Beziehungssüchtig? Macht es noch Sinn?

    Hallo zusammen,


    Ich hoffe ich kann das alles so schreiben, dass es verständlich ist, ich nicht zuviel vergesse, oder nur meine Seite beleuchte. Ich würde gerne eure Meinung dazu hören und freue mich über jeden, der sich die Mühe macht, alles durchzulesen.


    Mein Freund (ich 26, er 36) sind vor 10 Monaten zusammen gekommen. Davor haben wir schon 2 Jahre in der gleichen Firma gearbeitet, Interesse habe ich aber erst entwickelt als ich dort gekündigt habe und ich glaube auch zeitgleich, als er aufhörte zu kiffen und wir mehr ernsthaften Kontakt hatten. Seine Ex hat dort auch gearbeitet, die mich nie leiden konnte und mir das auch so gezeigt hat (was irgendwann dann besser wurde). Damals hatte ich das Gefühl, sie verstehen sich noch gut, aber mehr nicht. Als ich Interesse an ihm entwickelte, war er zwar generell an Kontakt mit mir interessiert, ansonsten aber eher abweisend.


    Ich sehe sowas wohl irgendwie als Herausforderung und hab mir erst Recht Mühe gegeben, ihm zu gefallen, mit ihm zu flirten etc. Ich hatte öfter mitbekommen, wie er mit seiner Ex "stritt" (zb beim Kochen, oder wenn sie genervt reagierte, wenn er fragte ob sie abends mit ihm heim laufen will) und fragte, ob er denn noch Interesse an ihr hätte. Er meinte, es dachten ja alle sie wären so ein tolles Paar gewesen, aber er würde nicht nochmal eine Beziehung mit ihr eingehen - ich nahm an, vor allem weil sie ja auch so abweisend zu ihm war teilweise.


    Das lief so weiter, bis ich es eines Tages "schaffte" ihn zu einem Treffen einzuladen. Wir waren dann bei ihm und haben Konsole gespielt. Irgendwann haben wir aber eigentlich nur noch geredet. Er öffnete sich mir etwas und meinte irgendwann, dass er seine Ex irgendwie nie geliebt hatte… sprach dann aber von einer anderen Ex (von vor 10 Jahren), und er meint, er würde nie wieder jemanden so lieben können wie sie.


    Da mein letzter Freund mir das 1:1 so gesagt hatte und die Beziehung unschön endete, weil ich auch dachte "dann erst Recht, ich beweis ihm wie toll ich bin und dass er es kann", dachte ich mir, OK klares Zeichen, den Fehler mache ich nicht nochmal.


    Ich hab dann versucht ihn mir aus dem Kopf zu schlagen. An meiner Abschiedsfeier und unter Alkoholeinfluss kam es dann zum Kuss… und natürlich war es schön, ein Sieg für mich. Er wollte mich also doch. Danach wollte er mich auch sehen, zeigte mir Zuneigung und fragte mich nach einem Monat, ob ich mit ihm zusammen sein möchte, worüber ich mich sehr freute und es bejahte. Ich fühlte mich wohl bei ihm, versuchte das gesagte zu verdrängen und wenn ich meine Bedenken äußerte, sagte er, er hätte Gefühle für mich und ich solle mir keine Sorgen machen. Es wäre auch nicht wie bei seiner Ex von der Arbeit, mit der 3 Jahre zusammen war, obwohl er sie eigentlich nicht liebte.


    Nach 2 oder 3 Monaten sagte er mir dann auch, dass er mich liebt. Ich hatte ein ungutes Gefühl ihm Hinterkopf, nahm die Beziehung aber so an und natürlich war ich auch schwer in ihn verliebt.


