Borderline. Beziehung unmöglich?

    Hallo Community,


    ich habe vor ca. 2 Monate eine junge Frau über das Internet kennengelernt.


    Nach paarmal telefonieren haben wir uns getroffen und uns ineinander verliebt.


    In den ersten Wochen war alles perfekt, bis sie aufeinmal anfing extrem eifersüchtig auf meine Ex Freundinen zu werden die überhaupt nicht mehr präsent in meinem Leben sind. Sie hat angefangen sich mit ihnen zu vergleichen und sich selbst schlecht zureden.


    Nach ein paar Tagen dann bekam sie eine Art Nervenzusammenbruch weil sie sich nicht ernst genommen gefühlt hat von mir.


    Es ging um eine Lappalie...jedenfalls hat es sich zu einer stundenlangen Diskussion entwickelt bis sie und ich am Ende absolut am Ende war. Ich hab sowas vorher nicht erlebt. Am nächsten Tag sagte sie mir dann sie hätte Depressionen und eine weile ihre antidepresiva nicht genommen. Daher wäre sie so.


    In den folgenden Tagen wurde es wieder besser aber sie war trotzdem extrem dünnhäutig. Minimale Kritik endet in Diskussionen und mir kommt es so vor als könne sie sich nicht in meine Lage versetzen.


    Auf der anderen Seite klammert sie dann schon fast wieder und überrascht mich mit richtig süßen Aktionen und ist liebevoll usw.


    Vor paar Tagen hat es aber angefangen das sie extreme Stimmungschwankungen bekommen hat. In einem Moment haben wir zusammen Blödsinn gemacht und richtig zusammen gelacht und 10 Sekunden später ist sie beleidigt, heult und hält mir vor ich würde sie immer verarschen.


    Und dann bin ich natürlich auch überfordert und auch mal angepisst. Aber das darf ich nicht sein. Dann gehen die Diskussionen richtig los. Und die Diskussionen ziehen sich über Stunden. Stunden in denen ich dann Sachen vorgehalten bekomme, bei denen ich die Welt nichtmehr verstehe.


    Und dann am nächsten morgen tut sie so als wäre nix gewesen und will kuscheln. Das ich dann aber mit dem Kopf noch bei unserem "Konflikt" bin und grübel was ich falsch mache und so garkeine Lust auf lachen oder kuscheln habe, versteht sie nicht und ist dann gleich wieder beleidigt.


    Vor ein paar Tagen sagte sie mir dann dass sie Borderline hat.


    Ich hab mich über die Krankheit erkundigt aber weiß nicht was ich machen soll bzw. wie ich das gelesene einordnen soll...


    Ich liebe sie und möchte sie ungern aufgeben nur weil sie krank ist. Wenn wir nicht streiten harmonieren wir perfekt zusammen und alles passt. Ich könnte mir mit der Frau alles vorstellen aber diese Stimmungsschwankungen und Streits, die Vorwürfe und das ganze Drama nagt an mir. Ich schlafe kaum noch und mich belastet es...auf der Arbeit bin ich unkonzentriert und nur noch müde.


    Ich nehm jeden Mensch so wie er ist aber ich weiß nicht ob ich das noch alles ewig kann. Mir kommt es vor als werfen die Diskussionen immer mehr...


    Was soll ich tun?


    Kann man mit einer Person die Borderline hat eine langfristige Beziehung führen?


    Eine Ehe führen?


    Ich hoffe jemand von euch hat Erfahrung mit dem Thema und kann mir helfen.

  • 22 Antworten

    Wenn dir deine psychische Gesundheit etwas wert ist, lass' die Finger von ihr, sie wird dich immer weiter herunterziehen, bis du auf dem Zahnfleisch läufst. Du hast Glück, dass du ihre Phasen so früh erlebst, dass sollte deine Entscheidung vereinfachen. Und Vorsicht beim Sex, sorge dafür, dass du geschützt bist (Kondome!).

    Man muss psychisch sehr stark sein mit einer Borderliner umzugehen.


    Ein therapierte Borderliner ist etwas anders. Sie leiden zwar noch, haben aber alles im Griff.


