    Mit dem Angebot solcher Informationen kann zumindest ein Schritt gegangen werden, dass sich die betroffenen Personen ihrer Lage bewusster werden, aber auch der Möglichkeiten, die sie haben. Und dass sich dann ihre Bewertungsmaßstäbe wieder verändern und die Gewalt oder Freiheitsentzug nicht mehr als "normal" ansehen. Ich würde auch meinen, dass mancher Mann/Aggressor/in aus den Inhalten sich wieder bewusster wird, was er da eigentlich tut. Ja, das setzt eine gewisse Einsicht voraus, aber ich sehe da durchaus gute Chancen.


    Naja, und unter Schwestern (so scheint es ja): das direkte Gespräch. Mit der Schwester, aber auch ihrem Partner. Man sollte nicht erwarten, dass das eine ganz direkte und unmittelbare Wirkung hat, oder man diese Menschen direkt verändern kann. Aber etwas bleibt dann doch übrig von jedem Gespräch als Wirkung.

    TenshiMaus schrieb:

    Ne, das kann es zumindest in dem Fall der mir so aufstößt nicht sein

    Fragt sich, wieso es DIR aufstößt wenn wer anders in so einer Situation steckt.


    Ansonsten ist es sehr wohl so - wer sich sowas bieten lässt, ist entsprechend geprägt, und will das zu einem Stück weit auch gar nicht anders. Die Motive masochistisch-unterwürfigen Verhaltens sind ja soweit erforscht.


    Machen kannst da nix.

    Ja, solche Beziehungen kenne ich auch. Bei meiner Schwester habe ich letzte Woche direkt gefragt, warum sie sich nicht trennt. Sie meint, ihr Mann droht sich umzubringen, wenn sie ihn verlässt. Außerdem stellt er sich vor den Kindern als Opfer da und hetzte sie gegen der Mutter. 😡

    das schreibt die polizeiliche Kriminalprävention dazu:

    https://www.polizei-beratung.d…tionen/haeusliche-gewalt/

    Zitat

    Häusliche Gewalt ist verletzend, strafbar und keine Privatangelegenheit

    Häusliche Gewalt hat vielfältige Erscheinungsformen. Sie reichen von subtilen Formen der Gewaltausübung durch Verhaltensweisen, die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Geschädigten/des Geschädigten ignorieren, über Demütigungen, Beleidigungen und Einschüchterungen, Bedrohung sowie psychischen, physischen und sexuellen Misshandlungen, Freiheitsberaubung bis hin zu Vergewaltigungen oder gar zu versuchten oder vollendeten Tötungen.

    Fast alle Formen häuslicher Gewalt stellen Handlungen dar, die gesetzlich mit Strafe bedroht sind: Häusliche Gewalt ist kein eigener Straftatbestand. In Frage kommen zahlreiche Straftatbestände, die im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ein polizeiliches Tätigwerden von Amts wegen auslösen, denn häusliche Gewalt ist nie Privatsache. Es gilt: "Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich." (Art. 2 Grundgesetz)

    ich finde es richtig, dass du nicht wegschauen willst.

    auch wenn deine Schwester (ich vermute mal, um die geht es hier) natürlich ein stück weit bereitschaft zeigen muss, sich helfen zu lassen.

    allerdings muss sie auch erst einmal dazu in der lage sein, bzw. in diese versetzt werden.

    in der regel besteht ein erhebliches Machtgefälle in einer solchen Beziehung, der Täter unterdrückt, bedroht, wird gewalttätig, nimmt seinem Opfer stück für stück die selbstbestimmung und schafft ein Klima der angst. dem opfer bleiben immer weniger möglichkeiten und wege sich aus dieser Situation selbst zu befreien, der Kontakt zur Außenwelt wird unterbunden und schließlich verharrt das opfer völlig wehrlos in dieser vom Täter geschaffenen Situation.


    so wie du es beschreibst, befindet sich deine Schwester nun genau an dem Punkt.

