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    All diese Dinge kosten dich aber doch auch jetzt Geld und du kommst zurecht. Wieso muss ein Partner denn plötzlich dafür aufkommen?

    Mein Stand: Sobald man auch nur zusammen lebt gilt das für den Staat als Bedarfsgemeinschaft, d.h. der Partner muss für gewisse Dinge aufkommen wenn das gemeinschaftliche Einkommen (also das Gehalt des Partners) zu hoch ist. Ist unfair und total dämlich aber wäre uns vor der Hochzeit auch mal so gegangen wenn meine damals Freundin nicht früh genug nen neuen Job gefunden hätte bevor das ALG auslief.

    Ich stell mich dann auch mal hier hin und lass mich mit Buh-Rufen heraus jagen.


    Ich bin 27 Jahre alt und kann es mir nicht vorstellen mit einem Frührentner, der nicht mehr arbeiten möchte, nicht Sehnsucht danach hat, zusammen zu sein.


    Warum ich das so formuliere?


    Mein Bester Freund ist Frührentner. Er wurde im letzten Jahr 4 Mal am Herzen operiert und er sagt "Ich wünschte ich könnte" und ist ansich ein sehr aktiver Mensch. Nur manchmal eben begrenzt durch seine Krankheit.


    Ich glaube aber...auch mit ihm würde ich keine Beziehung führen wollen.


    Denn ich möchte etwas mit Zukunft.


    Ich hatte bereits eine Beziehung zu einem Menschen, der Ausbildungen immer wieder wegen "gesundheitlichen Gründen" abbrach und dann zuhause lungerte. Es beeinträchtigte mich sehr, da ich mich schlecht dabei fühlte. Ich fühlte mich schlecht dabei, weil keine Resonanz auf meine Geschichten von Arbeit kam. Weil ich irgendwie alles allein managen musste und er noch bei Mama wohnte und unselbstständig war. Weil ich nie auf ihn zählen konnte, denn plötzlich war er immer "krank", wenn was anstand.


    Ich habe ihn schon geliebt, aber jedes Mal, wo er mich im Stich ließ, verließ ein Stückchen Liebe meine Gefühlswelt.


    Jedes Mal wo ich ihm Geld für etwas zusteckte mit dem Versprechen, es doch bald wieder zu bekommen (Ich bekam nicht einen Euro von ihm wieder.), wurde ich mir bewusst, dass es so laufen würde.


    Ich würde arbeiten gehen. 9-10 Stunden am Tag außer Haus um nach Hause zu kommen zu einem Typen, der den ganzen Tag nichts andres gemacht hatte als zu schlafen und zu zocken.


    Vermutlich adaptiere ich zu sehr auf meine persönlichen Erfahrungen.


    Weniger Probleme habe ich, jemandem 200-400€ zuzuschießen zum gemeinsamen Urlaub, wenn ich weiß, derjenige arbeitet und kann trotzdem nicht. Ich hab auch kein Problem damit, dass mein Freund die nächsten Jahre kaum etwas zum gemeinsamen Einkommen beitragen kann, da er studiert. Das ist ok, da sehe ich eine Zukunft, die uns beide beinhaltet. Ich sehe er macht etwas. Ich habe auch kein Problem damit, wenn man depressiv ist, aber kämpft. Das habe ich auch getan.


    Ich habe kein Problem damit, wenn jemand wenig verdient, aber ich habe ein Problem damit, wenn dann Erwartungshaltungen an mich als verdienenden Partner kommen.


    Entweder ich habe das Geld für den Urlaub der andren Person auch aufzukommen und wenn es nur für mich reicht, dann...ja dann würde ich auch allein in den Urlaub fahren, denn ich habe sehr viel gearbeitet und brauche das. Nicht jedes Jahr...aber jedes 2. Und wenns Gehalt dann nicht reicht für beide...


    Ich fände es ganz schlimm eher so rum, dass man als Person, die immer zu Hause ist und wenig Pflichten hat, es der Person, die jeden Tag arbeitet MISSGÖNNT, dass er/sie einen Urlaub macht.


    Auch wichtig finde ich den Punkt Zukunft.


    Man will iwann zusammen leben, Kinder kriegen (ok vielleicht nicht zwingend) und gemeinsam planen.


    Wenn das nicht möglich ist, weil man dann trotz Arbeit auf Sozialhilfeniveau lebt...find ich das grausam....grausam der arbeitenden Person gegenüber...warum soll sie dann überhaupt arbeiten...


    Ja ich weiß man kann da immer unverschuldet drin landen, aber schon von der Ausgangssituation heraus "Ich werde niemals nie wieder arbeiten" könnte ich das einfach nicht.


    Es würde mich tierisch ankotzen. Jeden Morgen aufstehen, der Partner bleibt liegen, kann ja ausschlafen.