    Deine Freundin ist vermutlich nicht therapiert. Solche Beziehungen können hochdestruktiv sein. Du leidest jetzt schon psychisch. Würde ihr klar erklären - kein Therapie (Psychotherapie und Meds) = keine Beziehung. Du musst auch klare Grenzen setzen. Es ist ein bisschen wie einen Kleinkind erziehen.


    Würde aus Erfahrung persönlich Abstand davon nehmen.

    Hallo,


    wie alt seid Ihr?


    Ist die Junge Frau in Therapie (wird wohl so sein, aber wenn sie ihre Medis nicht nimmt, und sich aus der Therapie zieht, wirds schwierig...)?


    Erstmal: 2 Monate sind noch nicht lang. Ihr bekommt schon echte Schwierigkeiten... Das ist doof. Wenn ihr noch jünger als 30 seid, dann wird das für Dich vielleicht in Strecken eine Achterbahnfahrt, wo Du genau überlegen solltest, ob Du Dir und und Ihr das antust: Du bist jetzt schon angestrengt, sie reagiert typisch Borderliner - viel zu viel.


    Ein paar Tips: Endlose Diskussionen kann man so stoppen, dass der andere sich trotzdem geliebt fühlt. Es gibt ganz viele Tips im Netz auf Borderline Seiten. Wenn Du Dir und ihr was gutes tun willst, lies es und halt Dich dran.


    Sprich mit ihr, woran es liegt, oder liegen könnte, dass sie Borderline hat. Typisch sind die widerstreitenden Gefühle, denen die junge Frau mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist. Das ist eine Baustelle von ihr und dem Therapeuten*in. Bleib liebevoll, auch wenn sie Dich beleidigt oder von Selbstzweifeln zerfressen ist. Wird sie aggressiv - beende freundlich das Gespräch und lasse Dich nicht provozieren. Sorg dafür, dass sie sich nicht verlassen und gehasst fühlt.


    Mehr schreibe ich erstmal nicht... Denn diese Beziehungen sind sehr unstet und ich würde es gut verstehen, wenn Du Dir das nicht antust. Trotzdem ist Deine Freundin ein wertvoller Mensch, wenn sie selber das auch nicht immer so sehen kann. Lügen, Betrügen und Spielchen sind auch gerne an der Tagesordnung. Man muss einen Menschen schon sehr lieben, wenn man das aushält. Es gibt auch Selbsthilfe Gruppen, die Angehörige von Borderlinern unterstützen.


    Viel Kraft wünscht...

    Zitat

    Ich liebe sie und möchte sie ungern aufgeben nur weil sie krank ist. Wenn wir nicht streiten harmonieren wir perfekt zusammen und alles passt. Ich könnte mir mit der Frau alles vorstellen aber diese Stimmungsschwankungen und Streits, die Vorwürfe und das ganze Drama nagt an mir. Ich schlafe kaum noch und mich belastet es...auf der Arbeit bin ich unkonzentriert und nur noch müde.

    Du machst glaube ich den fehler den viele Partner machen, besodners jene die mit einer Borderlinerin oder einem Borderliner zusammen sind. Nämlich die negativen Seiten sprich ihre Ausbrüche der Krankheit zuzuschreiben und die Harmonie und das alles passen ihr. Das sind aber leider zwei Seiten einer Medaillie und Teil des Krankheitsbildes, das e snämlich entweder himmelhochjauchzend gibt oder zu Tränen betrübt. Entweder bist du der Tollste, der dann eventuell gar vergöttert wird und an den sie sich total anpasst. Borderliner haben dafür ein Händchen, genau zu erspüren (Stichwort Spiegelneuronen) was der andere will und das zu erfüllen. Der Preis dafür ist dann, dass es sehr schnell ins gegenteil kippt.


    Sprich es gibt kein Mittelding, es gibt nur ganz viel, ganz viel tolles oder ganz viel negatives. Und zumindest die Höhenflüge das ganz tolle ist das was anzieht und was die Person besonders macht. Aber insofern es Teil der Krankheit ist, ist es halt nicht echt bzw. wenn sie ne Therapie hinter sich hat, werden wohl nicht nur die Ausreißer nach unten wegfallen, sondern auch die nach oben. Denn dann werden die Konflikte durch sie nicht mehr durch die Ausbrüche nach unten verarbeitet, sondern verteilen sich auf die Gesamtzeit, wodurch es dann eben auch wohl nicht mehr die total harmonischen dauermomente gibt.