    Dann fing es an…


    Eigentlich schon vorher schleichend. Er redete ständig von seiner Arbeits-Ex. Meinte sie wäre seine beste Freundin und das sei eben einfach so gekommen nach der Trennung. Etwas sexuelles wäre da nicht mehr gewesen, sie würden auch nicht zueinander nach Hause o.ä.. Allerdings verglich er zb mein Aussehen mit ihr. Ich war so verunsichert, weil sie sich wirklich extrem nahe standen, dass ich mal meinte, ich würde ja zumindest ein bisschen hübscher sein. Darauf erwiderte er kalt "du bist ja auch jünger als sie". Ich hätte nix sagen sollen, aber trotzdem hat es mich eingeschüchtert.


    Dann erzählte er mir von ihrem ersten Date, eine Anekdote. Ich möchte dazu sagen, dass ich weder was mit meinen Exen zu tun habe, noch jemals von ihnen geredet habe (außer warum es zur Trennung kam). Er erzählte es so, als erinnere er sich genau und ich sagte dann, dass ich das nicht hören möchte. Er meinte, das wäre ja nicht schlimm, er wollte ja auf was anderes hinaus.


    Abends im Bett meinte ich dann, dass mir das weh getan hat, dass er das überhaupt noch so im Kopf hat und irgendwie redet wir uns in einen Streit, weil er der Meinung war, es wäre völlig in Ordnung über sowas zu reden. Ich habe geweint und wir haben das Thema dann irgendwann ruhen gelassen.


    Monate danach hatten wir wieder ein Gespräch darüber, weil mir der Platz den sie "zwischen" uns bzw. In seinem Leben einnahm mir einfach zu groß war… egal ob er meinte es wäre völlig normal mit seiner Ex so eng zu sein, er hätte ja keine Hintergedanken. Sie wäre ihm wichtig, er will sie sehen, weil sie eine Freundin ist. Er würde mir ja auch nicht vorhalten, dass ich mit Petra Mustermann befreundet bin (mit der ich vllt einmal die Woche schrieb und mich ab und zu traf, sie nicht jeden Tag sah, mit ihr in Urlaub fuhr, schrieb und mich zusätzlich mit ihr treffen wollte). Dass sie seine Ex ist war für ihn kein Argument. Ich fühlte mich schlecht und dann kam mir die Date Sache wieder in den Kopf.


    Ich möchte das gerne als Beispiel dafür nennen was mich am meisten stört: Wir stritten wieder darüber, dass er damals überhaupt kein Verständnis zeigte und ich sie langsam aber sicher als Konkurrenz ansah, weil sie so wichtig war und ich nicht gehört wurde - und ihm auch egal war, wie unmöglich sie auf Arbeit zu mir war.


    Er meinte dann ich wäre sowas von kindisch, da würde man mein Alter merken, es wäre völlig normal über sowas zu reden und ich könnte das nicht ab und hätte ihm so eine Szene gemacht, statt einfach mit ihm zu reden. Ich war unglaublich verletzt und meinte, dass es eine Einstellungssache sei und ich in dem Moment sauer war, es mir aber nur darum ging, dass er es bei MIR lässt, um Rücksicht zu nehmen. Aber er war ja auch da schon der Meinung, was er denkt zählt und ich bin Schuld am Streit.


    Ich merke erst jetzt, dass sich solche Situationen immer wieder wiederholt haben. Mal ein paar kurze Beispiele:


    1. Wir sind mit Ex Kollegen auf einer Feier. Eine "Freundin" von mir, die ihn 0 attraktiv findet, macht sich an ihn ran, weil sie eifersüchtig ist, dass ich einen Freund habe. Er lacht, macht mit, hat sicher keine bösen Absichten, meint ich wäre falsch, weil ich ihm einen bösen Blick zugeworfen habe (ihr auch!). Als sie dann mit seinem Arsch an ihm rumrieb hab ich die beiden auseinander gezogen und war etwas sauer. Mein Freund reagierte mit Unverständnis, ich würde eine Szene machen (was ich nicht getan habe) und meinte er hätte keine Absichten gehabt, deswegen wäre das OK - danach stritten wir uns 2 Tage lang heftig, weil er mir sogar eine LISTE gab, was für ihn ja wohl ok wäre (zb. Wenn ich nem Kerl aus Spaß in den Po kneife, alles ok, solange man keine Hintergedanken hat). Wie ich das sehe, war ihm egal. Aber auch hier war ich die böse, weil ich streite.


