Zitat

    Hm. Aber ich hab überhaupt keine Lust, meine Bedürfnisse hinten an zu stellen. Warst du schon immer so vernünftig in Bezug auf Erziehung oder kam das erst mit allgemeiner Entwicklung und Stabilität?

    Gott nein. Ich hätte das vorher gar nicht leisten können, schon weil ich viel zu dicht war, um freude darüber zu verspüren, dass es jemand anderem einfach gut geht. Blockiert durch meinen eigenen Schmerz.

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    ;-D na, weil...ich es will. Und wenn er selbst nicht so oft Liebesschwüre will, aber ich schon, finde ich es wichtig, mir jene zu geben!

    Das wäre sicher so wenn es ihn nichts kosten würde einerseits, und wenn es wirklich das befiredigen würde was bei dir fehlt andererseits. Aber so ist es ja nicht und da kommt dann irgendwann sein Bedürfnis den Kopf mal frei zu haben und nicht die ganze Zeit überlegen zu müssen, ob er schon oft genug "ich liebe dich" gesagt hat an dem Tag oder nicht. ;-)

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    Diese Erfahrung, dass er gibt, ohne dass ich fordere, ist sehr befreiend. Ich würde mich bemühen, ihm insoweit keine Vorwürfe und Ansprüche mehr entgegenzuhalten.

    Sehr gut. Gefühl festhalten und immer wieder Erfahren bis es sich verfestigt hat und es wird dir irgendwann so ganz natürlich vorkommen. Unser Gehirn ist da ein echtes Wunder. ;-D ;-D


    Und bei dir geht es ja um Sicherheit. Und die gibt das ja höchstens ganz ganz kurz. Weil dann ist es wieder vorbei, der Klang verhalt, und dann brüllt deine Angst wieder laut genug rum. Nur kann er gegen die nichts machen, weil die ja nicht wirklich etwas mit seinem Verhalten zu tun hat sondern mit dem was andere da angelegt und gefüttert haben.

    @ sensibelmann

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    Diese Phase sollte nicht allzu lange dauern- wie bei Erwachsenen sollte es sie eigentlich nicht geben in Abhängigkeit vom Grad der Selbstständigkeit.


    Wer zulange die Geberrolle spielt (Wirt) bringt den anderen relativ schnell dazu, in die Parasitenrolle zu schlüpfen.

    Wie Du siehst, gibt es sowas aber, weil nicht alle in idealen, perfekten Verhältnissen aufwachsen - leider. Was sein sollte und was nicht sein sollte, dürfte hier so ziemlich allen klar sein… Hier geht es ja darum damit umzugehen, wenn es schief gelaufen ist.

    Dieses "Ich-Konzept" möchte ich mal als Aufhänger nehmen. Wenn mir an meinem Partner etwas missfällt, ich dies anspreche und dann zur Antwort bekomme "ich bin halt so", dann ist dies für mich keine richtige Antwort. Die richtigere Antwort wäre "ich will mich da gerade nicht ändern", die ernstere Variante "ich kann mich da nicht ändern", so lange dieses "kann nicht" nicht einfach nur ein "ich habe keine Lust" bedeutet.


    Ein "ich bin halt so" geht an allem vorbei, was man über die Entwicklung einer Persönlichkeit heute weiß. Niemand war immer schon der, der er heute ist und niemand muss so bleiben, bis er stirbt.


    In der Geschichte der TE fehlen mir Personen, die von ihr mehr soziales Verhalten eingefordert hätten. Fehlende soziale Konditionierung ist Bestandteil ihrer Probleme von heute. Kinder tun sich da unterschiedlich leicht oder schwer, soziales Verhalten anzunehmen, trotzdem funktioniert es, so lange keine anderweitige, ernsthafte geistige Behinderung dagegen steht.


    So unterschiedlich Menschen aussehen, so unterschiedlich funktionieren auch ihre Gehirne. Im Prinzip ist es zuerst eine Frage unterschiedlicher, neurologischer "Verdrahtungsqualität". Mit dieser individuellen Grundstruktur kommt man auf die Welt, ab dann beginnt Lernen. Soziales Verhalten muss dabei ebenso erlernt werden wie Gehen, Sprache und alle anderen Dinge.


