Na es ist normal dass man will dass der Partner tut was man möchte. Und ich hab ein hohes Nähebedürfnis, also will ich auch dass er viel Zeit für mich hat. Wüsste nicht was daran schlimm wäre. Und Kompromisse muss man machen.


    Wieso wird hier angenommen ich ließe ihn fallen?

    Vielleicht als Denkanstoß: nicht jeder, der dein Verhalten sehr unangenehm zu lesen oder inakzeptabel findet, ist ein armes Würstchen, das dir die Butter am Brot nicht gönnt. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier einige dabei sind, die ein deutlich gesünderes Beziehungsverhalten haben, ist relativ hoch - wenn es dir also schon nicht möglich ist, etwas davon anzunehmen, so könntest du doch vielleicht versuchen, die Leute wenigstens nicht instinktiv mit allem, was dir an Gemeinheiten und möglichen Schwachstellen zu Gegenüber einfällt, niederzuprügeln. Leute, die du damit nicht sofort vergraulst, wie danae oder die anderen hier im Thread, sind selten, und mit dem Verhalten wirst du wohl recht zuverlässig irgendwann erst recht alleine dastehen - wenn du im echten Leben auch so bist wie hier natürlich. Falls du dich da komplett anders verhältst, ignorier das Kommentar einfach.

    Zitat

    Ich war in der Notfall Ambulanz. Das war sehr enttäuschend. Die KK muss ich mal anrufen. Hatte gerade ein wichtiges Projekt, daher den Kopf nicht frei dafür. War auch nicht zuhause. Wiedersehen war nett mit ihm, extrem liebevoll.

    Nun, die Frau hat also ihren Job gemacht und dir nicht das gegeben was du wolltest. Benzos sind gerade bei Borderline mit vorsicht zu genießen, weil Menschen mit BL zur Suchtentwicklung neigen und die Dinger scheiß-schnell abhängig machen.


    Angebote wären eine langfristige Herangehensweise und daher zumindest paralell zu den Medikamenten äußerst empfehlenswert. Personen die dir einfach Tavor oder so in die Hand drücken, handeln im höchsten Maße fahrlässig und beweisen damit ausgesprochen nachdrücklich, wie egal du ihnen im Grunde bist.


    Nähe:


    Gegen Nähebedürfnis spricht nichts, so grundsätzlich, aber du sehnst dich ja nicht wirklich nach ihm als Person, nach Nähe im Sinne von gemeinsamer Zeit sondern doch eher nach Nähe als Betäubung deiner Probleme oder? Du willst ihn um dich haben, weil das deine Einsamkeit, deinen Selbsthass und deine Angst unter Kontrolle bringt. Jedenfalls temporär. Aber bisher konnte dir da kein Mann genug geben, dauerhaft, oder?


    Das ist auch völlig klar, weil du die Nähe als Droge benutzt und bei Drogen die Dosis gesteigert werden muss, sonst verlieren sie ihre Wirkung. Du musst dir das so vorstellen, dass die Nähe derzeit einen Dopaminschuß setzt, aber das der so hübsch stark ausfällt, hängt mit der Trennung vorher zusammen. Das Gefälle ist so stark, von Null auf 100 quasi, dass es sich einfach überwältigend anfühlt.


    Nehmen wir an er wäre nun immer da oder zumindest erreichbar sobald du ihn brauchst. Null würde sich quasi nicht mehr einstellen. Dann hättest du nur noch den Sprung von 50 (Erreichbar=) auf 100 (er ist da) und das fühlt sich gleich nach viel weniger an, einfach weil das Gefälle nicht so hübsch groß ist. Und schon klopfen sie an, die ersten Zweifel. "Liebe ich ihn noch? Ist er nicht langweilig? Wieso fühle ich nicht mehr so stark?"


    Und mit den Zweifeln kommt die Angst zurück. Nur ist sie nun nicht mehr durch einfache Anwesenheit seinerseits zu bekämpfen, denn die ist ja immer gegeben und das Gefälle und damit der Hormonschuß fehlt. Also gehst du auf Abstand, suchst Fehler an ihm. Einerseits funktioniert das als Mittel gegen die Verlustangst. Wenn er eh eigentlich nicht so toll ist, kaum gut genug für dich, dann ist es ja auch gar nicht schlimm wenn er weg ist. Vielleicht wärest du ja ohne ihn eh besser dran. HA! Genau. Er ist nicht mehr so toll, also musst du sein weg-gehen nicht mehr so fürchten.


