Beziehungsende wegen der Zahnpastatube?!

    Beziehungsende wegen der Zahnpastatube?!


    Hallo liebes Forum,


    ich bin mit meiner Freundin seit ca. 3 1/2 Jahren zusammen, wir führen eine Fernbeziehung (dazu habe ich schon einmal einen Beitrag geschrieben, aber das ist ein anderes Thema), jeder hat zwei Kinder … nicht die einfachsten Umstände, aber im Laufe der Zeit hat sich alles vereinfacht.


    Die erste Zeit war sehr schwierig, ich war nicht immer einfach, es gab öfters Streit, der aus dem Ruder lief … aber sonst haben wir das Beste daraus gemacht, und das Beste war wundervoll. Wir haben die schönsten Urlaube des Lebens machen können, tolle Ausflüge, sind nach so langer Zeit immer noch wie ein verliebtes Pärchen unterwegs, müssen immer küssen, uns berühren, unser Liebesleben gleicht einem Verschmelzen, wir haben in (fast) allem die gleichen Ansichten, unsere Interessen kommen sich sehr nach … alle meine Freunde sagen mir, dass wir immer total verliebt aussehen. Sie ist meine Festung, ich liebe sie sehr, ich kann sogar für mich sagen, dass ich immer noch in sie verliebt bin. Wenn ich auf sie warte bin ich wie ein kleines Kind das sich auf Weihnachten freut. Ich habe es so empfunden, dass ich für den Rest meines Lebens mit ihr zusammenbleiben möchte.


    Ich trage mein Kreuz aus der Kindheit, ich bin sehr leicht verletzlich, brauche Liebe und Geborgenheit und glücklich zu sein. Das bekomme ich von ihr. Ich bin ein Jahr lang bei einer Therapeutin gewesen, das war während „ihrer“ Zeit, ich bin immer bemüht mich zum Positiven zu verändern, Probleme anzugehen und zu lösen.


    Lange Rede …


    Es ist bei uns fast üblich, dass Streits wegen „Nichtigkeiten“, also dem Auslöser, aus dem Ruder laufen. Es fängt mit absoluten Kleinigkeiten an (z.B. war ich einmal „Schuld“ daran, dass wir zu einem Treffen mit einem befreundetem Paar 21 Minuten zu spät kamen (Nebenfakt: Ich hatte schon vor der sich anbahnenden Verspätung bei den Freunden die Information hinterlassen, dass wir etwas später kommen, ich habe dann beim Eintreffen als Entschuldigung eine Runde ausgegeben, die Freunde haben die Verspätung quasi gar nicht wahrgenommen … ich habe also alles dafür getan, dass das Problem kleingehalten wird). Meine Freundin machte daraus, dass ich eine Doppelmoral habe, selbst immer verlange, dass alle pünktlich sind … das wollte ich nicht akzeptieren … daraus entwickelte sich eine Eigendynamik, dass wir abends einen riesigen Krach hatten, wir getrennt schliefen, und morgens nicht mehr ansahen und nicht miteinander redeten, den Rest des Wochenendes verbrachten wir beleidigt getrennt.


    Sie meidet danach den Kontakt, geht nicht ans Telefon, antwortet nicht auf Textnachrichten, geht einer (Auf-) Lösung komplett aus dem Weg. Damit löst sie in mir eine Panik aus, ich bekomme tiefe Ängste sie zu verlieren und krieche wie ein Hund vor ihr und tu alles um die Beziehung zu retten. Ich schreibe 10-seitige Briefe, schlage eine Paarberatung vor, ich versuche alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen die es gibt, um eine Besserung in die Wege zu leiten ….


    Das eigentlich schlimme kommt nun: Sie zieht alles negative, was in den 3 1/2 Jahren vorgefallen ist, jeden kleinsten Streit, selbst Dinge, die sie nicht gut findet aber nie angesprochen hat, hervor. Sie redet alles, wirklich alles schlecht, sie nimmt selbst kleinste Nebensätze als Anlass etwas schlechtes darin zu finden. Sie ist weltmeisterlich darin Totschlag-Argumente zu finden. Das beste war, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass ich noch bei ihr bin, wenn sie z.B. krank werden würde, oder dass sie noch keinen Wohnungsschlüssel von mir hat.


