Bindung vs. "Risiko"?!

    Hallo zusammen,


    ich versuche mich mal kurz zu fassen ...


    Ich (26 m) bin jetzt seit ca. 8 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Soweit ist auch alles in Ordnung.


    man versteht sich gut, selben Interessen, kaum Stress...es passt...


    Aber wie das so in meinem Alter ist, macht man sich hin und wieder Gedanken ...


    Ist das alles so richtig? Will man nicht auch noch mal andere Frauen kennen lernen? Erfahrung sammeln? ... usw...


    Auf einer Party vor einiger Zeit hat sich unter Zuhilfenahme von ein wenig Alkohol eine kleine "Knutscherei" ergeben. Ab und zu schreib ich mit ihr, da ich beruflich öfters unterwegs bin und sie nicht von hier kommt, will man sich mal "Auf nen Kaffee" treffen ...


    Einerseits will man ja nichts aufs Spiel setzen, andererseits die oben genannten "Gedankengänge"... ein Zwiespalt!


    Ich finde das Motto "so lange es beiden nur um Spaß geht" nicht ganz daneben (ja ich weiß, viele denken anders).


    Und sicher ist es heutzutage auch mehr oder weniger "normal", dass man u.U. irgednwann, auch wenn man ewig zusammen oder verheiratet ist, einen neue/n Frau/Mann kennelernt und sich trennt.


    Wie denkt ihr dadrüber? Weiß nicht, ob man "Problem" so rüberkommt, ist schwer zu greifen...


    Freue mich auf eure Antworten / Meinungen / ....


    viele Grüße

  • 12 Antworten

    Deine Liebe ist entweder zur Gewohnheit geworden oder war nie da. Du beschreibst deine Beziehung ziemlich emotionslos, da "passt alles" nur die Liebe fehlt. Sei fair und sprech mit deiner Freundin drüber!

    Ich muss mich da etwas Sophia anschließen. Du beschreibst deine Beziehung sehr sachlich. Wie es um deine Gefühle für deine Freundin bestellt ist, sagst du wenig.


    Auch die Aussagen...

    Zitat

    Einerseits will man ja nichts aufs Spiel setzen, andererseits die oben genannten "Gedankengänge"... ein Zwiespalt!


    [...]


    Und sicher ist es heutzutage auch mehr oder weniger "normal", dass man u.U. irgednwann, auch wenn man ewig zusammen oder verheiratet ist, einen neue/n Frau/Mann kennelernt und sich trennt.

    ... wirken auf mich eher "berechnend". Es wirkt emotionslos, wie du über eine Trennung von der Freundin / die Freundin betrügen nachzudenkst?


    Vielleicht täuscht der Eindruck auch. Auf jeden Fall solltest du dir Gedanken machen, was genau deine momentane Beziehung für dich ist. Wie es um die Gefühle steht und wie wichtig dir die Beziehung zu genau diesem Menschen ist.

    ich finde es ganz interessant, dass du fast alles in der "man-form" schreibst, um das ja nicht zu sehr zu einem ganz konkreten problem für dich ganz alleine (und deine freundin) zu machen?


    es geht um dich und deine beziehung und nicht um das, was andere machen!


    was vermisst du in der beziehung? was erhoffst du dir von so einem kleinen nebenbei-abenteuer? was hast du mit deiner freundin wegen der sexuellen exklusivität ausgemacht? liebst du sie? geht es "nur" darum, dass du angst hast, gebunden zu bleiben und etwas zu versäumen? was habt ihr für pläne?


    liebst du deine freundin denn, oder hält euch die vergangenheit mehr zusammen, als die sehnsucht nach einer gemeinsamen zukunft?

    Mir gehr es genau wie der Seherin: absolut auffällig und bezeichnend, dass du immer nur "man" verwendest und dich damit sprachlich (und gedanklich) davon distanzierst, dass es DICH und DEIN Leben betrifft und natürlich auch das deiner Freundin (und ggfs das der dritten Person). Sicher muss man nicht alles auf die Goldwaage legen, wie sich jemand schriftlich ausdrückt. Ich schaffe es selbst oft nicht mich präzise genug auszudrücken, aber diese Distanzierung ist aus meiner Sicht mehr als Gedankenlosigkeit.

    Zitat

    Einerseits will man ja nichts aufs Spiel setzen, andererseits die oben genannten "Gedankengänge"... ein Zwiespalt!

    Was ist denn das, was du nicht aufs Spiel setzen willst?

    Zitat

    Ich finde das Motto "so lange es beiden nur um Spaß geht" nicht ganz daneben (ja ich weiß, viele denken anders).

    Wie denkt deine Freundin darüber? Ach, richtig, die weiß davon ja nichts. Oder?

    Zitat

    Und sicher ist es heutzutage auch mehr oder weniger "normal", dass man u.U. irgendwann, auch wenn man ewig zusammen oder verheiratet ist, einen neue/n Frau/Mann kennelernt und sich trennt.

    Klar, das kann passieren. Ich bin mir recht sicher, dass es in jeder langen Beziehung dazu kommt, dass sich einer in einen anderen als den eigenen Partner verliebt. Die Frage ist aber, wie geht man damit um? Legt man seinem Partner gegenüber die Karten auf den Tisch und überlegt gemeinsam, aber auch für sich nach Lösungen? Oder trennt sich, wenn die Beziehung hinüber ist, aber ohne zuvor fremdzugehen? Oder geht man fremd und der eigene Partner weiß nichts? Und schaut womöglich erstmal, ob sich der neue Partner eine Trennung "lohnt"?


