Ich verstehe nicht, warum Du noch am Thema sexuelle Orientierung festhältst. Weil sie bereits gesagt hat, dass sie ein lockeres Verhältnis zum Thema Homosexualität hat, sehe ich da keinen weiteren Klärungsbedarf.


    Im Prinzip kannst Du ihr deshalb ganz entspannt von Deiner Bisexualität erzählen.


    Schwierig wird es erst, wenn Du ihr Deine Gefühle für sie "beichtest". Das hat dann nichts mehr mit dem Thema Bisexualität zu tun. Das würde ich unter der Überschrift Verliebt in den professionellen Helfer zusammenfassen.


    Zu dem Thema gab es schon einige Diskussionen, beispielsweise diese: Oh weh! Verliebt in den Therapeuten.

    Zitat

    .. naja, ich erwarte nicht, dass sie gleich eine "Beziehung" mit mir eingeht.


    Ich würde ganz vorsichtig hoffen, dass sie mich vielleicht innerhalb der nächsten ein oder auch zwei Jahre etwas besser kennen lernen möchte.

    Das heißt, du möchtest nur befreundet sein mit ihr? Oder verstehe ich das falsch? Oder eine Affäre, was es ja ohnehin wäre, da sie verheiratet ist?

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    Es geht mir nur um die sexuelle Orientierung. Nicht um latente Liebesgeständnisse. Das würde sie vielleicht überfordern und mich auch.

    Es geht also um Sex in erster Linie?

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    Es geht also um Sex in erster Linie?

    Ich denke, ich habe es so verstanden: Sie hat bisexuelle Gefühle. Steht auch dazu. Hat sie aber bis heute noch nicht ausgelebt.


    Sie steht also am Anfang dieser Erfahrung und weiß nicht, wo hin der Weg führen wird. Sie möchte nichts kaputt machen bei diesem "ersten Mal". Es ist komplett unbekanntes Terrain für sie. Und sie hat dabei Angst, das sie das, was sie gerade hat verliert, wenn sie den Schritt wagt, "mehr" zu wollen.


    Ob es nur um Sex geht - denke ich nicht. Ich denke es geht ihr schon um mehr. Und Sex darf und kann dazugehören.

    Ich lese hier schon einige Zeit mit, hab auch schon ne (unbeantwortete) Frage gestellt. Aber irgendwie ist jetzt der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr still sein kann. Der ganze Faden ist für mich eine einzige Irritation, eine Mischung aus Wunschträumen und Realitätsverweigerung.


    Es geht darum, dass die TS in einer Therapie/Coaching ist, über deren Inhalt nur wenig bekannt ist, anscheinend soll das auch so bleiben, jedenfalls wird nicht wirklich etwas greifbares über den Inhalt, den Anlass, die ursächlichen Umstände und das eigentliche Ziel gesagt. Das zu kennen wäre schon mal hilfreich, um das Thema und die therapeutischen Interaktionen zwischen ihr und der Coachen einschätzen zu können.


    Wenn es so ist, das die Coaching Vorträge an einer Uni hält (was mich wundern würde ohne entsprechende Ausbildung, aber ich ziehe es auch nicht in Zweifel) und von Firmen für Mediation gebucht wird, dann ist diese Frau einfach ein Profi. Und Profis können ganz sicher mit ihren Gefühlen zu Patienten/Klienten umgehen. Ein Profi, der da nicht zwischen den eigenen und den Gefühlen des Gegenübers trennen kann, ist ganz schnell aus dem Geschäft.


    Ich sehe einen direkten Zusammenhang zwischen dem offensichtlichen Unvermögen über Bisexualität zu sprechen und dem Umstand, dass die Coaching hat anklingen lassen, dass sie selbst sehr tolerant und offen ist im Zusammenhang mit Homosexualität. Weil sie womöglich, ganz erfahrener Profi, bemerkt hat, dass es in dieser Richtung bei ihrer Klientin etwas gibt, was wohl Teil einer grösseren Hemmung sein könnte. Sie hat das aus therapeutischen Gesichtspunkten angedeutet, und, da bin ich mir einfach sicher, nicht aus dem romantischen Blickwinkel, der hier massiv reininterpretiert wird.


    Gegen die romantisierte Variante spricht einfach alles:


    1. es gibt Regulierungen, die ganz konkret für ihren Berufsstand solche Themen regeln


    2. sie würde ihre eigenen Ruf als Profi infrage stellen, und damit ihre eigene Lebensgrundlage


    3. sie ist verheiratet, oder wenigstens in einer festen Beziehung, hat zudem ein Kind


    Es tut mir leid, aber hier ist in weiten Teilen der Wunsch der Vater des Gedanken. Da werden schon mal die Vorzeichen verwechselt, oder wir soll ich so etwas verstehen?

