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    na jetzt wird's aber ziemlich bunt hier, meine Güte, lasst sie ihre Erfahrungen doch machen

    Davon wird sie niemand abhalten können. Aber die Besorgnis darüber, dass sie diese Erfahrungen macht und einen "hohen Preis" dafür zahlt, ist ja auch nicht ganz ungerechtfertigt.


    Manch einer erinnert sich vielleicht noch an den Fall Thomas Holst, einem dreifachen Frauenmörder, der seine Opfer nicht nur ermordete, sondern auch zerstückelte.


    Mithilfe seiner Therapeutin gelang ihm 1995 die Flucht aus der Psychiatrie. Die Beiden sind inzwischen verheiratet.


    Ich halte die Motive der TE ehrlich gesagt auch für ziemlich fadenscheinig. Wenn man etwas über die Motive von Straftätern wissen will, sollte man wissenschaftliche Bücher lesen. Befragt man sie selber, erhält man ein höchst subjektives Bild von der Straftat und der eigenen Rolle des Täters darin, das überhaupt nichts objektives aussagt. Warum sollte sich ein Täter auch als skrupelloser Mörder darstellen, der aus Machtgelüsten eine Frau oder ein Kind ermordet. Da ist es wesentlich einfacher, die schwere Kindheit als Ursache für sadistische Neigungen in den Mittelpunkt zu stellen. Es macht den Täter nicht so unmenschlich und mag im Einzelfall auch zutreffen.


    Im Fall von Holst und Segal war es jedenfalls so, dass die Therapeutin am Ende glaubte, nur sie könne ihm helfen und ihn verstehen. Das hat er ihr erfolgreich suggeriert. Klagen Holsts auf den Vollzug der Ehe sind vom Gericht übrigens aus Sorge um die Ehefrau abgewiesen worden.


    Ich halte es auch für bedenklich persönliches preiszugeben, in der Annahme, man würde eine genauso ehrliche Reaktion bekommen. Das muss ganz und gar nicht der Fall sein. Hat man erstmal den inzwischen reichhaltigen Fundus wissenschaftlicher Literatur zu Psychopathologie betrachtet, weiß man das diese Täter oft überaus geschickt agieren, um ihr unerfahrenes Gegenüber einzuwickeln und zu instrumentalisieren. Das Jammern wäre für mich ein erstes Anzeichen für große Vorsicht.

    annalida

    ich habe jetzt so den grössten teil der Kommentare durchgelesen, und komme so langsam zu der Ansicht das es Dir gar nicht um die Korrespondenz mit einem Mörder geht ich habe eher das Gefühl du benützt diesen Ort nur um mit uns ein Spiel zu treiben das Dir den Weihnachtsfrust vertreibt. >:(

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    ich habe eher das Gefühl du benützt diesen Ort nur um mit uns ein Spiel zu treiben das Dir den Weihnachtsfrust vertreibt.

    Gehört vielleicht genau so zum Studium wie die Aussage:

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    Ich bin Psychologin

    :-X

    Ich frage mich ernsthaft, was du von diesem Menschen erwartest?


    Dass er sein Innerstes nach außen kehrt und dir alle deine Fragen ehrlich beantwortet?


    Dass er sich von dir "bekehren" lässt und zu einem guten Menschen wird?


    Entschuldige meine harten Worte, aber für mich liest es sich so, als wolltest du ihn dazu benutzen, Aufmerksamkeit und Bestätigung zu erhalten.


    Es ist nicht deine Aufgabe, ihn auf den richtigen Weg zu bringen.


    Deine Aufgabe als angehende Psychologin ist es, eine professionelle Distanz zu wahren und dich selber von deinen Klienten abzugrenzen.


    So etwas sollte man doch im Studium lernen? Gibts da nicht auch sowas wie Supervision?


    Wenn ich einige andere Beiträge von dir hier lese, habe ich nicht den Eindruck, dass dir das mit der Abgrenzung gut gelingt.


    Da solltest du auf jeden Fall dran arbeiten, wenn du in deinem zukünftigen Beruf bestehen willst.


    Was hat dich dazu bewegt, Psychologie zu studieren?

    Weil hier immer wieder das Argument aufkommt: Du bist doch Psychologiestudentin, das müsstest du doch wissen.


