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    Ich finds ja "sogar" auf meinem Level schwierig sich manchmal nicht hineinzusteigern.

    Nun ich würde sagen zumindest fast alle die hier noch schreiben kennen das mehr oder weniger, das hat hier auch was von einer gemeinsamen Gruppentherapie ;-) Also die aufsteigende Wut die dann alle anderen gefühle wegschiebt oder überhaupt erst ein Gefühl ist was man merkt und es dann alles andere als leicht ist dann nicht destruktiv zu handeln und trotzdem die Wut loszuwerden ohne in nen depressiven Zustand zu verfallen.

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    Wenn die TE da nicht reflektiert wäre, würde sie solche Stories hier ja auch gar nicht schreiben.

    Kommt drauf an sie könnte sie zur Bestätigung schreiben, dass sie richtig reagiert oder sie schreibt als Ventil, was immer die Gefahr ist bei Threads. Also das Jemand schreibt nicht um was zu ändern, sondern um die Situation aufrecht zu erhalten. In diesem falle wäre das dann um bestätigt zu bekommen, dass sie ja reflektiert ist und etwas macht ohne wirklich was zu machen außer zu schreiben und sich dadurch gut genug zu fühlen um so weiterzumachen. (Weil man reflektiert genug ist um zu realisieren, dass es irgendwie falsch ist was man tut und es deswegen nicht ignorieren kann) Ähnliches Prinzip bei den Mafialeuten die beichten nicht um sich zu ändern, sondern umd ann genau weitermachen zu können.

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    gar nicht mehr in solche Situatione zu kommen klingt nach einem sinnvollen Vorhaben, dürfte in der Praxis aber unmöglich sein.

    Das ist wie bei sovielen Sachen die man anstrebt, man wird sie nie vollständig erreichen, aber wenn man sie nicht anstrebt hat man gar kein Ziel vor Augen ;-)

    Arbeit: ja, Teilzeit. Habe oft die Stelle gewechselt. Krankschreibung. Heute z.B. hab ich Salzwasser getrunken, gekotzt und konnte dann nach Hause gehen. z.T. viel von Erspartem gelebt. Ist bei mir immer sehr schwankend.


    Aushalten: Schneiden, Betäubungsmittel


    Kontrolle: existiert nur sehr bedingt.


    Im Moment geht es mir sehr sehr schlecht. Hab mit ihm gesprochen. Er leidet unter mir und sagt dass die ständigen Streits seine Kraft rauben und er nicht weiß ob das dauerhaft gut geht wenn ich nichts ändere. Aber ist auch egal wahrscheinlich, da ich so enttäuscht von ihm bin dass ich ihn nicht mehr dauerhaft ertragen kann, denke ich. Dass er mir sagte dass es ihm missfällt dass ich seine Erzeugerin beleidige aber er darf das, weil ist ja was anderes. Dann sagte er, ich habe ihn erfolgreich konditioniert dass er Angst hat mir Grenzen zu setzen bzw. Freiheit für sich zu beanspruchen, da ich dann immer mit "du liebst mich nicht" ankomme. Und er müsse damit klarkommen dass ich so wahnsinnig egoistisch bin und er das Gegenteil. Und dass ich so unzuverlässig bin. Ich sage ständig ab, mache was ich will und ändere meine Pläne. Ach keine Ahnung. Alles scheiße.

    Zu dem Ex: wieso hat er denen auch so viel Kontakt mit mir. Ich muss ihm also auch wichtig sein. Ich schätze ich war auch seine große Liebe. Er fehlt mir. So wie mit ihm war es nie und wird es vielleicht nie wieder sein. Ich bereue es, dass ich nicht mehr gekämpft habe. Aber ich habe es beendet. In mich reingefressen und Schluss gemacht. Ich habe uns keine Chance gegeben. Ich dachte, es ist nichts so besonderes wie es das war. Ich weiß nicht, ob dieser Schmerz je nachlässt. Und auch heute noch, zu den sehr sehr selten Gelegenheiten, wenn wir uns sehen, tut es so weh. So sehr.

    Ja, und wenn Dein Partner das hier lesen würde und noch ein bisschen Selbstwert hat, dann würde er auf Distanz zu Dir gehen, damit Du erstmal mit Deinem Ex abschließen kannst, und Dir anschließend überlegen, ob Du Dich auf ihn einlässt.


    So wie es jetzt ist, ist er das klassische Trostpflaster.

    Nein, nicht immer Single bleiben, sondern nur solange, bis man mit dem Ex abgeschlossen hat. Das ist so meine Vorstellung. Aber es gibt auch viele Frauen, die sich ein Trostpflaster zulegen, weil sie die Singlezeit überbrücken wollen, bis der Nächste kommt.