    2. Eine fremde klingelt an der Tür. Wollte gegenüber rein, aber die Freundinnen waren noch nicht da und der Schlüssel den sie ihr gegeben haben, funktioniert nicht. Er versucht ihr zu helfen die Tür aufzuschließen - klappte nicht. Er meint zu mir "oh man, ich hätte sie jetzt eig einfach bei mir reingelassen, zum warten." Ich frage ihn, ob das sein ernst ist, eine fremde Frau in seine Wohnung zu lassen. Wieder ging ein Streit los, er fühlte sich überwacht, ich würde ihn behandeln als wären wir im Iran, er wurde scheinbar anders erzogen, er würde ja Menschen helfen wollen. Sie musste 20 Minuten im Flur warten! Was wäre wenn wir zusammen ziehen und er Fremde rein lässt? Wie würde er es finden, wenn ich fremde Männer in meine Wohnung lasse? Alles egal… ich war wieder Schuld.


    3. Er erzählt mir wie wenig Sex er im Leben hatte, beklagt sich richtig darüber. Ich hasse es über sowas zu reden, weil ich schnell Kopfkino habe, frage dann doch wie viele es denn waren. Er nennt mir eine hohe Zahl und meint, es waren einfach so wenige. Gut, Einstellungssache, ich fand es schade, weil ich ihn nicht so eingeschätzt hätte. Als ich ihn fragte, ob er auch One night Stands hatte (was für mich nie in Frage kommen würde), meinte er ja und erzählte mir von einem Mal im Club, da wollte er eig auch mit einer Sex haben, aber sie hatten kein Kondom. Da hätten sie sich anders beholfen. Wollte ich das hören!? Nein, mir ging es ganz mies mit der Vorstellung. Als ich ihm das vorwarf, meinte er wieder, es wäre für ihn völlig ok über sowas zu reden. Das störte mich mehr als die Sache selbst und so kam es auch deswegen zu einem Riesen Streit.

  • 8 Antworten

    Zweiter Teil, herrje hab ich viel geschrieben...


    Für das letzte Beispiel muss ich die Sache mit der Ex weiter führen. Unsere Beziehung ging richtig den Bach runter. Ich fühlte mich klein und bei jedem Streit wegen der Ex sagte er, es wäre normal, sie wäre ihm wichtig, ich wäre die, die falsch ist. Dass mich das nur noch schlechter fühlen ließ und ich mir noch weniger wert gegen sie fort kam interessierte ihn nicht. Ich war ja schließlich die "böse" Freundin… Ich weiß, das werden sicher auch einige schreiben, ich hätte es akzeptieren sollen. Sie war seine Freundin, er war 3 Jahre Single nach ihr/vor mir, hatte nichtmal Dates und sie war seine einzige Bezugsperson, weil er sonst keine Freunde hatte. Ich hätte für mich erkennen sollen, dass das nichts für mich ist. Ich wollte es ihm aber so sehr wert sein, hab ihn so geliebt. Ich habe mich richtig reingesteigert ihm mehr zu gefallen, hab alles für ihn getan, mich aber so an seinem Unverständnis und der Ex gestört, dass ich ihm das ständig vorgehalten hab. Mir ging es zeitweise so schlecht, dass ich morgens aufgewacht bin, ihm in WhatsApp ellenlange Nachrichten schrieb, in denen ich versuchte ihm sein Fehlverhalten klar zu machen, worauf er (verständlicherweise) nur noch mit mehr Abweisung reagierte und weiter meinte, ich würde nur Streiten wollen.


    Einmal sagte er, ich wäre selbst daran schuld, dass ich ihn liebe. Ich ging daran richtig kaputt. Hab trotzdem weiter schöne Aktivitäten rausgesucht, immer für ihn gekocht, eingekauft, den Urlaub alleine geplant, weil er meinte, er hätte zuviel Stress auf Arbeit für solche Dinge.