    alleine hat sie keinerlei Chance da wieder rauszukommen.

    wie darkershark schon schrieb, versuche den Kontakt aufrecht zu erhalten, rede mit ihr über ihre Situation. es ist keine schande in ein solches machtgefüge zu rutschen.

    meist fängt das sehr harmlos an, dem opfer ist am Anfang gar nicht bewusst, dass es sich in eine Spirale der Unterdrückung begibt, der Täter geht weiter und weiter, bis er sein opfer völlig unter Kontrolle hat.


    vielleicht lässt du dich selber mal beraten.

    auf der oben verlinkten Seite sind diese stellen aufgeführt, die in solchen fällen helfen können:

    Zitat

    Ansprechpartner vor Ort sind neben der Polizei, die in akuten Gewaltsituationen über den Notruf 110 jederzeit zu erreichen ist,

    • Frauenberatungsstellen, Frauenhäuser (Frauenhauskoordinierung: www.frauenhauskoordinierung.de, bff: www.frauen-gegen-gewalt.de)
    • Notrufe für Frauen
    • Interventionsstellen für Opfer häuslicher Gewalt
    • Ehe- und Familienberatungsstellen
    • Gleichstellungsstellen der Landratsämter und Kommunen
    • Rechtsantragsstellen der Gerichte
    • Rechtsberatungsstellen
    • Opferhilfeorganisationen, z. B. WEISSER RING e.V. (www.weisser-ring.de oder über das Opfertelefon des Weissen Ring e.V. unter Tel.: 116 006)
    • Opferschutzbeauftragte der Polizei
    • Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0111 oder 0800 111 0222.
    • Beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" können Sie sich unter der Rufnummer 08000 116 016 an 365 Tagen zu jeder Uhrzeit anonym und kostenlos beraten lassen. Mit Hilfe von Dolmetscherinnen ist eine Beratung in vielen Sprachen möglich.


    oder du rufst einfach mal bei einer Frauenberatungsstelle an:

    https://www.frauenberatungsstellen-nrw.de/

    was ich noch ergänzen möchte:

    im Gegensatz zu darkershark würde ich erstmal nicht raten, mit dem gewalttätigen Partner zu sprechen. es besteht die Gefahr, dass er deine Schwester noch mehr abschottet und ihr jeglichen Kontakt zu dir verbietet. dann sind dir völlig die Hände gebunden.

    Ich habe eine Ehe hinter mir mit verbaler Gewalt, nicht mit körperlicher. Wir kannten uns vor der Ehe 8 Jahre, ohne jegliche Problematik, erst in der Ehe zeigte mein Mann sein wahres Gesicht, aber nicht nach außen, nur zu Hause. Ich frage mich heute noch, warum ich mich nicht scheiden ließ, ich weiß es nicht. Als ich dann endlich die Scheidung eingereicht hatte, wurde mein Mann schwer krank, er erkrankte an Speiseröhrenkrebs mit Metastasen. Ich zog die Scheidung zurück und pflegte ihn zu Hause bis zum letzten Atemzug. Ein danke habe ich nie erwartet und es kam auch keines. Ich hätte es nicht verkraftet, ihn in dieser Extremsituation alleine zu lassen und mir später Vorwürfe gemacht. Er verstarb sehr jung, ich habe mitgelitten, aber richtig trauern konnte ich nicht.

    Vielleicht möchte deine Schwester das nicht anders, wenn sie nie eine Initiative dahin gezeigt hat, etwas zu ändern. Wenn es bei ihr nicht „Klick“ macht, können sich externe Helfer dumm und dämlich helfen bei solchen Gewaltbeziehungen. Evtl. verprügelt er sie irgendwann mal so, dass sie ins Krankenhaus muss und man sie dort überzeugt, Strafanzeige zu erstatten und Strafantrag zu stellen, aber bis zur Gerichtsverhandlung kommt es oft längst wieder zur „Versöhnung“.


    Es sind eher wenige, die es durchziehen; teilweise unter Lebensgefahr je nachdem.