Beziehungsaus nach langjährigen Beziehung

    Hallo zusammen,


    ich bin zum ersten Mal in einem Forum. Wieso? Weil ich nach Antworten auf Fragen suche, die mich seit dem unerwarteten Ende meiner fast 20 Jahre lang sehr intensiven, harmonisch und innig gelebten Beziehung daran hindern, meine Vergangenheit endgültig loszulassen und ein neues Leben zu beginnen.


    Um verstehen zu können, was an unserer langjährigen Partnerschaft - die letzten 7 Jahre davon als verheiratetes Paar - so aussergewöhnlich und fast schon surreal war, dass mich die Trennung dermassen traumatisiert hat, muss ich etwas ausholen.


    Vor über 22 Jahren lernten wir uns kennen. Ich frischer Single, eigenwillig, zielstrebig, sturköpfig und absolut disinteressiert, er vom ersten Augenblick an total verschossen und mit allen Mitteln gewillt, mein Herz zu erobern.


    Es war von meiner Seite definitiv nicht Liebe auf den ersten Blick und ich ignorierte für einige Monate seine unglaublich kreativen, romantischen und unermüdlichen Bemühungen, mich zu beeindrucken, total.


    Er entsprach eben in keinster Weise meinem damaligen Beuteschema und zudem hatte ich mich gerade erst aus einer äusserst bedenklichen Beziehung gelöst und war nicht auf der Suche.


    Aber irgendwann konnte ich seine schon fast filmreifen Aktionen, beim besten Willen nicht mehr ignorieren und lies mich auf ihn ein.


    Unsere Anfangszeit war für ihn sehr schwierig und verletzend, denn ich konnte mich ihm nicht so hingeben, wie er es sich gewünscht hätte. Das Gute daran war jedoch, dass wir Zeit hatten uns wirklich intensiv und innig kennen und lieben zu lernen und Vertrauen aufzubauen.


    Ich erkannte immer mehr den wunderbaren Menschen hinter dieser, auf den ersten Blick etwas eigenartig wirkenden Persönlichkeit und verliebte mich unsterblich in ihm.


    Danach folgten viele glückliche, turbulente, kreative, ausgeflippte, lustige, leidenschaftliche und manchmal grenzwertige Erlebnisse, die uns immer mehr zusammenschweissten und uns über die Jahre zu einem enorm starken Team wachsen liessen.


    Wir lebten alles intensiv aus und hatten keine Geheimnisse voreinander. Schwierige Situationen überwanden wir gemeinsam auf unkonventionelle Art.


    Viele unserer Freunde sahen in uns das absolute Vorbild-Traumpaar und holten sich bei uns Rat und wünschten sich so sehr, dass gleiche erleben zu dürfen, wie wir es hatten.


    Eine offene Kommunikation und stetige Ehrlichkeit war letztendlich unser grosses Geheimnis.


    Und dann, fast aus dem heiteren Nichts fing er sich an, mit 40 (Midlifecrisis) immer mehr zu verändern und zu verhalten wie ein pubertierender Teenager. Er redete nicht mehr mit mir, war zusehens unzufriedener mit seinem Job und fing an sich mit schlechten, schrägen Menschen abzugeben, die ihn nur ausnutzten und sich hinter seinem Rücken lustig über ihn machten.


    Ich durfte chancenlos mitansehen, wie er immer tiefer in eine Negativspirale hinein geriet und sich immer mehr von mir und seinem bis dahin wiederholt öffentlich bekundigtes, absolut glückliches und erfülltes Leben, entfernte.


    Er fing an peinliche und durchschaubare Lügengeschichten zu erfinden, mich zu betrügen, mit Frauenerlebnissen zu pralen und mich als schlechten, egoistischen Menschen zu beschimpfen und als Schuldige für die Trennung und als Rechtfertigung für sein Verhalten auszunutzen. Alles wurde zu einem heillosen Inferno, als die 10 Jahre jüngere, frustierte, missgünstige und skrupellose, mit zwei Kindern sitzen gelassene Russin in unser Leben kam und meine, aus Liebe zu meinem Mann, dargebotene Freundschaft und Grosszügigkeit ganz offensichtlich dazu missbraucht hat, um sich in unser Haus zu schleichen und vor meinen Augen meinen schwachen Partner zu manipulieren. Da wusste ich, dass es nur noch einen Weg für mich geben würde.


    Raus aus dieser erniedrigenden, unfassbar bösartigen und zerstörenden Lebenslage.


    Nach einem leidvollen und seelisch zermürbenden halben Jahr, in dem ich mehrmals auszog, um ihm auf seinem Wunsch hin etwas Raum zu geben, verliess ich ihn aus reinem Selbsterhaltungstrieb endgültig und erduldete als letzte Grausamkeit den Hohn dieser seelenlosen und kaltblütigen Frau, die nach dem sie all unsere männlichen Singlefreunde beglückt hatte und sich dadurch Respekt und Liebe erhoffte - wie naiv - die ich bekommen hatte (hat sie übrigens schwarz auf weiss bestätigt), sich letzten Endes, wohl mehr aus Verzweiflung, für einen geistig äusserst instabilen und unzuverlässigen Mann entschied, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was sie dabei erwarten würde.