    Ich konnte einfach nicht mehr… Es war sogar der Notarzt bei mir, weil ich an einem Abend so schlimm hyperventiliert habe. Ich war so verzweifelt. Er war nicht da, ich habe es ihm geschrieben… er hat nicht mal angerufen… Ich kam immer wieder bei ihm an. Er kann auch wirklich charmant und liebevoll sein. Sagt mir wie toll ich bin. Im Streit sagt er, es würde eh keinen Sinn machen zwischen uns. Ich hätte ja wohl ein Problem, müsste eine Therapie machen (worum ich mich gerade tatsächlich bemühe, weil ich nicht aufgeben will).


    Ich habe mich dann getrennt, obwohl ich es natürlich eigentlich nicht wollte.


    Zwei Tage danach kam ich zu ihm, um meine Sachen zu holen. Er sagte mir, es war die richtige Entscheidung für seine Ex, zwischen uns war es eh nur noch scheiße. Er sagte mir ins Gesicht, sie sei ihm wichtiger als ich.


    Die Trennung hielt nicht lange an… ich hab mich so elend gefühlt. Er meinte, er hätte es nicht so gemeint. Zog aber keine Konsequenzen. Als es wieder zum Streit kam meinte ich, ob er denn bereit wäre mal mit ihr zu reden. Das auf eine Arbeitsebene zu setzen, damit wir an uns arbeiten können. Das tat er dann tatsächlich laut eigener Aussage. Ich fühlte mich dann erstmal wieder etwas "wertvoller" und war froh, mir darum erstmal keinen Kopf mehr machen zu müssen.


    Aber trotzdem schwebt das Thema noch über uns. Ich habe das Gefühl, ich bin die einzige die sich um die Beziehung sorgt. Ich war über ein halbes Jahr in einem so schlimmen Sog, ich war so überfordert, traurig und "süchtig" nach diesem Mann, dass ich nicht loslassen konnte. Und jetzt schwanke ich zwischen: Es ist so offensichtlich, dass dir das mehr wert ist und: was kann ich tun, um das zu retten. Es gab auch immer wieder so super schöne Momente. Wo ich mich ihm so nahe fühle. Und ich denke mir: Wenn wir nicht mehr streiten, könnten wir viele solcher Momente haben. Er macht mir auch viele Komplimente, sagt wie schön der Sex ist etc.


    Aber nun zum letzten Beispiel: er erzählte mir, dass er bei seiner Ex immer zu früh kam. In einem Restaurant. Zu unserem 10 monatigen… Der Notarzt war bei mir, ich fühlte mich gegen sie so klein mit Hut, trotzdem erzählte er mir sowas. Mir wurde ganz heiß und kalt. Wir fingen an uns zu streiten. Er meinte, er wollte nur sagen, dass das ein Problem für ihn war und er froh ist, dass das bei mir nicht so ist. Uff… Wir redeten darüber und obwohl es mir unglaublich weh tat mir das vorzustellen und dass er nicht genug Empathie besaß so etwas einfach nicht zu sagen, versuchte ich Verständnis zu zeigen. Er meinte auch er versteht dass es mir weh getan hat und er würde nichts mehr darüber erzählen. Er hatte auch beim Sex mit mir manchmal Probleme, auch da meinte er es wäre ihm vorher noch NIE passiert - sowas verletzt mich, vielleicht bin ich da auch zu dünnhäutig.


