Beziehungen und ihre Tücken ...

    Hallo ihr Lieben,


    nach langem Hin und Her habe ich mich dazu durchgerungen hier mal mein Anliegen zu schildern.

    Es geht um meinen Partner und mich. Wir führen seit knapp 2 Jahren eine Beziehung, in der wir aber nicht zusammen wohnen (sehen uns aber regelmäßig).

    Ich kann nur sagen, dass mein Partner sich seit März verändert hat. Schlagartig kam es mir so vor als stünde ein anderer Mensch vor mir. Der einst so liebevolle und zuvorkommende Mann, in den ich mich verliebt habe und den ich trotzdem immer noch über alles liebe, ist jetzt eher distanziert und etwas kalt.

    Ich habe schon einige Versuche gestartet mit ihm zu reden woran es denn liegt. Er meinte er käme mit der aktuellen Situation (das böse Wort mit C) nicht so ganz zurecht und das es ihm schon sehr zusetze. Außerdem weiß ich, dass er momentan privat einige Stolpersteine beiseite räumen muss. Für seine oftmals verstimmte Gemütslage kann ich schon Verständnis aufbringen. Aber so langsam zerrt die Situation auch an meinen Nerven, da es kaum noch traute Zweisamkeit gibt.

    Habt ihr vielleicht Tipps wie ich es ihm etwas leichter machen kann? Gibt es einen Weg ihm zu zeigen das er sich auch emotional mir gegenüber, ohne Angst, etwas mehr öffnen könnte? (Er ist auch sehr in sich gekehrt und verschlossen)

  • 31 Antworten

    Mehr als Hilfe anbieten wirst du nicht können. Wenn er dein Angebot nicht annehmen will, ist das halt so.


    Hast du das auch mit der fehlenden Zweisamkeit angesprochen?

    wirklich schwierig, wenn er sich nicht öffnen will und kann.


    Vielleicht sprichst du mal sein Sorgenthema Corona an .... es zu verschweigen , zu umgehen wird nicht der Weg zu mehr Zweisamkeit sein.


    IM günstigsten Falle habt ihr ähliche Meinungen zu Corona - so was verbindet auch.


    ( dass du nur zu C..... schreibst weckt in mir den Verdacht , dass du das Thema nicht offen ansprechen kannst - kann aber auch falsch sein.)

    Verhueter schrieb:

    Mehr als Hilfe anbieten wirst du nicht können. Wenn er dein Angebot nicht annehmen will, ist das halt so.


    Hast du das auch mit der fehlenden Zweisamkeit angesprochen?

    Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig als die Sache auszusitzen.. Hilfe hab ich ihm schon sehr oft angeboten und auch, dass ich immer für ihn da sein werde, wenn er mich braucht.

    Das Ding mit der Zweisamkeit hab ich auch angesprochen und er meinte auch das er sich wieder Zeit zu zweit einräumen will. Aber ob er da dann auch abschalten kann bleibt die Frage. Außerdem kommt hinzu: Er meinte er könnte das dann einfach nicht so gut in so schwierigen Situationen.

    Bei dem Thema kocht die Stimmung immer sehr schnell hoch. Er wird dann auch richtig gratig. Mittlerweile versuche ich das Thema zu umgehen und ihn abzulenken. Also Nachrichten aus, andere Gesprächsthemen, usw.

    Trotzdem habe ich ihm immer wieder angeboten mit mir darüber zu reden (seine Sorgen, Gedanken und Gefühle).

    Ihr seid seit 2 Jahren zusammen und seit März läuft es plötzlich schlecht. Seit März, das ist mehr als ein halbes Jahr. Angesichts dieser Zeiträume möchte ich meinen, muss man nicht unbedingt davon ausgehen, dass in einer langen harmonischen Beziehung eine kleine Kriese durchlaufen wird. Es kann auch gut sein, dass nach Abklingen der ersten Verliebtheit so langsam der Alltag eingekehrt ist und ihr langsam merkt dass das nicht so ganz passt.


    Das ist natürlich einerseits schwer zu ergründen, wenn gleichzeitig dank Corona ein absoluter Ausnahmezustand schwer belastet. Auf der anderen Seite ist das aber auch ein guter Test, ob die Beziehung krisenfest ist. In guten Zeiten glücklich sein kann jeder, in schlechten Zeiten fällt das schon schwerer. Da erkennt man umso schneller, ob jemand ein verlässlicher Partner in der Krise ist oder nur Begleiter in sonnigen Zeiten.


