Mein Mann hat mir den Kopf gehalten während ich meinen Medikamenten und Alkohol cocktail erbrochen habe, er wurde von mir getreten als unsere gemeinsame Tochter geboren wurde, er lies mich unter seine Dusche und ausschlafen, während er auf mein Kind eines anderen aufpasste ... Ich glaube es gibt keinen Menschen auf der Welt der mich besser kennt, mich inklusive. Und mir geht es mit ihm ebenso. Alles das hat es tiefer gemacht zwischen uns, fester. Dieser Ekel den du vor deinen Partner beginnst zu empfinden hat nicht wirklich was mit dem zu tun was du bei ihnen siehst oder mit den Fehlern. Das ist ein Schutzmechanismus. Und würdest du den Erzengel Michael persönlich daten, dann würde dir seine Perfektion auf den Zeiger gehen und dich anwidern. ;-)

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    Aber gibt's nicht eine Grenze in Bezug auf Offenheit?

    Nicht bei Dingen, die den Bestand der Partnerschaft berühren.


    Solange es um Dinge geht, die Deine Verhaltensmuster deutlich machen und erklären, ist Offenheit eine Voraussetzung dafür, daß er damit umgehen kann. Daß er gewisse Dinge dann nicht persönlich nimmt (wenn er die Stärke dazu hat).


    Aber wie gesagt, das ist eine Voraussetzung, aber es wird nicht ausreichen. Selbst wenn er vollstes Verständnis dafür entwickeln kann, wirst Du die Beziehung irgendwann zerstören, "weil es einfach nicht sein kann, daß eine Beziehung hält". Du schaffst das. Da bin ich mir ziemlich sicher.


    Es sei denn, Du holst Dir endlich Hilfe dazu.

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    Er hatte sogar von sich aus Therapeuten gesucht für mich ohne dass ich danach fragte...also ich nehme an er hat mich durchaus gern.

    Danke ihm dafür und geh die Sache an!

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    . Und an dem Spruch "Man schließt stets von sich auf andere" ist durchaus etwas dran. Das kann aber auch ein Vorteil sein, denn man kann durchaus Verhalten von anderen lernen in dem man staunend bewundert, dass die sich ganz anders verhalten als man es als "gegeben" und "zwangsweise" angenommen hätte.

    Das fällt mir immer schwer. Ich kann kaum glauben, dass er sich zum Beispiel mich antut. Wo nach so kurzer Zeit des Kennens schon solche Schwierigkeiten lauern. So viel Drama und Tränen und Ausbrüche.

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    Also fang hier an. Zeig dich mit deiner Meise und gewinne die Chance zu erleben, dass Zuneigung nicht an Perfektion gekoppelt sein muss.

    Das ist eben das, was ich von zuhause nie lernte...auch wenn ich gut war, war es nie genug. Und ich habe nie als Mensch von mir aus Wert gehabt. Nur wenn ich Leistung erbrachte.

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    Ich weiß nicht ob du das überhaupt schonmal erlebt hast oder ob bei dir mit dem Ende des Hormonrausches auch sonst meist alles zu Ende war und über die längere Beziehung oder bei den Eltern weiß ich da auch zu wenig um eine Idee zu haben, ob du überhaupt schon Erfahrung mit dem Gefühl hast.

    Ich weiß nicht, ob es Liebe war, was in der langen Beziehung war. Ich habe danach solche Zweifel bekommen, denn wenn schon so etwas gutes kaputt geht, was sagt das dann generell aus? Dass eben nichts dauerhaft ist. Dass dauerhafte Liebe illusionär ist. Für mich inexistent.


    Das was du über deinen Partner schilderst ist beeindruckend. Es ist toll dass du jemand hast den du so liebst und umgekehrt. :-)

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    Aber wie gesagt, das ist eine Voraussetzung, aber es wird nicht ausreichen. Selbst wenn er vollstes Verständnis dafür entwickeln kann, wirst Du die Beziehung irgendwann zerstören, "weil es einfach nicht sein kann, daß eine Beziehung hält". Du schaffst das. Da bin ich mir ziemlich sicher.


    Es sei denn, Du holst Dir endlich Hilfe dazu.

    :°( das schlimme ist, dass ich weiß, dass du recht hast. Ich bin sehr gut im Zerstören.

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    das schlimme ist, dass ich weiß, dass du recht hast. Ich bin sehr gut im Zerstören.

    Die Erkenntnis ist doch gut. Schlimm wird es erst, wenn Du es dabei bewenden läßt. Du mußt JETZT beginnen. Nimm die Liste von ihm, klingle die Therapeuten durch. Laß keine Ausflüchte bei Dir selbst gelten.


    Wenn Du von dem Karussell abspringen willst, brauchst Du jemanden, der den richtigen Punkt bestimmt und Dich dann auch auffängt.