    Dinge, die man einfach hätte besprechen können, aber nicht aus der Zauberkiste holen sollte, wenn man sich in einem handfesten Konflikt befindet.


    Als wir vor ein paar Monaten solch einen eskalierenden Streit hatten und es sich schon auf den letzten Metern der Beziehung befand schrieb sie, dass es ihr leid tut. Dass sie Angst vor dem Verlust hat, dass sie Angst vor dem Leben hat, weil sie immer alles alleine schaffen muss, dass sie Angst hat mit mir darüber zu reden, dass sie sich verletzt fühlt, ich genau ihren „Trigger“ erwische, dass sie es nicht schafft Ruhe zu bewahren usw.


    Wir haben nun einen leider wieder solch einen Streit wegen einer Nichtigkeit gehabt, sie ist früh morgens nach Hause gefahren, hat ihre Sachen mitgenommen und - wie so oft - den Kontakt und alles eingestellt. Nach 10 Tagen haben wir uns für ein Gespräch getroffen, sie hat wieder alles negative aus dem Hut gezogen, das Gespräch endete damit, dass sie nun nur noch ihre restlichen Sachen abholen wird - irgendwann.


    Ich bin so hilflos! Immer dasselbe Muster, immer Streit wegen nichts, wir können nicht streiten, wir verstricken uns und es eskaliert. Und ich stehe hilflos wie ein kleines Kind davor und kann nichts tun. Sie blockt alles ab und bringt die seltsamsten Begründungen hervor. Sie weigert sich vor Gesprächen unter neutralen Menschen, sie weigert sich davor, dass wir uns helfen lassen.


    Ich könnte all das hinnehmen und akzeptieren, dass die Beziehung gescheitert ist, wenn es sich um wichtige Inhalte drehen würde, aber nein, es geht immer nur um die Zahnpastatube … aber, und das ist viel wichtiger: Es ist eine so tolle Liebe, voller Leidenschaft, Verliebtheit und Sehnsucht, die sie in solchen Streits erfolgreich ausblendet und die viele Jahre alten Probleme hervorholt.


    Man kann nun denken, dass diese viele Jahre alten Problem nicht verziehen oder vergessen sind … ja das kann sein … aber dann verstehe ich nicht, wie man Glück ausstrahlen kann, wenn im Hinterkopf eigentlich alles scheiße ist.


    Ich bin ihr völlig ausgeliefert … was soll ich tun?


    Ich kann nicht essen, nicht schlafen, wenn ich die Augen schliesse sehe ich sie, wenn die die Augen öffne denke ich an sie. Wenn ich morgens aufwache hoffe ich, dass der Tag schnell vergangen sein soll, es frisst mich auf, mein Leben zerfällt in seine Einzelstücke.


    Ich bin ein Mensch, der solche Situationen immer gerne als Punkt sieht, an denen man sich intensiv um die bestehenden Probleme kümmern muss, nicht als belanglos abstempelt und zum Alltag übergeht … denn in drei Wochen treten die gleichen Probleme wieder auf.


    Ich bin ein sehr reflektierter Mensch, ich bin offen für Kritik, ich habe kein Interesse in einer Beziehung Machtverhältnisse auskämpfen zu müssen … und trotzdem sitze ich hier wie ein jaulender Dackel und und Hoffe aus ein gutes Ende.


    Danke für eure Ohren und eure Meinungen.

  • 17 Antworten

    Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Ende ohne Schrecken.


    Ehrlich gesagt liest es sich für mich, als ob ihr einfach nicht zusammenpasst.


    kufa2612 schrieb:

    Ich bin ihr völlig ausgeliefert … was soll ich tun?

    ??? Inwiefern bist du ihr völlig ausgeliefer?