    Das sie in unserem Haus nicht nur Sex mit meinem Mann hatte, sondern zuvor auch mit Freunden von uns und das sie auf ihre Kinder schwor, dass sie meinen Mann nicht verführt hatte - die Spuren waren eindeutig - lässt vielleicht ein wenig durchblicken, mit was für ein schamloses Wesen ist.


    Heute, ein Jahr später und eine weiteren enteuschenden Chance, die ich naiverweise meinem Ex gab, nach dem er winselnd und kriechend zu mir kam und mir versprach, mir das nie mehr anzutun - und nach den bekenndenden Liebes-Nachrichten und eindeutigen Songs, mit denen er mir vor kurzem erneut seine Liebe und Reuhe offenbaren wollte, wärend er nach wie vor mit dieser niederträchtigen Person in unserem Haus, in unserem Bett schläft und zulässt, dass sie ihm wirklich alles, aber auch alles nimmt, bin ich froh darüber, dass ich erkannt habe, dass es kein Zurück mehr und keine Fortsetzung für uns gibt.


    Seither führe ich ein komplett anderes, spannendes und durchaus erfülltes und erkenntnisreiches Leben, in welchem ich mich selber neu entdecke und grundsätzlich sehr wohl fühle, wenn da nicht die eine Frage wäre ...


    ... wie kann ich mein Herz dazu bringen, meinem Verstand zu folgen und meine Vergangenheit


    endgültig hinter mir zu lassen? Denn ich weiss im Grunde, dass es richtig ist, so wie es ist.


    Für Tipps, Anregungen und Antworten,


    danke ich im Voraus herzlich

  • 16 Antworten

    Um diese späte Uhrzeit mag es vielleicht meiner Müdigkeit geschuldet sein, aber dein Beitrag liest sich sehr poetisch - und sehr einseitig. So ganz spontan würde ich sagen, du kannst nicht loslassen, weil du zu viele Emotionen irgendwo noch einschließt. Ich mag total falsch liegen, aber ich lese nur, wie schlecht diese Russin ist - du nennst sie missgünstig und niederträchtig, seelenlos und kaltblütig und all das mag absolut zutreffen.


    Nur: Wo ist die Wut auf deinen (Ex-)Mann?


    Du schreibst, er ist schwach, er hat eine Midlifecrisis, er lässt sich ausbeuten. Aber im allgemeinen redest du - im Vergleich mit den Beschreibungen der Russin - sehr "positiv" über ihn. Du beschreibst ihn im Grunde als passiven Part in der ganzen Nummer. Das "extremste", was du über ihn sagst, ist, dass er winselnd zu dir zurückkam. Aber vergleiche doch mal die Aussagen:

    Zitat

    Er fing an peinliche und durchschaubare Lügengeschichten zu erfinden, mich zu betrügen, mit Frauenerlebnissen zu pralen

    Zitat

    Das sie in unserem Haus nicht nur Sex mit meinem Mann hatte, sondern zuvor auch mit Freunden von uns und das sie auf ihre Kinder schwor, dass sie meinen Mann nicht verführt hatte - die Spuren waren eindeutig - lässt vielleicht ein wenig durchblicken, mit was für ein schamloses Wesen ist.

    Dass dein Mann dich schon vor der Russin betrog erwähnst du beiläufig, während du dich über die Russin so breit auslässt.


    Ich denke, ein Schritt zur Verarbeitung könnte sein, zu erkennen, dass dein Mann nicht nur passiv ist. Zu einer Affäre gehören immer zwei, genau wie zum Fremdgehen. Es ist nicht alles der Manipulation und Midlifcrisis und den schlechten Freunden und der Gutmütigkeit geschuldet.


    Du musst an dich heranlassen, dass der Mann, der für dich einst so wunderbar war, sich wirklich mehrfach - schon vor der Russin - verhalten hat wie ein A***. Du schreibst hier über ihn wie über ein Kind, was vom bösen Mann mit Süßigkeiten leicht ins Auto gelockt werden kann, da es einfach die Welt noch nicht versteht. Aber dein Mann ist ein Erwachsener und keine Midlifecrisis kann als Absolution dienen.


    Solange du deinen Partner als Opfer siehst (und das tust du überwiegend; für dich ist er schwach und manipuliert) und nicht als Täter, wirst du dich nicht lösen können. Opfern will man helfen, Opfern will man aus misslichen Lagen befreien, damit sie wieder frei (=so wie früher) sind. Aber dein Mann ist kein Opfer. Und erst, wenn du das wirklich begreifst; wenn das Mitleid über den schwachen Expartner der Wut gewichen ist und du sagen kannst "Ja, der und seine Russin, da haben sich zwei gefunden, die einander verdienen", dann kannst du abschließen.


