Weil ich ja auch einiges für ihn aufgegeben habe. Das ließ sich zwar partiell rückgängig machen. Aber das Wissen, dass es sinnlos war und es besser gewesen wär, ich hätte es nicht getan, ist durchaus wenig erfreulich. Und ich will nicht wissen dass es vielleicht doch nicht so was besonderes war! Das würde mein Weltbild erschüttern.

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    Weil ich ja auch einiges für ihn aufgegeben habe.

    Hast du es nicht aufgegeben um mit ihm zusammen sein zukönnen? Also weil du das wolltest und damit faktisch für dich? Und was heißt überhaupt "für ihn aufgegeben"? Hast du Kompromisse geschloßen oder bestimmte Optionen einfach nicht wahgenommen, weil du dich für andere Lebensoptionen entschieden hast?

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    Aber das Wissen, dass es sinnlos war und es besser gewesen wär, ich hätte es nicht getan, ist durchaus wenig erfreulich.

    Wieso sinnlos? Hattest du denn keine gute Zeit mit ihm? Würdest du dich nicht immer fragen wie es gewesen wäre, wenn du es nicht versucht hättest, wenn du damals gleich geschmissen hättest? So wie du dich das jetzt oft fragst bei Wohnort und so?


    Und was macht eine Beziehung eigentlich zum Erfolg?

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    Und ich will nicht wissen dass es vielleicht doch nicht so was besonderes war! Das würde mein Weltbild erschüttern.

    Aber es ist ja gerade dein Weltbild an dem du krankst, wäre es nicht gut, wenn das erschüttert werden würde?

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    Aber das Wissen, dass es sinnlos war und es besser gewesen wär, ich hätte es nicht getan, ist durchaus wenig erfreulich.

    irgendwie spiegelt sich da genau das was die anderen Kerle machen bzw das was Du mit ihnen machst. Sie geben ja eine ganze Menge auf und wissen hinterher, dass es sinnlos war. Nun ist es für Dich eine nicht hinnehmbare Katastrophe, dass das evtl umgekehrt auch so gewesen sein könnte.


    Letztlich sind also die Motive für das hängen am Ex in der Tat auch eher aufs Selbstwertgefühl und all das bezogen und weniger auf ihn selber.

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    Hast du es nicht aufgegeben um mit ihm zusammen sein zukönnen? Also weil du das wolltest und damit faktisch für dich? Und was heißt überhaupt "für ihn aufgegeben"? Hast du Kompromisse geschloßen oder bestimmte Optionen einfach nicht wahgenommen, weil du dich für andere Lebensoptionen entschieden hast?

    Ja, schon, aber es war ja umsonst. Nein, ich bin aus meiner Heimat zu ihm gezogen. Gut, ich wollte es damals. Aber rückwirkend.. ach keine Ahnung.

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    Wieso sinnlos? Hattest du denn keine gute Zeit mit ihm? Würdest du dich nicht immer fragen wie es gewesen wäre, wenn du es nicht versucht hättest, wenn du damals gleich geschmissen hättest? So wie du dich das jetzt oft fragst bei Wohnort und so?


    Und was macht eine Beziehung eigentlich zum Erfolg?

    Doch, hatte ich würde ich, du hast recht. Sinnlos, weil es mir jede letzte Illusion in Bezug auf Beziehungen geraubt hat. Ich bin so irre zynisch geworden, und das in meinem Alter. Vielleicht wäre es besser, ich hätte ihn nicht kennengelernt. Dann wäre mir der Schmerz erspart geblieben.


    Erfolg: dauerhafte Verbindung. Meines Erachtens. Lebensabschnittsbeziehungen sind für mich Scheitern in Perfektion, daher hasse ich mich selbst für meine Unfähigkeit und dass mich der andere Mann jetzt reizt. Ich bin so dumm. Und undankbar.

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    Aber es ist ja gerade dein Weltbild an dem du krankst, wäre es nicht gut, wenn das erschüttert werden würde?

