Bin ich komisch, weil ich keine Beziehung führen möchte?

    (Urspr. Titel: "was meinst du?")




    Ich bin seit beinahe vier Jahren Single, hatte davor eine zweijährige Beziehung. Mich hat das bisher wenig gestört, denn ich denke, dass ich "dem Richtigen" schon noch über den Weg laufen werde – und wenn ich mein Singledasein gar nicht mehr ertrage, werde ich eben selbst aktiv und versuche, jemanden kennenzulernen. ;-)


    Wenn ich jedoch anderen Menschen erzähle, dass ich schon so lange Single bin, reagieren diese immer sehr erstaunt oder verständnislos und finden das "nicht normal".


    Bin ich jetzt komisch, weil ich nicht das Bedürfnis habe, eine Beziehung zu führen? Ich würde es schön finden, würde ich jemanden begegnen, mit dem ich mein Leben teilen möchte – aber wenn das nicht der Fall ist, dann warte ich eben. Ich sehe keinen Sinn darin, rauszugehen und zwanghaft nach einem Partner zu suchen, nur weil es "normal" ist.


    Mich würde einfach mal interessieren, ob ich mit meiner Einstellung wirklich so alleine dastehe oder ob andere ebenso empfinden.

  • 37 Antworten

    Hallo Bigeule

    Zitat

    Bin ich jetzt komisch, weil ich nicht das Bedürfnis habe, eine Beziehung zu führen?

    Du weichst damit sicherlich von der Norm ab - das finde ich allerdings gar nicht schlimm! :)^


    Es ist völlig in Ordnung als selbstgewählter Single glücklich leben zu wollen. Du schadest damit Niemandem und bist auch keinem Rechenschaft schuldig.


    Ich wünsche Dir das entsprechende Selbstbewusstsein, dass Dir hilft Dich für Dein persönliches Glück nicht mehr verteidigen zu müssen.

    @ :)

    Ich kenne das auch - also vor allem von Anderen, dieses Unverständnis.


    Also nein, Du stehst nicht alleine damit da.


    Ich war insgesamt 7 Jahre Single, habe es genauso gesehen wie Du - und dann kam "er" auf ein Mal des Weges. ;-).


    Was diese "Anderen" angeht, die das nicht "normal" finden oder sogar sagen "mit Dir kann doch etwas nicht stimmen": Ich fand es sogar nach einiger Zeit mehr amüsant als dass ich mich drüber geärgert oder es mich genervt hätte. Ich habe teilweise damit kokettiert. Vor allem wenn ich Paare vor mir hatte die in einer destruktiven Beziehung waren oder nur mit Jemanden zusammen aus Angst vor dem Alleine sein. Und wenn dann so ein Spruch kam "Du bist/das ist doch nicht 'normal'" oder "Was stimmt mit Dir nicht/wo ist der Haken bei Dir?" - ("warum will Dich Keiner?" war noch das Sahnehäubchen oftmals, dass ICH vielleicht einfach Niemanden getroffen haben den ICH will, auf diese Idee kam von diesen Fragenden Keiner ;-D)....irgendwann sollte man da einfach gelassen sein und zurückfragen: "Aber es ist in Deinen Augen 'normal' sich täglich unglücklich zu machen weil der Partner ein Ar... ist, man nur leidet? Wo ist denn bei DIR der Haken?"


    Ich bin heute soooo froh, dass ich mein Singeldasein ausgelebt habe, sonst hätte ich meinen jetzigen Partner nicht und wäre vielleicht in einer unglücklichen Beziehung weil ich sonst in den Augen mancher Menschen "nicht normal" bin oder ja irgendeinen schlimmen "Haken" haben muß.......