    Was ist nun bei einer Bindungsstörung schlecht gelaufen? Entweder war die Beziehung zu den Bezugspersonen gestört und Bindung konnte nicht richtig erlernt werden, oder es ist für diesen Lernprozess eine neurologische Komponente notwendig, die jedoch nicht richtig ausgebildet wurde. Die Natur hat so ihre Launen. Jemand mit Hüftschiefstand wird nie 100m-Sprintweltmeister.


    Vielleicht trägt es zur Lösung des Problems der Bindungsstörung bei, wenn man sich vergegenwärtigt, das Bindung eben nicht einfach so passiert, auch wenn es für die meisten etwas völlig "Normales" ist. Die Komplexität dieses Vorgangs wird erst dadurch offenbar, wenn die Bindungsfähigkeit Defizite erkennen lässt.

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    Wer zulange die Geberrolle spielt (Wirt) bringt den anderen relativ schnell dazu, in die Parasitenrolle zu schlüpfen.

    Ja, er ist gutmütig...lässt sich auch vieles gefallen. Auch im Verhältnis ggü. anderen.

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    Gott nein. Ich hätte das vorher gar nicht leisten können, schon weil ich viel zu dicht war, um freude darüber zu verspüren, dass es jemand anderem einfach gut geht. Blockiert durch meinen eigenen Schmerz.

    Exakt so fühle ich mich meist. Ich kreise einfach zu sehr um mich. Und subjektiv leide ich wirklich z.T. extrem.

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    Das wäre sicher so wenn es ihn nichts kosten würde einerseits, und wenn es wirklich das befiredigen würde was bei dir fehlt andererseits. Aber so ist es ja nicht und da kommt dann irgendwann sein Bedürfnis den Kopf mal frei zu haben und nicht die ganze Zeit überlegen zu müssen, ob er schon oft genug "ich liebe dich" gesagt hat an dem Tag oder nicht. ;-)

    Aber wenn er es gar nicht mehr sagt?! Ich sage jetzt aus Prinzip auch nichts mehr. Seit einiger Zeit. Ich lass mich doch nicht verhöhnen von ihm. Er weiß dass es mir essentiell wichtig ist und sagt nichts. Dann braucht er sich nicht wundern, wenn das irgendwann auf ihn zurück fällt.


    Und klar, es hilft mir für eine Sekunde, aber dennoch. Das kanns doch nicht sein. Jetzt grad eben spüre ich wieder heftige Wut. Es ist irgendwie wie ein Kampf um diese scheiß drei Wörter. Er gibt nicht nach und ich bestrafe ihn.

    Zitat

    Und bei dir geht es ja um Sicherheit. Und die gibt das ja höchstens ganz ganz kurz. Weil dann ist es wieder vorbei, der Klang verhalt, und dann brüllt deine Angst wieder laut genug rum.

    :-|

    Zitat

    Nur kann er gegen die nichts machen, weil die ja nicht wirklich etwas mit seinem Verhalten zu tun hat sondern mit dem was andere da angelegt und gefüttert haben.

    Aber wenn er weiß dass mir das beschissene ILD helfen würde und er es nicht sagt, heißt das, er macht es, um mich zu erniedrigen und zu manipulieren. Was ist das verdammte Problem?! Gut, er labert was von Worten die nichts zählen und so, aber dennoch. Wieso tut er mir diesen Gefallen nicht?! >:( dann, wie gesagt, kann er von mir auch keine absolute Loyalität erwarten. Dann verdient er es wenn ich ihn z.B. belüge.

    Zitat

    Sehr gut. Gefühl festhalten und immer wieder Erfahren bis es sich verfestigt hat und es wird dir irgendwann so ganz natürlich vorkommen. Unser Gehirn ist da ein echtes Wunder. ;-D ;-D

    Oh ja. Siehe oben.

    Zitat

    Dieses "Ich-Konzept" möchte ich mal als Aufhänger nehmen. Wenn mir an meinem Partner etwas missfällt, ich dies anspreche und dann zur Antwort bekomme "ich bin halt so", dann ist dies für mich keine richtige Antwort. Die richtigere Antwort wäre "ich will mich da gerade nicht ändern", die ernstere Variante "ich kann mich da nicht ändern", so lange dieses "kann nicht" nicht einfach nur ein "ich habe keine Lust" bedeutet.