    Falls du das aus einer emotionalen Sicht meinst, weil du die Beziehung als große Liebe siehst und nicht wahrhaben möchtest, dass es aus ihrer Sicht gute Gründe gibt, die Beziehung nicht fortsetzen zu wollen, auch wenn es für dich "Kleinigkeiten" sind:

    Wenn du emotional von ihr abhängig sein solltest, bist du es, der ihr soviel Macht über dich einräumt, nicht sie.

    kufa2612 schrieb:

    was soll ich tun?

    Dich trennen.


    Sry das ich das so sage, aber soll das denn so noch Jahre weiterlaufen und du leidest da ja selber drunter.



    Wenn man deinen Text liest, scheint es einfach nicht zu klappen und deine PArtnerin ist da auch sehr schwer zu händeln.


    Ih kann dir nur raten, mach Schluss und schau das du erstmal wieder dich selbst findest und zur Ruhe kommst.

    Dann kannst du immer noch Ausschau nach einer anderen Partnerin halten, die nicht so aufbrausend ist.

    Hyperion schrieb:

    Ih kann dir nur raten, mach Schluss und schau das du erstmal wieder dich selbst findest und zur Ruhe kommst.

    Dann kannst du immer noch Ausschau nach einer anderen Partnerin halten, die nicht so aufbrausend ist.

    Das Problem sehe ich hier mehr beim TE als bei der aufbrausenden Partnerin.


    Ich gebe dir auch den Rat, dich zu trennen. Das wird nix mehr, sie hat schon aufgegeben.


    Arbeite an dir selbst, vor allem an deinem Selbstbewusstsein.

    Alles gute

    Ohje, wie anstrengend. Nicht nur, dass Du ja quasi immer auf der Hut sein musst, ob Du nicht gerade falsch atmest oder mal einen falschen Ton von Dir gibst, sondern dann diese bestrafende Ignoranz. Mich würde es vollkommen stressen, in so einer Beziehung zu leben. Pauschalierende Vorwürfe helfen Dir nicht.


    Die Frage ist, wie leidensfähig Du bist und wie oft Du noch auf die Knie gehen möchtest. Für mich ist das im Grunde unreife Teeniescheiße, auf die ich als Erwachsener verzichten möchte und die keinen Platz in meinem Leben hätte. Inwieweit Du Dir das weiterhin gefallen lässt, kannst nur Du entscheiden. Für mich ist das keine Beziehung auf Augenhöhe.

    kufa2612 schrieb:

    Ich bin ein sehr reflektierter Mensch,

    Dann reflektiere bitte, warum Du mit ihr zusammen bist. Und die richtige Antwort ist übrigens nicht : " Damit ich nicht alleine bin" .


    In meinen Augen führt ihr keine Beziehung, sondern befindet euch in einem Abhängigkeitsverhältnis.

    Und wenn ich lese, " ich krieche vor ihr, um die Beziehung zu retten", stellen sich mir alle Nackenhaare hoch.

    Was bist Du ? Ihr Fußabtreter, ihr Mülleimer, ihr Trottel, an dem sie ihr Mütchen kühlen kann ?


    Mach Dich mal grade !

    Zitat

    Meine Freundin machte daraus, dass ich eine Doppelmoral habe, selbst immer verlange, dass alle pünktlich sind … das wollte ich nicht akzeptieren …

    Hat sie denn recht? Bist du überkritisch, wenn Leute verspätet sind? Wenn ja, dann sehe ich es wie sie. Du hättest das als Gelegenheit nehmen können bezüglich Verspätungen entspannter zu werden. Stattdessen weist du ihre Kritik völlig zurück und schaltest in Kampf/Selbstverteidigungsmodus.


    kufa2612 schrieb:

    Sie weigert sich vor Gesprächen unter neutralen Menschen, sie weigert sich davor, dass wir uns helfen lassen.


    Ich könnte all das hinnehmen und akzeptieren, dass die Beziehung gescheitert ist, wenn es sich um wichtige Inhalte drehen würde, aber nein, es geht immer nur um die Zahnpastatube … aber, und das ist viel wichtiger: Es ist eine so tolle Liebe, voller Leidenschaft, Verliebtheit und Sehnsucht, die sie in solchen Streits erfolgreich ausblendet und die viele Jahre alten Probleme hervorholt.

