Drei Gründe sehe ich: (Nicht vollständig und etwas übertrieben.)


    - Entartetes Helfersyndrom. Trotz moralischer Bedenken überwiegt das unterschwellige Verlangen diesem Menschen zu helfen. Dafür hat sie sich einen der extremsten denkbaren Kandidaten ausgesucht.


    - Sexuelles Verlangen. Die "Macht", die der Täter einst ausgeübt hat löst eine irritierende Faszination aus und stimuliert ihr limbisches System.


    - Kompensation von eigenen Geistern. Sie wurde selber als Kind missbraucht und hat plötzlich Kontakt zu jemandem der ihr Antworten auch auf ihre Probleme/Ängste geben könnte.


    Grund vier, berufliche Neugier, angeeignete Kompetenz quasi am lebenden Objekt zu schulen, kann ich leider nicht erkennen.


    Nun, was könnte ihn zu dieser Tat bewogen haben? Da muss ich als Nicht-Psychologe nicht lange überlegen! %-|


    Er war wohl mental nicht stark genug seiner sexuellen Orientierung zu wiederstehen und hinterher ein Mord aus Feigheit bzw. aus Angst vor Entdeckung. Alles in allem ein Mensch der wenig interessant und deutlich "mängelbehaftet" erscheint. Du kannst da auch gar nichts tun. Denn als Nicht-Betroffender kann man sich nur schwer bis gar nicht in diese Gedankenwelt hinein denken, in der warscheinlich sehr vieles aber nicht alles schlecht ist.

    @ ElafRemich0815

    Nein so mystisch sehe ich das nicht mit dem mörder und der Te. Das Ganze ist m.E. sehr banal und hat mit Hannibal Lecter und Clarice Starling nun wirklich nichts zu tun.

    Zitat

    Lass es!


    Entgegen meiner ersten Meinung scheinst du tatsächlich zu weltfremd naiv an diese Sache heranzugehen. Damit ist weder ihm, noch - und viel wichtiger - dir geholfen.

    Ach jetzt hältst du die Te selbst für das, was du meinem Beitrag unterstellt hast? Bemerkenswert ... . Urteilst du da nicht viel zu pauschal über die Te ohne sie zu kennen? :=o

    Liebe annalida,


    ich denke, dass du deine eigenen Erfahrungen sammeln musst. Ich persönlich würde es nicht machen. Das liegt vorallem an der Art des Verbrechens. Man kann lange über Moral / Gerechtigkeit diskutieren, jedoch ist ein klar: der Täter hat ein anderes Leben ausgelöscht und lebt sein eigenes weiter. Nicht nur das: er hat vielleicht auch andere Leben zerstört... je nachdem, ob es noch überlebende Opfer gibt oder nicht (was du nicht wissen kannst).

    Zitat

    Ich verurteile Lynchjustiz und denke, dass der Strafvollzug für jeden Menschen eine Chance auf Entlassung bereithält. Da in diesem Fall derjenige weder Sicherungsverwahrung hat, noch im Maßregelvollzug sitzt, gehe ich davon aus, dass es eine Chance gibt und genau diesen Weg wollte ich ihn ein Stück weit begleiten.

    Diese Aussage halte ich ehrlich gesagt für bedenklich. Setzt du etwa Strafentlassung mit "Reinwaschen" gleich im Sinne von "er hat sich bestimmt gebessert in der Haft?". Was erhoffst du dir von dieser Chance ihn zu begleiten? Denkst du dieser Mensch wird sich "bessern"? Hast du dich eindringlich mit Phädophilie beschäftigt?


    Jeder Mensch hat "positive" Attribute, aber du solltest dir klar vor Augen halten was dieser Mensch getan hat. Sein Opfer hat keine Chance mehr und eventuell andere werden ihr ganzes Leben damit zu kämpfen haben.


    Nun, genug davon.


    Wenn du das Bedürfnis hast ihm zu schreiben, dann würde ich an deiner Stelle vorher klar definieren was du dir erwartest. Vielleicht brauchst du diesen Kontakt auch als Lebenserfahrung. Du hast Mitleid mit einem Straftäter der grausamstes getan hat und vielleicht erkennst du, dass dieser Mensch sich dennoch nie ändern wird und sich immer in der "Opferrolle" sieht. Vielleicht ist es auch anders, dennoch wirst du ihn nicht "heilen" können. Du scheinst ihm eher ein Schauplatz für Selbstdarstellung zu bieten.

    Zitat

    Er hatte mir auch prompt geantwortet und eben den Eindruck bei mir erweckt, dass er sehr viel Selbstmitleid habe.

