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    aber ein wenig klingt es für mich ja schon nach einem kleinen Borderliner in dir, liebe Reizende.

    Es ist eigentlich egal, wie man es nennt ;-) Sie muß ihre Verhaltensmuster erkennen und dahingehend was unternehmen.

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    Da hilft eigentlich nur sehr viel Selbstdisziplin. Die bösen Stimmen verjagen, die guten Momente festhalten.

    Das zu erreichen gelingt in dem Stadium, bei dieser Ausprägung, kaum aus eigener Kraft. Hier sollte sich die Reizende durchaus professionelle Hilfe holen.

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    Ich will mich ja nicht mit Fehleinschätzungen unbeliebt machen, aber ein wenig klingt es für mich ja schon nach einem kleinen Borderliner in dir, liebe Reizende. Du hast da ein Nähe-Distanz-Problem, was ziemlich typisch für solche Menschen ist.

    Ich nehme an, eine etwaige Diagnose wird mir der Therapeut dann schon geben. Wenngleich das keine Rolle spielt. Ich muss zurechtkommen. Was der Grund für meine Probleme ist, ist eigentlich irrelevant. Es reicht, dass sie da sind und ich sie nicht will.

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    Da hilft eigentlich nur sehr viel Selbstdisziplin. Die bösen Stimmen verjagen, die guten Momente festhalten.

    Bei aller Liebe, aber das ist Schwachsinn. Das geht vielleicht, wenn man ein wirklich kleines Problem mit Vertrauen hat, aber nicht, wenn sich Verlassenwerden so anfühlt, als bliebe man allein und hilflos in einer lebensfeindlichen Landschaft und beobachtete die einzige rettende Person wie sie hinfortzieht. Todesangst muss sich so anfühlen. Das nur mal als Beispiel. Ich bin durchaus intelligent und reflektiert, aber mich selbst habe ich nur sehr bedingt unter Kontrolle. Und diszipliniert bin ich definitiv. Aber so einfach ist das nicht, wie Che schon völlig richtig feststellte.

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    Wenn das nicht so wäre, daß eine Beziehung eben darin besteht, den Menschen zu lieben und nicht nur einzelne Dinge an ihm, dann müßten alle Partnerschaften auseinandergehen, schon, weil der Partner (mit einem) altert und man ja was Jüngeres finden könnte. Das gibt es natürlich, aber es ist eben nicht der Normalfall.


    Nach einiger Zeit der Partnerschaft hat man so viele gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen - die kann man mit keinem neuen Partner teilen. Da ist was, das hat Dauer.

    Leider ja, ich muss an meine Exbeziehung denken. Es tut mir immer noch sehr weh. Ja. Das ist es wohl. Aber das greift ja nur, wenn man jahrelang ein Paar ist. Da muss man allerdings erstmal hinkommen. Wie schafft man es also, in dieser Phase von einigen Wochen und Monaten, wo die rosarote Brille anläuft bzw. zerbirst, bei der Person zu bleiben, statt sich den nächsten Kick zu beschaffen? Ist es die Idee von dem, was noch kommen könnte? Das ist allerdings hypothetisch. Was ist es? Wird man des anderen nicht irgendwann leid? Wie erträgt man die immerselben Macken und Eigenheiten? Oder ist das ab einem bestimmten Punkt nicht einfach eine Abwägungsfrage? Wobei wiederum herauszufinden ist, wie man diesen Punkt erreicht, s.o.

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    :-D du hast nette Vergleiche. ;-) aber wenn er einige Punkte nicht hätte, wäre es einfacher und besser. Aber ich mag ihn ja auch so.

    Das glaubst du nur, aber irgendwas fändest du immer und wenn es nur wäre, dass du dich minderwertig neben ihm fühlen würdest, weil er so perfekt ist, und du ihm dafür die Schuld geben würdest.


    Eine einfache Antwort gibt es nicht, einen schnellen Weg auch nicht. Du musst deinen ganz eigenen Weg finden und dafür brauchst du einen Therapeuten als Wegbegleiter.