    Zumindest vermute ich das. Ich kann ganz falsch liegen. Aber ich weiß, wie es ist, wenn man jahrelang jemanden zu kennen glaubte und dieser sich binnen kurzer Zeit plötzlich komplett zu verändern schien und im Grunde jemand anderes wurde. Es dauert, bis man begreift, dass diese Veränderungen oft dauerhaft sind, dass Menschen sich nunmal verändern (auch zum subjektiv schlechteren hin) und dass man diese Entwicklung meistens nicht aufhalten, beeinflussen oder umdrehen kann. Menschen verändern sich - und manchmal muss man sagen "leider tun sie das". Eigentlich sogar sehr oft, denn ich denke, die meisten Leute verlieren durch Veränderungen Beziehungen oder Freundschaften. Die Veränderungen können von außerhalb kommen (Jobwechsel), von innerhalb (Todesfall, Kind kommt in die Beziehung) oder aus dem scheinbaren Nichts (Midlifecrisis, Wechseljahre...), wobei es nie ein "Nichts" ist. Das sind Hormone, lange Wünsche und Sehnsüchte, die sich angestaut haben und über die Jahre gewachsen sind, manchmal einfach der Wunsch nach etwas Neuem, da manche Menschen schlichtweg nicht für etwas Permanentes gemacht sind. Der Mensch strebt immer nach "mehr" - mehr Geld, mehr Freunde, mehr Liebe, mehr Abwechslung, mehr Macht. Für jeden gibt es ein anderes "mehr". Für deinen Mann kam wohl der Punkt, wo dieses "mehr" auch kam. Abwechslung, neue Leute, die anders ticken (anders =/= besser, in diesem Fall), neue Partner/Affären... und du bliebst auf der Strecke.


    Ich hoffe, dass du dein Schicksal annehmen kannst. Wenn du so gar nicht abschließen kannst, dann würde ich mal darüber nachdenken, vielleicht nur 2-3 Stunden bei einer Beratungsstelle oder Therapeutin zu nehmen, um vielleicht die Wut auf deinen Ex, die du so auf die Russin kanalisierst, zuzulassen. Denn mal ehrlich: Wenn eine Beziehung intakt ist, dann kann von außen da keiner eindringen. Du hast selbst geschrieben, dass bei euch schon alles im Argen lag, als die Dame kam und er dich schon betrogen hatte. Dein Mann hat "angefangen" - nicht die Russin.


    Ich hoffe für dich, dass du das bald sehen kannst und deinen Mann als Täter und nicht als Opfer erkennst. Ein Opfer betrügt nicht, ein Opfer wird betrogen.


    Du bist das Opfer, nicht dein Mann. Dein Mann und die Russin sind beide Täter. Beide auf ihre Weise, aber keiner ist "schlimmer" als der andere.

    Vielleicht schaffst Du es dann loszulassen, wenn Du erkennst, dass es in einer Beziehung kein Schwarz/Weiss oder Opfer/Taeter gibt, sondern dass jeder seinen Anteil hat.


    In einer Beziehung spielen immer zwei.

    Hallo zusammen,


    erst einmal bedanke ich mich herzlich für eure Antworten, insbesondere für dein ehrliches und ausführliches Schreiben, Melpomene, welches mich wirklich zum Nachdenken anregt und nur jemand so zum Ausdruck bringen kann, der ähnliches erlebt hat.


    Tatsächlich stimme ich dir in vielen Aussagen voll und ganz zu. Und ja, ich kann in Bezug auf meinen Ex nicht wirklich Wut aufbauen, obschon er dies tatsächlich verdient hätte. Noch nicht, aber meine Gefühle fangen langsam an sich anders zu manifestieren, sich zu verändern. Wer weiss, vielleicht stehe ich kurz vor der Wutphase.


    Nur damit ihr mich richtig versteht, ich will auf keinen Fall mehr zurück. Unser gemeinsames Buch ist zu Ende geschrieben und eine Fortsetzung definitiv und irreversibel ausgeschlossen. Ich habe die Scheidung eingereicht und möchte dies auch so schnell wie möglich hinter mir bringen und zudem wieder meinen Mädchennamen beantragen, denn ich will wirklich gar nichts mehr mit diesem Menschen zu tun haben.


    Man sagt ja, Zeit heilt alle Wunden. Nur frage ich mich, wie lange dies wohl noch gehen mag und weshalb meine Sehnsucht mich, wenn auch nicht mehr so oft wie vor einigen Monaten, immer noch, meist unerwartet einholt und ein Gefühlschaos in mir auslöst.


    Ich wünsche mir wirklich nur, emotional endlich und abschliessend, von meiner Vergangenheit Abschied nehmen zu können.


    Meinen Alltag als Single habe ich nach der Trennung erstaunlich schnell wieder gut gemeistert und mich auch beruflich - bin seit über 18 Jahre selbstständig erwerbend – wieder gut ins Rennen gebracht. Dies auch dank der unglaublichen seelischen Unterstützung meiner Familie und meiner engen Freunde. Sowie auch aufgrund einer Reihe von Ereignissen und Chancen, die sich jeweils zum richtigen Moment ergaben. Manchmal denke ich, da war eine höhere Macht im Spiel, denn es kommt mir immer noch unwirklich vor.