    Ein "ich bin halt so" geht an allem vorbei, was man über die Entwicklung einer Persönlichkeit heute weiß. Niemand war immer schon der, der er heute ist und niemand muss so bleiben, bis er stirbt.

    Eben! Also weigert er sich, sich zu ändern, weil ich ihm nicht wichtig genug bin. Also verdient er (irgendeine Bestrafung).

    Zitat

    In der Geschichte der TE fehlen mir Personen, die von ihr mehr soziales Verhalten eingefordert hätten. Fehlende soziale Konditionierung ist Bestandteil ihrer Probleme von heute. Kinder tun sich da unterschiedlich leicht oder schwer, soziales Verhalten anzunehmen, trotzdem funktioniert es, so lange keine anderweitige, ernsthafte geistige Behinderung dagegen steht.

    Ja. Da hast du leider recht. Meinen Eltern war egal, wie ich sozial drauf war, solange die Leistungen stimmten.

    Zitat

    elleicht trägt es zur Lösung des Problems der Bindungsstörung bei, wenn man sich vergegenwärtigt, das Bindung eben nicht einfach so passiert, auch wenn es für die meisten etwas völlig "Normales" ist. Die Komplexität dieses Vorgangs wird erst dadurch offenbar, wenn die Bindungsfähigkeit Defizite erkennen lässt.

    In der Tat. :-|

    Zitat

    Eben! Also weigert er sich, sich zu ändern, weil ich ihm nicht wichtig genug bin. Also verdient er (irgendeine Bestrafung).

    Ist das immer so, dass du eine Anpassungsleistung geradezu reflexhaft immer zuerst von anderen forderst?


    Das erschreckende an deinem Satz ist für mich, dass du sofort mit einer Bewertung daher kommst und darüber hinaus sogar noch ein Urteil fällst, wie die Reaktion des anderen zu "bestrafen" sei. Das ist schon ziemlich harter Tobak, es ist darüber hinaus anmaßend und überheblich. Du spielst Gott.


    Dahinter steckt ein Mechanismus. Diesen gilt es zu ergründen und aufzulösen.


    Deine Eltern haben dir etwas sehr Essentielles nicht geben können. Meist passiert dies jedoch nicht aus Bosheit, sondern oft sind sie selbst mit etwas überfordert.


    Dieses defizitäre Urvertrauen als Erwachsener nachträglich für sich selbst herzustellen ist womöglich eine übermenschliche Leistung. Um aber im Leben nicht wie eine Flipperkugel ständig (von sich selbst) herumgeschossen zu werden, lohnt zumindest die Mühe einer nachträglichen Konditionierung - wenn ich das mal so un-empathisch formulieren darf.

    Zitat

    Aber wenn er es gar nicht mehr sagt?!

    Dann ist seine Energie für diesen Moment vielleicht einfach aufgebraucht.


    Wenn Du ihm - im übertragenen Sinn - ständig ins Portemonnaie greifst, ist es halt irgendwann leer, und wenn er weiter geben soll, muss er zwischendurch mal für Nachschub sorgen und steht zum Geben dann solange eben nicht zur Disposition. Fast schon logisch, oder?

    @ reizende

    Aber Dir ist schon klar, dass es darum geht, solche Konzepte

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    Also weigert er sich, sich zu ändern, weil ich ihm nicht wichtig genug bin. Also verdient er (irgendeine Bestrafung).

    zu ÄNDERN?

    Zitat

    Ein "ich bin halt so" geht an allem vorbei, was man über die Entwicklung einer Persönlichkeit heute weiß. Niemand war immer schon der, der er heute ist und niemand muss so bleiben, bis er stirbt.

    Außer Homosexuelle. Bei ihnen ist es gesellschaftlich akzeptiert, wenn sie sagen: "Ich bin halt so".

    Ich glaube, dass es zur Liebe dazugehört, das Bedürfnis zu entwickeln, Dinge zu tun, damit sich der Partner wohl fühlt- ohne selbst groß zu verzichten oder sich groß eingeschränkt zu fühlen. Dies sollte jedoch niemals eine "Einbahnstraße" sein.