    Andererseits gehst du als Folge auf Abstand, er wird sich, je nach Typ, irritiert und verunsichert weshalb du ihn nicht mehr um dich wünscht, wahlweise mehr anstrengen oder seinersteis auf Abstand gehen. Entweder du bekommst also wieder mehr Dopamin, durch Überraschungen und Geschenke (die Beziehung dauert an) oder du nutzt seinen Abstand, sein mangelndes Engagement, als Rechtfertigung um fremdgehen zu können und dir damit deinen Dopaminschuß woanders zu holen. Im ersten Fall dauert die Beziehung solange an, bis er aufgibt oder ausgelaugt ist und nichts mehr drauf legen kann um deinen Dopaminschuß zu erhöhen, dann setzt die andere Entwicklung ein, im zweiten Fall wird diese Verlängerungsschleife ausgelassen und ihr kommt gleich zu einem Ende.


    Ganz abgesehen davon, wieviel man in einer Beziehung fordern kann und welche Forderungen wann legitim sind, was man eh nicht verallgemeinern kann, schießt du dir also ganz sauber selbst ins Knie, mit dem Durchsetzen deiner Forderungen. Der Pferdefuss ist, dass du darauf aufgrund deiner Dopaminsucht nicht verzichten kannst. Womit wir dann wieder am Anfang und bei den Maßnahmen wären und den Benzos. Die allein helfen nicht den Teufelskreis zu durchbrechen, da wären die Maßnahmen sinnvoller, selbst wenn Benzos als Akutmedikamention flankierend durchaus Sinn ergeben können.


    Ergo: du hast dir an diesem Wochenende an zwei Fronten selbst ins Knie geschoßen. Die Erleichterung die du gerade spürst ist nur der Adrenalinstoß nach schwerer Verletzung. ;-)

    Ich kann danae nur prinzipiell zustimmen, vor allem die ins Knie schießen analogie passt sehr gut

    Zitat

    Wenn er das nicht tut, werde ich mich emotional und physisch für änder emänner öffnen. So läuft es IMMER. Ich weiß nur nicht, welche Frist angemessen ist.


    Blöde Kurzzeitbeziehungen.

    Das Problem ist du verkehrst die Kausalitäten. Du bzw. die Leere in dir ist die Ursache für den Kreislauf, nicht, dass er nicht bereit ist die Leere so zu füllen wie du es gerne hättest, was auch gar nicht möglich ist, da du soviele Löcher hast, dass die Füllung schneller verschwindet, als man nachfüllen kann bzw. die Dosis immer größer werden muss. Was du derzeit machst ist dich wie ein Kind auf den Boden zu setzen und zu schreien ich will aber ich will aber und die Welt und alle sind total doof, weil du nicht genau das bekommst was du willst, was dir egentlich auch keiner geben kann oder sollte (Wenn man Kindern immer soviel Schokolade geben würde wie sie wollen...)


    Wie ich schon sagte, für ihn wäre es am gesündestens aus diesem Kreislauf auszusteigen und klar zu machen, dass es den Film ist und er sich da nicht kaputt machen lässt (was nicht heßt, dass er nicht für dich da ist) und für dich wäre das langfristig auch am besten, wenn du die Chance nutzen würdest, solange du eben dene Drogen kriegst bzw. dene Krücke lernst du nicht auch ohne zu leben. Und das wäre dann dein Part, dir nicht die nächste Droge oder krücke zu suchen, daran wird es sich dann mitentscheiden, ob du wirklich was ändern willst, denn dann wird es anstrengend.

    Und die Behandlungsempfehlung lautet dann, auf derartige Dopaminschübe zu verzichten und Strategien zu entwickeln, die miesen Gefühle aushalten zu können ohne in zerstörerische Kompensationsmuster zu verfallen?


    Woraus dann eine Aufwärtsspirale werden kann - wenn man merkt "Irgendwie geht es" verringert sich die Abhängigkeit und mehr eigene Substanz entsteht.


    Ist aber auch keine brandneue Erkenntnis :D

    Zitat

    Was ist falsch daran dass ich will dass mein Partner Zeit für mich hat? Viel Zeit? Was?!

    nichts, aber die Frage ist ja auch eher "wie verhalte ich mich, wenn der Wunsch nicht erfüllt wird".

    Zitat

    Woraus dann eine Aufwärtsspirale werden kann - wenn man merkt "Irgendwie geht es" verringert sich die Abhängigkeit und mehr eigene Substanz entsteht.