    Jeder geht damit anders um und aus meiner Sicht hat es viel mit Haltung zu tun. Also ist man sich selbst, dem Partner und auch der dritten Person gegenüber eine integre Persönlichkeit oder versucht sich durchzuwinden? Wie möchtest du selbst behandelt werden, wenn du dir vorstellst, dass deine Freundin das tut, was du gerade tust?

    Zitat

    Und sicher ist es heutzutage auch mehr oder weniger "normal", dass man u.U. irgednwann, auch wenn man ewig zusammen oder verheiratet ist, einen neue/n Frau/Mann kennelernt und sich trennt.

    ...ja. Und die Therapie-Praxen sind voll von diesen 'Konsum-Junkies': 'Ich will meine Freundin zurück!'..'was hab ich nur getan?'..'Nie wieder diesen Fehler!' und: 'Meine Freundin hat jetzt einen neuen Lover, ich werde verrückt!'


    Natürlich kann man neue Beziehungen ausprobieren. Nur nicht auf Lug und Betrug. Sich selbst anzulügen ist die eine Sache....aber..


    Die wahren Paradiese sind jene, die man verloren hat. --Marcel Proust--

    Hallo,


    erstmal danke für euren Antworten.


    Der Schreibstil "man" war eher so gewählt, dass ich nun nicht genau meinen Fall präsentieren wollte, sondern eher "die Sache an sich", wie man es auch des öfteren von 40-jährigen verheirateten Männern hört, die "verpasstes in ihrer Jugend" aufeinmal wieder aufholen wollen und "druchdrehen". Deshalb auch das "sachliche", es geht mir nunmal eher um ähnliche Gedanken anderer.


    Als Beispiel hab ich da meine Ex, sie hatte mich damals (nach 4 Jahren) genau aus diesem grund verlassen (jung, Angst was zu verpassen, ...). Im Nachhinein hat sie es zwar bereut, aber nunja...


    Vielleicht ist es "Angst" sich zu binden, "Angst" etwas zu verpassen oder aber tatsächlich dass ich doch nicht mehr so zufrieden bin, wie ich eigentlich meine (vllt .der eingekehrte Alltag?)


    Ich weiß es nicht ...


    Deshalb hier ja auch mein Post, mit diesen "Gedankengängen" bin ich sicher nicht alleine. Da lasse ich die "Knutscherei-Geschichte" mal außen vor ...


    Bzgl. des Verhältnisses zu meiner Freundin, wie gesagt, an sich sehr zufrieden, Haus vor einem Jahr gemeinsam umgebaut, gemeinsamen zukünftigen Pläne passen zusammen, es ist eigentlich alles perfekt. Naja, lediglich das "sexuelle" hält sich im Rahmen, drüber gesprochen ja, Änderung geht so. Aber ich hab die Einstellung, eine PERFEKTE Frau gibt es nicht, wo ALLES passt.


    viele Grüße

    Zitat

    Aber ich hab die Einstellung, eine PERFEKTE Frau gibt es nicht, wo ALLES passt.

    Jep. So is es! Auch umgekehrt.


    Der Alltag wird auch in einer neuen Beziehung einkehren.


    Allerdings versteh ich dich. In deinem Alter ein solch lange Beziehung zu haben ist schon Wahnsinn. Man sollte sich in jungen Jahren wirklich erst mal austoben, sonst bereut man es irgendwann.


    Einen Tipp kann ich nicht wirklich geben. Du musst wissen, wie viel dir deine Beziehung wert ist.

    Ich finde nicht, dass das ominöse Austoben unbedingt erforderlich ist. (Jedenfalls nicht zwangsläufig für jeden.) Allerdings finde ich es in einer Beziehung sehr wichtig, dass es sexuell (sehr gut) passt. Wenn es diesbezüglich ein Problem gibt, ist das aus meiner Sicht ein sehr viel besserer Trennungsgrund als die Jagd nach Kerben im Bettpfosten.

    Hallo,


    Danke euch zwei - auf solche Antworten hatte ich gehofft. Klar kann niemand sagen, was richtig ist. Aber solche weiteren Meinungen oder vielleicht auch Erfahrungen würden mich einfach interessieren.


    Schönen Abend! :)

    Ich kenne die Gedankengänge ganz gut. Bin selbst Anfang 20 und schon 6 Jahre mit meinem Freund zusammen. Wir leben seit einem halben Jahr zusammen und auch bei uns ist der Alltag eingekehrt. Ich denke, dass das fast normal ist, solche Gedanken zu haben in manchen Zeiten in einer Beziehung. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass selbst wenn es in einer Beziehung gut läuft, sich fremd zu verlieben. Das kann man rein evolutionär gar nicht verhindern. Die Frage ist immer, was man daraus macht und was man will. ;-)

    ich bin über 50 und stelle im "rückblick" fest, dass ich bestimmte erfahrungen überhaupt nicht hätte machen müssen. mit meinem jetzigen mann ist da so eine große nähe, so ein starkes band, der gemeinsame blick in die gleiche richtung, dass er es einfach ist für mich. und natürlich gibt es aufs und abs in der beziehung, im alltag und im sexualleben... aber wenn eben diese gemeinsame sehnsucht da ist, diese themen miteinander anzugehen, dann bekommt man (fast) alles in den griff.


    allerdings finde ich es manchmal so seltsam, solche "rückblicke" zu erzählen... all die erfahrung, hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin - und hat mein herangehen, an diese liebe so gemacht!


    deinen lebens- und liebensweg wirst du dir nicht bei anderen abschauen können ;-)