    Wir stritten also wieder und er hielt mir wieder vor, dass ich selbst Schuld sei, ich würde ja fragen (was da NICHT der Fall war) und für ihn wäre es halt ok, etc. Ich hatte seine arrogante Art so satt, dass ich dann sagte "OK, ich erzähl dir jetzt mal was. Alle meine Exfreuende hatten richtig große…"


    Da wurde er plötzlich ganz still und war dann auf 180… ich meinte dann "ich habe das gerade gesagt, um dir mal den Spiegel vorzuhalten! Es ist doch völlig ok für mich, das zu sagen, also wieso regst du dich jetzt auf?" Genau so funktioniert nämlich eine Beziehung für mich NICHT. Er meinte dann es hätte eh keinen Sinn mehr, nach dieser Aussage (nachdem ich monatelang gekämpft hatte und alles runtergeschluckt habe), der Sex würde jetzt eh nur noch scheiße werden… ich hab mich dann entschuldigt und wir sind zusammen in ein gebuchtes Wochenende gefahren, das mir sehr wichtig war.


    Aber 2 Tage später, als wir darüber in Ruhe redeten, erzählte er mir, er wäre bei ihr immer gekommen. Er hatte es suggeriert und ich habe die Frage gestellt, ich musste es wohl hören, statt dass er einfach sagt "weiß ich nicht mehr" oder "ich sage dir sowas nicht mehr". Als wäre ich süchtig danach von ihm verletzt zu werden. Das hat mich noch mehr getroffen, kam mir in dem Moment fast wie eine Kastration vor. Er meinte dann die Penis Sache würde ihn auch beschäftigen und ich hab ihm bestimmt eine halbe Stunde gut zugeredet und ihm gesagt, dass ich das nur aus Wut gesagt habe, um ihm zu zeigen wie das für mich ist, wenn er was für mich schlimmes sagt und dann noch entscheidet wie ich mich zu fühlen habe - so wird sich ja nie etwas ändern. Er sagte, er versteht das jetzt endlich. Es hätte ihn getroffen und er wolle erstmal keinen Sex. Ich sagte ihm, dass ich ihm auch noch 100 Mal sage wie sehr ich ihn liebe und er der einzige ist, wenn es ihm deswegen schlecht gehen sollte.


    Als ich am nächsten Tag morgens noch mit Wut im Bauch wegen seine Aussage aufwachte (ich neige dazu, schon mit Herzrasen aufzuwachen), meinte er, ich würde ihn nur damit blöd anmachen, dass ich ihn nicht verstehen würde, man mit mir echt keine schöne Zeit haben kann, etc.


    Ich hab ihm gesagt ich kann nicht mehr diskutieren. Wir haben nicht mehr miteinander geredet auf dem Heimweg.


    Er fragte mich noch, ob wir denn jetzt noch zusammen wären (als fragte er mich nach dem Wetter) und ich meinte, dass ich jetzt einfach mal annehme was er gesagt hat (dass es keinen Sinn mehr macht). Als ich auf dem Weg in meine Wohnung war, fragte er noch mehrmals, ob er will dass ich zu ihm komme, ich solle mit ja oder nein antworten, war aber total überfordert. Ich schrieb dann irgendwann, dass ich keine Entscheidungen mehr für ihn treffe und dass ich es ihm jetzt ganz leicht mache, ich würde ihn nicht mehr sehen wollen, damit er aufhört mich zu fragen.


    Seitdem Funkstille.


    Dazu kommen noch andere Dinge, wie seine unzähligen Probleme: Körperlich (er hat sich mit extremer Sucht nach Marihuana und Nikotin zugrunde gerichtet die letzten Jahre), sexuell, auf der Arbeit (er leidet unter Stress, macht aber keine Anstalten etwas neues zu suchen), Suchtprobleme ("wenn wir uns streiten, besaufe ich mich")… ich weiß nicht weiter. Ich komme schlicht und ergreifend nicht von ihm weg. Und denke mir wie gesagt immer: Vielleicht muss ich nur etwas ändern. Ich kann nicht mit dem Gedanken leben, gescheitert zu sein. Dass ich es ihm einfach nicht wert bin.

    Hier sehe ich es komplett anders. Nicht er macht Dich klein und unsicher, dafür sorgst Du selbst. Du lässt Dinge und Gespräche zu von denen Du bereits im Vorfeld weißt wie sie Dich psychisch belasten werden.


