Bisexualität andeuten und wenn ja, wie?

    Seit mehreren Monaten gehe ich zu einer Coaching und fühle mich von der Therapeutin stark angezogen. Ich habe es ihr bisher nicht offen gesagt, weil ich eben auch abhängig von ihr bin im Sinne des Coachings und ich habe Angst, dass sie sich distanzieren könnte. Manchmal dachte ich auch, es gibt sich wieder mit den Gefühlen. Es gibt zu ihr hier in der Provinz auch keine Alternative. Ich hab auch ehrlich gesagt nicht vor, es ihr offen zu sagen, zumindest vorerst. Ich hab ihr schon oft gesagt, dass ich ihre Arbeit, Fähigkeiten etc. bewundere. Ich hab auch schon gesagt, dass sie ein besonderer Mensch für mich ist und ich sie sehr schätze. Natürlich kann das alles und nichts bedeuten, ich lasse es bewusst offen, das letzte, was ich möchte ist, mich aufdrängen und mich wie ein Stalker fühlen.


    Allerdings habe ich seit langer Zeit manchmal den Eindruck, sie könnte mich auch mögen. Nur ist es halt eine Interpretationsfrage. Zwei bis dreimal hat sie auch schon in irgend einem Zusammenhang das Thema Homosexualität erwähnt und dass sie tolerant ist auch was Heirat, Adoption etc. betrifft. Dass sie unkonventionell ist, hat sie auch schon gesagt. Ich hab mich nicht gewagt, etwas dazu zu sagen, damit ich mich nicht versehentlich "verrate" oder aufdränge.


    Manchmal glaube ich, sie möchte aus mir irgend eine Stellungnahme zu dem Thema haben. Sei es, weil sie sich angezogen fühlt oder sei es, weil sie meine Schwingungen aufnimmt und neugierig ist. Naja, sie ist allerdings jemand, der alle Schwingungen aufnimmt. Und ich würde es einfach gern nur andeuten, dass ich mich auch zu Frauen hingezogen fühle. So in einem Nebensatz wie zufällig. So, dass sie damit machen kann, was sie will, es also deuten oder, wenn es sie nicht interessiert, vergessen. Ihr zu sagen, dass ich sie anziehend finde, möchte ich (noch) nicht machen. Es geht ums herantasten. Aber diesen Punkt, zum Thema meinerseits etwas zu sagen, umschiffe ich seit Wochen, weil ich nicht weiß, wie. Ich möchte nicht mit der Tür ins Haus fallen.


    Ich hab das auch mit einer Freundin besprochen und die meinte, dass meine Coachingfrau das Thema nicht zufällig ab und zu erwähnt, sondern dass sie glaubt, dass sie möchte, dass ich etwas dazu sage. Nur was?


    Es gibt auch Symbole für Bisexualität, pink-violett-blau und die Halbmonde. Allerdings kenne ich mich mit so etwas kaum aus und bin nicht sicher, ob es klug ist, dort mit irgend einem Button am T-Shirt aufzutauchen, ist vielleicht auch etwas plump. Bin mitte 30, sie ist mitte 40.

  • 195 Antworten

    Guten Morgen OneFlower

    Wenn Du Dir sicher bist, dass Du mit Ihrer Reaktion leben kannst, dann versuche es.


    So wie ich Deinen Beitrag verstehe, hoffst Du auf eine positive Reaktion und würdest gerne weitergehn als bloss miteinander Reden.


    Probiere es!


    Klappt es, dann wünsche ich Euch einen guten Start und viel Freude an der Zukunft.


    Klappt es nicht, dann gräme Dich nicht, Du hast es probiert!


    Probierst Du es nicht, dann wirst Du nie wissen, wie es ausgegangen wäre und diese Unsicherheit schmerzt mehr als ein Nein von Ihrer Seite!


    Alles Gute und viel viel Glück @:) :)^


    Evi

    Ich danke Euch... meine Frage ist, wie deute ich möglichst diskret an, mich auch von Frauen angezogen zu fühlen, ohne es sofort auf sie zu beziehen?


    Es ist so, dass sich möglicherweise seit Monaten ein zartes Band zwischen ihr und mir bildet. Oder eben auch nicht.


    Naja, und falls es vorhanden ist, möchte ich es nicht durch einen plumpen Spruch zerstören sondern das vorsichtige, behutsame Herantasten weiterführen.