    Ich muss den Gedanken überkommen, dass es insoweit sinnlos ist, als er natürlich Punkte hat, die mich stören (wie z.B. die geschilderten, und dass er sehr sarkastisch ist und schlecht Liebe verbalisieren kann) und ich dann denke, er ist es nicht wert, da nicht optimal. Aber andererseits weiß ich, es gibt keinen optimalen Mann und wir verstehen uns so gut, es ist so schön und innig, dass es etwas zu bedeuten haben muss.

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    und ich dann denke, er ist es nicht wert, da nicht optimal.

    Klingt ein weinig wie ein Schutzbehauptung, um dann Dein weiteres Denken und Handeln zu rechtfertigen?


    Was meinst Du denn, wie viele ideale Partner es gibt? Und wie groß die Wahrscheinlichkeit wäre, einen zu treffen den noch keine andere festgehalten hat?


    Und stell dagegen, wie viele Partnerschaften bis zum Tod halten.


    Eine Partnerschaft hält nicht, weil sich die beiden idealen Partner gefunden haben, sondern weil sie die verbindenden Elemente und das Glück einer Partnerschaft höher werten, als die Dinge, die einander stören - und einen weg gefunden haben, mit diesen Differenzpunkten umzugehen. Oder sich anzupassen, indem solche Dinge (z.B. im Verhalten) verschwinden.

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    es gibt keinen optimalen Mann und wir verstehen uns so gut,

    Es gibt auch keine 'optimale' Frau. Und das ist gut so. Menschen haben Fehler und oft sind es eben diese kleinen Fehler die den Menschen liebenswert machen. Menschlich machen.

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    Klingt ein weinig wie ein Schutzbehauptung, um dann Dein weiteres Denken und Handeln zu rechtfertigen?

    Ja, natürlich. Immerhin muss ich vor mir selbst rechtfertigen, warum ich fremdgehe, oder nichts in die Beziehung investiere oder sonstiges. Nein, bisher habe ich noch nichts davon in Bezug auf ihn getan. Aber ich fürchte, dass ich bald so weit bin, zu denken, dass es eh sinnlos ist und ich den Karren auch gleich an die Wand fahren kann.

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    Was meinst Du denn, wie viele ideale Partner es gibt? Und wie groß die Wahrscheinlichkeit wäre, einen zu treffen den noch keine andere festgehalten hat?


    Und stell dagegen, wie viele Partnerschaften bis zum Tod halten.


    Eine Partnerschaft hält nicht, weil sich die beiden idealen Partner gefunden haben, sondern weil sie die verbindenden Elemente und das Glück einer Partnerschaft höher werten, als die Dinge, die einander stören - und einen weg gefunden haben, mit diesen Differenzpunkten umzugehen. Oder sich anzupassen, indem solche Dinge (z.B. im Verhalten) verschwinden.

    Aber es widerspricht sich doch damit, dass man sich liebt, oder? Kann man lieben, obwohl man nicht komplett glücklich mit dem Partner und dessen Art ist? Kann man die Beziehung schätzen auch wenn man weiß, dass man selbst und der andere auch Dinge an sich hat, die das Gegenüber nerven? Die es gern anders hätte? Wie kann man dann darauf vertrauen dass die Beziehung hält und der andere nicht vielmehr darauf lauert, jemand besseres zu finden und einen dagegen einzutauschen?

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    Aber ich fürchte, dass ich bald so weit bin, zu denken, dass es eh sinnlos ist und ich den Karren auch gleich an die Wand fahren kann.

    Deshalb schrieb ich heute morgen " tu JETZT etwas!"


    Du kommst sonst nicht aus dem Strudel raus. Das braucht eine helfende Hand von außen, von jemandem der fest auf dem Boden steht und weiß, wo er Dich packen muß. Dein Freund kann das nicht leisten. Der kann es nur begleiten.

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    Aber es widerspricht sich doch damit, dass man sich liebt, oder? Kann man lieben, obwohl man nicht komplett glücklich mit dem Partner und dessen Art ist?

    Na - sagtest Du nicht selbst, daß Du ihn liebst? Jetzt, so wie er ist,trotz der Punkte, die Dich stören?

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    Kann man die Beziehung schätzen auch wenn man weiß, dass man selbst und der andere auch Dinge an sich hat, die das Gegenüber nerven? Die es gern anders hätte?

    Ich kann das, meine Frau auch. Seit Jahrzehnten schon.

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    Wie kann man dann darauf vertrauen dass die Beziehung hält und der andere nicht vielmehr darauf lauert, jemand besseres zu finden und einen dagegen einzutauschen?

    Indem man dem anderen die gleiche Motivation unterstellt, die man selbst hat. Weil man spürt, der Partner will die Beziehung, der will nicht, daß es auseinandergeht! Vertrauen.

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    Immerhin muss ich vor mir selbst rechtfertigen, warum ich fremdgehe...

    Würdest Du das tun, weil es Dich reizt, um die Beziehung auf die Probe zu stellen, oder um sie zu beenden (eh er es tut, aus Angst, hm zuvorkommen zu müssen)?

