@ Shojo

    Zitat

    Wäre doch besser gewesen, die Mutter hätte den Kontakt zugelassen. Dann wäre ich nie mit ihm zusammen gekommen. Eine bekannte meinte, ich solle ihn dabei unterstützen, Kontakt zum Kind zu bekommen, lol. Sonst so?! Nein. Wenn er das will, ist er mich los. Es gibt Frauen, die es schaffen, die Väter von den Kindern abzuspalten, warum sollte ich das nicht können? Wie soll ich eine tragfähige Beziehung mit ihm haben, wenn die potentielle Möglichkeit des Kontakts wie ein Damoklesschwert über mir schwebt? Die Mutter könnte sich umentscheiden. Sie könnte krank werden und es nicht mehr betreuen können. So viele schlimme Möglichkeiten. Die ich niemals akzeptieren kann.

    Das ist ein gutes Beispiel für das Gegenteil von dem was ich mit "zeig Größe!" gemeint habe.


    reizende:


    Es wäre in der Tat besser, Du tust wie die Bekannte es geraten hat. Dann gehts nicht nur ihm besser sondern auch Dir selber. Durch so ein Verhalten wie Du da beschreibst wirst Du nur immer kleiner und schwächer.

    Egal wie weit Du ihn treibst, eine Garantie, dass das so bleibt, hast Du doch nie. Kontrolle über andere ist nur eine Illusion. Auch wenn er ein paar Jahre in Deinem Sinne funktioniert - das kann jederzeit vorbei sein, und Du kannst dann nichts dagegen tun.

    Zitat

    Irgendwann wurde mir klar das ich ein absoluter Psycho bin. Gegen die Ansprache die ich mir gehalten habe, nimmt sich shojos Beitrag an die Reizende wie ein Seelenstreichler aus und dann habe ich beschloßen mir selbst nicht mehr zu zuhören. Und das mach ich heute noch so. Ich raste nicht mehr so aus, aber ich werde sauer, will meinen Partner ausweiden und an die Wand nageln, weil bla. Heute warte ich, mach ein paar bewusste Atemzüge und regel das Adrenalin runter und wenn mich das auch Stunden später noch stört, dann thematisiere ich es.

    Das ist bei mir ähnlich. Also - ich werde ja nicht ganz so sauer wie Du, aber ich war schon immer ein Knallkopf, und wenn ich sauer bin, bin ich oft echt dumm und zerschlage Porzellan, das ich eigentlich sehr mag.


    Und ja, ich finds auch wichtig, zwischen echten Bedürfnissen und so Impulsen zu unterscheiden. Die eigenen Bedürfnisse denen des Partners unterzuordnen ist für mich trotzdem der falsche Ansatz. Aber zu schauen, was echte Grundbedürfnisse sind und was einfach nur so Haben-haben-Gebrüll, das finde ich auch sehr sinnvoll. Und halt darauf zu schauen, dass es beiden gut gehen soll. Bei meinem kerl und mir funktioniert es deshalb so gut, weil es uns beiden wichtig ist, dass wir beide zufrieden sind, und weil wir uns sehr füreinander freuen, wenns dem jeweils anderen gut geht. Wenn da auch nur einer von zwei Partnern versucht, den anderen zu übervorteilen, gerät jede Beziehung aus dem Gleichgewicht, egal, was der andere tut.

    Vielleicht sollte man von "sinnvollen Bedürfnissen" sprechen?


    Neben "echten Bedürfnissen" und "solchen Impulsen" gibts ja noch sehr viel, was aus Angst entsteht.


    Wenn ich das Bedürfnis habe, dass mein partner immer bei mir ist, weil ich Angst vorm alleine-sein hab, ist das weder ein ehctes Bedürfnis noch so ein Impuls, sondern kommt aus der Angst, Aber das damit zu kurieren dass man dafür sorgt dass er immer bei einem ist, ist ja nicht die richtige Strategie. Da fesselt man sich selber und den anderen aus purer Angst und Kleinheit.

    @ rr2017

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    Ich schrieb ja "übers Ziel hinausschiessen". Man soll seine Bedürfnisse auch nicht mit Füßen treten. Aber halt auch nicht blind übertreiben.

    Aber bevor ich die Bedürfnisse nicht wirklich kenne, kann ich doch mit der praktischen Umsetzung gar nicht anfangen, bzw. bleibt mir dann zwangsläufig erstmal nur der Weg in ein anderes Extrem - also entweder 100% nachgeben oder 100% abgrenzen. Letzteres könnte einem zumindest die Ruhe verschaffen, sich seiner Bedürfnisse klar zu werden.

    Man kann genauso den umgekehrten Weg gehen und alles hintenan stellen, dann merkt man zumindest was tatsächlich pseudo-Bedürfnisse sind und nicht wirklich eine Rolle spielt, und an welchen Stellen es wirklich weh tut.


    Problem ist halt dass der Klient sich selber sehr sehr wichtig nimmt und das kann auf Dauer zum Problem werden. Wenig Distanz, wenig Selbstironie, bleischwer an sich und seinen Problemen kleben. Irgendwie muss man da den Absprung finden. Sonst wird man eine schwer erträgliche egozentrische Person.

    Hängt natürlich auch von der Beziehungssituation ab. Wenn man einen Partner hat der ständig Grenzen übertritt und einen ausnutzt muss man natürlich erstmal radikal dicht machen. Wenn man einen Partner hat der eher mit sich selber beschäftigt ist, einen weitgehend in Ruhe lässt und das Problem ist, dass da eher zu wenig kommt, ist der andere Weg möglicherweise sinnvoller. reizende und ich haben letzteren Fall am Wickel.


    Wobei ich implizit vorausgesetzt hab dass die Beziehung "an sich" gesund ist, Also dass man sich von einem, der einen missachtet und mit Füßen tritt, eh trennen würde.

    Gespräch war super. Die Therapeutin hat sich auf BPS spetualosiert und würde mich behandeln. Ich muss aber entziehen...habe große Angst. Versuche es zuerst allein, notfalls stationär.


    Ich spüre unterbewusst dass das die Beziehung töten wird. Zu wenig Substanz. Aber egal. Ich fühle mich bei ihr echt wohl. Sie ist sehr sympathisch. Ich kann es kaum fassen. Ich hoffe, ich kriege das mit den Drogen hin. Ist aber die beste Motivation.

    Zitat

    Musst Du die Drogen entziehen oder auch die Antidepressiva?

    Die Drogen. Das reicht, glaub mir.

    Zitat

    Ja, ich sehe bei Dir ebenfalls viel Potential.


    Deshalb also meine Frage: Wer könnte Dir dabei helfen, es zu nutzen?

    :-) eine Therapeutin, der ich vertraue und die auf mich eingeht. Und ich selbst, natürlich.