Beziehungsende...fühle mich komisch

    Hallo, ich muss mir hier mal was von der Seele schreiben.


    Ich bin soooo enttäuscht von meinem Ex-Freund. Ich bin extra aus einer 700km entfernten Stadt zu ihm gezogen und hab mit ihm eine Beziehung über mehr als vier Jahre hinweg geführt. Hierbei gab es auch mehrere Herausforderungen:


    - für mich war hier ALLES neu: Job, Dialekt, Stadt, keine Freunde...und ich hab mich arrangiert.


    - nach einem Jahr Beziehung erkrankte er an einer psychosomatischen Störung und das war bzw. ist weiß Gott nicht einfach. Ich hab immer zu ihm gehalten und war für ihn da und zusammen haben wir das durchgestanden


    - seine Oma, an der er sehr hing, wurde pflegebedürftig und starb letztes Jahr - ich hab mich auch um sie gekümmert


    - seine gluckende Mutter hat ihr Helfersyndrom entdeckt und lebt es voll aus, zudem ruft sie Minimum 1x/Tag an und klagt, dass wir uns zu wenig um sie kümmern (sie ist selbst noch Vollzeit-berufstätig...) - die Frau ist aber noch ein ganz eigenes Kapitel...


    Nun kam ich Ende Juli von der Arbeit heim und wurde mit den Worten empfangen "Setz dich, wir müssen reden. Ich kann die Beziehung nicht weiter fortführen. Ich ziehe erstmal zu meiner Mutter"


    Wie bitte?


    Damit hab ich nicht gerechnet. ER war es immer, der Angst hatte, ICH würde IHN verlassen - was ich gar nicht vorhatte.


    Ich bin und war sehr enttäuscht. Nach einer Woche sind wir uns in die Arme gefallen, dass wir es noch einmal miteinander versuchen und an unserer Beziehung arbeiten wollen.


    Ich wollte seine Beweggründe wissen - was stört ihn? Was soll anders laufen?


    Seine Antwort war: der Grund ist, dass ich seine Freunde nicht kenne.


    Da wurde ich richtig sauer, aber dazu muss ich erst etwas ausholen:


    Seine Freunde leben alle in anderen Orten - etwa 30-50 km entfernt. Er trifft sich regelmäßig montags mit ihnen zu Pen&Paper-Rollenspielen. Damit kann ich leider gar nix anfangen und habe deshalb auch Einladungen zur Teilnahme ausgeschlagen. Ich versteh da nur Bahnhof und es interessiert mich einfach nicht (also Rollenspiel). Diese Freunde waren aber auch nie bei uns zu Gast - nicht einen hab ich mal vorbeikommen sehen.


    Tja, vielen Dank auch.


    Dann fragte ich ihn nach seinen Gefühlen zu mir: Hast Du noch Gefühle für mich? JA! Hast DU mich lieb? Ja!


    Ich hab ihm gesagt, dass seine Freunde gerne herkommen können zB zum Grillen oder so bzw. auch gerne einzeln zum Quatschen - damit hab ich echt kein Problem. Ich hab aber ein Problem damit, nen Abend damit zu verbringen, in einem Raum mit 10 Nerds zu sitzen, die sich ihre unverständlichen Nerdwitze erzählen.


    In den vergangenen fünf Wochen bin ich erstmal in eine eigene Wohnung gezogen und wir haben uns ein paar Mal getroffen und viel telefoniert. Wir haben viel gekuschelt und es war auch immer sehr herzlich.


    Nun war ich für 1,5 Wochen geschäftlich weg - und er war am Telefon total komisch. Was er denn nun hätte...NIX! Also haben wir geskyped - und ich habe gefragt "Kann es sein, dass du dich von mir distanzierst?" Antwort: Ja


    Ich frage: Warum?


    Er: Ach, müssen wir das jetzt besprechen?


    Ich: ach, weißt du was, wir müssen gar nix mehr besprechen


    Das war letzten Sonntag. Ich hab für mich mittlerweile auch den Entschluss gefasst, dass ich ihn auch gar nicht mehr zurückhaben will. Was ist das denn für ein Mist? Vier Jahre Beziehung wegwerfen, obwohl er mich angeblich noch lieb hat - und dann nicht an der Beziehung arbeiten wollen und blöd rumdrucksen.