    Wo soll da bitte "Glück" sein, wenn das tatsächlich einträfe? Was sollte sich da entwickeln? Eine gescheiterte Beziehung der Coaching? Ein Kind in einer solchen Beziehung? Eine Klientin, die zwar eine Sexpartnerin hätte, aber sich eine neue Therapeutin suchen müsse, was sich nach ihrem Bekunden ja recht schwierig gestalten würde? Der Partner der Coachin, den man einfach mal so ausbooten müsste? Eine womöglich arbeitslose Coachin? Sorry, aber Glück sieht für mich anders aus!


    Wäre es tatsächlich Pech, wenn die Coachin einfach das machen würde, was sie soll, nämlich jemandem in einer für ihn schwierigen Lebenslage zu helfen? Wäre es denn auch Pech, wenn der Handwerker seine Arbeit tun würde, anstatt die Auftraggeberin anzubaggern?


    Der Therapeut hat die Aufgabe, dem Klienten zu helfen, sein Leben in den Griff zu bekommen und Kompetenzen zu entwickeln, seine Probleme künftig wieder alleine regeln zu können. Der Therapeut selbst ist nicht die Lösung dieser Probleme! Das wäre er einmal und danach arbeitslos, hätte womöglich eine Klage am Hals und ein verpfuschtes Leben.


    Ich finde es auch irritierend, die TS in ihrer romantischen Verklärung noch zu bestärken. Umso tiefer wird der Fall dann, wenn sie tatsächlich glaubt, dass da was werden könnte und das dann forciert, und sie dann hart mit der professionellen Realität der Coachin konfrontiert wird, die ihr einfach sehr sachlich und verständnisvoll erklären wird, dass sie da wohl etwas falsch verstanden hat. Das finde ich nicht fair.

    @ Mickflow

    Zitat

    Wo soll da bitte "Glück" sein, wenn das tatsächlich einträfe? Was sollte sich da entwickeln? Eine gescheiterte Beziehung der Coaching? Ein Kind in einer solchen Beziehung? Eine Klientin, die zwar eine Sexpartnerin hätte, aber sich eine neue Therapeutin suchen müsse, was sich nach ihrem Bekunden ja recht schwierig gestalten würde? Der Partner der Coachin, den man einfach mal so ausbooten müsste? Eine womöglich arbeitslose Coachin?

    Ich meinte Glück im Sinne des Wunsches von OneFlower. Ich erlaube mir dabei kein Urteil über ihren Wunsch. Ich habe ihn akzeptiert, weil das die Grundlage dieser Diskussion ist.


    Ich halte meine Vorgehensweise durchaus für diskutabel. Man könnte auch versuchen, ihr ihren Wunsch auszureden. Das halte ich jedoch für falsch.


    Am sinnvollsten wäre es vermutlich, sich gar nicht erst an solchen Diskussionen zu beteiligen, weil die Erfolgsaussichten sehr gering sind.

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    Wäre es tatsächlich Pech, wenn die Coachin einfach das machen würde, was sie soll, nämlich jemandem in einer für ihn schwierigen Lebenslage zu helfen? Wäre es denn auch Pech, wenn der Handwerker seine Arbeit tun würde, anstatt die Auftraggeberin anzubaggern?

    Ja, es wäre Pech für die Auftraggeberin, wenn sie sich Hoffnung macht, der Handwerker wird sie anbaggern, anstatt seinen Job zu machen.


    Im Sinne erfolgreicher Arbeit wäre es natürlich Glück, wenn der Handwerker seine Arbeit macht, anstatt seinen Gefühlen zu folgen.

    Nur weil jemand einen Wunsch äußert, akzeptiere ich das nicht einfach unabhängig vom Inhalt. Da müsste ich konsequenterweise nämlich auch mit jemanden über die adäquate Methode diskutieren, wenn er sich selbst zugrunde richten will.


    Am Ende des Tages richtet sich das Geschehen nach Fakten aus, nicht nach den (unrealistischen) Wünschen. Das ist der Unterschied zwischen Illusion und Vision, zwischen Wunsch und Realität, zwischen träumen und selbstverantwortlichem Handeln, zwischen treiben lassen und steuern, zwischen Enttäuschung und Zufriedenheit.