    Ich würde daher eindeutig lügen, wenn ich behaupten würde, dass die Trennung mein Leben zerstört hat. Im Gegenteil ...


    Tief in mir drinnen kenne ich den Weg, ich will mich vielleicht nur nicht mit der echten Wahrheit konfrontieren, die sich mir am Ende offenbart.


    Vermutlich hilft es tatsächlich, mal Rat bei einer Expertin zu einzuholen, um diese letzte, befreiende Hürde überwinden zu können.


    Herzliche Grüsse

    @ Donatella

    ich glaube, das es doch noch viel mehr an Aufarbeitung bedarf. 22 Jahre steckt man nie so schnell weg. Das hat ja nix damit zu tun das man die Person noch will, aber es ist so eine große Wegstrecke, die man zusammen verbracht hat. Das legt man nicht wie einen Anzug einfach ab. Man hat viel an Erinnerungen und tief drin schmerzt es, das Vertrauen missbraucht wurde. Ich weiß von was ich rede. Deshalb, schau das Du alles gut hinterfragst und aufarbeitest. Viel Erfolg dabei

    @ melpomene

    Hervorragender Beitrag, mein Kompliment dazu. In Sachen Wut möchte ich der TE aber noch etwas hinzufügen.

    @ donatella

    Zitat

    Und ja, ich kann in Bezug auf meinen Ex nicht wirklich Wut aufbauen, obschon er dies tatsächlich verdient hätte. Noch nicht, aber meine Gefühle fangen langsam an sich anders zu manifestieren, sich zu verändern. Wer weiss, vielleicht stehe ich kurz vor der Wutphase.

    Wut ist zwar ein missverstandenes Gefühl und sie kann sehr hilfreich sein. Aber Wut ist meiner Meinung nach nicht zwingend notwendig, um abschließen zu können. Das geht auch ohne Wut. Und wenn Wut in Hass umschlägt, kommen neue Probleme hinzu, denn Hass bindet und das Abschließen wird dann noch schwieriger.

    Zitat

    Man sagt ja, Zeit heilt alle Wunden.

    Ja, sagt man, das ist aber leider ein Irrtum. Zeit heilt gar nichts, das muss man schon selber tun. Denn jede Form der seelischen Verletzung fügt sich der Verletzte selber zu. Und darum kann er sie auch nur selber heilen. Das kann also nur der Verletzte (oder der Verlassene), und niemand sonst. Und schon gar nicht die Zeit.

    Zitat

    Nur frage ich mich, wie lange dies wohl noch gehen mag und weshalb meine Sehnsucht mich, wenn auch nicht mehr so oft wie vor einigen Monaten, immer noch, meist unerwartet einholt und ein Gefühlschaos in mir auslöst.

    Diese Sehnsucht gehört dir, die darfst du behalten. Aber die bezieht sich ja nur auf die schönen Anteile, auf das positiv Erlebte mit deinem Mann. Sie bezieht sich auf die Anteile, die du an ihm sehen und lieben konntest. Die anderen Anteile, die er für sich behalten hat, wurden plötzlich im Zusammenhang mit dieser anderen Frau sichtbar und sie haben ihn so überwältigt, dass er hilflos dagegen war. Er war diesen Anteilen ausgeliefert und damit offensichtlich auch dieser Frau. All diese Anteile gehören zu ihm und man kann sich natürlich nach den schönen Anteilen zurück sehen, man sollte aber auch anerkennen, dass die anderen Anteile ebenso zu ihm gehören, auch wenn man sie nicht mag.


    Damit steht aber fest, dass dein Mann nicht nur Opfer des Geschehens war- wie Melpomene richtig geschrieben hat – sondern für all das, was er getan hat, voll verantwortlich war. Er hat damit bewusst zwischen sich und dir eine Distanz geschaffen, die anzuerkennen ist und unüberwindbar. Sie hat das, was zwischen euch war, beendet. Eure Liebe ist also nicht gescheitert, sie ist beendet. Und das ist ein großer Unterschied. Liebe scheitert nicht, sie ist immer irgendwann beendet. Es scheitern nur die Vorsätze, die Pläne, die Träume und Wünsche. Und das ist oft so, weil sie außer Acht gelassen haben, dass Menschen sich weiter entwickeln und das nicht nur positiv.

    Zitat

    Ich wünsche mir wirklich nur, emotional endlich und abschliessend, von meiner Vergangenheit Abschied nehmen zu können.

    Kannst du ja auch. Aber dazu müsstest du aufhören NEIN zu sagen. Denn du wirst oft NEIN gesagt haben im letzten Jahr. Du müsstest beginnen, JA zu sagen zu dem, was geschehen ist und weiter geschehen wird. JA zum JETZT und JA zu dem, was dein Mann für eine Entwicklung gemacht hat, auch wenn es eine unangenehme und (für dich) schädliche Entwicklung war.


    Erst wenn du JA sagen kannst zu dem Mann, der er jetzt offensichtlich ist und wenn dein Herz dann erkennt, dass dieser Mann für dich nicht mehr der richtige Partner ist, kannst du mit dem Abschließen beginnen. Dann kannst du aufhören, rückwärts zu schauen.