    Nach Therapien auch bei anderen krankheitsbildern wird während der Therapie und danach die karten oft neu gemischt, weil sich nunmal elementar was verändert hat, da kann es gut sein, dass man dann nicht mehr zueinander passt.


    Vond aher solltest du dir gut überlegen, was du tust, wenn du eh schon überfordert bist, solltest du dich trennen, das wird nämlich nicht von jetzt auf plötzlich besser und wie egsagt selbst wenn sie die Krankheit ins den griff kriegt, heißt das nicht, dass dann noch das da ist, was du so anziehend fandest.

    So hart es auch klingt:


    Es geht nur dann, wenn sie es selbst einsieht, dass sie eine Therapie braucht und sie auch macht.


    Sieht sie es nicht ein, oder zieht die Therapie nicht durch, wird sie Dich fertig machen.

    ohne Therapie wird das nix, mittlerweile geht man sogar davon aus dass Persönlichkeitsstörungen heilbar sind - wird diese aber nicht therapiert, wird es auch nicht besser.


    dass sie ihre Medikamente einfach so weglässt ist ebenfalls kein gutes Zeichen, sie bemüht sich also nicht darum dass es ihr besser geht und du musst es ausbaden. das ist unfair und ich denke es ist auch für sie besser wenn sie erstmal mit sich klar kommt.

    Kurzer Einwurf:

    Zitat

    Wenn dir deine psychische Gesundheit etwas wert ist, lass' die Finger von ihr, sie wird dich immer weiter herunterziehen, bis du auf dem Zahnfleisch läufst. Du hast Glück, dass du ihre Phasen so früh erlebst, dass sollte deine Entscheidung vereinfachen. Und Vorsicht beim Sex, sorge dafür, dass du geschützt bist (Kondome!).

    Kurz gesagt absoluter Unsinn, und dafür werden dir noch einige Userinnen hier ordentlich auf die Finger klopfen. Diese Vorurteile treffen nicht auf alle mit BL zu!

    @ Kantenmechaniker:

    Ich mach dann mal den Anfang...wievielte Borderline Frauen hattest du denn bitte schön um dir so ein Urteil leisten zu können ?


    Das ist absoluter Quatsch was du schreibst. Mein Kerl hält es, trotz Borderline und am Anfang heftigem SVV, seit 13 Jahren mit mir aus und er ist weder runtergezogen wurden, noch geht er auf dem Zahnfleisch.


    Du wirst es nicht glauben, aber er kann damit umgehen und weiß wann er mich in Ruhe zu lassen hat, weil ich grad mal wieder meine an ihm meine Phasen auslassen zu müssen.


    Ich sage doch auch nicht, das alle Männer Alöcher sind, nur weil mein Ex meinte mich im Suff schlagen zu müssen.

    Zitat

    Diese Vorurteile treffen nicht auf alle mit BL zu!

    Er hat auch nicht geschrieben, dass man von allen Frauen mit BL die Finger lassen soll, sondern von der hier beschriebenen.


    Und ausgehend vom ersten Post, könnte das Vorurteil bei dieser Frau durchaus zutreffen.

    puh, wenn ich deinen Beitrag so lese, leuchten bei mir die Alarmglocken :-o


    über borderline gibt es sooo vieles zu sagen, aber leider fast nur negatives.


    Meistens ist es in den "Beziehungen" so dass einer irgendwann nicht mehr kann und das ist der Partner vom Borderliner. Erst wieder vor einem Monat bei zwei Freunden von mir erlebt. Er hat sich dann getrennt, sie ist ne ganz liebe tolle, aber naja sie ist eben krank.


    Solche Menschen ziehen einen auch an, sie haben manches Mal eine wahnsinns Ausstrahlung.


    Meine zweit letzte Borderliner Erfahrung war als ich Lisa kennenlernte, auf ner Party, ich kannte wenig Leute zu der Uhrzeit, musste ausruhen, es war 5:30Uhr, openair, Sonne war grade aufgegangen.