    Nur an diesem Punkt stecke ich fest und weiß nicht weiter.

    da es absolut unprofessionell von einer Therapeutin wäre, etwas -was auch immer- mit einer Patientin anzufangen, denke ich nicht, dass sich da was entwickelt. Andererseits kommt es sehr oft vor, dass sich Menschen in Therapeuten verlieben. Sie erfahren dort Verständnis, Unterstützung, Einfühlungsvermögen, es wird zugehört, Ratschläge gegeben etc, also all das, was man sich von einem Partner wünscht. ABER: das ist ihr Job, damit verdient sie ihr Geld--und sie riskiert ihren Job, diese Grenze zu überschreiten.


    dennoch kann es im Rahmen der Therapie helfen, das anzusprechen.

    Egal ob bi, hetero oder homo ... ich würde es an deiner Stelle nicht tun. Vielleicht neutral erwähnen, aber mehr nicht. Die Gefahr ist viel zu groß, dass du hier auf dem Holzweg bist und dadurch an deiner Therapie rüttelst. Wenn sie dir hilft, dann ist das toll, aber es sollte auf einer professionellen Ebene sein. In dieser Art "Abhängigkeitsverhältnis" kannst du ihre Empathie und ihre Unterstützung sowie zugelassene Nähe sehr leicht verwechseln, weil du dich bei ihr wohl fühlst oder gar geborgen. Was, wenn du dich sogar in den eigenen Gefühlen irrst?


    Wenn du das anfängst zu vermischen können zwei Dinge passieren: du liegst bei euch beiden richtig, hast eine Partnerin gewonnen, aber eine Therapeutin verloren. Oder du irrst dich auf mindestens einer Seite, dann werden Dinge im weiteren Verlauf vermutlich sehr kompliziert und es ist ein schmaler Grat, von da wieder zurück auf die Therapieschiene zu finden.

    In diesem Zusammenhang würde ich auch davon abraten, das du eine nähere Beziehung zu deiner Therapeutin anstrebst. Die wichtigsten Gründe hat ja DieKrümie schon geschrieben.


    Was sehr hilfreich (für dich und deinen weiteren Lebensweg) wäre, ist entweder für dich und/oder mit deiner Therapeutin über diese Gefühle zu sprechen - aber auf proffesionelle Art eben.


    Besonders wichtig wäre, das du auch ehrlich hinterfragst, seit wann du deine homosexuelle Neigung versrpürst. Ist es erst seit dem du dich von ihr so verstanden fühlst? Oder bist du dir sicher, das du bisexuell veranlangt bist und daher "auf der Suche" nach einer passenden Partnerin?


    Ganz anderes Thema dazu: Wenn du gerade in einer heterosexuellen Beziehung lebst, weiß dein Partner davon? Wie würde er damit umgehen, wenn du mit deiner Therapeutin eine sexuelle Affäre anfängst? Oder soll es etwas langfristiges werden?


    Manche Menschen (ich eingeschlossen) betrachten Ärzte (auch Therapeuten) als Vertrauenspersonen. Mir käme nie in den Sinn, das meine Frau irgendwas mit einem ihrer Ärzte anfangen würde, auch wenn sie mal längere und häufigere Besuche machen muss. Und ich erwarte von den Ärzten, das sie professionell genug sind, das sie zwar freundlich sind, aber keine Affären anfangen. Daher die Frage, wie dein (wenn überhautp) jetziger Pertner damit umgehen würde.

    Liebe OneFlower,


    was mir noch als Info fehlt, ist, warum du dieses Coaching machst. Wenn ich es mal etwas plump formuliere, macht man/frau nämlich kein Coaching, um sich in den Coach zu verlieben. Kann passieren, ist aber nicht das Ziel des Coachings.


    Das ursprüngliche Ziel des Coaching sollte nicht seine Priorität verlieren. Du darfst die Professionalität der Therapeutin nicht falsch interpretieren. Im übrigen ist es kein großes Ding, im Rahmen einer Therapie oder Coaching, oder was auch immer, seine eigene sexuelle Einstellung zu offenbaren. Dass du dir darüber unsicher bist, deutet für mich nur darauf hin, dass du dabei möglicherweise Dinge durcheinander bringst, falsch interpretierst oder mit Hintergedanken spielst.


    Verwechsle den guten Draht zwischen dir und dem Coach nicht mit Zuneigung. Für ein gutes Arbeitsergebnis ist dieser gute Draht eine notwendige Voraussetzung. Für eine weiter gehende, persönliche, oder gar intimere Beziehung braucht es mehr als die Professionalität eines Therapeuten.


    Der Volksmund sagt: Schnaps ist Schnaps und Geschäft ist Geschäft. Never fuck the company.

    Zitat

    und es ist ein schmaler Grat, von da wieder zurück auf die Therapieschiene zu finden.

    - genau deswegen möchte ich es ja nicht direkt sagen. Es gibt allerdings ein paar Anzeichen dafür, dass sie sich zu mir hingezogen fühlt. Ob das jetzt reine, sehr große Sympathie ist oder sexuelle Anziehung, das weiß ich nicht.


