Blöde Gedanken "Was wäre anders/besser, wenn ich Single wäre?"

    Hallo, wie der Titel schon sagt, geht es um den blöden Gedanken, den ich in Beziehungen öfter habe "Was wäre anders/besser, wenn ich jetzt nicht in einer Beziehung, sondern Single wäre?"


    Das frage ich mich immer wieder, fühle mich aber auch ziemlich schlecht dewegen, da ich glaube, dass sich mein Freund das nicht fragt. Das Problem ist, dass ich mit Depressionen/Antriebslosigkeit zu kämpfen habe und mein Energie-Repertoire ziemlich beschränkt ist. Wenn ich eine Beziehung habe, lege ich meine ganze Energie da rein und habe für andere Dinge (Freundschaften knüpfen/halten, irgendwas anderes Neues/Kreatives machen, gesund leben) kaum noch Kraft.


    Wenn ich meinen Freund treffe und wir z.B. essen gehen wollen, habe ich zwar Lust darauf und freue mich auf das Essen und die Gespräche, denke aber gleichzeitig, was ich jetzt alles machen oder schaffen würde, wenn ich allein wäre und Zeit für mich hätte. Es ist so, dass ich in einer Beziehung überhaupt keine Lust/Energie mehr habe, mich um Freundschaften zu bemühen, weil ich mich durch die Beziehung (+ Arbeit) schon voll ausgelastet fühle.


    Hat jemand einen Tipp oder kennt das jemand?


    In fast jeder Beziehung komme ich relativ schnell an diesen Punkt und habe Angst, dass mir die Beziehung zu viel Energie raubt, die ich sonst in andere Dinge stecken würde. Ich konnte z.B. immer nur in Phasen, wo ich allein war, neue freundschaftliche Kontakte knüpfen, mich zu Sport/gesundem Essen motivieren. Viele freie Zeit, Alleinsein oder Langeweile sind für mich immer ein großer Antrieb, irgendwas Neues zu starten oder in Angriff zu nehmen, was ich sonst nicht mache. Natürlich ist es auch schön, mit dem Freund zusammen zu sein, mit ihm was zu unternehmen, zu reden, sich gegenseitig zu helfen, das Vertrauen, aber ich fühle mich leider immer schnell voll ausgelastet.


    Und dann sind da manchmal noch die Gedanken, ob mich der andere zu sehr in eine Richtung beeinflusst, wenn er bestimmte Haltungen/Meinungen hat und ich frage mich dann, ob ich selbst anders/freier/unabhängiger ohne die Beziehung denken würde. Dann gibt es auch noch meine Eltern, die nie so wirklich begeistert/interessiert sind, wenn ich eine Beziehung führe, was für mich dann zusätzlicher Stress ist, alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Vielleicht habe ich überhaupt diese ganze Einstellung/Unsicherheit durch sie, da sie mir immer schon früh eingeredet haben, dass mich irgendein Partner negativ beeinflussen würde.


    Hat jemand Rat, wie ich von diesen Gedanken loskommen kann? ???

  • 4 Antworten

    Die Antwort steht bei Dir im Post, du bist depressiv. Das ist eine Krankheit, die therapiert gehört, das wirst Du nicht von allein überwinden.


    Eine Beziehung sollte eine Bereicherung sein, keine Belastung. Eine Beziehung ist etwas, aus dem man Energie ziehen kann, etwas, das einen glücklich macht, ein Hort der Ruhe und des Friedens, wenn um einen herum das Chaos tobt. Aber natürlich bedeutet eine Beziehung für beide Partner immer auch ein Stück "Arbeit". Wenn man sich mal aufraffen muss, essen zu gehen, weil es der Beziehung nicht dienlich ist, jeden Abend vor dem Fernseher zu hocken.


    Vielleicht ist es Teil deiner Persönlichkeit, dass Du in einer Beziehung mehr Freiräume brauchst, mehr Zeit für Dich. Das musst Du ausprobieren. Nicht jeder ist dazu gemacht, 100% der Zeit mit dem Partner zu verbringen, im Gegenteil.


    Aber bei allen Versuchen, in der Beziehung Deinen Weg zu finden, versuche auch Deine eigenen Anteile zu sehen. Du schreibst, Du hast Depressionen. Werden die behandelt?

    ich finde die einschätzung von Ralph schon mal einen guten einstieg! du solltest dir viele fragen stellen, so überhaupt rund um beziehung, aber vor allem, ob du wirklich schon einmal den richtigen menschen an deiner seite gehabt hast.


    in all deinen beziehungsfäden schwingt für mich durch, dass du sehr theoretisch an beziehungsfragen herangehst, dass du zwar beziehungen hattest, aber ich bin mir nicht so sicher, ob du wirklich schon mal so richtig richtig gnadenlos verliebt warst :)_

    Ich muss meinen Vorrednern recht geben.


    Ich bin ebenfalls depressiv. Nur noch "leicht" und es war mal schwer.


    Ich habe 7 Jahre auf die Ferne meine Beziehung geführt. War allein erziehend. Bekam kaum Sachen geschafft weil ich einfach ALLEINE war. Das soll nicht heißen das ich unglücklich war. Ich war mit meinem Partner auch da sehr glücklich. Aber ich merke deutlich das ich durch den zusammen Zug mit ihm einfach viel entspannter bin und auch deutlich mehr schaffe. Wo mein Haushalt nie gut lief. Trotz Kind. Funktioniert jetzt alles und ich schöpfe sogar noch mehr Energie. Bestes Beispiel. Schranktüren putzen. Wo ich das nur tat wenn sie echt dreckig waren. Wische ich jetzt mittlerweile selbst handabdrücke weg. Es stört mich einfach viel viel mehr. Und das läuft mich keineswegs aus. Sondern es macht mich sehr glücklich.


    Ich bin einfach so unfassbar glücklich.


    Bei dir denke ich wirklich das es vielleicht einfach nicht der richtige ist?!


    Mir vorzustellen mein Mann könne mich verlassen.... ich glaub ich würd mich einweisen lassen. :-|

    Dankeschön für eure Einschätzung.


    Mein Freund und ich passen eigentlich schon recht gut zusammen. Also äußerlich mein Typ, von Interessen und Zukunftsplanung.


    Manchmal habe ich Angst, dass ich so verkopft bin und nie so richtig in jemanden verlieben kann. Ich habe einfach immer das Gefühl, ich wäre alleine besser/stärker/motivierter/offener/kreativer.. obwohl mein Freund mir eigentlich total viel hilft im Haushalt, mit Tragen, beim Entspannen. Er würde alles für mich machen und richtet sich sich bei Unternehmungen auch viel nach mir und sagt mir 1000 nette Sachen.