@ rr2017

    Zitat

    Von daher ist das auf jeden Fall falsch, so wies läuft, und es sein zu lassen, ist auf jeden Fall richtig.

    Solange man nicht verinnerlicht hat, warum es besser ist, es sein zu lassen, nützt das meiner Meinung nach gar nichts. Dann ist das nichts weiter als sinnlos erscheinende Selbstfolter.

    Ich find das viel schwieriger so klar zu benennen was richtig und was falsch ist. Und was gesund und überhaupt und so. So eindeutig finde ich das ganz oft gar nicht. Hier ist es eindeutig ein deppiges Verhalten, weil es der Reizenden selbst ins Knie schießt, aber es wäre ja immerhin theoretisch möglich, dass sie, auch ohne ihre Bedürftigkeit und nach einer Therapie, gerne so eine Art Domina innerhalb von Beziehungen ist und sich in der Rolle wohl fühlt. Da ist dann ja nichts falsch dran, wenn er sich dafür als devoter Part wohlfühlt.

    @ rr2017 nochmal

    Also mindestens die Entscheidung "ich möchte das nicht mehr tun" ist notwendig. Und für die braucht es irgendeinen Grund, und sei es nur "strengt so an".


    Solange man sich gar nicht bewusst ist, dass Unterlassen Entspannung bedeuten kann oder es sogar auch nicht tut, bzw. man dann evtl. sogar in Panik verfällt, weil etwas scheinbar Lebensnotwendiges wegfällt, hilft es nicht, glaube ich… ":/

    War sie als Kind / Jugendliche mal länger in einer Gruppe unterwegs?


    Wenn ja, hat sie dort eine Rudelführerfunktion übernommen?


    Auch bei Tieren: 3 Hunde + 2 Erwachene + 1 Kind: Wer ist der Rudelführer?


    Ich finde, wenn sie ihren "Kampf" im 1:1 Verhältnis austrägt ist das nicht so gut wie in einer Gruppe z.B.

    Jup. Seh ich auch so. Man braucht irgendeinen Grund. Nur weil wer anders es gut fände, macht man ja erstmal gar nichts und schon gar nicht verzichtet man auf etwas, dass einem so wichtig wie Essen erscheint.

    Zitat

    aber es wäre ja immerhin theoretisch möglich, dass sie, auch ohne ihre Bedürftigkeit und nach einer Therapie, gerne so eine Art Domina innerhalb von Beziehungen ist und sich in der Rolle wohl fühlt. Da ist dann ja nichts falsch dran, wenn er sich dafür als devoter Part wohlfühlt.

    aber das wäre ja dann trotzdem eine rollenhafte Begegnung auf Augenhöhe und etwas ganz anderes als das, was da jetzt passiert.


    Ich hab allerdings den Eindruck, dass alles, was hier "dominant" rüberkommt, tatsächlich der Krankheit geschuldet ist. Wenn ich mir das wegdenke bleibt ein Rest übrig den ich ziemlich normal und ausgeglichen finde.

    Keine Ahnung, ich weiß auch nicht ob das so wichtig ist, an diesem Punkt. Erstmal ist sie hier und denkt und fühlt so wie sie denkt und fühlt. Von da aus geht es weiter und es nützt gar nichts den dritten Schritt vor dem ersten zu tun.

    ich find eh, dieses ganze beziehungsthema ist etwas, wo sich die Dinge symptomhaft sehr sehr klar manifestieren, was aber eigentlich alles nur verkompliziert. Ich plädiere ja für single-sein und erstmal nur "pur sie selber". ist dann irgendwie einfacher.

    Was DieDosismachtdasGift geschrieben hat, mit dem Prüfen auf Zuverlässigkeit, das spielt schon ne große Rolle, denke ich. Problem ist halt, dass jemand, der wirklich stabil ist, auf solche Spielchen mit ner erwachsenen Frau gar keine Lust hat, und ein Labiler wiederum die eigentlich gewünschte Stabilität nicht hat. Der ist selber noch Kind und sehnt sich genauso nach Zuverlässigkeit und versucht, diese dann durch angepasstes Verhalten zu erzwingen. Ewiger Kampf.

    Wenn man die Details hier einmal liegen lässt und sich die Frage stellt: Was ist das für ein Verhalten - zusammenfassend-, das die TE hier beschreibt?


    Es hat doch etwas mit SOZIALVERHALTEN zu tun. WIKI definiert:


    *Das Sozialverhalten umfasst alle Verhaltensweisen von Menschen und Tieren, die auf Reaktionen oder Aktionen von Individuen der eigenen Art abzielen. Sozialverhalten umfasst somit sowohl Formen des harmonischen Zusammenlebens als auch agonistisches (rivalisierendes) Verhalten.


    Sozialverhalten muss deshalb erlernt werden (nicht nur beim Menschen). Im Kontakt mit den Eltern und Geschwistern erlernt schon der Säugling vom ersten Tag an, sich in sozialen Situationen zu bewegen. Der Prozess des Erlernens von sozial relevanten Verhaltensweisen ist langwierig; er dauert Jahre - und endet eigentlich nie. Säuglinge/Kinder, die die Möglichkeit intensiven Kontakts mit Bezugspersonen nur mangelhaft erhalten, haben später große Probleme in sozialen Situationen sich angemessen zu verhalten (siehe Bindungstheorie, Hospitalismus).


    Frühkindliche Situationen, die einen Mangel an Zuwendung und Sozialkontakt aufweisen, führen in der Regel zu sozial abweichenden Verhaltensweisen. Insofern ist der lebendige Kontakt mit Eltern, Erziehenden und/oder Geschwistern die beste Grundlage für das Lernprojekt Sozialverhalten. Problematische Situationen sind für Kinder und Säuglinge in dieser Hinsicht: Ablehnung des Kontakts, mangelnder Körperkontakt, zu wenig Interaktion sowie unangemessene Interaktionsfolgen wie Aggressivität, Vernachlässigung usw. Stellt man sich Sozialverhalten als Lernprozess vor, muss man auch davon ausgehen, dass dem Kind die Möglichkeit gegeben werden muss, das angemessene Verhalten zu lernen - und dafür muss ihm der richtige Kontakt geboten werden.*


    Und wer das nicht hat ?