    Nachtrag: es ist genau das die Aufgabe eines Coaches oder Therapeuten, die Unterschiede herauszuarbeiten und dann auf dieser Erkenntnisbasis eine Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit beim Patienten/KIienten wieder herzustellen.


    Ganz bestimmt ist es nicht seine Aufgabe, als Projektionsflächen für Realitätsverweigerung zu dienen, das wäre für alle Beteiligten und Betroffenen ausgesprochen kontraproduktiv.

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    @ wave_seven

    Zitat

    Mond und Sterne, von welchem Mond kommst du eigentlich?

    Ich komme vom Jupitermond. Es ist der gleiche Mond auf dem OneFlower gerade sitzt, oder eventuell auch noch ein Mond weiter. Deswegen kann ich sie so gut verstehn.


    ;-)

    @ Mickflow

    Zitat

    Nur weil jemand einen Wunsch äußert, akzeptiere ich das nicht einfach unabhängig vom Inhalt. Da müsste ich konsequenterweise nämlich auch mit jemanden über die adäquate Methode diskutieren, wenn er sich selbst zugrunde richten will.


    Am Ende des Tages richtet sich das Geschehen nach Fakten aus, nicht nach den (unrealistischen) Wünschen. Das ist der Unterschied zwischen Illusion und Vision, zwischen Wunsch und Realität, zwischen träumen und selbstverantwortlichem Handeln, zwischen treiben lassen und steuern, zwischen Enttäuschung und Zufriedenheit.

    Dem kann ich nur Wort für Wort zustimmen, und um einige Missverständnisse auszuräumen, möchte ich das genauer ausführen.


    Natürlich kann man nicht jeden Wunsch unabhängig vom Inhalt akzeptieren, und deshalb könnte ich es mir durchaus weiterführend vorstellen, über den Wunsch der TE grundsätzlich zu diskutieren.


    Es wäre beispielsweise falsch, über Methoden zu diskutieren wie man sich zugrunde richten kann. Auch in diesem Punkt stimme ich Dir grundsätzlich zu.


    Wie siehst Du es konkret bei OneFlower? Richtet sie sich zugrunde, wenn sie ihrem Wunsch nachgeht? Was könnte ihr konkret passieren?


    In diesen Fragen sind wir anscheinend etwas unterschiedlicher Ansicht. Du möchtest sie vor diesem Realitätsabgleich schützen, weil Du meinst, es wäre zu hart für sie.


    Ich finde es richtig, wenn sie ihre persönlichen Erfahrungen macht. Darunter leidet natürlich die Qualität des Coaching und sie könnte sich lächerlich machen. Weil man seine Gefühle nicht einfach so beiseite schieben kann, halte ich das für mehr oder weniger unvermeidlich.

    Da reden wir anscheinend aneinander vorbei. Ich möchte sie ganz und gar nicht vor der Realität schützen. Aber sie in ihrer romantischen Verliebtheit zu bestärken, dass etwas dran sein könnte, dass ihr Gefühle von der Coachin erwidert werden würden, das hat mit der Realität nichts zu tun. Selbst wenn es so wäre (wir könne hier eh nur spekulieren), so wäre auch diese Situation ihrer eigentlichen Intension im Umgang mit der Coachin völlig unzuträglich. Die beiden verbindet erst mal nur das professionelle Verhältnis, ein anderes würde dem eigentlichen Ziel, nämlich Hilfe in einer entsprechenden Lebenslage zu bekommen, einfach komplett widersprechen, dabei ist es sogar völlig egal, ob sie nun einseitig oder beidseitig verliebt wäre/wären. Egal, was da rauskäme, alles wäre einfach schlechter als die Ausgangssituation. Hier zu suggerieren, es wäre schön, romantisch und es gäbe eine Zukunft in rosa Wölkchen, das ist einfach nur in einem ganz miesen Hollywoodfilm Realität, - aber nicht im richtigen Leben.


    Also, ich will sie ganz und gar nicht vor der Realität schützen. Ganz im Gegenteil möchte ich klarstellen, dass die Realität eben anders aussieht als in verklärten Wunschträumen. Und ich möchte nochmals betonen, dass wir nicht wirklich wissen, was der eigentlichen Grund der Therapie/des Coachings ist, womöglich genau das, nämlich raus aus den Träumen und rein ins reale Leben, selbstbestimmt und unabhängig, auch von unrealistischen Schwärmereien.


    Und ich denke, es ist alles gesagt hier, jedenfalls für mich.