    Zitat

    Manchmal denke ich, da war eine höhere Macht im Spiel, denn es kommt mir immer noch unwirklich vor.

    Ich schließe dies höhere Macht nicht aus, aber es ist offensichtlich auch so, dass die Herausforderung der Trennung dich stark und handlungsfähig gemacht haben, weil du in der Lage bist, lösungsorientiert zu denken und zu handeln. Das ist großartig und dafür kannst du dankbar sein.


    Und nun setze doch deine Stärke dafür ein, zu dem, was da geschehen ist, von Herzen JA zu sagen. Denn es war doch gut für dich. Es hat dich zu neuen Herausforderungen gebracht und die konntest du sogar bewältigen. Dein Mann ist genau da, wo er sein wollte. Auch wenn er dabei vielleicht nicht glücklich ist. Das geht dich nichts mehr an, und es gehört zum Abschließend eben auch dazu, diese neu entstandene Distanz zwischen euch zu akzeptieren und dazu JA zu sagen.

    Zitat

    Tief in mir drinnen kenne ich den Weg, ich will mich vielleicht nur nicht mit der echten Wahrheit konfrontieren, die sich mir am Ende offenbart.

    Das ist gut möglich und sogar wahrscheinlich. Es sind ja meist die Ängste, die und daran hindern, etwas zu tun, das notwendig – also "die Not wendend" wäre. Darum ist es sinnvoll, danach zu suchen, was diese "echte Wahrheit" ist, der du dich verschließen möchtest.

    ... ach und noch etwas abschliessendes zur Aussage von Saldo:


    Manchmal sind beide Schuld, wenn eine Beziehung in die Brüche geht und manchmal ist dies meines Erachtens nur eine saloppe Rechtfertigung seitens des Partners, der verlässt.


    Eins habe ich, auf meiner intensiven Suche nach Antworten erkannt. Nämlich dass insbesondere die Männer sich enorm schwer damit tun, die Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen und ein Lügenkonstrukt aufbauen, um die Schuld von sich zu weisen.


    Damit will ich nicht sagen, dass wir Frauen immer die geprellten sind, schliesslich haben wir uns in den letzten Jahrzehnten, gesellschaftlich extrem verändert und gewisse, lange nur der Männerwelt vorbehaltene Freiheiten, erobert. Aber wir übernehmen eher die Verantwortung für unsere Handlungen. Dies ist scheinbar genetisch bedingt.


    Männer wollen sich eben instinktiv möglichst vermehren, bzw. ihr Erbgut breit streuen und wenn es, altersbedingt mit den Hormonen langsam wieder abwärts geht, verspüren sehr viele den besonderen Drang, es der Welt noch einmal richtig zu zeigen.


    Die Midlifecrisis – übrigens hauptsächlich ein Phänomen der westlichen Länder – ist nicht der eigentliche Grund, sie trägt nur leider nicht gerade zum Positiven bei.


    Ich bin zutiefst verletzt und hintergangen worden, von einem Menschen, der mir sehr nahe stand, das verursacht die quälenden Schmerzen in mir und nicht die Tatsache, dass sich mein Mann anderweitig verliebt hat. Das mit dem neu verlieben hätte auch mir passieren können, nur hätte ich ihm nie im Traum so viel Leid zugefügt.


    Hätte er mir zuvor all die Demütigungen, Lügen und Anschuldigungen erspart und hätte mir stattdessen, in einem offenen Gespräch mitgeteilt, dass er mich nicht mehr liebt und sein Leben ändern wolle, dann wäre ich natürlich unendlich traurig darüber gewesen, aber ich hätte ihn ziehen lassen, ohne meine Würde dabei zu verlieren und mir den Kopf darüber zu zerbrechen, wieso ein im Grunde guter Mensch plötzlich zu so einem A........ mutieren kann.


    Letzen Endes geht es nur um ein wenig Respekt, den Frau durchaus erwarten darf, wenn man Jahre lang, gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen ist und nicht darum, eine erloschene Liebe zwanghaft am Leben erhalten zu wollen.


    Oder liege ich da komplett falsch?

    Mein Gott! Wäre ich doch viel früher auf dieses Forum gestossen, dann stünde ich jetzt vermutlich ein ganzes Stück weiter vorne im Prozess der Vergangenheitsbewältigung.


    Oldie49, danke, danke, danke. Genau diese Erklärungen konnte mir, mangels ähnlicher Erfahrung, kein einziger Mensch in meinem grossartigen Familien- und Freundeskreis geben.


    Und beepop1, du sagst es. So viele Jahre brauchen einen Moment, bis sie allmählich verblassen und den Weg für ein neues Leben freigeben. Es wäre ja schon sehr bedenklich gewesen, wenn ich seelisch komplett schadlos von diesem Kapitel in ein neues gewandert wäre.


    Nochmals ein aufrichtiges Dankeschön

    @ Donatella

    Siehst Du, Du schreibst es sehr treffend. Die Frauen haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr verändert. Leider auch zum Nachteil was die Ehrlichkeit beim Beziehungs aus angeht.


