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    Bislang habe ich es nur als Vorteil gesehen, dass wir in der gleichen Branche arbeiten. Auswärtigen fehlt oft das Verständnis für die Arbeitszeiten und die Verantwortung, die der Job mit sich bringt (bzw. schon das Studium brachte).

    Hat das eigentlich einen besonderen Grund, dass Du um Arbeitszeiten, Dienste, und Branche so ein Geheimnis machst? Man könnte meinen Du bist bei der Feuerwehr und musst binnen 5 min. da sein, dass ihr beide keine 25km (die Hälfte der 50 Distanz) überbrücken könnt. Die man mit dem Auto oder Mofa locker binnen 20min erledigt.


    Ich hab eine Familie volle Ärzte Die schieben auch Dienste, Bereitschaft, 14h Tage. Aber niemand muss da binnen 5min am Arbeitsort sein. Früher gab es Bereitschaft im Hintergrunddienst, wo man auf dem Gelände sein musste, das ist entfallen, nun beträgt die Warnzeit eine Stunde. Die Ärzte, die gerade 24 Stunden Dienst haben sind eh vor Ort und schlafen auch da. Kein Grund, da im Ort zu wohnen.


    Aber ja, wenn man meint, der Job ist so wichtig, dass man da quasi in der Firma wohnen muss, dann muss man sich vom Privatleben verabschieden.

    Hallo hintermmond,


    fühle dich erst einmal gedrückt. Ich kann gut verstehen, dass für dich gerade eine Welt zusammenbricht.


    Alles ist neu und dann fehlt plötzlich die einzige Stütze, die man denkt zu haben.


    Ich finde es gut, dass du dich jetzt um dich und deinen Job kümmerst - nicht alles aufgibst.


    Nutze die Zeit, die Trennung zu verarbeiten und zu wachsen. Mit etwas Abstand könnt ihr vielleicht noch einmal mit einander Reden und Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen.


    Habt ihr derzeit Kontakt oder herrscht Funktstille?

    Ich freue mich weiterhin über eure mitfühlenden, kritischen und/oder konstruktiven Beiträge. Der Austausch hier ist tatsächlich Balsam für meine Seele.

    @ Oldie 49,

    obwohl ich bislang noch nicht explizit auf deinen Beitrag eingegangen bin, möchte ich mich für ebendiesen bedanken. Ich denke, du hast den Nagel in allen Aspekten auf den Kopf getroffen und konntest mir sehr gut helfen, mein Gedankenkonstrukt zu sortieren.

    @ individuelleMeinung,

    der heutige Tag war zwar durchwachsen und in der Arbeit von zahlreichen Niederschläge begleitet, dennoch fühle ich mich persönlich ganz gut drauf (oder zu gut? Ich traue dem Braten nicht ganz). Ich denke, es werden noch einige Tiefs und Hochs kommen und ich werde versuchen, zweitere zu genießen. Kulturell bietet sich hier nicht so besonders viel. Ins Kino alleine finde ich doof. Meine Arbeitskollegen sind alle verheiratet +/- Kinder. Allerdings fotografiere ich gerne und hier finden immer wieder Treffen von Hobbyfotografen statt. Und vielleicht mal ein Sprachkurs, Sport oder Chor. Darunter wäre Sport wohl der beste Ausgleich zum Job und auch am besten noch nach Dienstschluss zu bewältigen.

    @ Ralph_HH,

    versuche es doch wie ich und löse dich vom Gedanken der gemeinsamen Wohnung ;-). Ja, es wäre uns beiden lieber gewesen, wieder zusammenzuziehen. Es war aber schlichtweg nicht möglich. Die genannten Gründe unserer Arbeitgeber waren diesbezüglich nachvollziehbar. Das hatte vor allen Dingen mit der geografischen Ausdehnung der zu befahrenden Arbeitsgebiete zu tun. Es würden aus 25km schnell 50 oder mehr und das ist im Notfall nicht zu vertreten. Jetzt schon wohnen alle meine Kollegen zentraler als ich, da ich ja versucht habe, mich anzunähern und die Distanz zu meinem Partner zu verkürzen.