    Zitat

    Er hat mir in seinem letzten Brief geschrieben, ich könne ihn gerne alles fragen,

    Das ist alles natürlich nur Spekulation... ich schätze jedoch, dass der Mensch etwas charismatisches haben wird oder ein guter Schauspieler sein wird, dass du dich so für ihn interessierst. ":/


    Ich glaube dir, dass du keine sexuellen Interessen etc. hast, aber ich möchte dir eins mit auf dem Weg geben: es gibt Menschen, die ich als "böse" (nicht im religiösen Sinn) einordnen würde. Die Vorstellung, dass in jedem Mensch etwas "Gutes" steckt ist meiner Lebenserfahrung nach nicht zutreffend. Sei vorsichtig und dir über deiner selbst im Klaren: Motive, Interessen, Ziele und auch deine Schwächen gegenüber Menschen. Ich würde an deiner Stelle auch genau hinterfragen, was dich an diesen einen Fall fesselt, denn es wird doch nicht der einzige sein, den du begleitet hast / kennen gelernt hast?


    Liebe Grüße

    Springchield,


    Du bist ganz offensichtlich nicht die einzig 'langsame' hier:

    Zitat

    Ich möchte eben NICHT seine Psychologin sein

    Was möchtest Du dann sein?


    Seine Brieffreundin angeblich auch nicht, gleichzeitig betonst Du aber den Begriff PRIVAT?

    Zitat

    Ich bin Psychologin, also Anfangs 2017 mit dem Studium fertig.

    Du bist noch gar nix. Du studierst Psychologie. Ist Dir dieser Unterschied wirklich nicht bewußt?

    Zitat

    Ich kann es nicht genau sagen. Ich verfolge den Prozess so lange, all die Fragen die sich aufgebaut haben und mein Interesse daran, was einen Menschen dazu bewogen hat, so zu agieren. Das ist glaube ich alles.

    Na dann stell ihm doch Deine Fragen und gut ist es? Wozu persönlich werden und auch noch Dinge von Dir erzählen, das dient doch dem eigentlichen Zweck nicht? Es gibt doch außerdem genug Fachliteratur zu dem Thema.

    Hm, sehr interessant. Ich hätte Angst mit einem gewalttätigen Psychopathen in Kontakt zu stehen, der evtl. in ein paar Jahren freigelassen wird und alle Psychotests besteht...weil er ja Psychopath ist. Er würde dann auch deine Adresse kennen und evtl. auch persönlich Dinge von Dir: Familienverhältnis, emotionaler Zustand, wie Du in bestimmten Situation reagierst.


    Da ist also Vorsicht geboten.

    @ CoteSauvage

    Meine Güte, dein Ton seit dem ersten Beitrag ist durchgehend aggressiv. Ich bezog mich damit auf einen User, der meinte, was denn wäre wenn es ein Kinderschänder sei. Da habe ich nur hinzugefügt, dass es eben so ist.

    @ Seven.of.Nine

    Entschuldige! Da ich Ende Januar die Master-Thesis abgebe, nenne ich mich natürlich noch Psychologiestudentin.

    @ frau_mueller_streikt

    Danke für deinen einfühlsamen Beitrag, er hat mich sehr zum Denken angeregt. Zum Thema Pädophilie, ic habe sechs Monate beim Projekt Dunkelfeld mitgearbeitet, deswegen habe ich was das Thema Pädophilie anbelangt Erfahrungen gesammelt. Der von dem wir sprechen, ist es jedoch nicht. Da war laut Gutachter eine Ersatzhandlung was dazu führte. Das passt auch zu den Erfahrungen, die ich machte, denn die wenigsten Kinderschänder sind pädophil.

    @ Alle

    Ich finde es schade, dass man so angegriffen wird. Ich habe hier Rat gesucht und nehme mir jeden einzelnen zu Herzen. Ich bin unerfahren, was das Thema angeht und deswegen wollte ich Meinungen hören. Ich finde es aber nicht schön, dass hier teilweise so ein aggressiver Ton herrscht. :-(

    Zitat

    Er kennt also meine Personalien nicht.

    NOCH nicht.

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    ich denke ich werde zunächst ein bisschen mehr über mich erzählen, da es ja eine Ausgeglichenheit haben soll - ich möchte ihn nicht ausquetschen, ohne etwas über mich preiszugeben.

    Du hast diesem Mann bisher erst einen einzigen Brief geschrieben und möchtest schon 'ein bißchen mehr über Dich erzählen', und das sogar aus dem Gefühl heraus, das müsse so sein? Die Grenzen deiner Anonymität werden sich schneller verschieben als Du denkst und auch das wirst du aus freien Stücken tun.......

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    Was möchtest Du dann sein?

    Warum weichst Du der Frage, also was Du PRIVAT von diesem Mann möchtest, derartig hartnäckig aus?