    Ich wollte am Dienstag noch ein paar Sachen aus der gemeinsamen Wohnung holen - zack, da hatte er das Schloss ausgetauscht. Das hätte ich NIE von ihm gedacht.


    Aber nicht mit mir - den Gefallen tu ich ihm nicht, dass ich mich noch einmal bei ihm deswegen melde. Ich will ihn einfach nicht mehr sehen. Ich finde ihn so dermaßen undankbar. Ich hab so viel für ihn und die Beziehung getan und er will Schluss machen, weil ich seine Freunde nicht kenne, die in meinen Augen eher "Bekannte" sind. Ach ich könnte noch viel genauer ins Detail gehen...es sind so viele Dinge, die eine Rolle in dieser Beziehung gespielt haben: seine Mutter, sein Job...es ist sehr komplex. Und ich fühle mich komisch, traurig, befreit, enttäuscht

  • 15 Antworten

    Ich kann deine Enttäuschung gut verstehen. :°_ Er ist recht hart mit dir umgegangen.


    Vermutlich wird dein fehlendes Mitkommen zu seinen Freunde nicht der Trennungsgrund sein...eher der Einfluss seiner Mutter und andere Dinge.


    Eine Gluckenmutter mit einem nicht abgenabelten Sohn kann schnell zu einer Trennung führen.


    Er hat die Gefühle für dich verloren.


    So wie du schreibst hast du gar nichts falsch gemacht.


    Es gibt bestimmt viele Männer,welche dich mehr lieben,mehr schätzen und emotional beständiger sind.

    Hmm, also er scheint ein "Nerd" zu sein und das ist auch ziemlich wichtig für ihn und du redest davon ja irgendwie ziemlich abwertend. Also ich weiß nicht, wenn ich er wäre, wäre das schon ein ganz schön großes Problem. Du hast ja scheinbar nichtmal probiert, zu schauen, was er mit seinen Freunden so macht. Seit 4 Jahren geht er zu diesen Rollenspielen quasi als Single, obwohl er kein Single ist. Versteh das nicht falsch, das ist sicherlich auch für viele ok, aber ihm scheint es ziemlich wichtig zu sein, wenn er das als Grund nennt.


    Ich kann von mir sagen, mit einem Typen, der nur Hip Hop hört oder dessen einzige Gesprächsthemen irgendwelche strohdummen Alltagsprobleme sind, könnt ich auch nix anfangen, aber so gar nicht. Solche Hobbys können schon sehr wichtig sein.


    Aber was ich wirklich unfair von ihm finde ist, dass ihm das nach 4 Jahren einfällt und dass er dich erst so weit umziehen lässt, bevor er dir mal sagt, dass es zwischen euch in einem ihm sehr wichtigen Punkt gar nicht passt... :(v An deiner Stelle würde ich den von ihm genannten Grund daher auch arg bezweifeln, vermutlich steckt was anderes dahinter, was jetzt ganz plötzlich nach 4 Jahren zum Beziehungsende führt... das will er dir aber nicht sagen, weil er nicht "der Arsch" sein will.


    Das was du am Ende schreibst, klingt doch sehr gut. Auch wenn es sich sicher grad nicht immer so anfühlt, aber es hört sich an, als wenn das die richtige Entscheidung wäre. Bleib dabei, das wird schon wieder! :)*

    Jein, das mit dem Rollenspielen ist seit etwa einem haben Jahr sehr in - davor nur sporadisch. Und ja, ich rede mittlerweile sehr abwertend darüber, weil mich das sehr verletzt hat, dass DAS die Ursache für ein Beziehungsende sein soll.


    Ich hab ihn eher ermuntert, daran teilzunehmen, weil ich wollte, dass er wieder aktiver wird nach dieser Psychosomatikgeschichte.


    Also, auch wenn es sich nicht so liest, ich hab seine Treffen sogar befürwortet

    Ich denke, diese Rollenspiele und der Grund, du würdest seine Freunde nicht kennen, sind nur vorgeschoben.


    Vermutlich weißt du das auch tief in dir drin. Du hast da nichts falsch gemacht. Es ist ja auch nicht so, als hätten sie ihm die Bude eingerannt oder dich in die Aktivitäten versucht einzubinden, zu Feiern oder ähnlichem eingeladen und du hättest dich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt.