    Immerhin ist es bekannt. Schlimmer wäre, in etwas völlig unerwartetes geworfen zu werden.

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    irgendwie spiegelt sich da genau das was die anderen Kerle machen bzw das was Du mit ihnen machst. Sie geben ja eine ganze Menge auf und wissen hinterher, dass es sinnlos war. Nun ist es für Dich eine nicht hinnehmbare Katastrophe, dass das evtl umgekehrt auch so gewesen sein könnte.


    Letztlich sind also die Motive für das hängen am Ex in der Tat auch eher aufs Selbstwertgefühl und all das bezogen und weniger auf ihn selber.

    Immerhin eine etwas erfreulichere Sichtweise. Aber als Mensch mag ich ihn ja dennoch.

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    Erfolg: dauerhafte Verbindung. Meines Erachtens. Lebensabschnittsbeziehungen sind für mich Scheitern in Perfektion, daher hasse ich mich selbst für meine Unfähigkeit und dass mich der andere Mann jetzt reizt. Ich bin so dumm. Und undankbar.

    Das ist ein Punkt an dem du arbeiten kannst, wenn du willst. Das ist so eine typische: alle oder nichts Borderline Haltung, aber auch alles dazwischen kann ja seinen Wert haben. Keine Ahnung ob meine Ehe bestand haben wird, aber wenn nicht, dann haben wir zusammen eine tolle Tochter und eine super Zeit gehabt und das ist eine Menge Wert. Vielleicht kommt irgendwann eine andere Zeit, in der jeder einen anderen Weg wählt, aber bis dahin gehen wir zusammen und das ist doch gut und schön. Wieviele Leute haben das Glück nicht?


    Aber was man als Erfolg betrachtet ist halt definitionssache und da kannst du dich willentlich umentscheiden umzulernen. Du kannst die Latte niedriger hängen.

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    Immerhin ist es bekannt. Schlimmer wäre, in etwas völlig unerwartetes geworfen zu werden.

    Also lieber bekanntes Leid als unbekanntes? das ist natürlich eine Haltung. Es ist die Haltung von Menschen die sich prügeln lassen. Auch die ziehen Bekanntes dem Unbekannten vor. Sich bewegen wird man erst, wenn der Schrecken dessen was man hat größer wird als die Angst vor dem Unkannten.

    Wenn Du wirklich vernünftige, stabile Beziehungen führen willst, musst Du erstmal lernen, auch ohne klarzukommen. Eigene Stabilität ist die unabdingbare Basis dafür.


    Daher plädiere ich ja eh für "erstmal single sein". Die Frage ist, was bist DU, ohne Kerl (der ggf als Droge/Medizin dient). Wie geht es Dir dann, wie kommst Du im Leben klar. Das ist es, wo Fortschritte erzielt werden müssen.


    Vermutlich sträubt sich alles in Dir dagegen weil das ja genau das ist was besonders weh tut und unbedingt vermieden werden will, aber so ist es nunmal. Das was am meisten weh tut ist das, woran man arbeiten muss.


    Klingt auch furchtbar altklug und nach Wiederholung, aber letztlich ist die ganze Sache halt relativ simpel (so vom rationalen verständnis her).

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    Keine Ahnung ob meine Ehe bestand haben wird, aber wenn nicht, dann haben wir zusammen eine tolle Tochter und eine super Zeit gehabt und das ist eine Menge Wert. Vielleicht kommt irgendwann eine andere Zeit, in der jeder einen anderen Weg wählt, aber bis dahin gehen wir zusammen und das ist doch gut und schön. Wieviele Leute haben das Glück nicht?

    klingt vernünftig :-)

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    Daher plädiere ich ja eh für "erstmal single sein". Die Frage ist, was bist DU, ohne Kerl (der ggf als Droge/Medizin dient). Wie geht es Dir dann, wie kommst Du im Leben klar. Das ist es, wo Fortschritte erzielt werden müssen.

    Leicht zu raten aus deiner Warte.