    Dieser Mann, so bitter das klingen mag ist eine Nummer zu groß für Dich. Er hat komplett andere Ziele und Vorstellungen für sein Beziehungsleben. Alles was Du versuchst ist, es für Dich "irgendwie" aus halt bar und passend zu machen. Eure Beziehung ist nicht Liebe, sondern Kampf. Rangelei um Deutungshoheit von Sachlagen und Vorgaben. Bist Du Dir sicher, dass sich das wie eine intensive Liebe anfühlt?


    Du lässt diesen Zirkus mit Dir machen und reagierst bereit im Vorfeld mit dem Angriffsmodus, wenn die "roten Grenzen" für Dich bereits lange überschritten sind. Ihr habt offenbar sehr unterschiedliche Standpunkte was in eine intakte Beziehung rein gehört oder nicht. Wenn all das was Du beschreibst bereits "Alltag" euer Treffen und Gemeinsamkeiten sind, dann gute Nacht. %-|


    Hier passend grundlegende Einstellungen und Beziehungsansprüche nicht zusammen. Daran ändern auch seine zeitweiligen Einlenkungsversuche nichts. Du leidest und er fühlt sich von Dir unter Druck gesetzt. Das sind Beziehungsmuster die schnell in die Katastrophe führen.


    Hier wäre für beide die Trennung gewinnbringender. Nicht überall gelingt, "Was nicht passt, wird passend gemacht". Sich eine Beziehung erkämpfen, um einen bestimmten Mann zu bekommen und ständig in der Feststellung hängen bleiben, der Partner verletzt mich und meine Grenzen häufig kann kein gutes Beziehungsfundament sein. Liebesgefühl hin oder her. Das sind Machtspiele, mit aufrichtiger Zuneigung hat das in meinen Augen nur marginal zu tun.

    @ DieDosismachtdasGift

    was du schreibst stimmt - ich bin selbst daran Schuld. Ich versuche einen Menschen zu ändern und zu biegen, dass er mich doch endlich liebt und nicht mehr verletzt.


    Und auch beim Rest den du schreibst, eigentlich weiß ich das. Ich renne ihm nur trotzdem immer wieder nach und kann mich einfach nicht trennen :-( Ich höre mich an wie aus einer schlechten Seifenoper: ich liebe ihn wirklich sehr.


    Ich hab diese Einstellungsthemen immer als so "unwichtig" empfunden, sodass ich nie verstanden hab wieso er nicht einfach gesagt hat: Ich sehe das zwar anders, möchte aber auf dich zugehen/verstehe das/gehe Kompromisse ein/möchte dich nicht verletzen. Und dann denke ich, wie wäre es bei wirklich wichtigen Themen? Würde ich auch alleine dastehen?


    Und ich komm einfach nicht von ihm weg. Ich kann es mir selbst nicht genau erklären, ohne jetzt Jammern zu wollen. Das ist wirklich ein Problem für mich. Ich hab auch schon nach Therapeuten gesucht, finde aber einfach keinen, der noch Patienten annimmt.

    Jede Beziehung kann hier & da mal Tücken und Problemlagen haben. Daran gibt es auch nichts auszusetzen. Menschen sind nicht statisch in ihrem Denken, Fühlen und ändern auch ihre Lebenseinstellungen bisweilen radikal. Bei euch Zweien kommt jedoch dazu, dass ihr erst eine sehr junge und dennoch sehr konträre Beziehung führt. Ein Mann, der für sich von Haus aus eine lange Leine bevorzugt, sich nicht rein quatschen lässt zu wem und in welcher Intensität er seine Lagebeziehungen zu Exfreundinnen führt, benötigt eine Partnerin die das Ganze sehr locker und geerdet sieht. Und ganz wichtig an dieser Stelle, dass sie ihm komplett vertraut. Allerdings weiß ich nicht wie viele frisch verliebte Frauen das so unkompliziert entspannt betrachten können.