    Reif und erwachsen scheint er nicht mit der Situation umzugehen. Schlösser in der gemeinsamen Wohnung austauschen, ohne wirklichen Grund? Finde ich übertrieben. Wie alt seid ihr?


    Aus meiner Beobachtung, und wenn du danach googlest, kommt oft nach 4 Jahren ein Punkt, an dem sich entscheidet, ob die Beziehung fortgeführt wird oder nicht. Dazu gibt es Theorien, es soll was mit der Evolution und Biologie zu tun haben.


    Er hat aber anscheinend nicht den Mut und die Eier zu sagen, dass die Gefühle für eine Liebesbeziehung reichen.

    Hmm...ich hab ihn ja mit der Aussage konfrontiert "Weil deine Freunde mich nicht kennen, möchtest du diese Beziehung beenden? Weißt du, wenn die Gefühle nicht mehr da sind - dann ist das okay, das passiert - das kann man nicht ändern oder erzwingen"


    Daraufhin meinte er etwas diffus: "ja, wenn du das so sagst, dann klingt das wirklich seltsam und auch gar nicht mehr wie ein großes Problem - aber ich hab den ganzen Vormittag darüber nachgedacht und da war das für mich so allesentscheidend"


    Und dann hatte ich in gefragt, wie es mit den Gefühlen aussähe...was er ja bejaht hatte.


    Da hatte ich noch naiv gedacht, dass er im Moment wieder psychisch labil ist/wird (was wohl auch zutrifft) und wir daran arbeiten könnten.


    Dann hatten wir eine Woche lang einen räumlichen Abstand, hatten dann vereinbart, es noch einmal zu versuchen, aber auf räumlichen Abstand zu gehen. Zwei Wochen später hatte ich dann meine neue Wohnung und er war auch einige Male da, hat praktisch den ganzen Umzug alleine durchgezogen. Wir hatten mehrmals täglich Kontakt und uns auch gut verstanden.


    Mir fiel dann zunehmend auf, dass er seine Verabredungen deutlich steigerte: nicht nur montags spielen, sondern mehrmals wöchentlich, fast täglich noch zu Mutti fahren...


    Am Samstag vor zwei Wochen hatten wir uns zuletzt gesehen - eigentlich war verabredet, dass er von Sa auf So übernachtet. Aber dann stellte sich schnell raus, dass er nur ein paar Stunden bleibt, um anschließend zum Spielen zu fahren.


    Das hat mich schon sehr verletzt, weil es 1. anders verabredet war und ich mich darauf eingestellt hatte, 2. weil er in dieser Woche schon x-mal spielen war und dieses mir vorgezogen hat, 3. weil ich am Folgetag für über eine Woche beruflich weg musste und nur eingeschränkt erreichbar sein würde 4. wir uns zuvor auch eine Woche nicht gesehen hatten


    Es ist wohl so, dass er sich da schon distanzieren wollte - warum kann ich wirklich nicht sagen.


    Er weiß es wohl selbst nicht. Er hat mich mit dieser Art sehr enttäuscht und verletzt und ich merke mehr und mehr, dass ich ihn auch echt nicht mehr als Freund zurückhaben will.


    Diese ganzen Kompromisse, die ich eingehen musste - während er so weiterleben konnte, wie er wollte...ohne großartige Veränderung. Und mir dann an den Kopf zu werfen, ich würde seine Freunde nicht kennen...


    Tja, ich hatte auch keine Chance, sie kennenzulernen und zugegebenermaßen auch keine Anstalten gemacht, dies zu ändern. Meine Gedanken waren da aber folgendermaßen: die sind alle erwachsen - zwischen 40 und 45 Jahre alt - die Allermeisten davon haben Familie und Kinder und die sehen diese Spieleabende als Hobby. Ich habe auch mitbekommen, dass manche Freunde diese Abende auch ausfallen lassen, um etwas mit der Familie zu unternehmen - es ist also nicht Zoo streng bzw. wird nicht von allen so bierernst genommen wie von meinem Ex, der auch Mitte 40 ist.