    Natürlich kann das auch eine Fehlinterpretation sein. Dessen bin ich mir bewusst.


    Möglicherweise, nur möglicherweise, stellt sie sich die gleiche Frage. Und um ihr etwas Klarheit zu verschaffen, sollte es denn der Fall sein, möchte ich es andeuten, dass ich mich im allgemeinen auch zu Frauen hingezogen fühle oder auf irgend eine andere oberflächliche Weise das Thema Bisexualität ins Spiel bringen. Aber diskret und elegant. Und nicht plump.


    Das ist meine Frage: Wie kann man es andeuten, ohne gleich mit der Tür ins Haus zu fallen.


    Meine Frage ist nicht, soll ich etwas mit ihr anfangen. Wenn sie etwas mit mir anfangen würde, würde ich es tun. Meine Frage ist auch nicht, ob es von ihr umprofessionell wäre, etwas mit mir anzufangen.


    Meine Frage lautet: wie kann ich möglichst diskret andeuten, dass Anziehung zwischen Frauen für mich ein Thema ist.


    Sie hat häufiger erwähnt, dass sie sehr unkonventionell ist, dass sie im Leben damit rechnet, dass "alles" passieren kann, dann man seinen Gefühlen folgen soll usw. Das war alles off topic und hatte nichts mit dem eigentlichen Themen zu tun. Das Thema sexuelle Orientierung bringt sie immer mal wieder ins Spiel - hat auch nichts mit den Dingen zu tun, die ich sonst mit ihr bespreche.

    Zitat

    da es absolut unprofessionell von einer Therapeutin wäre, etwas -was auch immer- mit einer Patientin anzufangen

    Ich zahle das Coaching selbst und bin per definitionem eher Klientin als Patientin.

    Zitat

    im Rahmen einer Therapie oder Coaching, oder was auch immer, seine eigene sexuelle Einstellung zu offenbaren.

    Ja, nur wie macht man das, ohne dass sie gleich drauf kommt, dass ich mich von ihr angezogen fühle?

    Zitat

    Dass du dir darüber unsicher bist, deutet für mich nur darauf hin, dass du dabei möglicherweise Dinge durcheinander bringst, falsch interpretierst oder mit Hintergedanken spielst.

    Ja, ganz genau. Daher meine Frage.

    Zitat

    Ich zahle das Coaching selbst und bin per definitionem eher Klientin als Patientin.

    OK. Ohne das du jetzt sagst, was das Thema des Coaching ist, können wir dir schwer Tipps dazu geben, wie du "nicht zu plumpp" das Thema "Bisexualität" ansprechen kannst.


    Wenn es bei dem Coaching z.B. um einen Schreibmaschinen-Kurs geht, dann ist es schwerer den Bogen zu schlagen, als wenn das Thema "Gefühlswelt" oder ähnliches ist.

    den Bogen zu schlagen wird mir schon gelingen. Aber ich bin mir nicht sicher, was ich konkret sagen könnte, ohne dass es allzu direkt ist, und ohne dass sie gleich denkt - aha, sie steht auf mich. (Falls sie das nicht sowieso schon weiß).

    Zitat

    Aber ich bin mir nicht sicher, was ich konkret sagen könnte, ohne dass es allzu direkt ist, und ohne dass sie gleich denkt - aha, sie steht auf mich.

    Da könnte ich dir eine sehr bewährte Methode vorschlagen: Die Ich-Variante.


    Wenn du es geschaft hast den Bogen zu schlagen, dann könntest du ja von einem (wenn du schon echte Erfahrungen hast) Erlebnis mit einer Frau erzählen. Sag ihr, das es dir gut getan hat. Sah, warum es so anders als mit einem Mann ist. Sag auch, das dich so was tief berührt.


    Solltest du noch keine realen Kontakte gehabt haben, dann gehe ähnlich vor. Denn ich denk mir, das du ja entsprechende Phatasien hast und evtl. auch ausschmücken kannst. Erzähl ihr davon, das du dir vorstellen könntest, das eine Frau bei dir andere Bedürfnisse stillt als ein Mann.


    Damit überlässt du dann ihr, wie sie drauf reagiert.

    - danke Dir. Ich hatte die Idee, etwas zu sagen in die Richtung, dass ich mich ab und zu auch schon zu Frauen hingezogen gefühlt hab. Oder dass ich mich grundsätzlich nicht zu Mann oder Frau hingezogen fühle, sondern zu einem Menschen. Mehr nicht. Nichts mit Phantasien oder ähnlichem. Es geht nur um die Information.