    Was hältst Du von diesem Beziehungsmodell? Könnte es zu Dir passen?

    Ja, so lebe ich. [...] Im Moment koche ich vor Wut [...]


    Dafür haben seine Großeltern, also ihre Eltern mich zum Grillen eingeladen und ich bin extra hin, obwohl ich keine Lust hatte, um ihr eins reinzuwürgen. Sie war auch sichtlich unzufrieden. Die Großeltern mögen mich aber. :-)

    Au weia. Krasser shit. Aber auch relativ logisch eigentlich.


    Ja, ich kann Sympathie und das Vorhandensein positiver Persönlichkeitsmerkmale zeugen ;-).


    Der Satz hier sticht wirklich heraus

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    Dann sagte er, ich habe ihn erfolgreich konditioniert dass er Angst hat mir Grenzen zu setzen

    und das stimmt ja auch, das tust Du wirklich. Was den Mann angeht - endlich mal einer, der sich wehrt. Du hast die Möglichkeit, ganz sachlich zu hinterfragen warum Du Dich so verhältst, und daran therapeutisch arbeiten. Da landet man natürlich gleich bei des Pudels Kern, bei ganz viel eigener Angst, Einsamkeit und Unglücklichkeit und dem massiven Bedürfnis, Kontrolle über andere auszuüben. Aber das ist natürlich einer stabilen Beziehung absolut nicht zuträglich.

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    ich weiß, dass das gestört ist

    das ist gut ;-)

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    aber so sind nun mal meine Gefühle

    Aber Du kannst Dir ja auch sagen: die Gefühle lügen. Man ist ihnen ja nicht wehrlos ausgeliefert.


    Tja, alles Gute euch beiden, wann ist denn das Erstgespräch (Therapie)? Leidensdruck ist ja definitiv unübersehbar.

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    Ja, ich kann Sympathie und das Vorhandensein positiver Persönlichkeitsmerkmale zeugen ;-).

    Wobei du auch massiv gebiased sein könntest, wäre interessant ob die gleichen Kommentare hier im forum kämen wenn die te nicht weiblich wäre und nicht von sich gesagt hätte sie sei jung und hübsch. Außerdem und das ist das entscheidende, wenn jemand einfach immer nur assig wäre zu anderen würde er viel eher nicht damit durchkommen. Das liest man ja oft in threads etc: "Aber er kann doch auch so lieb sein, wenn er nicht koksen/mich schlagen/ausrasten/klauen/eifersüchtig was weiß der Geier wäre. Nur vergessen die Leute dass man die Sachen nicht getrennt sehen kann. Jemand der austickt ist vielleicht nur deswegen sonst so nett, weil er die Sachen in sich hineinfrisst.

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    Dass er nicht das tut was ich will sondern sich ihr unterordnet.

    Ich stelle mir gerade vor wie seine Mutter über ihn schimpft, dass er nicht tut was sie will, sondern sich dir unterordnet, in einer serie würde man euch dann beide gleichzeitig sehen in gleicher Haltung und Wortwahl.

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    Ich bereue es, dass ich nicht mehr gekämpft habe.

    Ich erinnere mich das ich mich gefragt habe wo eigentlich euer Problem war. Das klang auch nicht so als hättest du mehr kämpfen müssen, sondern das ihr beide mehr kompromissbereit hättet sein müssen. Das klang so als hättet ihr beide eure jeweligen Idealvorstellungen gehabt von der jeweils kein Millimeter abgewichen werden darf. So funktionieren Beziehungen aber nicht (außer natürlich die von sensiblemann bevor ich hier gleich nen Einzeiler drunter habe mit: dooooch, bei mir und meiner Frau ist das aber so) Kompromisse sind notwendig und können die Beziehung sogar stärken, dass man dem anderen zuliebe was tut.

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    Aber Du kannst Dir ja auch sagen: die Gefühle lügen. Man ist ihnen ja nicht wehrlos ausgeliefert.

    Da finde ich die Wortwahl unglücklich, auch wenn ich glaube ich weiß was du meinst und wir da nicht weit voneinander entfernt sind. Also man soll ja Gefühle nicht werten und sie erstmal nehmen wie sie sind, das heißt aber nicht das man ihnen nachgehen sollte. Und dann kann man sich überlegen, ob die Gefühle nicht masslos übertrieben oder unangemessen sind und dann daran arbeiten, dass man in Zukunft nicht mehr so bzw nicht mehr so heftig empfindet