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    Meine Güte

    Ja, genau.... meine Güte.... was glaubst Du, könnte 'er' Dir alles in diesem geplanten Schriftwechsel noch so an den Kopf werfen/unterstellen? Und bedenke bitte, daß die Beiträge, die Dich jetzt so aufregen, auf exakt der selben Ebene stattfinden werden: Auf der schriftlichen und deshalb solltest Du das ganze hier als eine schöne Übung sehen. Und NEIN, das war jetzt nicht sarkastisch, sondern vollkommen ernst gemeint.

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    ich werde in Zukunft den Mund halten, wenn ich mir bei etwas unsicher bin.

    Wie hatte ein User weiter vorn in diesem Faden sinngemäß geschrieben? Gefängnisinsassen haben sehr viel Zeit, sie suchen nach der kleinsten Unlogik und decken Schwächen sehr schnell auf.

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    wie und ob ich es weiterführe.

    Schon erwischt.


    (wozu dient eigentlich das 'ob'? Unserer oder eher Deiner Beruhigung)

    Sicherlich ist der Tonfall einiger Personen hier nicht gerade höflich, aber das ist in anderen Foren nicht anders und sollte Dich ganz und gar nicht zu dieser Schlussfolgerung führen:

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    ich werde in Zukunft den Mund halten, wenn ich mir bei etwas unsicher bin.

    Genau aus diesem Grund schreiben Menschen in Foren und genau darum hast Du das getan. Du solltest Dich also nicht weiter verunsichern lassen, sondern es weiterhin tun und Dich nicht von einer pampigen Antwort abschrecken lassen. Solche drastischen Formulierungen haben oftmals den Sinn, den Betroffenen die Widersprüchlichkeit einer Aussage deutlich vor Augen zu führen, oder diese auf Ungereimtheiten hinzuweisen. Aber trotzdem: In Abwandlung von Kants kategorischem Imperativ sollte man jeden Menschen so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.


    Das kann man allerdings nicht erwarten oder voraussetzen. Wenn Du also in Zukunft schweigst, gibst Du "ungehobelten Pöblern" die Möglichkeit weiterzumachen.

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    Ich kann nur hoffen dass du bisher keinerlei direkten Kontakt zu den Angehörigen des ermorderten [(...)] und missbrauchten Kindes hattest.

    Ich bitte dich sehr auf deine Ausdrucksweise zu achten. [Bezugnahme gelöscht] Solche Formulierungen sind in keinster Art und Weise angebracht oder hilfreich. Ich selbst bin Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kindheit geworden und mit solchen Formulierungen wertest du das Opfer noch zusätzlich ab... als wäre das Kind ein Objekt, dass man [Bezugnahme gelöscht]. Hier steckt ein Mensch dahinter, der sicherlich nicht möchte, dass so über die Vergewaltigung und den Missbrauch im Nachhinein gesprochen wird. Tut mir Leid, aber solche Ausdrucksweisen sind einfach nur widerlich und ignorant. :(v

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    Dass Du diese Frage stellst: "Darf jemand, der Kinder auf dem Gewissen hat, überhaupt jammern?", das wirft bei mir die Frage auf, welcher der 6 Punkte oben falsch ist. Ich gehe jede Wette ein, dass Du in einer entsprechende Ausbildung auch gelernt hättest, wie die korrekte Antwort für eine Psychologin lauten müsste. Du hättest genau diese Frage nicht stellen müssen, nicht hier und auch dir selbst nicht. Alle anderen Fragen wären gerechtfertigt, diese nicht.

    Ich gebe Dir da vollkommen Recht, aber dann ist mir eingefallen, wie es mir oft geht:


    klar kann ich z.B. Antworten auf solche Fragen herleiten, wie viele andere hier auch. ABER:


    manchmal möchte man sich über so etwas einfach nur austauschen. Damit will ich die TE nicht verteidigen, ich finde es immer noch strange, seinen Voyeurismus auf Kosten eines anderen so auszuleben, aber vielleicht es ist einfach nur ein Versuch in Dialog zu kommen, eben mit Nicht-Psychologen bzw. Nicht-Studenten, Psychologin ist sie ja noch nicht, sie ist Abiturienten in Ausbildung.

    @ annalida

    Ich habe mal einen Buch / Film-Tipp für dich, falls du den noch nicht kennst:


    "Das Schweigen der Lämmer"


    Da gibt's mehrere Bücher des Autors.


    Und sonst: die Grenzen der eigenen Empathie legt jeder selbst fest.


    Ich weiß nicht, wie angehende Psychologen und Psychotherapeuten, gerade für schwere psychische Störungen und stark antisoziales Verhalten wie in diesem Fall, es schaffen, sich einerseits für die Täter/Klienten/Patienten und deren Verhalten zu interessieren (Interesse an dem Beruf, Interesse an den menschlichen Abgründen, verbunden mit einem Impuls des Helfen und Heilenwollens) und sich andererseits auch genügend von ihnen zu distanzieren, damit Verhalten z.B. erklärt wird, aber nicht rechtfertigt wird.


    Ein gängiges Verfahren ist wohl das der Supervision.

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    Und bedenke bitte, daß die Beiträge, die Dich jetzt so aufregen, auf exakt der selben Ebene stattfinden werden: Auf der schriftlichen und deshalb solltest Du das ganze hier als eine schöne Übung sehen.

    das wäre sicher eine gute Einstellung, ist aber mitnichten eine Rechtfertigung, das wäre wie einem Kind mal nach Lust und Laune eine zuklatschen damit's mal merkt dass im Leben Scheiß passiert. Wie auch immer, hätte ich den Faden erstellt wär ich auch ziemlich angepisst.