    Ist aber auch keine brandneue Erkenntnis :-D

    Wobei man da auch so ehrlich sein sollte zu betonen, dass es kacke anstrengend ist (also gerade die negativen Gefühle auszuhalten ohne in alte Muster zu verfallen), das klang bei dir gerade so einfach;) Aber gerade dann ist es natürlich gut, sich die wenn auch nicht neue erkenntnis immer wieder bewusst zu machen.

    Klar, ein Spaziergang ist das nicht, dazu ist dann ja auch therapeutische Begleitung sowie die diversen Skills zum Ertragen der Spannung sinnvoll. Aber es ist letztlich auch der einzige Weg, der bleibt.


    Aber der Berg ist auch am größen solange man noch davorsteht und nichts getan hat. Mit jedem Schritt wird es einfacher.

    Zitat

    Klar, ein Spaziergang ist das nicht, dazu ist dann ja auch therapeutische Begleitung sowie die diversen Skills zum Ertragen der Spannung sinnvoll. Aber es ist letztlich auch der einzige Weg, der bleibt.

    Da muss ich dir widersprechen, es hängt davon ab, was man als Ziel definiert. Es gibt genug Menschen die so leben ohne etwas zu ändern und ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob die generell in jedem Fall ein schlechteres Leben haben/hatten. Also wenn man seine Probleme ausblendet und auf andere überträgt, macht es dann teilweise schon einfacher, sonst wäre es ja leicht sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Deswegen halte ich es für so wichtig sich zu fragen, was für ein Mensch man ist und was für einer man sein will.

    Zitat

    Aber der Berg ist auch am größen solange man noch davorsteht und nichts getan hat. Mit jedem Schritt wird es einfacher.

    Jein, es kann sich auch extrem scheiße anfühlen, wenn man weit gekommen ist und dann wieder ein Stück runterrutscht bzw. einen Rückfall hatte. Wenn man ganz unten ist, kann man wenigstens nicht weiter rutschen ;-)

    Naja, ich geh mal davon aus dass "gesund werden" hier das übergeordnete Forums-Ziel ist. Insofern ist "einfach so weitermachen" hier keine in Frage kommende Variante.


    Ausserdem will die reizende das auch gar nicht. Das erklärte Ziel, was dran zu ändern, steht ja grundsätzlich fest.

    Zitat

    Na es ist normal dass man will dass der Partner tut was man möchte.

    In einer gleichberechtigten Beziehung ist es nicht so.


    Meiner Ansicht nach wäre es deshalb wichtig, darüber zu reden, was für ein Rollenverständnis ihr habt.

    @ LichtAmHorizont

    Zitat

    Ich finde es unnormal und abstoßend wenn ein Partner so babyhaft klettig ist.

    so kann man es auch sagen. :-X


    "nett"

    mittelgrobröhrig

    Zitat

    Vielleicht als Denkanstoß: nicht jeder, der dein Verhalten sehr unangenehm zu lesen oder inakzeptabel findet, ist ein armes Würstchen, das dir die Butter am Brot nicht gönnt. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier einige dabei sind, die ein deutlich gesünderes Beziehungsverhalten haben, ist relativ hoch - wenn es dir also schon nicht möglich ist, etwas davon anzunehmen, so könntest du doch vielleicht versuchen, die Leute wenigstens nicht instinktiv mit allem, was dir an Gemeinheiten und möglichen Schwachstellen zu Gegenüber einfällt, niederzuprügeln. Leute, die du damit nicht sofort vergraulst, wie danae oder die anderen hier im Thread, sind selten, und mit dem Verhalten wirst du wohl recht zuverlässig irgendwann erst recht alleine dastehen - wenn du im echten Leben auch so bist wie hier natürlich. Falls du dich da komplett anders verhältst, ignorier das Kommentar einfach.

    Vielleicht produzieren und profilieren sie sich auch nur als beziehungsfähig. Erzählen kann man viel, grad in Foren. Ansonsten: mir reichen die Leute, dir nicht vergrault sind von meiner ach so schlimmen Art. Ich hatte nie den Wunsch, everybody's darling zu sein. Für manche schwer vorstellbar, ich weiß.

    danae

    Zitat

    Nun, die Frau hat also ihren Job gemacht und dir nicht das gegeben was du wolltest. Benzos sind gerade bei Borderline mit vorsicht zu genießen, weil Menschen mit BL zur Suchtentwicklung neigen und die Dinger scheiß-schnell abhängig machen.