    Vielleicht hierzu noch: Ich lese da null Empathievermögen von dir für ihre Sicht, deshalb stehst du da und wunderst dich, wieso sie sich so verhält, wie sie sich verhält.


    Warum soll sie den Dinge hinnehmen, die für sie offenbar wichtig genug sind, dass davon auch die Beziehung mit dir steht und fällt?

    Warum soll sie eure Beziehung retten wollen müssen, nur weil du dir das so wünscht?


    Es liest sich so vorwurfsvoll, dass sie sich ja weigern würde, dass "ihr euch helfen lasst" etc..


    Warum sollte sie? Du bist doch derjenige, der die Beziehung retten will; sie hat sich offensichtlich de facto getrennt und insofern klar Position bezogen, dieses Ergebnis gefällt dir nur nicht. Dadurch wird ihr Handeln aber nicht falsch oder unverständlich ... oder gar pathologisch, wie hier jemand schrieb, der gleich Borderline "diagnostiziert" hat bei ihr.


    Mich wundert auch deine Bewertung, dass es mit euch so eine tolle Liebe wäre. Das liest sich überhaupt nicht so.

    Du beschreibst eure Situation als sehr belastet, wenn es um euer Alltagsverhalten als Partner geht. Es liest sich nach der ersten positiven Einlassung, von tollen Urlauben, körperlichen Begehren, gute Momente im Beisein bei Freunden, die euch als "tolles" Paar öffentlich wahrnehmen.


    Dass jedoch, was euren gemeinsamen Alltag ausmacht, klingt sehr nach Machtkampf und verkrampft. Ihr habt eine sehr ungesunde Streitkultur, die nicht nur gelegentlich eure schönen Momente zerstört, die ihr habt, wenn ihr nicht die Routine im Familienalltag lebt.


    Aber genau DAS ist das bedeutsamere für die Liebe, dass die Dynamik im normalen Wochenablauf überwiegend harmonisch und rund läuft. Ihr habt beide zwei Kinder. Diese erleben euch, dann ebenso als kämpfende Menschen, in der jeder seine Bedeutungshoheit der Worte und Taten sucht. Guter Sex, tolle Urlaube, können das nicht vollständig kompensieren.


    Offenbar habt ihr auch beide eine andere Wahrnehmung darüber, was zwischen euch belastend ist, wenn es um Streitauslöser geht. Ist es möglich, dass Deine Freundin sich genau deswegen nach jedem Streit zurückzieht, weil sie zu Dir nicht durchdringen kann, wenn es um ihre Themen geht? Es reicht hier nicht, sich nach jedem Streit emotional voreinander kleinzumachen, damit es "irgendwie" weiter geht bis zum nächsten großen Knall. Auf diese Art bleibt ihr in eurem Muster, und die Grundthemen bleiben. Eure Streitkultur zwischen euch eskaliert, weil eure Probleme nicht zu Ende geklärt wurden. Deshalb fällt euch diese Lawine bei jedem neuen Streit wieder vor die Füße.


    Ihrerseits hat sich das Ganze zu einer emotionalen Ruine entwickelt, was die Gefühle zu Dir angeht. Deshalb will sie dort nicht mehr aktiv herum sanieren, weil für Deine Freundin das gesamte Fundament zwischen euch nicht tragfähig ist.


    Es gibt Konflikte, die lassen sich nicht (auf-)lösen, wenn die Mentalität ihrer Protagonisten zu konträr und verschieden ist. Hier lässt sich auch nichts erzwingen, wenn nicht beide ein gleich starkes Interesse daran haben. So liest sich Dein Beitrag mit dem Stand von jetzt.

    kufa2612 schrieb:

    Ich könnte all das hinnehmen und akzeptieren, dass die Beziehung gescheitert ist, wenn es sich um wichtige Inhalte drehen würde, aber nein, es geht immer nur um die Zahnpastatube … aber, und das ist viel wichtiger: Es ist eine so tolle Liebe, voller Leidenschaft, Verliebtheit und Sehnsucht, die sie in solchen Streits erfolgreich ausblendet und die viele Jahre alten Probleme hervorholt.