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    Und sonst: die Grenzen der eigenen Empathie legt jeder selbst fest.

    naja, die lernt man eher kennen, wer sich an keine Grenzen bringt wird sich nie sonderlich gut kennenlernen - und sich selbst gut zu kennen kann der Ausübung dieses Berufs nur extrem förderlich sein.




    Ich versteh hier ehrlich gesagt so einiges nicht. Die Ausmalung von Horrorszenarios, die alberne Einbringung von Pietät in verschiedenen Richtungen, die Motivationshinterfragung (die ist nicht grundsätzlich übel, aber so manche scheinen sich ja für die perfekten Menschen zu halten ":/ wenn man es umdrehen würde).


    In Medien und Fiktion gibt es soviel abgründiges und das zieht sich fast jeder bedenkenlos rein, manche gar nach dem Motte je ärger desto doller, soll auch jeder machen wie er meint, aber hier dann plötzlich... %-|

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    Die Ausmalung von Horrorszenarios, die alberne Einbringung von Pietät in verschiedenen Richtungen, die Motivationshinterfragung

    Finde auch einiges ein bischen drüber, was hier geschrieben wurde, aber die Motivationshinterfragung halte ich eigentlich schon für richtig. Aber eher im Sinne von: Ist dir wirklich klar, was du da vorhast und kannst du es dann aushalten, wenn es nicht so läuft, wie du es dir ausgemalt hast?


    Gar nicht so sehr des Täters (oder sogar des eigenen Freundes ":/ ) wegen, der könnte ja rein theoretisch sagen, sieh zu, dass du mich mit deinem Voyeurismus in Frieden lässt.


    Aber ob man die eigenen Grenzen anhand eines verurteilten Kinderschänders und -mörders beginnen ausloten zu müssen. Mh, vielleicht erstmal, was kleineres, wenn es denn überhaupt so sein soll. ???

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    In Medien und Fiktion gibt es soviel abgründiges und das zieht sich fast jeder bedenkenlos rein, manche gar nach dem Motte je ärger desto doller, soll auch jeder machen wie er meint, aber hier dann plötzlich... %-|

    Ja, aber es ist Fiktion. Und es ist einseitig, passiv und lediglich konsumierend. Kein Dialog und keine Interaktion.


    ??a propos zieh mir auch gerade Red Dragon rein, wird 'ne längere Filmnacht...??

    annalida

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    ich besuche berufsbedingt ab und an Prozesse. Nun habe ich vor einiger Zeit das erste mal einem Inhaftierten geschrieben, es war Neugier, die mich dazu gebracht hat. Ich möchte erfahren, was solche Menschen leitet, wo die Hintergründe liegen etc. Nun frage ich mich aber, ob es ein Fehler sei. Derjenige sitzt mindestens 18 Jahre, es wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Ich habe im ersten Brief klargestellt, dass ich die Tat schrecklich und verwerflich finde. Nun frage ich mich aber: Wenn ich so jemanden frage, wie es ihm geht und er jammert über sein Leben in Haft, ist das moralisch vertretbar? "Darf" man sich beschweren, obwohl man selbst unbegreiflich schlimm gehandelt hat?


    Hat jemand von euch schonmal so eine Situation gehabt?

    Nein, dafür müsste ich eine ähnliche Berufsausbildung haben, aber generell habe ich mich schon immer für Menschen und ihre Motive gehabt, auch für Sexualstraftäter oder Serienmörder und viel gelesen. So ein Prozess würde mich auch interessieren und vielleicht habe ich ja auch irgendwann die Zeit. Ansonsten gibt es ja genug Literatur.


    Die Problematik, die ich bei Dir sehe ist, dass Du möglicherweise deswegen, weil Du noch nicht gelernt hast Deine private Ansicht und einen professionellen Umgang mit einem Fall zu unterscheiden. Genauso aber vielleicht für Dich noch nicht geklärt hast, wann Du jemandem zugestehst Selbstmitleid haben zu "dürfen". Das scheint sich hier zu vermischen und deswegen bist Du wohl auch nicht in der Lage diesen Fall als solchen zu behandeln, denn es ist ja nicht Deine Aufgabe zu bewerten, wenn Dich die Motivation interessiert. Es spielt doch letztlich überhaupt keine Rolle, ob Du der Meinung bist, dass jemand, der eine Straftat begangen hat nun ein Recht auf Selbstmitleid hat oder nicht. Auch bin ich skeptisch, wenn Du schreibst, dass Du etwas von Dir Preis geben musst. Wenn es ein Fall ist, dann müsstest Du ihm doch genau das geben, was er braucht, um offen sein zu können und nicht tatsächlich etwas Persönliches von Dir. Deswegen wäre es auch keine Brieffreundschaft sondern einfach nur Korrespondenz, aber wenn es ein Fall ist, dann würde ich gar nichts Persönliches von mir preisgeben, wenn ich nicht an einem persönlichen Kontakt interessiert bin, sondern einem sachlichen.

    annalida

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    Die Erkenntnisse sehen so aus, dass ich mich wohl Hals über Kopf in die Sache gestürzt habe, aus einer spontanen Laune heraus, ohne mir über die Tragweite oder die Konsequenzen vollständig im Klaren gewesen zu sein. Aus dem Grund muss ich nun überlegen, wie und ob ich es weiterführe.

    Letztlich stellst Du Dir ja die Frage, ob es Menschen gibt, denen Du nicht respektvoll begegnest und ich denke, dass das nicht nur eine Frage für jene ist, die in die Beratung gehen.


    Ich wüsste nicht, warum ich jemandem nicht einen bestimmten Grundrespekt zugestehen sollte, ganz egal, was er getan hat. Seine Tat ist verwerflich und für die wurde er ja offensichtlich auch verurteilt. Er ist eingesperrt.