    Na zu behaupten dass Benzos nur in extremen Ausnahmefällen indiziert sind ist einfach bullshit. Dieses Benzobashing nervt. Ich hab ihr extra gesagt ich will was, das mich nicht (!!!!) müde macht. Und was gibt sie mir? Antipsychotikum von dem ich einschlafe. >:(

    Zitat

    Personen die dir einfach Tavor oder so in die Hand drücken, handeln im höchsten Maße fahrlässig und beweisen damit ausgesprochen nachdrücklich, wie egal du ihnen im Grunde bist.

    Aber vielleicht wollen sie dass es mir besser geht? Indem sie mir helfen? Und das geben, das ich will?

    Zitat

    Gegen Nähebedürfnis spricht nichts, so grundsätzlich, aber du sehnst dich ja nicht wirklich nach ihm als Person, nach Nähe im Sinne von gemeinsamer Zeit sondern doch eher nach Nähe als Betäubung deiner Probleme oder? Du willst ihn um dich haben, weil das deine Einsamkeit, deinen Selbsthass und deine Angst unter Kontrolle bringt. Jedenfalls temporär.

    Ich weiß es eben nicht. Ob ich IHN will oder einfach nur die Betäubung. Wie finde ich das heraus?

    Zitat

    Aber bisher konnte dir da kein Mann genug geben, dauerhaft, oder?

    :-(

    Zitat

    Nehmen wir an er wäre nun immer da oder zumindest erreichbar sobald du ihn brauchst. Null würde sich quasi nicht mehr einstellen. Dann hättest du nur noch den Sprung von 50 (Erreichbar=) auf 100 (er ist da) und das fühlt sich gleich nach viel weniger an, einfach weil das Gefälle nicht so hübsch groß ist. Und schon klopfen sie an, die ersten Zweifel. "Liebe ich ihn noch? Ist er nicht langweilig? Wieso fühle ich nicht mehr so stark?"Also gehst du auf Abstand, suchst Fehler an ihm. Einerseits funktioniert das als Mittel gegen die Verlustangst. Wenn er eh eigentlich nicht so toll ist, kaum gut genug für dich, dann ist es ja auch gar nicht schlimm wenn er weg ist. Vielleicht wärest du ja ohne ihn eh besser dran. HA! Genau. Er ist nicht mehr so toll, also musst du sein weg-gehen nicht mehr so fürchten.

    😣 Ja...so war es bei meiner großen Liebe auch.

    Zitat

    Ganz abgesehen davon, wieviel man in einer Beziehung fordern kann und welche Forderungen wann legitim sind, was man eh nicht verallgemeinern kann, schießt du dir also ganz sauber selbst ins Knie, mit dem Durchsetzen deiner Forderunge

    Aber wenn ich ihn dauernd vermisse und zu wenig um mich hab lassen meine Gefühle nach und ich entfremde mich...ich merk das ja jetzt, wo wir uns zwangsweise weniger sahen. Ich bin irgendwie abgekühlt.

    Kletterpflanze

    Zitat

    du bzw. die Leere in dir ist die Ursache für den Kreislauf, nicht, dass er nicht bereit ist die Leere so zu füllen wie du es gerne hättest, was auch gar nicht möglich ist, da du soviele Löcher hast, dass die Füllung schneller verschwindet, als man nachfüllen kann bzw. die Dosis immer größer werden muss

    Es ist halt immer einfacher das Problem bei anderen zu verorten. Andererseits ist es auch einfacher, wenn man selbst die Lösung in der Hand hat. Schwierig. Dilemma.

    Zitat

    Also wenn man seine Probleme ausblendet und auf andere überträgt, macht es dann teilweise schon einfacher, sonst wäre es ja leicht sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Deswegen halte ich es für so wichtig sich zu fragen, was für ein Mensch man ist und was für einer man sein will.

    In der Tat...

    Zitat

    Ja, manche labern was von "Hauptsache der Partner ist GLÜCKLICH auch wenn es mich umbringt und zerreißt" - ob man das glauben kann lass ich mal dahingestellt. Ist in meinen Augen...Gewäsch. Ich bin der festen Ansicht, dass man will dass der Partner glücklich ist solange man es selbst auch ist. Niemand will sein Glück zurückstellen. Nicht mal Mutter Theresa. Die hat das garantiert aus Narzissmus gemacht.


    (Ja, mit nem Augenzwinkern, lieber rr, aber im Kern glaube ich fest dass dem so ist)