    Probleme tauchen im Leben immer mal wieder auf. Ich habe regelmäßig wenig Verständnis dafür, dass Partner sich dann verschließen, ihre schlechte Laune ausleben, für liebevolle Gesten nicht mehr empfänglich sind und man nur warten kann, dass das vorbei geht. Sowas kann man gemeinsam durchstehen, sich gegenseitig stützen und dann sollte das auch nicht verhindern, dass man in der Partnerschaft weiterhin liebevoll miteinander umgeht.

    Sassenach96 schrieb:

    Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig als die Sache auszusitzen..

    Du kannst auch mit Trennung drohen, wenn du da keinen Bock mehr drauf hast.

    Was ich noch anmerken sollte: Er hat sich letztens mal dafür entschuldigt wie so drauf ist. Das werte ich einfach mal als positives Zeichen. Ansonsten versuche ich nicht allzu aufdringlich zu sein und ihn von selbst kommen zu lassen.

    Na klar stört mich das bzw. mach ich mir Gedanken. Aber ich hab eher das Gefühl ein sensibles Exemplar abbekommen zu haben. Und zu irgendwas drängen oder zwingen will ich ihn ja schließlich auch nicht und zu viel Druck ausüben.

    Sassenach96 schrieb:

    Und zu irgendwas drängen oder zwingen will ich ihn ja schließlich auch nicht und zu viel Druck ausüben.

    Also akzeptierst du das lieber und willst die nächsten Jahre/Jahrzehnte so weiterleben?

    Sassenach96 schrieb:

    Na klar stört mich das bzw. mach ich mir Gedanken. Aber ich hab eher das Gefühl ein sensibles Exemplar abbekommen zu haben. Und zu irgendwas drängen oder zwingen will ich ihn ja schließlich auch nicht und zu viel Druck ausüben.

    Hmm, das Wort sensibel wird manchmal etwas überstrapaziert.

    Vor dem Partner ständig die miese Laune raushängen zu lassen, das hat m.E. nicht viel mit „sensibel“ zu tun.

    Im Gegenteil, denn wer wirklich sensibel ist, spürt ja auch ganz gut die Stimmungen und das Befinden anderer, vor allem bei engen Bezugspersonen...

    Wie äußert sich denn die schlechte Stimmung bei ihm, schweigt er stundenlang nur, oder ärgert er sich lautstark über jede Kleinigkeit?

    Wenn er einfach mal gar nicht reden und nur abschalten will, weil ihm alles zu viel ist, da würde ich ihn auch mal lassen.

    Was anderes wäre es, wenn er ständig rumnörgelt. Da solltest du wirklich mal energisch Contra geben und ihm klarmachen, daß dadurch auch nichts besser wird...

    Sassenach96 schrieb:

    Außerdem weiß ich, dass er momentan privat einige Stolpersteine beiseite räumen muss.

    Was sind das denn für Stolpersteine?


    Verhueter schrieb:

    Also akzeptierst du das lieber und willst die nächsten Jahre/Jahrzehnte so weiterleben?

    Dieser Frage schließe ich mich an. Corona wird noch sehr lange ein Thema sein.

    Er meckert halt sehr viel und das auch manchmal sehr lautstark. Aber ich hab ihn auch zum Teil so kennengelernt und in dem Maß damals war das für mich vertretbar. Mittlerweile nimmt das aber zu. Wenn ich ihm dann klar und verständlich sage das es grade unangebracht ist, wird er dann auch etwas ruhiger.


    Er hat derzeit Homeoffice, was ihn ein wenig belastet und außerdem geht hat er ständig Probleme mit seinem neuen Auto. Die damit verbundenen hohen finanziellen Kosten würden mich aber auch nicht nachts ruhig schlafen lassen.

    Man hat keine finanziellen Kosten bei Problemen mit einem neuen Auto. Dort hat man nämlich Gewährleistung und Garantie. Also das ist schon Quatsch.


    Wieso belastet ihn denn bitte Homeoffice? Viele sind sehr froh darüber und wären wohl eher dann "belastet", wenn sie keinen Job mehr hätten.

    Homeoffice, das ihn "ein wenig belastet", und Probleme mit einem neuen Auto sind für mich nicht "privat einige Stolpersteine", die jemanden zu einem völlig anderen Menschen werden lassen.