    Zitat

    Aber wenn er weiß dass mir das beschissene ILD helfen würde und er es nicht sagt, heißt das, er macht es, um mich zu erniedrigen und zu manipulieren.

    Nein, das wäre der Grund aus dem du es nicht mehr sagen würdest. Es gibt aber weitere tausend andere Gründe aus denen er es nicht sagen könnte. Ich mach mal eine Auswahl:


    - So wie Licht schreibt könnte er einfach alle sein und alle Energie für den normalen Tag brauchen


    - er könnte dich erziehen wollen so wie du ihn in dem er es nicht mehr sagst damit du sehen kannst, dass es das nicht braucht damit er bei dir bleibt.


    - er hat Angst sich damit immer angreifbarer zu machen


    - er ist so bockig wie du und stellt auf stur und bestraft dich (unterbewusst) weil du dich nicht änderst und nicht für ihn verzichtest (also genau wie du)


    - er muss gezielt daran denken, ist aber damit ausgelastet an 1000 andere Dinge zu denken die dich sonst so ärgern könnten


    - er hat das Gefühl viel mehr zu geben als du und will das ausgleichen


    - es geht ihm zu schlecht


    - er fühlt es gerade nicht so, dass passiert schonmal wenn eine Beziehung (und nochdazu eine so junge) so belastet wird


    Wenn du ihn bestrafst, dann steigst du in dein altes Karusell ein. versuch das gegenteil. Frag ihn ob es einen bestimmten Grund gibt aus dem heraus er es gar nicht mehr sagt oder mach was nettes für ihn. Also tu etwas, dass deiner Gewohnheit total entgegen läuft. Du kannst nicht immer das selbe tun, in beziehungen, und ein anderes Ergebnis erwarten.


    Und nein, es hilft dir nicht. Es betäubt dich kurz, aber das ist keine echte Hilfe. Echte Hilfe ist ein Tritt in deinen Hintern damit du dich bewegst. Solange er da zu liebt ist, kommst du ja so immernoch nen Meter weiter und wieso dann die Angst vor der Therapie und dem Angehen der Ich-KOnstruktion überwinden? ;-)


    Das ist ein wenig wie ein Morphinsüchtiger der sagt:"Aver der Schuß hilft mir, wieso gibst du mir keinen?" Natürlich ginge es ihm drauf temporär besser, aber das Problem verzögert und vergrößert sich damit eher als das es wirklich hilft.

    Reizende, passivaggressiv war es von meiner Seite nicht. Eher aufrichtig. :)_


    Ich habe deinen Faden nicht einmal ganz gelesen, weil ich

    . Vieles von dem was du schreibst hat mich an einen Expartner erinnert.


    Von daher, ja, es hat mich getriggert.


    Ich habe 3 Jahre in einer solchen ungesunden Beziehung gelebt bis ich den Absprung geschafft habe.


    Deshalb meine Worte auch zum Thema Abgrenzung. Das ist ein "normales"/ gesundes Verhalten. Aber ich durfte bei der Aufarbeitung dann auch erfahren wie gut es tun kann mit Entfernung, also innerhalb dieser Grenzen (die ich mir mühsam wieder gesteckt habe), auf den Anderen/das Fremde zu gucken und dabei für mich etwas zu lernen.


    Ich war jahrelang Bedürfniserfüller. Nur hatte sein "Seelenfass" keinen Boden. Alles schien immer hindurchzufallen und seine Bedürftigkeit war irgendwann schier grenzenlos. Und ich war leer. Und damit für ihn nutzlos.

    @ LastSummer

    Zitat

    Ich war jahrelang Bedürfniserfüller. Nur hatte sein "Seelenfass" keinen Boden. Alles schien immer hindurchzufallen und seine Bedürftigkeit war irgendwann schier grenzenlos.

    Kenne ich… %:|

    Zitat

    Ich war jahrelang Bedürfniserfüller. Nur hatte sein "Seelenfass" keinen Boden. Alles schien immer hindurchzufallen und seine Bedürftigkeit war irgendwann schier grenzenlos. Und ich war leer. Und damit für ihn nutzlos.

    Ja, das beschreibt meine Beziehungen gut. Insbesondere die conclusio ist völlig zutreffend.

