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    Ich nehme seit Jahren 40 mg Fluoxetin. Habe das Gefühl, in der letzten Zeit zu oft in depressiven Löchern gewesen zu sein, so auch gestern, Vorgestern....

    Depressionen haben ja meist nicht nur eine rein hirnchemische Ursache. Falls Du da gerade ganz viel emotional Neues anpackst und damit ganz viel aufreißt, was Du normalerweise mit vielleicht unguten, aber wirksamen Strategien mehr oder weniger alltagstauglich im Griff hattest, bringt Dich das vielleicht so ins Strudeln, dass die Medikamente den gewohnten Zustand nicht mehr herstellen können?
    Ich glaub, dass eine vorübergehend schlechtere Verfassung manchmal kein schlechtes Zeichen ist, sondern eher ein gutes. Muss man dann natürlich im Einzelfall schauen. Haben diese besonders dollen depressiven Momente oder Episoden irgendwelche bestimmten Auslöser, die Du identifizieren konntest?

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    Kann es sein, dass AD ihre Wirksamkeit verlieren? Ich nehme seit Jahren 40 mg Fluoxetin. Habe das Gefühl, in der letzten Zeit zu oft in depressiven Löchern gewesen zu sein, so auch gestern, Vorgestern....

    Manchmal tritt ein gewöhnungseffekt ein, ja. Allerdings hast du in letzter Zeit soviel aufgerissen, da wundert das eigentlich nicht so, dass es dich da auch mit AD mal reißt.

    Meine üblichen Alltagsmechanismen hab ich ja noch...nein, keine identifizierbaren Auslöser. Einfach nur Leere, Kummer, Müdigkeit, Desinteresse an fast allem. Ich hab Freitag versucht, meinen Psychiater zu erreichen, aber er ging nicht ran.


    Der Freund, den ich Samstag getroffen habe, schrieb mir, wie beeindruckt er ist, was ich trotz meiner Zustände die letzten Monaten schaffte. Ist es das? Ich habe doch eh keine Wahl. Wenn ich im Bett bleibe oder mir bessere Drogen besorge, stürzt das, was ich mir mühevoll aufgebaut habe, ein wie eine morsche Hütte im Sturm. Gut, das wäre wohl meine Wahl. Keine Option. Ich hasse diese Tage, wo ich schon morgens heule :°(


    Die Kokainpfeife hat mich wieder entblockt. Nein, ich schreib ihm nicht. Das wäre mein Untergang.

    Wird es. Das soll nun aber nicht heißen, dass du wie ein toter Käfer auf dem Rücken liegen sollst um darauf zu warten, dass es besser wird. Man kann/soll schon rumprobieren ob irgendwas Erleichterung bringt, aber den eigenen Zustand akzeptieren und hinnehmen das gerade nicht mehr aus aufstehen-fertig machen-arbeiten-ins bett fallen drinne ist, dass gehört manchmal einfach dazu.

    Ich bin leider völlig unkreativ :-D ich versuche es nachher mit einer Radtour...das hilft mir oft. Und ich habe mir einen "Pflegehund" gesucht, den ich dann ab und zu betreuen kann. Ansonsten...der typische Filter, der über allem liegt. Du bist draußen und weißt, dass es gut ist, aber fühlst nur Leere.


    Ich vermisse meine Mama :°( ist so lange her, dass wir zusammen wohnten, aber es war so tröstlich. Aber wenn ich sie anrufe hört sie meine Stimme und macht sich Sorgen. :°(

    Radfahren klingt gut. Manchmal hilft es auch was kleines zu bauen oder sonst wie herzustellen, dann fühlt man sich nicht so ganz unfähig irgendwas zu schaffen, weil man ja ein Ergebnis sieht. Gibts nicht irgendwas zu renovieren oder so?

    Ich hatte früher oft Tage wo das einzige was mir aus meinem Simmungstief geholfen hat, war, mich mit irgendwem zu verabreden. Das war rückblickend eine ziemlich doofe und abhängige Strategie (aber hinterher ist man ja immer schlauer). Ein gewisser Durchbruch war in der Tat, zu entdecken, dass+wie ich einen Tag/Abend auch alleine verbringen kann, ohne dass es allzu übel wird, und ohne dass ich dabei auf andere angewiesen bin.


    Sowas wie Pflegehund und Radtour klingt doch gut!

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    Radfahren klingt gut. Manchmal hilft es auch was kleines zu bauen oder sonst wie herzustellen, dann fühlt man sich nicht so ganz unfähig irgendwas zu schaffen, weil man ja ein Ergebnis sieht. Gibts nicht irgendwas zu renovieren oder so?

    Meine Gastherme muss befüllt werden... mache ich dann. Sonst...kleine Makel überstreichen. Guter Hinweis. :-)

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    Ein gewisser Durchbruch war in der Tat, zu entdecken, dass+wie ich einen Tag/Abend auch alleine verbringen kann, ohne dass es allzu übel wird, und ohne dass ich dabei auf andere angewiesen bin.

    Wie denn? Früher hab ich lesen geliebt, stundenlang...inzwischen fehlt mir die Konzentration und Lust. Grauenhaft. :-|

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    Wie denn?

    ein wichtiger Bestandteil war wirklich einfach "ertragen". Durchstehen und feststellen, hinterher ist der Abend auch alleine vorbei gegangen, man hats überstanden und fühlt sich alles in allem auch nicht viel schlechter als wenn man mit irgendwem was unternommen hätte.


    Konkret getan hab ich meistens einfach mit dem Auto durch die Gegend fahren ;-). Irgendeine nette Kleinstadt ansteuer, parken, bisschen spazieren gehen und wieder nach Hause fahren. Alleine in die Disco, ein Wasser trinken und in die Gegend gucken. Also, ich war eher ausser Haus unterwegs, aber halt ohne andere Leute dabei.


    Mittlerweile Sport, Fahrrad, Kochen, netflix gucken..

    Autofahren liebe ich...gute Idee. Könnte in die andere Stadt fahren, die hier angrenzt. Die ist hübsch ;-) und dabei ne Packung Kippen vernichten. Serien gucken hab ich auch entdeckt...im Moment Walking Dead mit meinem Partner. Trau mich nicht allein, habe Angst im Dunkeln, ohne Witz. Kochen...nützt nichts wenn ich null Appetit habe. Ich zwinge mich eher zum Essen und höre regelmäßig ich sei so schmal geworden in den letzten Wochen und Monaten, wobei ich überall Schwabbel sehe an mir, aber naja.