    Ihr seid vom Alter her 10 Jahre voneinander getrennt. Du gehst an vieles noch stringenter und unbelastet heran. Hast die sehr romantische Vorstellung, erst einmal gibt es vordergründig 'Du & ich'. Dann kommt erst einmal eine Weile gar nichts. Das ist einer frischen Beziehung regelmäßig eine oder mehr Exfreundinnen Erwähnung finden und kontaktiert werden, ist schwer verdaulich. Für jemanden wie Dich der sich noch nicht selbst gefunden hat (überwiegend normal in diesem Alter) ist das ein echter Leidens Prozess.


    Hier stellt sich die Frage, warum Du so unnachgiebig an dieser Beziehung festhältst gegen alle inneren Widerstände hinweg. Irgendwie wirkt es auf mich wie selbst verletzendes Verhalten, nur in einer anderen Form. Wenn Menschen zu sehr lieben, dieses Gefühl des gewollt und gebraucht Werdens zu erzwingen, ergibt sich ein tiefer innerer Konflikt.


    Zudem kommt ebenso die Suchtproblematik dieses Mannes und das Gefühl trotz seiner häufigen Amouren zu wenig erlebt zu haben oder zu kurz gekommen zu sein. Ich kann es eigentlich nicht oft genug betonen, dass man aus einer frivolen und sexuell erlebnishungrigen Persönlichkeit keinen Kuschelkater oder Kuschelhäsin für daheim hinbiegen kann. Menschen die diesen inneren Lebensrhythmus haben, wollen ihn so leben. Da kann die größte Liebe kommen, wenn von dem Gefühl nicht Abstand genommen werden kann etwas zu versäumen, kannst Du auf der Intensivstation liegen und dieser Mann wird sagen nicht mein Problem.


    Hier wäre es lohnend danach zu schauen wie frühe Bindungen in Deinem Leben gewesen sind. Eltern, Geschwister, Jugendfreundschaften usw. Sind dort bereits emotionale Störungen aufgetreten, haben sich meist Gegenstrategien entwickelt, sogenanntes Musterverhalten. Dieses schleppt sich meist weiter im Leben, so lange dieser Kreislauf nicht durchbrochen wird. Es scheint nach dem Lesen Deiner Zeilen so zu sein, dass Du mit großen Verlustängsten konfrontiert warst und diese dazu geführt haben, eine einmal entstandene Bindung gegen alles zu verteidigen was von außen kommt.


    Hier hilft vermutlich nur ein sehr erfahrener und einfühlsamer Therapeut, der Dich an die Ursachen Deines unsicheren Verhaltens heran führen kann. Wenn das unbearbeitet bleibt, befürchte ich, dass Du auch in einer neuen Beziehung mit demselben "erlernten" Verhalten weiter machst.

    Zitat

    Ich kann es eigentlich nicht oft genug betonen, dass man aus einer frivolen und sexuell erlebnishungrigen Persönlichkeit keinen Kuschelkater oder Kuschelhäsin für daheim hinbiegen kann.

    Dazu ist er geworden. Er meinte aber eher erzwungen durch die körperlichen Probleme, die sich in den letzten 3 Jahren manifestiert haben, als er Single war. Und die werden auch nicht mehr weggehen. Er hat deswegen auch aufgehört zu kiffen/rauchen (Gott sei Dank), hat dem aber gerade am Anfang der Beziehung sehr nachgehangen, auch dem Party machen etc. aus jüngeren Jahren.

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    Es scheint nach dem Lesen Deiner Zeilen so zu sein, dass Du mit großen Verlustängsten konfrontiert warst und diese dazu geführt haben, eine einmal entstandene Bindung gegen alles zu verteidigen was von außen kommt.