    Für mich liest es sich so, dass ihre Sicht auf eure Probleme eine gänzlich andere ist als Deinerseits. Möglich, dass Du die Themen schneller abhaken kannst als sie. Gerade bei sehr emotional belasteten Verletzungen, bleiben die Narben auf der Seele zurück. Das kompensiert irgendwann auch kein toller Urlaub und/ oder ein paar Tage netten Beisammenseins. Es sammelt sich wie ein Flickenteppich Stück für Stück an und irgendwann ist der Berg an Themen zu groß geworden, um ihn durch ein glatt bügeln wieder salonfähig zu machen.

    kufa2612 schrieb:

    Damit löst sie in mir eine Panik aus, ich bekomme tiefe Ängste sie zu verlieren und krieche wie ein Hund vor ihr und tu alles um die Beziehung zu retten. Ich schreibe 10-seitige Briefe, schlage eine Paarberatung vor, ich versuche alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen die es gibt, um eine Besserung in die Wege zu leiten ….

    All das ergibt nur Sinn, wenn sie Dich noch genug liebt und eine trotz der Probleme positive Perspektive der Veränderung in euch als Paar sieht.

    kufa2612 schrieb:

    Sie ist weltmeisterlich darin Totschlag-Argumente zu finden. Das beste war, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass ich noch bei ihr bin, wenn sie z.B. krank werden würde, oder dass sie noch keinen Wohnungsschlüssel von mir hat.

    Für mich liest sich das nicht nach Kleinigkeiten, sondern eher nach tiefsitzenden Ängsten, dass Du für sie nicht verlässlich genug denkst und handelst. Warum sie es so empfindet, wird Gründe haben, die ihr trotz 3,5 Jahren Beziehung nicht auflösen konntet. Möglich, dass sie Dich als Partner als für sich zu schwach empfindet.

    kufa2612 schrieb:

    Ich trage mein Kreuz aus der Kindheit, ich bin sehr leicht verletzlich, brauche Liebe und Geborgenheit und glücklich zu sein.

    Das könnte sie überfordert haben und zieht nun daraus ihre Konsequenzen. Du hast eingangs erwähnt, dass bereits eure Anfänge sehr schwierig waren und das hat sich im Laufe euer Beziehung so weiter verfestigt. Du bist gerade sehr traurig und würdest vermutlich jeden noch so ungesunden Kompromiss eingehen, damit ihr weiter ein Paar bleiben könnt. Aber macht, das auf Dauer wirklich noch innerlich erfüllt und glücklich? Ist es nicht eine ständige Fortsetzung mit kleinsten Schritten, die große Lösung herbei führen zu wollen? Versuche zu akzeptieren, dass zwei Menschen trotz großer Anstrengung und emotionaler Momente des Glücks, nicht immer für eine gemeinsame Zukunft gemacht sind.

    Hallo kufa2612,


    ihr passt sehr gut zusammen. Und wenn du, wie du schreibst, ein reflektierender Mensch bist, dann kannst du vielleicht verstehen, dass eine Beziehung wie ein Gebrauchtwagen-Kauf ist. (Sorry, vielleicht nicht der eleganteste Vergleich.) Aber man bekommt den Partner, so wie er eben ist. Mit allen positiven und negativen Aspekten. Und man sollte ihn so nehmen wie er ist. Wenn es Änderungen geben soll, dann kann nur derjenige Partner, der die Änderungen möchte an sich arbeiten, weil:


    Du kannst deinen Partner nicht ändern.

    kufa2612 schrieb:

    Damit löst sie in mir eine Panik aus, ich bekomme tiefe Ängste sie zu verlieren und krieche wie ein Hund vor ihr und tu alles um die Beziehung zu retten.

    Das ist der erste Punkt bei dem du mal anfangen solltest. Du solltest lernen allein zu leben, bzw, verstehen, dass du allein lebensfähig bist. Google mal nach "das innere Kind heilen" oder ähnlichem. Ich weiß das ist leichter gesagt als getan.