    Ich brauche von ihr keine unmittelbare Reaktion. Ich möchte nur, dass sie weiß, dass ich bi bin. Ich denke, das es auch das ist, was sie interessiert, wenn sie das Thema ins Spiel bringt. Sowohl sie als auch ich "kommunizieren" bei diesem Thema (falls ich mir nichts einbilde) sehr subtil um keine Grenzen zu überschreiten bzw. um Grenzen vorsichtig zu überschreiten und dem anderen die Möglichkeit zu lassen, auch erst einmal nicht zu reagieren bzw. sich mit der Reaktion Zeit zu lassen.

    OneFlower

    Zitat

    den Bogen zu schlagen wird mir schon gelingen. Aber ich bin mir nicht sicher, was ich konkret sagen könnte, ohne dass es allzu direkt ist, und ohne dass sie gleich denkt - aha, sie steht auf mich. (Falls sie das nicht sowieso schon weiß).

    An der inhaltlichen Aussage: "ich bin bi", ist meiner Ansicht nach nichts, was darauf schließen lässt, dass das Gegenüber: "ich fühle mich von Dir angezogen" interpretiert. ":/ Meiner Ansicht nach ist das ein Bogen für Dich, aber nicht unbedingt für die Therapeutin.

    - ja, irgendwie muss ich es rüberbringen, ohne rot zu werden, und ohne sie allzu auffällig anzuschauen. Nebenbei halt. "Ich bin übrigens bi" - ist halt so ne Sache. Sie ist wirklich super aufmerksam.


    Abgesehen mal davon ist sie sehr attraktiv und hat vermutlich auch Erfahrung mit Klienten, die sich in sie verlieben. Sodass irgend eine Anspielung für sie vielleicht schon relativ eindeutig sein könnte.

    Du gibst keine Antwort darauf, welche Ziele, Inhalte und Motivation dieses Coaching hat und erwartest andererseits eine "passende" Antwort auf deine Frage. Eine passende Antwort ist hier jedoch kontextabhängig.


    Vielleicht überdenkst du noch einmal, was du uns an Informationen geben willst und wie allgemein und/oder passend Antworten auf Basis, der von dir gegebenen Informationen, sein können.

    Zitat

    Ich würde mich freuen, wenn mir jemand antworten könnte, der meine Frage versteht und eine gewisse Sensibilität für das Thema mitbringt.

    Finde ich ehrlich gesagt etwas unglücklich formuliert. Hellseher sind mir hier im Forum keine bekannt.

    Die Inhalte: persönliche Lebensplanung, Einordnung von Ereignissen der Vergangenheit, persönliche Konflike in beruflichem und privatem Umfeld, Work-Life-Balance, Stressmanagement, aktuellen schwierigen privaten Situationen. Es ist umfangreich und ganzheitlich. Ursprünglich war sie wohl mal Heilpraktikerin. Sie macht auch Mediation für Firmen, Familienberatung, usw. Sie hat einfach eine gute Intuition, ist wertschätzend und "sieht" den Kern der Probleme und vor allem hilft, Lösungen zu finden.

    Zitat

    Finde ich ehrlich gesagt etwas unglücklich formuliert.

    Tut mir leid. :)_

    Zitat

    Sodass irgend eine Anspielung für sie vielleicht schon relativ eindeutig sein könnte.

    Das wäre doch aber das Ziel, oder nicht? Auf nicht plumpe Art anzudeuten, dass du auf sie stehst. Kann dir nur recht sein, wenn sie es auf sich bezieht, denn dann kann sie diesbezüglich auch reagieren.

    - nicht unbedingt. Ich möchte sie nur informieren. Sie soll ja nicht unbedingt gleich reagieren müssen (siehe oben, wie bereits geschrieben.


    Folgende Szenarien:


    1) Bemerkung ist subtil


    - sie mag mich nicht so wie ich sie: sie nimmt die Bemerkung auf, da sie aber subtil ist, überhört sie, es ist nicht ihr Thema, also "springt" sie nicht an -> zurück zum Coaching ohne Probleme


    2) Bemerkung ist nicht subtil


    - sie mag mich nicht so wie ich sie, aber die Bemerkung ist plump: sie "durchschaut" mich und die "therapeutische" Verbindung leitet -> zurück zum Coaching, aber mit einem unangenehmen "Geschmäcke"


    3) Bemerkung ist subtil und sie mag mich


    - sie kann sie aufnehmen, muss nicht gleich reagieren, kann sich überlegen, ob es Sinn macht, den nächsten Schritt zu machen


    4) Bemerkung ist plump und sie mag mich


    - fühlt sich vielleicht abgeschreckt, fühlt sich genötigt zu reagieren oder bedrängt


    -> möglicherweise vorhandenes zartes Band "in Gefahr"