    Wenn er mit aufsteht auf Arbeit sitzen und wissen...der Partner chillt grad aufm Sofa...


    Sich 3 mal überlegen ob man sich einen Kaffee to go holt, weils Geld dann nicht reicht und der Partner macht zuhause einen Mittagsschlaf...


    Muss nicht so eintreffen, ich weiß das... aber ich könnt das nicht. Es würde bei mir einen derartigen Frust aufbauen, dass die Beziehung uns beide kaputt machen würde.

    Ja ich würde es wohl auch beschreiben mit "Keine Perspektive haben"


    Das ist ziemlich cool bis man vielleicht so 23/24 ist... ich hatte so Freunde... Leben von Hartz 4...ganzen Tag Zocken...


    Was hab ich die beneidet.


    Heute seh ich das eher als Makel.

    Ich versteh so was gar nicht. Meiner Meinung nach gehört "streben" fest zum mensch-sein dazu und jeder hat das Bedürfnis, irgendwas aus sich zu machen. Diese Leute (ob nun behindert, berentnet oder was auch immer), die den ganzen Tag nur vor sich hin vegetieren, unproduktiv, obwohl sie nicht so stark beeinträchtigt sind dass sie nichts sinnvolles tun könnten, sind mir ein Rätsel.


    ich tu mich ja schon schwer damit, auch nur einen einzigen Tag "Urlaub" ohne produktives Schaffen einzulegen.. kommt mir so sinnlos vor.

    Ich könnte auch nicht mit einer (früh)berenteten Person zusammen sein. Natürlich kann man auch Freizeitaktivitäten machen, die (nahezu) nix kosten. Gebrauchte Räder gibts günstig, Inline skates, spazieren gehen, um den See laufen...


    Aber ich mag auch Dinge tun, die Geld kosten. Mal eine Pizza essen, auf Urlaub fahren, einen Wochenendausflug in eine andere Stadt. Und wenn der Partner da nicht mit kann, wäre das für mich einfach schade und so eine Beziehung möchte ich nicht. Gleichzeitig möchte ich nicht alles für den Partner bezahlen - wenn es eine vorübergehende Durststrecke ist gerne, aber nicht für immer. Ich arbeite sehr hart und verdiene deswegen ganz gut - mein Freund macht aktuell ein Praktikum und verdient 400 Euro. Ganz klar, dass ich ab jetzt die Pizza zahle und den Sprit für den Stadtbummel 200km weiter. Aber wie gesagt, das ist zeitlich beschränkt.


    Ich brauche einfach diese Freizeitaktivitäten um mich von meinem harten Job zu erholen. Hart arbeiten und dafür keinen Ausgleich haben (Urlaub zB) kommt für mich nicht in Frage. Deswegen auch kein Partner, der da dauerhaft nicht mit kann.

    @ MrsHide:

    Zitat

    Wieso muss ein Partner denn plötzlich dafür aufkommen?

    So sind nun mal die Gesetze in Deutschland. Wer sich nicht selber versorgen kann und nicht von anderen versorgt wird erhält Geld vom Staat. Sobald du aber mit jemandem zusammen wohnst muss dieser für dich aufkommen, sofern er das kann.

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    So sind nun mal die Gesetze in Deutschland. Wer sich nicht selber versorgen kann und nicht von anderen versorgt wird erhält Geld vom Staat. Sobald du aber mit jemandem zusammen wohnst muss dieser für dich aufkommen, sofern er das kann.

    Wenn sie so einfach wären, bräuchten wir nicht hunderte Seiten Sozialgesetzgebung. ;-D


    Ihr könnt zusammen eine WG machen, ohne eine Bedarfsgemeinschaft zu werden. Dann sorgt weiter jeder für sich selbst.


    Und ihr könnt trotz Beziehung/Partnerschaft getrennt wohnen.


    Hast du einen mittellosen Freund (Einkommen/Vermögen), ist da nix zu holen, und es bleibt wieder beim Staat.


    Und mir ist noch nicht klar, warum du nicht auch einen finanziellen Beitrag zu eurem Haushaltseinkommen leisten könntest. Ich finde, mit deinen Ansichten stehst du dir selbst im Weg.

    Hallo Gartenteichfrosch,


    ich kann nicht beurteilen, inwiefern ein Partner für dich aufkommen müsste, würdet ihr zusammenziehen, aber wieso muss man denn unbedingt zusammenziehen? Wäre es tatsächlich so, dass er für dich aufkommen müsste, dann könnte man doch einfach in die Nähe voneinander ziehen und viel Zeit in der Wohnung eines Partners verbringen, wenn man es möchte. Es hat auch positive Seiten: Jeder hat seinen eigenen Rückzugsraum, es gibt keine Konflikte wegen der Einrichtung/ des Haushalts/ der Un-/Ordnung, etc.