    Wie oft hab ich meiner Frau im letzten Jahr auf den Kopf zugesagt, sie käme von einem Mann als sie morgens hier zur Tür hereingefallen ist und gesagt hat " ich habe keinen Mann, ich war bei einer Freundin. Ha ha..... und als er Ihr dann signalisiert hat sie könne kommen schwupps war sie weg. Und die Kinder sogar angelogen sie wäre bei einer Freundin.....


    Soviel zur Ehrlichkeit bei Frauen....

    @ donatella

    Zitat

    Oldie49, danke, danke, danke. Genau diese Erklärungen konnte mir, mangels ähnlicher Erfahrung, kein einziger Mensch in meinem grossartigen Familien- und Freundeskreis geben.

    Das ist auch nicht ihre Aufgabe und in aller Regel wissen sie es auch nicht. Die Aufgabe von Freunden und Angehörigen ist es, dich zu trösten, aufzufangen und parteiisch zu sein. Ich versuche immer, mehr das Ganze zu sehen und ich bin auch nicht gut im Trösten. Denn Trost bringt Erleichterung, aber er bringt dich nicht weiter.

    Zitat

    Manchmal sind beide Schuld, wenn eine Beziehung in die Brüche geht und manchmal ist dies meines Erachtens nur eine saloppe Rechtfertigung seitens des Partners, der verlässt.

    So lange man sich auf die SCHULD fixiert, wird man eh nicht zu einer Lösung kommen. Denn was nutzt es dir, wenn du weißt, dass dein Mann alleine SCHULD ist? Natürlich trägt er die Verantwortung für seine Lügen und für das, was dir dadurch an Kummer zugefügt wurde. Aber diese Erkenntnis nutzt dir nicht und bringt dich nicht weiter.


    Weiter kommst du nur durch die Einsicht, dass er nicht mehr dazu in der Lage war, dich fair zu behandeln und die Beziehung mit dir zu einem guten Ende zu bringen. Er war zu schwach dazu, er lebte in einer anderen Welt und hatte Illusionen. Das alles hat ihn offensichtlich nicht glücklich gemacht, denn so, wie du es schilderst, bist du nun glücklicher als er.

    Zitat

    Eins habe ich, auf meiner intensiven Suche nach Antworten erkannt. Nämlich dass insbesondere die Männer sich enorm schwer damit tun, die Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen und ein Lügenkonstrukt aufbauen, um die Schuld von sich zu weisen.

    Sorry, aber da widerspreche ich dir nicht nur, weil ich ein Mann bin, sondern weil ich weiß, dass auch diese Erkenntnis dir nicht helfen wird. Ich habe viele Hunderte Trennungen begleitet und kann nicht bestätigen, dass Männer keine Verantwortung übernehmen wollen. Und es geht hier auch nicht um die Männer im Allgemeinen.


    Es geht um DEN Mann, der dich verlassen hat und nicht dazu stehen wollte oder konnte. Darum hat er vielleicht gelogen. Vielleicht hat er auch gelogen, weil er noch eine Rückzugsmöglichkeit haben wollte oder weil er zu schwach war, um zur Wahrheit zu stehen. Vielleicht hat er gelogen, weil er ratlos und "außer sich" war.

    Zitat

    Ich bin zutiefst verletzt und hintergangen worden, von einem Menschen, der mir sehr nahe stand, das verursacht die quälenden Schmerzen in mir und nicht die Tatsache, dass sich mein Mann anderweitig verliebt hat.

    Ja, das ist richtig. Aber das ist Vergangenheit.

    Zitat

    Hätte er mir zuvor all die Demütigungen, Lügen und Anschuldigungen erspart und hätte mir stattdessen, in einem offenen Gespräch mitgeteilt, dass er mich nicht mehr liebt und sein Leben ändern wolle, dann wäre ich natürlich unendlich traurig darüber gewesen…

    Mein dringender Rat an dich ist nun, all diese Sätze mit "wenn, hätte, wäre und würde" einzustampfen. Denn damit versuchst du die Vergangenheit zu verändern. Dir hilft aber nur – wie gesagt – das JA zum JETZT. Erst wenn du dem, was dein Mann getan hat, den Rücken zukehren kannst, wird es besser. Dazu gehört auch einzusehen, dass er zu schwach war um deine Erwartungen zu erfüllen und das zu tun, was du dir gewünscht hättest. Und man fühlt sich immer dann verletzt, wenn ein wichtiger Mensch die Erwartungen nicht erfüllt und etwas völlig anderes tut.


    Das, was da geschehen ist, ist wie ein großes Bild. Das Bild eures gemeinsamen Lebens. Es hat nicht nur schöne Szenen, aber es ist fertig gemalt und lässt sich in der Vergangenheit nicht mehr um-malen. Man kann es also betrachten und daraus Lehren ziehen. Man kann es zu verstehen versuchen, aber es ist hinter Glas, unveränderbar. Und wenn man es dann verstanden hat, kann man sich dem zu wenden, was Gegenwart und Zukunft möglich machen.