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    Deshalb schrieb ich heute morgen " tu JETZT etwas!"


    Du kommst sonst nicht aus dem Strudel raus. Das braucht eine helfende Hand von außen, von jemandem der fest auf dem Boden steht und weiß, wo er Dich packen muß. Dein Freund kann das nicht

    Warum kann er das nicht?

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    Na - sagtest Du nicht selbst, daß Du ihn liebst? Jetzt, so wie er ist,trotz der Punkte, die Dich stören?

    Ja. Aber er würde mir ja durchaus besser gefallen ohne diese Punkte. Vielleicht würde ich ihn dann mehr lieben.

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    Indem man dem anderen die gleiche Motivation unterstellt, die man selbst hat. Weil man spürt, der Partner will die Beziehung, der will nicht, daß es auseinandergeht! Vertrauen.

    Ja, Vertrauen. Da war ja was.

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    Würdest Du das tun, weil es Dich reizt, um die Beziehung auf die Probe zu stellen, oder um sie zu beenden (eh er es tut, aus Angst, hm zuvorkommen zu müssen)?

    Weil es mich reizt, und um mich emotional von der Beziehung zu lösen, um sie dann beenden zu können.

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    und ich dann denke, er ist es nicht wert

    Die Frage ist nicht ob er es wert ist. Die Frage ist ob du es dir wert bist. Derzeit hindert genau eine Person dich daran dich geliebt zu fühlen, undzwar mit deinen Fehlern, derzeit treibt dich genau eine Person von einem Loch ins nächste und das bist du. Also lautet die Frage auch: Bist du es dir wert dir die Vorraussetzungen zu schaffen zu lieben und geliebt zu werden?

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    Warum kann er das nicht?

    Weil er nicht das Problem ist. Dein Muster ist das Problem, die Tatsache das er gar nicht perfekt sein darf, weil deine Verlustangst dann überweltigend werden würde und er kann nichts, aber auch nichts an deinen Mustern ändern kann. Das kann immer nur die Person mit dem Muster selbst erledigen.

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    Ja. Aber er würde mir ja durchaus besser gefallen ohne diese Punkte. Vielleicht würde ich ihn dann mehr lieben.

    Nein, du würdest dann seinen Wert höher einschätzen. Mit Liebe hat das nicht viel zu tun. Es ist mehr so wie man den Preis eines gutes Mastschweines schätzt. ;-)

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    Derzeit hindert genau eine Person dich daran dich geliebt zu fühlen, undzwar mit deinen Fehlern, derzeit treibt dich genau eine Person von einem Loch ins nächste und das bist du. Also lautet die Frage auch: Bist du es dir wert dir die Vorraussetzungen zu schaffen zu lieben und geliebt zu werden?

    Das hat mich gestern Nacht sehr sehr traurig gemacht. Ich habe darüber viel nachgedacht und gespürt, dass du recht hast. Und ich will ihn nicht verlieren bzw. vielmehr wegstoßen. Was dann aber bedeutet, unter dem ganzen Gefühlswirrwarr habe ich ihn wirklich gern. Und das ist gut.

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    die Tatsache das er gar nicht perfekt sein darf, weil deine Verlustangst dann überweltigend werden würde

    Aber sie ist jetzt schon immens.

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    Nein, du würdest dann seinen Wert höher einschätzen. Mit Liebe hat das nicht viel zu tun. Es ist mehr so wie man den Preis eines gutes Mastschweines schätzt. ;-)

    :-D du hast nette Vergleiche. ;-) aber wenn er einige Punkte nicht hätte, wäre es einfacher und besser. Aber ich mag ihn ja auch so.

    Ich will mich ja nicht mit Fehleinschätzungen unbeliebt machen, aber ein wenig klingt es für mich ja schon nach einem kleinen Borderliner in dir, liebe Reizende. Du hast da ein Nähe-Distanz-Problem, was ziemlich typisch für solche Menschen ist. Da hilft eigentlich nur sehr viel Selbstdisziplin. Die bösen Stimmen verjagen, die guten Momente festhalten.

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    Aber ich mag ihn ja auch so.

    :)^


    Ich möchte nochmal auf das hier eingehen:

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    Wie kann man dann darauf vertrauen dass die Beziehung hält und der andere nicht vielmehr darauf lauert, jemand besseres zu finden und einen dagegen einzutauschen?

    Wenn das nicht so wäre, daß eine Beziehung eben darin besteht, den Menschen zu lieben und nicht nur einzelne Dinge an ihm, dann müßten alle Partnerschaften auseinandergehen, schon, weil der Partner (mit einem) altert und man ja was Jüngeres finden könnte. Das gibt es natürlich, aber es ist eben nicht der Normalfall.


    Nach einiger Zeit der Partnerschaft hat man so viele gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen - die kann man mit keinem neuen Partner teilen. Da ist was, das hat Dauer. Das riskiert man auch nicht durch z.B. einen Seitensprung mit der jüngeren Kollegin.