    Abgesehen davon soll das (zukünftig) gestellte Dienstauto nicht täglich übermäßig für die An- und Abreise strapaziert werden.


    Ich bin hier außerdem sehr froh, mittags eine Rückzugsmöglichkeit zu haben. Die Arbeit fängt früh an, endet spät und im Optimalfall hat man dazwischen 1-2h Mittagspause. Ohne Wohnung in der Nähe der Arbeitsstätte fände ich das auf Dauer echt ätzend.


    Nichtsdestotrotz habe ich fast alle meine freien Abende bei ihm verbracht und bin ja sogar die 50km gependelt - bis jetzt ging das, weil ich im Gegensatz zu ihm noch keine Nacht- und Wochenenddienste hatte, trotzdem fand ich es sehr anstrengend (6.30 außer Haus, gegen 22.00 wieder retour - Duschen, Essen, Schlafen).

    @ hanni84,

    danke für's Drücken ;-). Es gibt keine vereinbarte Funkstille - ganz im Gegenteil. Bei Redebedarf soll jeder auf den anderen zugehen können. Wir leben also "in Trennung", jeder kann tun und lassen was er möchte und wir werden wohl auch sporadisch Kontakt halten.


    Für mich ist es nur sehr befremdlich, einen Menschen, mit dem ich bis vor vier Tagen noch meine geheimsten Gedanken teilen konnte, jetzt als distanzierten Bekannten mit einem Meter Individualdistanz zu behandeln, den man höflich fragen muss, wenn man ihn zum Abschied umarmen möchte (etwas überspitzt formuliert). Ich weiß nicht, wie so eine Trennung funktioniert, bin darin gänzlich unerfahren. An sich ist ja auch niemand von uns tief beleidigt oder fühlt sich betrogen oder sonst was, wir konnten gestern also halbwegs "normal" miteinander kommunizieren. Ich denke mal, dass er gefühlstechnisch schon einige Schritte gen Trennung voraus ist und für mich ist es noch mehr "eine Beziehung in Schwebe mit künstlich herbeigeführten Barrieren zur Kontaktvermeidung". Also rein impulsiv würde ich ihn küssen, umarmen, nach der Arbeit anrufen, ihm abends Gute-Nacht-Wünsche schreiben etc., weil sich ja gefühlstechnisch meinerseits nichts verändert hat, aber dann muss ich jedes Mal innehalten und mir sagen: "Halt! Das darfst du nicht mehr." Schon echt arg seltsam.


    Ganz schön gruselig finde ich auch den Gedanken, dass ich hier freitags in meiner Wohnung sterben könnte und es fällt erst am Montag auf, wenn ich nicht zur Arbeit erscheine :-o ;-) .

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    Ganz schön gruselig finde ich auch den Gedanken, dass ich hier freitags in meiner Wohnung sterben könnte und es fällt erst am Montag auf, wenn ich nicht zur Arbeit erscheine :-o ;-) .

    naja solche Gedanken solltest du aber nicht haben, du bist jung gesund.....

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    Ich denke mal, dass er gefühlstechnisch schon einige Schritte gen Trennung voraus ist

    ja das ist sicher so, gemeiner Weise ist es ja für den, der sich trennt immer leichter, er hat schon länger darüber nachgedacht, er hat die Entscheidung getroffen.


    Du wirst vor vollendete Tatsachen gestellt und muss es aktzeptieren und versuchen es zu verstehen.


    Jetzt beginnt das Wochenende...vergrabe dich nicht in der Wohnung, gehe raus plane etwas...Aktivität hilft oft. :°_

    Heute ist wieder einer von diesen Tagen, an denen ich mir am liebsten ein Schneckenhaus umschnallen würde, um mich dorthinein zu verkriechen und die Musik laut aufzustehen, bis die Schmerzen auf dem Trommelfell alle anderen übertönen.


    Er hat seine Sachen bei mir abgeholt. Die Situation zwischen uns ist wie gehabt - er versinkt in Arbeit und sieht links und rechts davon nichts.