    Zitat

    Das erschreckende an deinem Satz ist für mich, dass du sofort mit einer Bewertung daher kommst und darüber hinaus sogar noch ein Urteil fällst, wie die Reaktion des anderen zu "bestrafen" sei. Das ist schon ziemlich harter Tobak, es ist darüber hinaus anmaßend und überheblich. Du spielst Gott.

    Ich weiß, dass das falsch und schädlich ist. Auch für mich. Die ich meist völlig grundlos so fühle.


    Er hat übrigens heute gesagt, er werde einen Punkt, der mir sehr wichtig ist, ändern mir zuliebe. Ohne dass ich es jetzt die letzten Tage explizit ansprach... das stimmt mich milder.

    Zitat

    Dieses defizitäre Urvertrauen als Erwachsener nachträglich für sich selbst herzustellen ist womöglich eine übermenschliche Leistung.

    :°(

    Zitat

    Nein, das wäre der Grund aus dem du es nicht mehr sagen würdest. Es gibt aber weitere tausend andere Gründe aus denen er es nicht sagen könnte. Ich mach mal eine Auswahl:(...)


    Wenn du ihn bestrafst, dann steigst du in dein altes Karusell ein. versuch das gegenteil. Frag ihn ob es einen bestimmten Grund gibt aus dem heraus er es gar nicht mehr sagt oder mach was nettes für ihn. Also tu etwas, dass deiner Gewohnheit total entgegen läuft. Du kannst nicht immer das selbe tun, in beziehungen, und ein anderes Ergebnis erwarten.

    Wow, Danke, das hat mir geholfen. :-) Dass es so viele Möglichkeiten gibt. Aber ich natürlich immer nur die in Erwägung ziehe, dass ich ihm nicht wichtig bin. Genau diese Möglichkeit ist auch die, die mir sofort in der Aufzählung auffiel, wenngleich ich sagen kann, dass es hierfür keine objektiven Anhaltspunkte gibt, und ich das rational manchmal weiß. Leider eben nur manchmal. Aber die Zustände blockieren völlig die Vernunft. Es ist nicht mehr möglich, auf bestimmte Informationen zuzugreifen. Furchteinflößend.


    Ich versuche, jetzt weniger fordernd zu sein. Aber interessanter Punkt, dass er auch bedürftig sei. Denke ich durchaus. Bloß inwiefern? Dass er das Gefühl magst, gebraucht zu werden, wie er mal sagte.

    Zitat

    Dieses defizitäre Urvertrauen als Erwachsener nachträglich für sich selbst herzustellen ist womöglich eine übermenschliche Leistung.

    Ach wat. Das geht schon. Ist kein Spaziergang, aber geht. ;-)

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    Es ist nicht mehr möglich, auf bestimmte Informationen zuzugreifen. Furchteinflößend.

    In Panik ist das Hirn einfach auf Stammhirn runter geschraubt. Da gehen nur noch die grundlegenden Denkstrecken.

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    Aber interessanter Punkt, dass er auch bedürftig sei. Denke ich durchaus. Bloß inwiefern? Dass er das Gefühl magst, gebraucht zu werden, wie er mal sagte.

    Nun, er wird gerne gebraucht, dass ist ja schonmal ein sehr entscheidender Punkt. Du brauchst ihn, sehr sehr dringend und er kann sich selbst seinen Wert beweisen, in dem er da ist und mehr leistet als die anderen.


    Jeder reagiert auf lieblose Eltern ein wenig anders. Unter anderem ist es gar nicht so selten, dass die Situation mit den lieblosen Eltern in Beziehungen nachgebaut wird und dann versucht wird die Liebe die man da nicht errungen hat nun in dieser Beziehung irgendwie zu verdienen.

    Der Wert, den der eher unterwürfige Partner in so einer Konstellation für sich selber herauszieht, ist in der tat, derjenige zu sein, der dem anderen hilft. für ihn da ist, ohne den der andere nicht könnte.. für Menschen die ein starkes Defizit im Selbstwertgefühl haben, kann das sehr triggernd sein (bzw ist auch das, was solche Konstellationen zusammenschweisst). nach gravierender innerer Leere hat man auf einmal einen Sinn im Leben, jemanden der einen Wertschätzt und der einen gar braucht. Das ist wie pures Kokain mit Schokoladenüberzug.