    Ich fragte ob ich mich dazu setzen kann. "ja, gerne " und schon kamen wir ins Gespräch. Sie schenkte mir gleich eines Ihrer Armbänder weil ich für sie so besonders war. Wir redeten bis ich dann um 7:30Uhr mit ihr zum Bahnhof lief und wir dann in verschiedene Züge stiegen, sie war nett, ich hatte den Eindruck sie waäre reif obwohl 5 Jahre jünger, könnte ne gute Freundin werden, sie fragte nach meiner Handynr. und meldete sich ab da öfter, wollte mich unbedingt bald treffen.


    2 coole treffen und dann beim dritten sehen gings ab. Eifersucht weil ich eine andren Freundin noch zum treffen mitbrachte! Sie wollte sich dann mit einem Typen daten und der kam da zu unserer dreier Mädelsgruppe, wir standen dann da und Lisa und der Typ sagten kein Wort. Meine Freundin u ich schauten uns nur an und versuchten uns zu verabschieden und schlugen vor, die beiden können ja ein Eis essen gehn.. der Typ ging dann nachdem Lisa in total angewidert anschaute "mit dem geh ich doch nicht alleine wohin".


    Meine Freundin ging dann in den Buchladen wo sie eh hinwollte und Lisa macht mir 30min (den ganzen Weg zu einer u-Bahn Haltestelle) eine riesen Szene, wir hätten uns ja so eingemischt und mankonnte doch sehen das der Typ sie nicht interessant fand und blabla.. sie schrie die ganze Zeit durch die Straße, sodass n fremder Mann zu seinen Kollegen gesagt hatte:" bor was geht n ab, was schreibt die Frau so rum hier!?"


    Lisa merkte das gar nicht, für sie war ihr verhalten angemessen und als ich an der Ubahnhalte war sagte ich nur noch:" Lisa, ich muss jetzt echt Heim, ich kann das hier neme aushalten! ich bin echt fertig.."


    Dann schrieb sie mir via Whatsapp die ganze zeit "was soll ich jetzt mit dem Typen machen, fand er mich echt toll.."


    ich hab ihr dann Freundinnenlike eben nochmals nett geantwortet, da hab ich wohl zu viel Geduld.


    Dann Tage später folgte ne Entschuldigung u. die Begründung sie habe Borderline. Möchte aber nicht drüber reden.


    Ich schrieb ihr das es heilbar wäre und sie sich doch einen Therapeuten suchen soll...ich schrieb ihr vorsichtig und dann wieder ein ausrasten ihrerseits und am Ende war ich gesperrt.


    Und ehrlich gesagt war ich sooo froh sie ziehen lassen zu können, habe in den 3 Wochen mit dieser Lisa an mir gezweifelt, an meiner Wahrnehmung und ich hab mich auch runterziehen lassen, war ausgepowert.. das auf und ab und so das zerrt an den nerven.


    Es ist typisch für die Krankheit das man Therapien abbricht und Medis nicht mehr nimmt, ein auf und ab "lebt", andere Manipuliert und manchmal in die Weißglut bringt.


    Boderline kann sich verwachsen wenn man älter wird je nach Person, es ist heilbar, ABER nur mit Durchhaltevermögen bei der Therapie (das müssen keine Medikamente sein) und einem super Therapeuten, Therapie mindestens 2x die Woche in den akuten Zeiten.


    Schau dir mal den Film "Allein" an, https://www.youtube.com/watch?v=ue3LIuJbe1c der trifft die Problematik ganz gut... versuch dich in die Hauptdarstellerin hereinzuversetzten. So "lieben" sie wie in dem Film Dargestellt.


    Ich würde dir abraten, jeder Mensch muss erst sich selbst finden und sich lieben um andere wirklich lieben zu können und es auch zulassen zu können das man geliebt wird :)


    Ach Borderline ist echt ein schweres Thema..


    Wie alt seit ihr denn eigentlich?


    Damit kann es nämlich auf viel zu tun haben. Und weist du weshalb sie boderline hat?

    Zitat

    Ich mach dann mal den Anfang...wievielte Borderline Frauen hattest du denn bitte schön um dir so ein Urteil leisten zu können ?