    Zitat

    Letzen Endes geht es nur um ein wenig Respekt, den Frau durchaus erwarten darf, wenn man Jahre lang, gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen ist und nicht darum, eine erloschene Liebe zwanghaft am Leben erhalten zu wollen. Oder liege ich da komplett falsch?

    Nein, deine Sichtweise ist berechtigt, aber sie hilft dir nicht beim Verstehen und Abschließen. Du aber fragst hier nach, weil du abschließen willst. Also rate ich dir, nicht nach Menschen zu suchen, die dir Recht geben. deinen Mann verurteilen und in eine Schublade stecken wollen. Sondern ich rate dir, dich mit dem zu versöhnen, was da geschehen ist, denn du warst dabei. Du hast deinen Mann nicht ändern und nicht zurück halten können, weil er nach etwas gesucht hat, das du nicht hattest. Und nun ist er da, wo er sein wollte, aber er scheint damit nicht glücklich zu sein. Das hat er selber erschaffen, das ist nicht zu ändern. Und weil er da ist, ist er nicht mehr an deiner Seite. Auch das ist nicht zu ändern. Du musst dafür auch kein Verständnis aufbringen.


    Aber in dem Moment, wo du einen tiefen Seufzer tust und trotz allem zu dem, was geschehen ist, JA sagst, wirst du spüren, wie sich etwas verändert und verbessert. Es wird leichter, ihm den Rücken zu zeigen und dich dem zuzuwenden, was vor dir liegt.


    Ich hoffe, du kannst das ein wenig nachvollziehen.

    @ bepop

    Ich entschuldige mich, für meine zugegeben etwas radikal und männerfeindlich klingende Meinungsäusserung. Betont auf «meine» und die keinesfalls als allgemein geltend zu verstehen ist. Ich wollte damit niemandem zu nahe treten und ich hege aufgrund meiner Erfahrung auch keinen ewigen Groll auf die Männerwelt. Klar dass wir Frauen auch nicht unfehlbar sind.


    Als Frau kann ich halt nur aus meiner Erfahrung und Sicht der Dinge sprechen und versuche, durch offensichtliche Fakten, eine Erklärung für all das Geschehene zu finden.


    SORRY ABOUT THAT

    Zitat

    Männer wollen sich eben instinktiv möglichst vermehren, bzw. ihr Erbgut breit streuen und wenn es, altersbedingt mit den Hormonen langsam wieder abwärts geht, verspüren sehr viele den besonderen Drang, es der Welt noch einmal richtig zu zeigen.

    Ach herrje. Diese Meinung kommt aber auch noch aus dem 19. Jh., oder?


    Liebe TE, du schreibst wunderschön. Mit äußerst vielen Adjektiven.


    Nur würde ich gern die ungefärbte Story lesen. Die, wo ich mehr Wahrheit erkenne.


    Ich bin sicher, dein EX würde alles ganz anders erzählen.

    @ Donatella71

    schon in Ordnung. Du brauchst Dich doch nicht zu entschuldigen. So hast Du es erlebt und es ist Deine Geschichte. Das ist schon in Ordnung so. Wünsche Dir viel Glück bei Deiner neuen Lebensgestaltung

    Donatella, ich stimme dir ja zu, dass das keine schoenen Erfahrungen sind. Und dass sich manche Menschen ziemlich mies verhalten ist leider auch keine neue Erkenntnis. Natuerlich trifft einen das - wuerde mich auch treffen.


    Aber ich meine eigentlich etwas anderes: ich meine, dass es einen Grund gibt, wegen dem Maenner Frauen betruegen und Frauen Maenner betruegen. Ich glaube sogar, zu gleichen Teilen. Und dieser Grund liegt beim anderen - sonst wuerde der Betrueger das nicht tun, was er macht. Es ist dann natuerlich einfach, davor die Augen zu verschliessen und zu jammern und zu wehklagen. Aber es aendert nichts daran, dass der andere seine Aktionen vorher (nicht das Luegen und Wehtun spaeter) getan hat, weil ihm z.B. etwas gefehlt hat in seiner Beziehung. Aus dem Grund sagt man, dass in jeder Affaere auch eine Chance steckt. Zu reflektieren, wie es dazu kommen konnte und welchen Anteil man selbst daran hatte. Nur dann kann man verhindern, dass es wieder passiert - z.B. in der naechsten Beziehung.


    Diese Selbstreflektion vermisse ich bei der TE.

    @ Oldie49

    Ja, du hast ihn vielerlei Hinsicht recht.


    Ich habe zwischenmenschlich tatsächlich sehr von den vielen Beziehungsjahren profitiert, einiges gelernt und mich dadurch sehr verändert. Ich durfte an jeder Erfahrung, ob gut oder schlecht, wachsen.


    Das auch mein Verhalten zur Trennung beigetragen hat, habe ich nie ausgeschlossen. Ich bin ein extrem leidenschaftlicher, treuer, loyaler aber auch gleichermassen zielstrebiger und eigenwilliger Mensch, der oft mit dem Kopf durch die Wand geht und sich selten von gut gemeinten Ratschlägen davon abhalten lässt.