    Oft wird sowas auf die Eltern geschoben - meine Eltern sind die Besten. Ich hatte eine grausame große Schwester, um die sich alles in der Familie gedreht hat, die uns, insbesondere mich, immer terrorisiert hat, bis ich 18 war. Beleidigungen, Neid, Streit und Verzweiflung bei meinen Eltern war da an der Tagesordnung... meine Mutter tat mir so leid, ich mir selbst auch. Ich habe immer versucht das "gute" Kind zu sein, habe davon aber sicherlich einige Narben und ein geknicktes Selbstbewusstsein behalten. Aber ob es damit zu tun hat... könnte wohl nur ein Therapeut ergründen.


    Die Wahl meiner Freunde... nunja. Der erste ein Kiffer, der zweite unglücklich vergeben (hat mich am Ende körperlich missbraucht), der Dritte hatte die gleiche Aussage über seine Ex getroffen und mir später gesagt, er hätte mich eh nicht geliebt. Ich glaube durch diese Misserfolge habe ich jetzt - wo alle um einen herum von Heiraten und Kindern sprechen - gehofft endlich den "Richtigen" zu finden. Zumal ich 3 Jahre Single war, in denen ich niemand an mich rangelassen habe um mein Selbstwert wieder aufzubauen.


    Das hört sich jetzt alles so negativ an...


    Ich habe einen tollen Job, der Rest meiner Familie ist super.


    Mich würde wohl auch jeder als fröhlich, lustig und herzlich beschreiben. Davon ist leider nicht mehr soviel übrig gerade. Ich weiß, dass es ihm mit der Situation auch nicht gut geht. Noch weniger möchte ich, dass er sich besäuft oder am Ende sogar wieder kifft :-(


    Vielleicht sollte ich ihm auch einfach umgekehrt (nach der Aussage wie es hätte keinen Sinn mehr oder wir wären auch ohne seine Ex nicht glücklich) die Pistole auf die Brust setzen und ihn fragen, ob ER denn die Beziehung überhaupt noch will, wenn er das sagt.

    Zitat

    Vielleicht sollte ich ihm auch einfach umgekehrt (nach der Aussage wie es hätte keinen Sinn mehr oder wir wären auch ohne seine Ex nicht glücklich) die Pistole auf die Brust setzen und ihn fragen, ob ER denn die Beziehung überhaupt noch will, wenn er das sagt.

    Das ist auf jeden Fall eine sehr sinnvolle Aktion. Auf beiden Seiten ist bisher leider zu viel Potenzial unnötig zerschossen worden. Und ja, es hat sicher mit eurer beider Vergangenheit zu tun. Niemand von uns ist ohne Grund der bzw. die als Persönlichkeit in seinem/ihrem Auftreten. Allerdings sage ich auch kritisch, dass weder zu frühes Aufgeben einer Beziehung noch das zu lange daran rum basteln die richtige Lösung ist. Die Kunst der meisten Dinge unseres Lebens ist, die eigenen Prioritäten früh genug zu erkennen, um das eine vom anderen gut abgrenzen zu können.


    Mit kleinen Macken und Eigenarten werden sich viele auf Liebe vermutlich gut arrangieren können. Anders ist es allerdings dann, wenn Lebenswerte, Mentalitäten, Beziehungsvorstellungen und Lebenskonzepte stark zwischen die Partnern divergieren.

    Mich würde das Gerede von ihm über alte Beziehungen extrem nerven. Warum muss man so viel erzählen und teilweise noch in Erinnerungen schwelgen? Oder jemanden vom Aussehen her mit dir vergleichen und dir das auch noch erzählen?


    Ich hatte auch mehrere Beziehungen, aber kein Interesse darüber zu reden, schon gar nicht meinem Partner dauernd davon zu erzählen mit irgendwelchen Details.


    Zu seinem Leben scheint das irgendwie dazuzugehören, für mich wäre das nichts. Ich hatte mal einen Freund, der auch immer was über Exfreundinnen erzählte hat, teilweise auch doppelt und dreifach die gleichen Sachen und mit ihnen teilweise noch in Kontakt war. Er hat mich auch öfter mit ihnen verglichen, zwar immer im positiven Sinne (ich bin besser, hübscher bla bla), aber mich hat das Gerede trotzdem genervt.