    Also ich teile Deine Einstellung. Und was noch hinzukommt: Ich schätze einfach mal, Du bist noch relativ jung - ich bin fast 50 und meine Singlezeit war in den 40ern - also mache Dir nicht selber Druck @:)

    In dieser aufgeklärten und freien Gesellschaft kann ich mir nicht vorstellen, dass du dich als Sonderling wahrnimmst und auch nicht, dass es viele Leute gibt, die deiner Einstellung verständnislos gegenüber stehen. Diejenigen, die das tun, legen eigene Wertvorstellungen zugrunde, an denen du dich nicht ausrichten musst (und das weißt du ja offensichtlich). Es gibt keine richtige oder falsche Antwort auf die Frage, ob du normal seist oder nicht. Die Frage ist doch eher, warum du diese stellst?


    Aber um dir zu antworten: nein, du bist nicht komisch, nur weil du keine Beziehung mit irgendjemandem willst statt auf den Richtigen zu warten. Das sehen und praktizieren die meisten Menschen so.

    Elisada

    Zitat

    Das sehen und praktizieren die meisten Menschen so.

    Also jetzt aus eigenen Beobachtungen heraus kann ich das nicht unterschreiben. Leider eher umgekehrt, so à la: "Lieber aus den falschen Gründen mit Jemandem zusammensein, als aus den richtigen Gründen alleine".


    Nimm' nur mal das Beispiel von Jemandem der noch in einer Beziehung ist, sich fremdverliebt, sich aber erst dann trennt/trennen will, wenn er sicher ist, dass aus dieser Verliebtheit auch mehr wird. :-/

    Zitat

    Mich hat das bisher wenig gestört, denn ich denke, dass ich "dem Richtigen" schon noch über den Weg laufen werde

    Die gesündeste aller Einstellungen zu dem Thema, mit der Du auch mit Sicherheit nicht alleine bist.

    @ Bigeule

    Man kann auch in einer Beziehung verdammt einsam sein.Also dann lieber solo leben als mit einer unpassenden Person zusammen.Hast Du weniger Stress,aber das weisst Du vermutlich selbst.


    Aber in einer Beziehung zu leben ,ist halt das von der Gesellschaft propagierte Lebensmodell,das kriegst Du aus den Köpfen nicht raus.

    Ich lebe auch schon länger allein,insgesamt über sieben Jahre jetzt.Ich möchte auch nicht mehr in einer Beziehung leben.Lästige Frager gibt's bei mir auch,aber die kriegen die passenden Antworten.


    Sollen sie sich doch das Maul zerreissen.

    Zitat

    Ich würde es schön finden, würde ich jemanden begegnen, mit dem ich mein Leben teilen möchte – aber wenn das nicht der Fall ist, dann warte ich eben. Ich sehe keinen Sinn darin, rauszugehen und zwanghaft nach einem Partner zu suchen, nur weil es "normal" ist.

    Genau so habe ich es auch immer gesehen und war letzten Endes über 5 1/2 Jahre Single bis mir eben dieser Mensch über den Weg gelaufen ist.


    Ich war in diesen Jahren immer gerne Single, mir ging es gut damit, ich war nicht einsam und habe keine Beziehung vermisst. Es gab in den letzten Jahren durchaus "Interessenten", wenn ich gewollt hätte, hätte ich schon längst eine Beziehung haben können. Aber erst als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe, habe ich erstmals in dieser Zeit wirklich drüber nachgedacht, mein Singleleben aufzugeben. Ich bin ein Einzelgänger und tue mir allgemein eher schwer mit zwischenmenschlichen Beziehung. Für mich meine Beziehung bisher auch eine deutliche größere Herausforderung als es mein Singleleben jemals sein könnte. Aber der Mann ist es halt wert ;-) x:)


    Glücklicherweise scheine ich aus einen relativ toleranten Umfeld zu kommen. Bis auf wenigen Ausnahmen hat eigentlich nie jemand was zum meinem langjährigen Singledasein gesagt. Weder Freunde noch Familie. Allerdings war meine Mutter doch sichtlich erleichtert, als ich ihr von meiner Beziehung berichtet habe ;-D Aber trotz allem hat sie mich damit immer in Ruhe gelassen und akzeptiert, dass das eben für mich kein großes Thema war.