    Das ist absoluter Quatsch was du schreibst. Mein Kerl hält es, trotz Borderline und am Anfang heftigem SVV, seit 13 Jahren mit mir aus und er ist weder runtergezogen wurden, noch geht er auf dem Zahnfleisch.


    Ich sage doch auch nicht, das alle Männer Alöcher sind, nur weil mein Ex meinte mich im Suff schlagen zu müssen.

    Also zuerst argumentierst du, er kennt nicht genug um was drüber sagen zu können, dann bringst du dich als einzelnes gegenbeispiel und dann argumentierst du wieder das man von einem nicht auf alle schließen kann, da sist nicht wirklich kohärent. Das man von persönlichen Erfahrungen nicht auf alle schließen sollte, da stimme ich dir aber zu, denn nur weil ein Raucher sehr alt geworden ist, ist rauchen noch lange nicht gesund.


    Dein exbeispiel ist aber ein bisschen ungenau. Das suggeriert nämlich, als könne man nie aufgrund gewisser Charakterzuschreibungen etc. bestimmte Aktionen als wahrscheinlicher einschätzen. Aber genau darum geht es. Es gibt nunmal Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten. So wie es bei nem Kleptomanen eben wahrscheinlicher ist das er klaut, als bei einem nicht Kleptomanen, sind bei Borderlinern auch bestimmte Verhaltensweisen wahrscheinlicher als andere. Borderline ist nunmal eine schwere psychische Krankheit, das ist nunmal so. Ja hier im forum gibt es eine recht starke ich nenne sie mal Borderlinelobby, da hier einige Borderlinepersonen aktiv sind. Und ja Niemand möchte gerne einer Gruppe zugehören die aufgrund bestimmter wahrscheinlicher Verhaltensweisen daher eventuell sanktioniert werden (wie Beziehungen abbrechen). Aber das sollte doch zumindest nicht dazu führen, dass man wenn jemand Borderline hat, dann alle verhaltensweisen legitimiert werden. Sprich wenn der TE nix von Borderline gesagt hätte und leute sagen würden trenn dich, würde da eventuell nicht so empfindlich drauf reagiert werden.


    Also unabhängig von Borderline, klingt das sehr dysfunktional und ungesund, der Te ist jetzt schon überfordert, von daher rate ich da zu einer Trennung, weil die Person sich sicherlich nicht plötzlich ändern wird.


    Zum Thema Borderline, ich halte es für legitim, dass sich Niemand einer beziehung aussetzen sollte, die ihm schadet. Und Beziehungen mit psychisch kranken Menschen und insbesondere mit Borderliner sind nunmal überproportional anstrengend bzw. die Wahrscheinlichkeit für Schwierigkeiten ist höher, wenn dem nicht so wäre, wären diese Personen nicht psychisch krank (außer das sind Krankheiten die sich so gar nicht auf interpersonale Kommunikationen Auswirkungen haben). Ja das mag für den betroffenen kranken doof sein, aber Beziehungen sind was freiwilliges, wenn jemand die Last nicht tragen will ist das vollkommen in ordnung. genauso wie darauf hinzuweisen, was solche Beziehungen im Schnitt bzw. mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bedeuten. Und genauso legitim ist es, so ein Risiko nicht einzugehen. Gefühle sind nunmal nicht alles, man muss auch schauen, ob eine beziehung Zukunft haben könnte oder nicht.

    Unmöglich ist es nicht, aber es gibt mit Sicherheit einfachere Partner. Einfachere Partner sind aber manchmal auch langweiligere Partner. Nicht umsonst heißt es "Liebe kann alles".


    Allerdings brauchst du eine überdurchschnittlich starke Persönlichkeit, um dich dabei nicht aufzureiben.


    Man muss Macken und Ticks aushalten können. Das ist gar nicht so einfach wie es klingt, denn diese Macken und Ticks kommen in tausendfacher Verkleidung daher. Sobald du anfängst, darüber nachzudenken, was du nun schon wieder falsch gemacht hast, bist du bereits einen Schritt in der falschen Denkrichtung unterwegs. Du musst bei dir bleiben und dich abgrenzen können. Der Fels in der Brandung musst du sein. Stimmungsschwankungen von ihr musst du aushalten können.