    Ja...Mitte 40 - und keine 25 mehr, wo man noch nachvollziehen kann, dass die Peergroup wichtig ist.


    Ich denke, dass sich bei meinem Ex wieder eine depressive Episode anbahnt und er bald wieder zusammenbricht - so wie vor 2,5 Jahren - und dass DAS dahintersteckt

    Ach ja, zum Thema "Nerd"...jein, eigentlich eher kein Nerd in DEM Sinne.


    Er ist kein Informatik-Freak, der nur vorm Rechner hockt oder so - dazu kann er auch zu wenig (zB kann nicht programmieren oder so)


    Er hat einfach Film- und Spielinteressen, die ich nicht teile - wie zB Anime schauen (wehe, ich sage dazu Trickfilm...) oder Filme wie Batman, Superman, diese ganze "Justice League of America" usw. oder sämtliche Zombie-Filme (auch nicht so mein Ding)


    Er konnte aber auch ganz normal sein und wir haben auch gemeinsame Interessen gehabt.


    Ich möchte auch noch einmal betonen, dass ich ihm diese Hobbys immer gelassen habe, weil ich es für wichtig halte.

    Man muss ja auch sagen, dass man auch als Sich-Trennender noch irgendwie Gefühle für den anderen hat. Und je nachdem wie lange man zusammen war, auch so etwas wie Liebe empfindet. Aber die Gefühle, die es braucht, eine Liebesbeziehung zu führen, sind halt nicht mehr da.


    Und "lieb haben" reicht nicht für einen Beziehung.


    Und wow, ich bin geschockt davon, dass er Mitte 40 ist. :-o

    Also ich würde ihn gehen lassen. Was willst du denn mit einem Mann, der noch auf dem Weg zum Mann ist und die Liebe nicht erkennen kann? Er braucht noch einen langen Weg. Und den will er scheinbar ohne dich gehen.

    Es steht ja nicht zur Debatte, ob ich ihn gehen lassen will oder nicht. ICH WILL IHN NICHT MEHR!


    Ich versteh ihn nur nicht und ich bin einfach enttäuscht von ihm - von seiner Art.


    Ich hätte ihn nie so eingeschätzt.

    Nee, so kann man das auch nicht beschreiben. Es ist bei ihm einfach phasenweise so, dass etwas mal in ist und das wird dann forciert - und dann kippt das nach ein paar Wochen/Monaten von jetzt auf gleich - so nach dem Motto "spielen!? Nee, das ist mir zu blöd geworden, ich verbring jetzt lieber Zeit mit dir/mit xy/..."


    Aber Du hast recht: Mama ist immer da und empfängt ihn immer mit offenen Armen

    Hi,

    Zitat

    Jein, das mit dem Rollenspielen ist seit etwa einem haben Jahr sehr in - davor nur sporadisch.

    Zitat

    Mir fiel dann zunehmend auf, dass er seine Verabredungen deutlich steigerte: nicht nur montags spielen, sondern mehrmals wöchentlich, fast täglich noch zu Mutti fahren...

    Wenn Du mich fragst - der hat 'ne andere. Und falls noch mit keiner was läuft, dann interessiert er sich zumindest für 'ne andere. Wahrscheinlich eine von den Spielern... und dieser diffuse Satz von wegen "weil du meine Freunde nicht kennst" soll im Klartext vermutlich sowas heißen wie "eine aus dem Kreis interessiert mich mehr und die Leute sind anders als du" (wobei ich mich frage, wieso einer das dann nicht auch so artikulieren kann, falls es so sein sollte %-| ).


    Wünsche Dir, dass Du das Ganze entspannt abhaken kannst, sobald die erste Frist rum ist... und auch Deine Sachen bald zurückhast.


    LG

    es ist natürlich nicht schön von ihm, nichtssagend zu gehen.


    was ich störend an deinem beitrag finde ist die erhoffte dankbarkeit. du bist freiwillig zu ihm gezogen, du hast all das freiwillig gemacht und das is toll.


    aber soll er aus dankbarkeit bei dir bleiben?


    würdest du das in einer erneuten beziehung anders machen? nicht mehr da sein, wenn es probleme gibt, helfen?


    das ist doch selbstverständlich, daß man das macht. da erwartet man doch dann aber keine dankbarkeit?