    Du warst ja schon öfters an dem Punkt, dass du dachtest, dass die Beziehung am Ende ist, und trotzdem ging sie weiter.


    Der nächste Punkt ist die Reaktion deiner Freundin, wenn ihr nach einem Streit wieder Verbindung mit euch aufnehmt. Dann weiß du, dass sie so reagieren wird. Dann erkenne das an, dass es einfach so ist. Dass sie so ist und so reagieren muß. Aber es ihr, bzw. euer Weg wieder in eine "glückliche" Beziehung zu kommen. Also beklage dich nicht darüber, sondern wertschätze es.


    Und du solltest wissen, dass es für euch beide völlig normal ist, dass ihr euch in zwischen diesen beiden Extremen bewegt. Das nennt man eine On-/Off-Beziehung. Das Ziel ist dies zu erkennen, dass es so ist. Und in dem Moment in dem ihr beide erkennt, dass ihr so eine Beziehung führt, dann könnt ihr auch im Off-Zustand erkennen, dass ihr immer noch zusammen gehört. Und derjenige, der das am ehesten anerkennt, kann dann auf den anderen zugehen und sagen: Hey, komm das ist kindisch. Wir wissen doch genau, in welchem Zustand wir gerade sind. Werde dir bitte darüber bewußt und lass uns diesen "inneren kindischen" Zustand beenden.


    Und, wenn du diesen Zustand dann erkennst, dann eben nicht wie ein Hund kriechend ankommen, sondern wie ein Mann sagen: "Hey Schatz, erkennst du die Situation?" Wenn sie dann die Situation nicht erkennt. Dann einfach warten, bis sie von sich aus sich wieder meldet.


    Und reflektiert dieses On-/Off mal in einer guten Phase.

    Mir st aufgefallen, dass du zu ihr kriechst .... das weiß sie und dadurch ist es ein Machtspielchen.


    Dreh den Spieß mal um und warte bis sie wieder kommt .


    Das wirst du aber wegen deiner Verlustängste nicht schaffen. Ein teuflischer Kreislauf.

    kufa2612 schrieb:

    ich bin sehr leicht verletzlich, brauche Liebe und Geborgenheit und glücklich zu sein


    Ich bin ihr völlig ausgeliefert

    Du solltest Dich nicht so an diese unumstößlich (so ist es!) klingenden Formulierungen klammern.


    Du bist nun groß und kannst auch ohne ständige emotionale Zufuhr Leben. Du bist ebenso nicht wirklich abhängig von ihr.


    Du musst Dich anscheinend dringend aus einer gefühlten emotionalen Abhängigkeit von einer Person, die Dir gar nicht gut tut, trennen.


    Du kannst auch von ihr nicht erwarten dass sie sich in einem konstruktiven Gespräch den Problemen stellt. Es ist nicht so "es gibt Probleme und sie verweigert die Klärung". Es ist vielmehr so dass ihre Verweigerung selber eine wesentliche Säule der Probleme ist.


    Weg von der Frau, lern mal alleine halbwegs gut klarzukommen! Das ist doch nur eine Quelle negativer Energie alles.

    Mann042 schrieb:

    Und, wenn du diesen Zustand dann erkennst, dann eben nicht wie ein Hund kriechend ankommen, sondern wie ein Mann sagen: "Hey Schatz, erkennst du die Situation?" Wenn sie dann die Situation nicht erkennt. Dann einfach warten, bis sie von sich aus sich wieder meldet.

    Und reflektiert dieses On-/Off mal in einer guten Phase.