    Und zumindest direkt zu mir hat nie jemand gesagt, dass er das nicht normal findet oder gefragt, was mit mir nicht stimmt. Kann natürlich nicht wissen, was die Leute so reden, wenn ich nicht im Raum bin aber das ist mir auch ziemlich egal.

    Nein, das ist auch nur eine andere Form der Normalität. Vor allem, weil du ja ein grundsätzliches Interesse hast, dich zu verpartnern (auf den Richtigen warten). Ich möchte grundsätzlich Single bleiben und warte nicht auf den Richtigen oder die Richtige, denn den kann es für mich nicht geben, da ich kein Bedürfnis danach habe, mir Partner oder Partnerin zu suchen/zuzulegen/eine Partnerschaft einzugehen. Anders als Elisada meint, finden das die meisten Menschen ungewöhnlich und viele seltsam bis krank/abnorm. Deshalb sage ich das offline nicht mehr und stelle es so dar, als wäre bisher einfach kein "passender Mensch" in meinem Leben erschienen. Damit können die meisten noch am ehesten umgehen.

    Deine Einstellung ist genau richtig und ich teile sie. Man muss nicht unglücklich sein, wenn der richtige Partner noch nicht aufgetaucht ist. Man muss auch keine Kompromisse eingehen, nur um nicht abends allein zu sein.

    Nein! Ich will keinen Partner mehr und fühle mich sehr wohl. Komisch fand ich die Zeit wo ich mich oft gefühlt habe wie eine Aussetzige, weil keiner zu mir passt.


    Mann ist deshalb weder schlechter oder besser.

    Ich beneide dich um deine Gelassenheit!


    Ich bin nun auch 3,5 Jahre Single, was mit Mitte 20 schon lange ist. Andere um mich herum finden doch alle einen passenden Partner (oder nehmen eben den, der gerade da ist) und langsam werden auch Zukunftspläne geschmiedet. Das belastet mich extrem!


    Ich suche zwar nicht zwanghaft nach einem Partner, aber ich Date viel. Dabei habe ich auch dem ein oder den anderen den Laufpass gegeben, weil ich ihn nicht wollte. Tja, und die Männer, die ich interessant finde wollen mich nach einiger Zeit nicht mehr. Das treibt mich auch soweit, dass ich eigentlich auch keine Lust mehr habe und am Liebsten aus diesem Dating komplett aussteigen würde. Aber selbst wenn ich den Entschluss gefasst habe, treffe ich doch auf jemanden Interessanten nach einigen Wochen.


    Sprüche von anderen Leuten muss ich mir auch anhören. Das reicht von "Du suchst dir immer die falschen aus" über "Du gehst es sicher falsch an. Beim nächsten solltest du es anders machen" zu "Du hörst dich mittlerweile verzweifelt an".


    Und ja, verzweifelt bin ich, weil ich in diesem Zwischenstadium festhänge. Ich würde gerne entweder eine Beziehung finden oder endlich die Akzeptanz mein Leben einfach alleine zu verbringen. Dabei plane ich meine Zukunft eigentlich schon nur mit mir alleine. Aber jedes Mal wenn ich wieder jemand für mich Interessantes kennenlerne flammt diese Hoffnung wieder auf.


    Hmm, was ich wahrscheinlich damit sagen will: Die Leute mischen sich einfach gerne bei einem im Leben ein. Und alles was etwas vom Durchschnitt abweicht ist dann eben frei zum Abschuss durch solche Kommentare. Ich glaube man sollte sich nicht zu viele Gedanken darum machen, weil diese Leute auch nicht viel weiter denken.

    Ich bin älter wie Du und habe auch länger gebraucht. Ich finde schonmal super, dass Du Dich nicht auf irgendeinen einlässt. Und es kann ja immer sein, das ER plötzlich vor Dir steht.


    Ich bin heute so ausgelastet, dass ich alleine wirklich sehr zufrieden bin. Und Paare und Eheleute müssen nicht zufriedener sein.