    Ich habe auch keinen Plan davon, ob der eine für den anderen aufkommen müsste, wenn man verheiratet ist, aber nicht zusammenwohnt, aber wenn das tatsächlich so wäre, dann muss man nicht unbedingt heiraten. Mir ist schon klar, dass Menschen einer Ehe einen unterschiedlichen Wert beimessen, aber nüchtern betrachtet festigt sie weder die Beziehung, noch hält sie dadurch automatisch für die Ewigkeit. Wenn man eine Ehe nicht durch die rosarote Brille betrachtet, verändert sie eine Beziehung im wesentlichen absolut nicht zum Positiven.


    Vielleicht ist dir das jetzt zu persönlich, aber wie viel Geld bleibt dir denn monatlich zum Leben? Meine Schwester lebt vorübergehend auch von Hartz4, kommt damit aber ganz gut hin. Es ist zwar nur ein Urlaub an der Nordsee möglich, aber immerhin. Sie kauft sich regelmäßig hochwertige Kleidung, lebt in einer schön eingerichteten Wohnung (Kleinanzeigen) in einer beliebten Gegend, nimmt Klavierunterricht, fährt täglich Auto und isst überwiegend Bio-Produkte. Schwimmbadbesuche, Theaterbesuche etc. finden auch regelmäßig statt (so 2x monatlich).


    Du dürftest doch nicht weniger zur Verfügung haben, als ein ''normaler'' Hartz4-Empfänger, und mit dem Geld kann man auch ein schönes Leben haben - man muss nur wissen, wie.


    Ich kann verstehen, dass es dich stören würde, wenn dein Partner zum Beispiel zweimal jährlich groß in den Urlaub fahren würde ohne dich, weil er es sich nicht leisten könnte, für dich mitzubezahlen, aber die 2-4 Wochen im Jahr könntest du ihm das doch gönnen. Er könnte nichts dafür, dass du kein Geld hast, um alle paar Monate andere Länder zu bereisen, und wenn er damit klar käme, dass er immer alleine fahren müsste, wäre das doch ein durchaus erträglicher Kompromiss, oder nicht? Immerhin hättest du einen Partner, den du liebst.

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    Meine Schwester lebt vorübergehend auch von Hartz4, kommt damit aber ganz gut hin. Es ist zwar nur ein Urlaub an der Nordsee möglich, aber immerhin. Sie kauft sich regelmäßig hochwertige Kleidung, lebt in einer schön eingerichteten Wohnung (Kleinanzeigen) in einer beliebten Gegend, nimmt Klavierunterricht, fährt täglich Auto und isst überwiegend Bio-Produkte. Schwimmbadbesuche, Theaterbesuche etc. finden auch regelmäßig statt (so 2x monatlich).

    Das kann man sich von Hartz4 (= ca. 400€ + Miete + Krankenkasse) nicht leisten.

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    Damit abfinden würde ich übertrieben finden. Es als Möglichkeit in Betracht ziehen, halte ich schon für sinnvoll...

    Das hat mich irgendwie getroffen. Keine Ahnung warum. Liebe findet sich doch immer, irgendwie? (Hoffe ich. :-) )

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    Weil ich was zu essen brauche, eine Krankenversicherung, Wasser, Strom und Gas benötige, ab und zu mal neue Klamotten haben möchte, auch mal Geld für Hobbys brauche, etc. Von Luft und Liebe alleine kann ich nicht leben.

    Wenn Du eine EU-Rente erhältst, bist Du auch über eine KK versichert. Und 50,00 Euro an Rente - Sorry, das nehme ich dir nicht ab. Immerhin gibt es eine ZZ - steht auch im Bescheid. Und wer eine EU-Rente erhält, behält sie auch wenn er/sie heiratet.


    Und wenn Du mal neue Klamotten brauchst, es gibt Kleiderkammern oder selbst mit dem nähen anfangen. Wasser, Strom und Gas benötigen alle, Du bist also nicht die Einzige die diese Nebenkosten entrichten muss. Und wenn Du wirklich so wenig an finanziellen Mitteln hast, es gibt goldene Tafeln oder so ähnlich, wo Du dir immer Essen holen kannst, so viel wie Du brauchst. Du musst wohl nur eine Bescheinigung vorlegen, ob Du zum Kreis der Berechtigten gehörst.


    Und nicht jedeR EU-Rentner ist gezwungen von seiner Rente zu leben. Je nach Erkrankung oder Verlauf kann und dürfen 450,00 Euro im Minijob dazu verdient werden.


    Warum das Leben nur erträglich ist in einer Partnerschaft - dann aber wieder nicht - weil.... kann ich nicht nachvollziehen. Und warum muss ein anderer für dich aufkommen? Vllt. wird ja hier einiges - für mich - klarer, wenn Du dich mal etwas genauer äusserst.