    Oft genug wirst du dir vorkommen wie im falschen Film. Das liegt aber nur daran, dass ein "Normalneuro", also ein Mensch wie du und ich, mit einem durchschnittlich strukturiertem Gehirn, sich nicht genügend vorstellen kann, wie andere Gehirne funktionieren. Menschen mit einer BPS sind nicht krank, sie haben nur ein anders strukturiertes Gehirn, oft funktionieren emotionale Komponenten nicht so, wie wir es als Normalneuros gewohnt sind. Menschen mit einem BPS müssen diesen "Defizit" oft anderweitig kompensieren, um so wie Normalneuros zu funktionieren.


    Manchmal entwickeln sie dabei eine erstaunliche Beobachtungsgabe.


    Leider fehlt manchen BPS-Menschen diese Art von Urvertrauen, die wir "normalen" Menschen als so selbstverständlich wahrnehmen. So kommt es manchmal zu nicht nachvollziehbaren Verhaltensweisen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, sind sie am nächsten Tag wieder völlig "normal".


    Ob du jemand bist, der mit so einem Menschen umgehen kannst, musst du herausfinden und letztlich deine Entscheidung treffen. Betont sei, dass jeder sogenannte "Borderliner" anders ist. Die "Diagnose" als solche ist selbst schon höchst fragwürdig und umstritten. Es ist kein "kranker" Mensch, sondern immer ein besonderer Mensch. Langweilig wird es mit Sicherheit nie.


    Für einen Menschen mit BPS ist es die beste Erfahrung die er machen kann, wenn ein Mensch in Liebe zu ihm hält. Innerhalb einer stabilen Beziehung "verwächst" sich eine BPS umso besser.

    Zitat

    Menschen mit einer BPS sind nicht krank, sie haben nur ein anders strukturiertes Gehirn, oft funktionieren emotionale Komponenten nicht so, wie wir es als Normalneuros gewohnt sind.

    Zitat

    Es ist kein "kranker" Mensch, sondern immer ein besonderer Mensch.

    Wie kommst du denn auf das schmale Brett. Ich bezweifle. dass das was bringt, sowas zu verharmlosen bzw. euphemismen/verniedlichen zu verwenden. Boderline ist wie andere Sachen eine Persönlichkeitsstörung, also eine psychische/seelische Krankheit/Störung. Boderliner sind also von der Definition her krank (oder gestört, aber ich bezweifle, dass der Begriff es da besser macht), sonst wären sie keine Borderliner. Dementsprechend ist eine Therapie auch beispielsweise sehr sehr ratsam. So zu tun als wären solche Menschen nicht krank, sondern einfach nur besonders halte ich nicht für zielführend (Dann sind auch alle anderen persönlichkeitsstörungen keine Krankheiten, sondern alle einfach nur besonders. Und sind nicht alle Menschen besonders... . Dann wird alles ziemlich difuss)

    "Nicht umsonst heißt es "Liebe kann alles"."


    Das ist eine wunderbare Illusion, aber im echten Leben totaler Blödsinn. Weil Leute das glauben, investieren sie ohne Ende Energie, Lebenskraft und Lebenszeit in Beziehungen, die - aus den verschiedensten Gründen, damit meine ich gar nicht unbedingt psychische Erkrankungen - niemals funktionieren können.


    Ich hab auch erst durch langes Leiden gelernt, dass man durch Liebe die Probleme eines anderen Menschen NICHT lösen kann. Persönlichkeitsstörungen und psychische Erkrankungen gehören leider zu den Problemen, die man durch Liebe nicht lösen kann. Wenn der (gesunde) Partner das glaubt, ist es in aller Regel der Anfang eines Wegs durch die Hölle... und es ist zum Scheitern verurteilt. Der Kranke selbst muss seine Probleme lösen wollen, und es selbst angehen. Und der andere muss sich darüber klar sein, dass das allein die Verantwortung des "Kranken" ist. Dann kann eine Beziehung vielleicht funktionieren. Mit einem Menschen mit einer untherapierten Borderline-Erkrankung hält es kein "gesunder" Mensch aus. Jemandem mit einem krankhaften Helfersyndrom oder ganz niedrigem Selbstwertgefühl passiert es aber oft, sich in solchen Beziehungen zu verfangen und sich daraus nicht lösen zu können.