    Ich verstehe Deinen Ansatz, der dahinter steht, und ja es gibt wohl Paare, die nicht wirklich miteinander, aber auch nicht ohne können. Vielleicht, wäre die Situation als solche noch anders, gäbe es zwischen den Erwachsenen nicht nur die Interessen der Kinder, die nicht außer Acht bleiben. Auch sie geraten in diesen Kreis, dass die Erwachsenen auf "tönernen Füßen" stehen, nach einem Streit, wenn er so heftig eskaliert. Das hinterlässt Spuren, wird in die Eltern-Kind-Gespräche mit einfließen, weil Kinder unsere besten Beobachter sind, spüren, wenn ihre Eltern angefressen oder unglücklich sind. Wie soll in so einer angespannten Situation einer gefühlten Trennung, stabiles Vertrauen entstehen, wenn das Konstrukt immer neu "zerrissen" wird und an dieser Stelle unverbindlich und fragil erscheint?


    Als Dauerzustand, glaube ich nicht so empfehlenswert, weil bei jeder Eskalation wieder neuer Zündstoff für künftige Streiterei entsteht. Zumal Deine Freundin solche Momente emotional länger und tiefer abspeichert als Du. Für sie hören die inneren Verletzungen nach einer guten Phase nicht automatisch wieder auf und deswegen wird es Dir weiterhin aufs Brot geschmiert, das da in der Vergangenheit schon dies und jenes war. Das Dich solche Blicke in die Vergangenheit nerven, wenig positiv auf die Gegenwart schauen lassen, ist verständlich.


    Sich einander in der Unvollkommenheit annehmen zu können, bleibt ein gefühltes Experiment, weil Beziehungen eine Eigendynamik behalten, auch wenn es auf beiden Seiten tiefe Gefühle füreinander gibt. Nicht jede Liebe kann überleben, wenn der Kelch wiederholt bis zur Neige ausgetrunken wird. Die Kraftanstrengung dabei nach jedem Tief wieder eine längere positive Phase erwachsen zu lassen, wird größer und frisst zunehmend die positiven Emotionen (Hoffnungsschimmer), der guten Momente auf.

    kufa2612 schrieb:

    Meine Freundin machte daraus, dass ich eine Doppelmoral habe, selbst immer verlange, dass alle pünktlich sind …

    Wenn es denn so ist, ist es auch ne Doppelmoral. Ist es so? Dann musst du dir den Schuh anziehen (und nicht schon beim Wort "Doppelmoral" empört sein) oder eben a) selbst penibel pünktlich sein, ohne Wenn und Aber, Ankündigungen und Entschuldigungen oder b) andere genauso unpünktlich sein lassen.

    kufa2612 schrieb:

    Damit löst sie in mir eine Panik aus, ich bekomme tiefe Ängste sie zu verlieren und krieche wie ein Hund vor ihr und tu alles um die Beziehung zu retten.

    Schlimmes Gefühl. Und dann eine Partnerin haben, die genau das tut, was dich am meisten triggert, ist nicht gut. Wo wir zu meinem nächsten Punkt kommen: Erkennst du nicht schon daran, dass sie eigentlich doch nicht deine "Festung" ist, sondern du dir eher wünscht, sie wäre es? Sie ist nicht da, wenn es dir schlecht geht und bleibt dabei. Das ist kein Vorwurf an sie, ihr Konfliktverhalten steht ihr frei. Aber das ist alles andere als eine gute Kombi. Ich gehe mal davon aus sie weiß, was sie in dir auslöst? Was sagt sie dazu?

    kufa2612 schrieb:

    Das eigentlich schlimme kommt nun: Sie zieht alles negative, was in den 3 1/2 Jahren vorgefallen ist, jeden kleinsten Streit, selbst Dinge, die sie nicht gut findet aber nie angesprochen hat, hervor. Sie redet alles, wirklich alles schlecht, sie nimmt selbst kleinste Nebensätze als Anlass etwas schlechtes darin zu finden. Sie ist weltmeisterlich darin Totschlag-Argumente zu finden. Das beste war, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass ich noch bei ihr bin, wenn sie z.B. krank werden würde, oder dass sie noch keinen Wohnungsschlüssel von mir hat.

    Dass man in heftigen Streits alles auskotzt, was eigentlich nicht so wichtig ist, find ich gar nicht so unnormal und schlimm. Da schadest du dir vielleicht auch mit deiner hohen Harmoniebedürftigkeit.