    Ich bin gereizt und unter- bis überschwellig aggressiv. Es ko** mich einfach nur an. Auch mein eigenes Verhalten, das ich so an den Tag lege. Ich habe einfach keinen Bock, mit ihm über die Arbeit zu reden, oder auch nur irgendetwas von mir preiszugeben. Es geht ihn einfach nichts mehr an. Und doch hätte ich am liebsten, dass er nicht geht, dass ich ihn um jeden Preis auf dem Stuhl im Wohnzimmer festnagle, nur, damit ich ihn in meiner Nähe habe.


    Das ist doch alles nicht normal :°( .

    Doch, dass ist leider "normal" und leider dauert es noch eine Weile, bis es besser wird.


    Halte durch und ja du darfst traurig sein und wütend und und ....


    Dass er alle Sachen abgeholt hat , scheint ja von ihm aus ein endgültiges Signal zu sein. Warum musste er es so schnell so konkret machen? ":/


    Habt ihr denn noch einmal geredet?

    Er zieht zum 1. in seine neue Wohnung. Hätte also ohnehin dann die Sachen hier abgeholt. Aber ein paar mit "besonderer Symbolik" hat er jetzt hier stehen lassen. Das wühlt mich sooooo auf. Und das wiederum ärgert mich. Ich möchte doch stark und fröhlich sein. Mit oder ohne ihm.

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    Ich möchte doch stark und fröhlich sein. Mit oder ohne ihm.

    wirst du auch wieder, ganz sicher, es dauert vielleicht aber etwas Zeit.


    Versuche, nicht an den Dingen mit besonderer Symbolik zu hängen und zu hoffen , dass er zurück kommt...wenn er es tut ist o.k., wenn nicht ...lebe dein leben.


    Kannst du diese Dinge aus deinem Blickfeld entfernen (in den Schrank; Keller stellen?)

    Das Problem ist: alle neuen Möbel hier haben irgendwie mit ihm zu tun, haben wir gemeinsam ausgesucht etc. Ich bin Meister darin, den Dingen eine Symbolik anzudichten. Dann klammere ich mich an sie und im nächsten Augenblick würde ich sie gerne mit Schwung über die Balkonbrüstung werfen. Symbol meiner seelischen Zerrissenheit also :).


    Das spezielle Foto steht jetzt groß gerahmt hier rum. Habe keinen Stauraum. Es ist das Bild von uns, das ich immer nur kurz ansehen musste, wenn ICH mir meiner Gefühle nicht mehr sicher war. Es ist so schön. Aber hinhängen kommt auch etwas komisch.

    na drehe das Foto erst mal um, ich denke es ist nicht gut für deine Seele, wenn du es ständig vor dir hast und euch in glücklicheren Tagen siehst.


    Na und die Möbel: entzaubere sie und sage: als Stauraum oder Sitzgelegenheit erfüllen sie gut ihre Funktion ;-)

    Danke wintersonne. Ich habe deinen Ratschlag befolgt und die Möbel selbst belebt. Ich muss keine Kompromisse finden, obwohl in meinem Hinterkopf immer noch dieses "wird es ihm auch gefallen?" schwirrt, wenn ich hier etwas umräume oder gestalte. Genauso geht es mir im Supermarkt, wenn ich überlege, was ich einkaufen, oder die Woche über kochen möchte.


    In manchen Situationen fühle ich mich dann sogar etwas erleichtert und frage mich, ob ich mich in der Beziehung zu sehr einschränken habe lassen, ohne es noch bewusst wahrzunehmen? Oder sind es nur die normalen Kompromisse, die man im gemeinsamen Leben eingeht?


    Gestern war der erste Tage an dem ich erst abends bewusst an ihn/uns gedacht habe. Trotzdem hatte ich heute wieder einen emotionalen Absturz und bin heulend nach Hause gekommen. Es gibt so viel, was ich gerne mit ihm teilen würde. Andererseits möchte ich auch nicht mehr alles von mir preisgeben, weil ich das Gefühl habe dass es mich nur verletzlicher macht. In unseren (wenigen) Gesprächen reden wir fast "wie früher", allerdings kaum über uns.


    Gute Nacht!