    Ich weiß. :°(


    Ich möchte einfach nur einige Sofortmaßnahmen...das Reden z.B. nahm ich gestern mit ihm in Angriff. Ich versuche ihm (mal wieder...) zu erklären wie ich ticke und er reagiert extrem verständnisvoll und ruhig. Mit ihm kann ich sehr gut reden. Und obwohl ich ihm all meine komischen Eigenheiten offenbare bleibt er... obwohl er fast jeden Abend nach der Arbeit mit mir Krisengespräche über meine Krisen führen muss. Über meine Ängste und Zweifel. Und er macht es, auch wenn er erschöpft und müde ist. das überrascht mich. Andrerseits bin ich natürlich ein super Fang, dennoch überrascht es mich. Ich weiß, dass wenn ich nicht rede, es definitiv von mir kaputt gemacht wird. Er versteht mein Verhalten nämlich oft überhaupt nicht.


    Gibt es sonst etwas, das ich allein tun kann? Wie kann ich mit dieser Verlustangst umgehen?

    Nun, du schreibst, wenn er weg ist, bist du alleine in einer feindlichen Umwelt. Da könntest du ansetzen und versuchen an deiner Wahrnehmung der Umwelt zu arbeiten. Es sind garantiert nicht alle gegen dich, darauf aus dich zu vernichten. Wenn du da sichere Zonen aufbauen könntest, dann wäre es kein Weltuntergang mehr, wenn du keinen Partner an deiner seite hättest.

    Nein, das denke ich nicht, ich weiß dass es Menschen gibt, die mich mögen. Es ging da um die subjektive Wahrnehmung. Dass ich das Gefühl habe, verlassen und hilflos zu sein ohne ihn. Das Gefühl hatte ich sonst in der Ausprägung nur bei der langen Beziehung. Ich möchte einfach diese Panik vor seinem Verlust, und sei es nur dass er gerade auf Toilette ist (wenn es mir sehr schlecht geht, fühlt sich das schon so an, als wäre er aus der Welt), in den Griff bekommen.

    Das geht aber nicht schnell. Da bist du wie ein kleines Kind das die Objektpermanenz noch nicht entwickelt hat und so eine Entwicklung geht nicht schnell mal nachzuholen. Da hängt irgendwas und das rauszufinden und aufzulösen braucht Zeit. Du kannst nur gucken wie weit du dich disziplinieren kannst um deine Angst nicht voll auszuagieren.

    Aber kann ich denn nichts tun? Gar nichts? Wie kann ich mich disziplinieren? Gibt es da Tricks? Lernen dass er da ist, auch wenn er nicht im Raum ist. Dass er existiert und mich liebt, auch wenn er nicht bei mir ist? Dann ist es, als wäre er überhaupt nicht da.

    Ich hab angefangen zu zählen um nicht die Selbstbeherrschung zu verlieren und nach ihm zu schreien. Kästchen ausgemalt und soweiter. Die Sicherheit das er wiederkommt, kommt nicht ohne die Erfahrung, dass er wiederkommt ohne das man nach ihm schreit. Jedesmal wenn man schreit nimmt man sich die Chance dazu zulernen.

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    Die Sicherheit das er wiederkommt, kommt nicht ohne die Erfahrung, dass er wiederkommt ohne das man nach ihm schreit. Jedesmal wenn man schreit nimmt man sich die Chance dazu zulernen.

    Ich kenn das Gefühl des Schreien Wollens. Gestern wäre ich ihm fast auf Toilette gefolgt vor lauter Panik. :°(


    Wie erträgt dein Partner das? Wie erträgt irgendein Partner sowas?!

    Das klingt doch unglaublich anstrengend und abschreckend :-( ich wundere mich, dass das dennoch toleriert wird. Ich denke nicht, dass ich so jemanden ertragen könnte. Allerdings ist er das Gegenteil, sehr ruhig und zuverlässig. Er schützt es übrigens wert, dass ich immer diese Gespräche mit ihm führe. :-)

    Mach dir das bewusst. Da erwartet jemand keine Perfektion von dir sondern mag dich mit Fehlern. Gut. Das solltest du honorieren in dem du versuchst es für ihn leichter zu machen und für dich auch gleich mit, damit du das gute Besser genießen kannst.