    Es war für meinen Ex nicht immer leicht, mit meiner Sturheit klar zu kommen.


    Insbesondere über diese Charaktereigenschaft von mir und die möglichen Folgen daraus, habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Daran muss ich sicher noch arbeiten.


    Unabhängig davon, ist es so oder so langsam an der Zeit, die lämende Opferrolle an den Nagel zu hängen und mich stattdessen mit einer positiven Einstellung der neu gewonnenen Freiheit und den damit verbundenen Chancen


    zu widmen, die auf mich zukommen werden.


    Schliesslich ist der Weg das Ziel.


    Nochmals vielen Dank für all die Ratschläge, Tipps und Kritiken, die mehrheitlich hilfreich waren.


    Herzliche Grüsse und ein schönes Weekend

    @ donatella

    Zitat

    Ich habe zwischenmenschlich tatsächlich sehr von den vielen Beziehungsjahren profitiert, einiges gelernt und mich dadurch sehr verändert. Ich durfte an jeder Erfahrung, ob gut oder schlecht, wachsen.

    Das ist der beste Weg zum Abschließen, den man gehen kann. JA sagen zu dem was gewesen ist, dem aber dann so gut wie möglich den Rücken zuzuwenden, um sich den Herausforderungen zu stellen, die sich vor einem auftun. Vor allem aber deine Anmerkungen, dass du aus den guten Jahren viel Positives hast ziehen können, stimmen mich zuversichtlich

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    Das auch mein Verhalten zur Trennung beigetragen hat, habe ich nie ausgeschlossen.

    Und das ist fast noch besser. Denn es verhindert die endlosen "Wenn er nur hätte, dann hätte ich auch" DU hast gehandelt. DU kannst zu deinem Handeln stehen. Und es gilt für mich als sicher, dass auch DEIN Handeln an bestimmten Punkten dazu beigetragen hat, dass er sich von dir abgewendet hat. Dabei rede ich nicht von Schuld, sondern von Ursachen und logischen Zusammenhängen. Die VERANTWORTUNG für die Trennung trägt allerdings ER.

    Zitat

    Ich bin ein extrem leidenschaftlicher, treuer, loyaler aber auch gleichermassen zielstrebiger und eigenwilliger Mensch, der oft mit dem Kopf durch die Wand geht und sich selten von gut gemeinten Ratschlägen davon abhalten lässt.

    Also kurz gesagt, neben den angenehmen und schönen Anteilen hast du auch anstrengende. Auch wenn er das wusste, könnten diese anstrengenden Anteile dazu beigetragen haben, sich jemanden zu suchen, der weniger anstrengend erscheint. Sein Pech, dass sich das schnell geändert hat.

    Zitat

    Es war für meinen Ex nicht immer leicht, mit meiner Sturheit klar zu kommen.

    Genau. Das hast du aber vorausgesetzt, weil er dich ja liebte und aus der Beziehung mit dir viel Nutzen gewonnen und viel gute Gefühle gezogen hat. Ihr wart also viele Jahre lang genau die Richtigen füreinander. Ihr habt mit dem, was der jeweils andere war, zu leben und zu lieben gelernt. Aber dann habt ihr euch individuell anders entwickelt, als es für den anderen gut war. Deinem Mann hat etwas gefehlt, das er sich dann außerhalb gesucht hat. Damit hat er die Beziehung beendet. Hätte eure Weiterentwicklung ALS PAAR besser funktioniert, dann hättet ihr euch vielleicht besser darüber austauschen können, was ihm an dir gefehlt hat. So ist er den einfachen Weg gegangen.

    Zitat

    Insbesondere über diese Charaktereigenschaft von mir und die möglichen Folgen daraus, habe ich in letzter Zeit viel nachgedacht. Daran muss ich sicher noch arbeiten.

    Das eine bedingt nicht zwingend das andere. Wenn ich erkenne, welche Charaktereigenschaften ist habe (und wenn die dann zu einer Trennung geführt haben), dann kann ich versuchen, "daran zu arbeiten", aber ich kann auch beschließen, dass das nun mal zu mir gehört und dass ich so bin. Das schließt dann immer noch nicht aus, in einer neuen Beziehung aufmerksam darauf zu achten, wie der Partner mit diesen Eigenschaften umgehen kann (und es ihm dann leichter zu machen), aber das "an sich arbeiten" ist mir immer zu martialisch. Ich sehe da schweißgebadete Menschen, die auf sich selber herumprügeln.

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    Unabhängig davon, ist es so oder so langsam an der Zeit, die lämende Opferrolle an den Nagel zu hängen und mich stattdessen mit einer positiven Einstellung der neu gewonnenen Freiheit und den damit verbundenen Chancen

    Besser kann man es nicht ausdrücken und jedes Wort könnte von mir stammen.

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    Nochmals vielen Dank für all die Ratschläge, Tipps und Kritiken, die mehrheitlich hilfreich waren.

    Von Herzen gern