    Ich kenne da leider noch so ein, zwei Exemplare, die als Psychologiestudenten diese Distanz gar nicht so gut hinbekommen. Es geht ja auch nicht später jeder in die Beratung oder den klinischen Bereich. Manche bleiben auch in der Forschung hängen oder treiben in der Medienwelt ihr Unwesen oder oder oder. Doofes Klischee, ich weiß, aber ich denke es trifft tatsächlich schon auf einige zu (mag mich da zahlenmäßig nicht festlegen), die Psychologie studieren, um Eigenes aufzuarbeiten. In welcher Form auch immer.

    (Berühmte) Gefängnisinsassen und Mörder üben schon von jeher auf manche Frauen - Knastgroupies genannt - eine ganz große Faszination aus.


    Es ist doch bekannt, dass diese Verbrecher Liebesbriefe - z. T. waschkörbeweise - erhalten.

    @ Annalida

    Du bist sicher nicht die einzige, die ihm schreibt.


    Und wie die Vorschreiber/innen bereits schrieben, prüfe bitte Deine Motivation. Was fasziniert Dich an dem Mann?

    Also, der Begriff "Knastgroupies" klingt ja wirklich witzig! Aber leider ist es ja wirklich so, daß gerade Mörder eine Art morbide Faszination auf manche Frauen ausüben.


    Während jemand, der einfach nur eine Geldstrafe absitzt, oder ein mieser kleiner Taschendieb uninteressant ist. Obwohl ja gerade solche Typen ja oft einsam sind und Hilfe oder auch einen A...tritt brauchen können. Diese Leute kommen schließlich bald wieder in Freiheit und müssen mit uns leben.

    Ganz schlechte Idee! Ein späterer Kontakt wird unvermeidlich sein (Hafturlaub, Freigang, vorzeitige Entlassung auf Bewährung). Es gibt genug Mörder, die ein Buch geschrieben haben - bei purem Interesse kannst Du Dir so eins kaufen. :(v

    Ich kann nur hoffen dass du bisher keinerlei direkten Kontakt zu den Angehörigen des ermorderten [(...)] und missbrauchten Kindes hattest.


    Schreiben kannst du mit wem du willst, aber aus zwei spontanen Gründen halte ich das für eine dumme Idee:


    1.) Du fragst ernsthaft ob das eine gute Idee ist weil er jammert?!


    2.) Die Aufmerksamkeit hat der Mensch nicht verdient.

    Meine Güte, neben den vielen hilfreichen Kommentaren kamen jetzt paar, die mir unterstellten, ich führe euch an der Nase herum, brauche es für meine Master-Thesis oder vertreibe mir den Weihnachtsfrust. Alles was ich wollte waren Meinungen, da ich sowas zum ersten Mal mache und trotz Studiums nicht perfekt weiß, wie man sich in so einer Situation verhält, ob es überhaupt okay ist und so weiter. Ich kann echt nicht fassen, wie aggressiv manche sind. Entschuldigt meine Frage, ich werde in Zukunft den Mund halten, wenn ich mir bei etwas unsicher bin.


    An alle, die mir ernsthaft versucht haben zu helfen, Tipps zu geben etc.: Vielen lieben Dank!

    Huch, da war der Beitrag schon weg. Es ging mir nicht darum, Bestätigung zu erhalten, sondern um objektive Meinungen. Wenn man selbst involviert ist, kann man nun mal den Blick verlieren. Mir war klar, dass es hauptsächlich Kritik gibt, was ich gut finde, da ich genau das gebraucht habe. Aber Unterstellungen habe ich nicht erwartet. Für alle: Ich habe nicht vor, eine Therapeuten-Ausbildung zu machen, sondern in eine andere Richtung zu gehen. Schönen Montag noch.

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    Ich kann echt nicht fassen, wie aggressiv manche sind. Entschuldigt meine Frage, ich werde in Zukunft den Mund halten, wenn ich mir bei etwas unsicher bin.

    Und deswegen würgst Du die Diskussion jetzt generell ab? Finde ich nicht fair gegenüber denen, die Dir wirklich weiterhelfen wollen. Es war doch klar, dass ein solches Anliegen (ordentlich) Gegenwind gibt.

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    An alle, die mir ernsthaft versucht haben zu helfen, Tipps zu geben etc.: Vielen lieben Dank!

    Und wie sehen Deine Erkenntnisse nun aus, die Du aus diesem Faden ziehst?

    Die Erkenntnisse sehen so aus, dass ich mich wohl Hals über Kopf in die Sache gestürzt habe, aus einer spontanen Laune heraus, ohne mir über die Tragweite oder die Konsequenzen vollständig im Klaren gewesen zu sein. Aus dem Grund muss ich nun überlegen, wie und ob ich es weiterführe.