Anfang Mai hab ich ein Therapiegespräch, schrieb ich das schon? Derzeit überbrücke ich die Lage (im Moment geht es mir eher gut) mit Selbsthilfegruppen.


    Mein Freund und ich haben uns gestern wieder gestritten, wie immer auf meine Initiative. Ich war etwas erkältet und fand, er hätte mir Medikamente kaufen müssen. Und er war gekränkt, dass ich das als so selbstverständlich nehme, dass er mir vieles bezahlt. Was er eh nicht tut, ich hab ja eigenes Geld. Aber dass ich es erwarte, und das tue ich, findet er nicht schön. Jedenfalls hab ich ihn dann gestern so provoziert, dass er seine Sachen packen wollte für Abstand. Na, das hat sich erstmal geklärt. Aber er nannte dann die Dinge, die ich immer an ihm kritisiere, und ja, das sind einige..., und sagte dass er keine Kraft hat für diese ständigen Streits. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

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    Na, das hat sich erstmal geklärt. Aber er nannte dann die Dinge, die ich immer an ihm kritisiere, und ja, das sind einige..., und sagte dass er keine Kraft hat für diese ständigen Streits. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.

    Das ist ziemlich schnell auf den Punkt zu bringen. In Deiner Sozialisierungsphase (Zusammenleben mit den Eltern) hast Du den Part kennengelernt Zuckerbrot und Peitsche leben zu müssen. Du wurdest ja nicht vorsorglich gefragt, ob es Dir als Kind auch in dieser Form recht ist.


    Heute, sitzt Du mit der Knauf der Peitsche in der Hand und entscheidest, welches Ende des "Züchtigungsinstruments" Deinen Freund, bei welcher Art seines Verhaltens in Deine Richtung zu spüren bekommt.


    So wie Du Dich als später erwachsenes Kind dazu entschlossen hast, wehrhafter zu werden, so ergeht es Deinem Freund, der bei Deiner gelebten Kritiksucht einfach mal die symbolische Reißleine = Abstand suchen, zieht. Das ist legitim und verantwortungsvoller Selbstschutz.


    Hättest Du Bock darauf (was nicht so sein wird) mal einen Rollentausch mit Deinem Kerlchen vorzunehmen mit Steigerungspotential, könntest Du vielleicht im Ansatz verstehen lernen, warum er gar nicht anders handeln kann.


    Aber auch hier, das würde Deinen Status innerhalb dieser Beziehung womöglich infrage stellen und bisher nicht ein Anliegen.


    'Deine Devise ist nach wie vor, mitgehangen ist wie mitgefangen'. Deinem Freund bleibt an dieser Stelle nur der Part zu entscheiden, wie lange und intensiv er dieses Tänzchen mit Dir mittanzen will. Wenn Du überreizt, wird das Dingens zwischen euch Fahrt aufnehmen und ich sehe im inneren Auge bereits jetzt vor mir, wie das enden wird. ;-) ]:D

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    So wie Du Dich als später erwachsenes Kind dazu entschlossen hast, wehrhafter zu werden, so ergeht es Deinem Freund, der bei Deiner gelebten Kritiksucht einfach mal die symbolische Reißleine = Abstand suchen, zieht. Das ist legitim und verantwortungsvoller Selbstschutz.

    Heißt das er liebt mich nicht genug?


    Er meinte übrigens, dass es ihm weh tut dass immer wenn er was nicht so macht wie ich es will, ich sage bzw. den Eindruck erwecke, dass er mich nicht liebt.

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    Hättest Du Bock darauf (was nicht so sein wird) mal einen Rollentausch mit Deinem Kerlchen vorzunehmen mit Steigerungspotential, könntest Du vielleicht im Ansatz verstehen lernen, warum er gar nicht anders handeln kann.

    Was soll das bedeuten? Warum kann er nicht anders handeln?

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    Aber auch hier, das würde Deinen Status innerhalb dieser Beziehung womöglich infrage stellen und bisher nicht ein Anliegen.

    Welchen Status?

    Nein, dass heißt, dass er sich selbst gegenüber verantwortungsvoll ist und bevor es mehr zwischen euch eskaliert, versucht durch Abstand zu Dir, die Eskalationsspirale zu durchbrechen.


    Nicht jeder Mann muss permanent in der "Hölle der Löwin" funktionieren. Wir wissen beide sehr wohl, dass Dein Respekt mit jeder größeren Anpassung und Duldung gen Null sinkt, weil es für Dich langweilig wird.


    Ich könnte mir vorstellen, dass Dein Freund dies emotional instinktiv erfasst hat und dem vorgreifen will. Im Übrigen kann ich sowohl Deine auch seine Haltung in der jeweiligen Position ;-) verstehen und nachvollziehen.

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    Wenn er mich lieben würde, würde er mich so tolerieren, wie ich bin. Ich toleriere ihn ja auch. Mich macht das ziemlich wütend.

    Du bist sicher, dass Du ihn so tolerierst, wie Dein Kerlchen ist? Neee, oder? ]:D :_D


    Du verteilst ständig Giftcocktails, die er wissentlich zu trinken hat, ansonsten ist er Spielverderber. Sofern er nicht über jedes hingehaltene Stöckchen springt, ist er in Deiner Wahrnehmung inkompetent und Dir nicht gerecht werdend.


    Gäbe es keinen Sex zwischen euch zweien, könnte ich fast annehmen, dass Du ihn versuchst in die Papi-Rolle zu drängen. ;-)


    Hier ist eher die Frage, ob Du nicht langsam anfangen willst aus der kindlichen Diva-Rolle raus zu finden. Dass Du Anfang Mai aktiv werden willst, finde ich positiv für den Anfang. Drücke Dir die Daumen, dass es für Dich ein guter Anfang auf einem langen Weg werden kann. :)*

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    So komplett aus eigener Idee heraus?

    Ja.

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    Gäbe es keinen Sex zwischen euch zweien, könnte ich fast annehmen, dass Du ihn versuchst in die Papi-Rolle zu drängen. ;-)

    Ja, so war das bei besagter langer Beziehung auch. Nur dass ich dann den Sex einstellte.


    Er soll mich lieben wie ich bin! Und ich denke ich toleriere ihn als Mensch schon, wie er ist. Ich mein, man findet ja nicht alles am anderen toll. Dass er so n Lappen ist, ist halt ein Punkt. Und das mit dem Muttersöhnchen. Aber es ist normal, dass man am Partner auch Dinge kritisiert.

    Er kann es ja vorsorglich aus Liebe tun. Usw., na das typische. Desinfektion, Bepanthen, Paracetamol, was man halt so hat. Er sagte er sei kein Fan von Medikamenten 🤦🏼‍♀️

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    Dass er so n Lappen ist, ist halt ein Punkt. Und das mit dem Muttersöhnchen. Aber es ist normal, dass man am Partner auch Dinge kritisiert.

    Dir ist, aber schon klar das 'Die Dosis das Gift macht', oder? Denke mal an Deine "spezielle" Sozialisierung.


    Einen Partner, den Frau liebt Lappen zu nennen, ist schon sehr grenzwertig gewagt. Für mich wäre spannend zu erleben, wenn das Kerlchen zum Löwen mutieren würde, zurück faucht und entsprechend handelt, wie Deine Liebesfähigkeit sich in Bezug auf seine Person weiterentwickeln würde. ;-D


    Das Muttersöhnchen ist die ideale Ergänzung zu Deinen aktuellen Ansprüchen, ansonsten wäre euer Beziehungskonstrukt schon in sich zusammen gefallen. Im Stillen ganz für Dich allein, weißt Du das auch. o:) :=o