    Ich finde eher dich (TE) normal als die anderen...


    Ich finde, dass die Menschen da heutzutage eine sehr seltsame Einstellung haben.


    Die meisten denken, dass man nur in einer Beziehung glücklich werden kann. Weshalb?


    Ich sehe überhaupt keinen Grund, weshalb man nicht einfach sein leben alleine führen kann?


    Manche sind einfach unfähig alleine zu leben... Oder sie beugen sich gesellschaftlichen Zwängen... sonst sehe ich da keine Gründe...


    Ich bin lieber alleine, als in einer schlechten Beziehung und schlecht sind meiner Meinung nach viele Beziehungen (sicher nicht alle, aber viele)


    Und ich sehe es auch bei Freunden:


    Sinlge-Freunde sehen es als ihren Lebensinhalt, einen Partner zu finden.


    Sätze wie "Man könnte so viele schöne Dinge machen mit einem Partner", naja, die kann man alle auch mit Freunden machen?


    Und Freunde in Beziehung sagen sachen wie "Bin ich froh, dass ich keine Dates mehr haben muss"


    Sollte sowas der Grund für eine Beziehung sein? Und wer sagt überhaupt, dass man Dates haben muss? Also ich habe sicher hin und wieder Dates, aber ich muss doch keine haben, nur weil ich single bin...


    Lange Rede, kurzer Sinn, ich hab deinen Beitrag gelesen und muss sagen, dass ich dich vollkommen normal finde und da überhaupt keinen Grund für Zweifel sehe!

    Kurze Frage zwischendurch:


    Würdet ihr immer so denken, egal in welchem Alter? Was, wenn man älter wird und irgendwann auch ALT :-Dund sich immer noch nichts tut? Man aber nicht alleine sterben möchte? Ich bin auch glücklich alleine aber ich habe irgendwie Bedenken, dass ich mit 50 oder 60+ sauer auf mich selbst bin weil ich die Zeit einfach verstreichen hab lassen, nur weil ich den Luxus des amüsanten Single Lebens als junger Mensch hatte.


    🤔

    Zitat

    Man aber nicht alleine sterben möchte?

    Man stirbt letztlich immer alleine. Das ist ein Prozess, in dem einen andere nicht begleiten können - außer sie würden sich selbst umbringen, aber dann stirbt auch nur jeder für sich.


    Zu deiner Frage:


    Ich habe von Zeit zu Zeit mein Empfinden überprüft und eine Zeit lang wollte ich sogar lieber normal sein und habe halbherzig versucht, so zu tun, als könnte ich für mich etwas mit dem Verpartnerungsideal anfangen. Daher bin ich mir sicher, dass sich meine Einstellung nicht ändern wird.

    Bigeule


    Dann bin ich auch komisch. Mein Leben gefällt mir so, wie es zur Zeit ist. Ich lebe als Single und genieße es.


    Bei mir mag es anders sein, weil ich 30 Jahre verheiratet war. Es ist für mich ein Luxus, tun und lassen zu können, was ich will. Da würde ein Mann nur stören.


    Morticia1984


    Ich bin über 60 Jahre und kenne Beides. In meiner Ehe war ich oft "einsam" und konnte das nicht richtig zuordnen. Da hatte ich Mann und Kinder und sah mich doch immer wieder als "Einzelperson" an.


    Heute kommen meine Kinder oft vorbei und mir fehlt es an Nichts. Meinen Tag gestalte ich endlich so, dass ich nicht zu kurz komme.


    Nach meiner Scheidung habe ich einige Männer kennen gelernt. Wenn die Beziehung enger wurde, ging es mir nicht mehr gut. Irgendwann habe ich lange darüber nachgedacht, was mit mir los ist.


    Jetzt weiß ich, dass mir mein Singleleben so gut gefällt, dass ich wegen keinem Mann mehr darauf verzichten würde.


    Meine Bedürfnisse haben sich verändert im Laufe der Jahre und ich brauche für mich mehr Zeiten der Ruhe.