    Das schlimme ist, dass ich es nicht weiß, da zu lange her. Das macht mir Angst.

    Dass das alles nicht einfach ist, ist klar. Sonst würde man Dir auch nicht zu stationärer Therapie raten ;-).


    Aber anders als sich den wirklich im Kern befindlichen wunden Punkten zu stellen wirst Du wohl nicht vorwärts kommen.


    Trifft auf mich im Übrigen ja genauso zu, nur hab ich schon einige Jahre Vorsprung. Aber "Abhängigkeiten in Beziehungen" sind bei mir auch ein großes Thema.

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    Das schlimme ist, dass ich es nicht weiß, da zu lange her. Das macht mir Angst.

    aber das kannst Du ja ausprobieren, Wenn die aktuelle Beziehung vorbei ist, keine neue suchen.


    Und jetzt denkst Du (und antwortest auch) "nein das will ich aber nicht".


    Naja. Aber Therapie besteht zu einem gewissen Teil nunmal darin, Dinge zu tun, die man nicht tun will. Man soll und will ja gerade raus aus den alten Mustern.

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    Naja. Aber Therapie besteht zu einem gewissen Teil nunmal darin, Dinge zu tun, die man nicht tun will. Man soll und will ja gerade raus aus den alten Mustern.

    Kann ich denn nicht therapiert werden und dennoch eine Beziehung führen? Es ist doch schön und wichtig jemand zu haben mit dem man gern kuschelt, vögelt und so was.


    Ich merke aber, wie krass ich ihn hinsichtlich Beschäftigung bzw. Ablenkung brauche. Die Angst ist enorm, mich mir selbst auszusetzen. 😣

    Also ich denke es ist schwer ambulant Therapie zu machen und eine Beziehung zu führen. Einfach weil man zwar in der Theorie alles total klar findet, aber wenn man zu Hause ist kann man sich ja einfach wieder reinstürzen, in die alten Muster. Das ist als ob man Alkoholentzug macht und abends in einer Kneipe arbeitet, völlig blödsinnig.


    In der Klinik könnte klappen, weil man da ja den anderen nicht greifbar hat und sich nicht so leicht in Muster flüchten kann. In der Klinik in der ich war, waren genau deshalb alle sexuellen Kontakte zwischen Patienten streng untersagt und konnten zum Rauswurf führen. Torpediert die Therapie zu sehr.

    Ich hab selber oft die Erfahrung gemacht dass die Dinge in der Theorie klar sind, und solange man alleine ist auch ein bisschen umsetzbar sind, aber wenn der Partner dann da ist, wieder die alten Muster aktiviert werden, mit so einer Wucht, dass der gesamte zarte therapeutische Fortschritt wieder brutal plattgewalzt wird und man in der Tat kein bisschen voran kommt.


    Zumal Deine Beziehungen ja auch klar auf den pathologischen Mustern basieren. Wobei der aktuelle das ja zumindest ein bisschen zu durchschauen scheint. Du könntest mit ihm ja Vereinbarungen treffen - keinerlei Ausnutzen und Unterwerfen mehr, er soll radikal abgrenzezn etc., DU kommst nur aus den Mustern raus wenn ER die auch nicht mehr mitspielt.


    Ich suche selber mittlerweile bewusst oft das alleine-sein, weil ich spüre, dass ich mich da besser weiterentwickeln kann.

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    Es ist doch schön und wichtig jemand zu haben mit dem man gern kuschelt, vögelt und so was.

    Es ist schön, aber nicht wichtig ;-)

    Mein großes Häschen, du bist ja nun ein paar Tage älter als ich. Denke in meinem zarten Alter hättest du den Verzicht darauf auch nicht so pralle gefunden. Ich bemühe mich aber jetzt bewusst Dinge für mich zu tun, die ich allein gern mache. Heute Abend und morgen sind wieder SHG, die will ich besuchen, obwohl mein Freund Zeit hat. Aber ich muss mich auch im mich kümmern.