Bruder "hasst" die Familie aber will sie auch nicht verlassen

    Hallo!


    mein älterer Bruder ist 37 Jahre alt und wohnt noch immer bei unseren Eltern. Er kümmert sich um nichts, lässt alles die Eltern machen (Kochen, putzen, Wäsche, Reparaturen usw.) und wenn sie ihn mal um Hilfe bei irgendwas bitten ignoriert er es bzw. motzt rum und macht sich aus dem Staub. Er redet kaum überhaupt ein Wort mit ihnen und beteiligt sich auch finanziell an nichts obwohl er einen guten und sicheren Job hat und genug verdient! Auch mir gegenüber verhält er sich so. Wenn ich ihn mal anspreche dann habe ich jedesmal das Gefühl ihn zu nerven/lästig zu sein und in 99,9% der Fälle sucht er sofort das weite - selbst wenn ich ihn nur frage ob er z.B. heute Abend auch Lust hat dass wir im Garten grillen (also wirklich auch bei total "harmlosen" Gesprächen). Er fragt auch nie wie es mir geht, was ich mache o.ä. - er redet von sich aus nie mit mir und meinen Eltern gegenüber ist er genauso... Freunde hat er soweit ich weiß auch keine. Wie er sich in der Arbeit seinen Kollegen gegenüber verhält weiß ich aber nicht.


    Natürlich haben meine Eltern ihm auch schon mal ihre Meinung gesagt (z.B. wenn er sich extrem unverschämt verhalten hat) und dann er angefangen zu toben und ist stinksauer weggelaufen. Nach ein paar Stunden kam er dann wieder, motzte etwas rum und letztendlich war alles wieder so wie vorher - meine Eltern schwiegen dann auch alles wieder tot und taten als ob die Unverschämtheiten nie passiert wären. Wenn mein Bruder mir gegenüber fies war und ich sauer wurde nahmen sie meinen Bruder sogar oft noch in "Schutz" und mir wurde nur gesagt ich solle es nicht so ernst nehmen, ich solle es ignorieren, mein Bruder wäre halt so...blablabla...Ich muss wohl nicht erwähnen dass mein Bruder sich auch nie für irgendwas entschuldigt hat - selbst wenn man ihm klar mitteilte, dass man das Verhalten von ihm schei*** fand!


    Wann mein Bruder so geworden ist weiß ich gar nicht genau. Ich glaube das kam im Laufe seiner Pubertät... Nun ist es so, dass mein Bruder vor 2 Tagen einen Autounfall hatte und seither und bis ca. Donnerstag im Krankenhaus ist. Er ist nicht sehr schwer verletzt, kann rumlaufen usw. aber er muss halt zur "Beobachtung" noch da bleiben. Meine Eltern und ich haben ihn heute besucht und ihm ein paar SAchen vorbeigebracht. Boah, ihr könnt euch nicht vorstellen was da los war! Der Besuch hat insgesamt keine 10 min gedauert und war die reinste Folter - mein Bruder war gegenüber der Krankenschwester und dem Arzt sehr nett (sie räumten gerade zusammen als wir kamen und waren nur noch eine Minute da oder so) aber sobald sie draußen waren zog er dauernd Grimassen, motzte mich und unsere Eltern extrem an und auf dem Monitor an dem er angeschlossen war sah man auch dass die Linie immer sofort enorm ausschlug sobald meine Eltern oder ich ihn ansprachen. Und es waren wirklich ganz harmlose Dinge, keine Vorwürfe oder so - z.B. fragte meine Mutter ihn ob sie die Tasche auspacken soll oder ob er das selbst machen möchte und er motzte sie an. Vorallem sah er uns alle mit einem richtig gemeinen Blick an ... irgendwie schon richtig "hasserfüllt"! Er hat außerdem ziemlich deutlich durchblicken lassen dass er keinen Besuch mehr von uns wünscht. Wenn er entlassen wird würde er sich melden damit ihn jemand abholt. Wir werden ihn nun auch nicht mehr besuchen, da er es ja so will.


    Als meine Eltern und ich dann wieder im Auto waren sagte mein Vater dass er das Verhalten und die Blicke genauso empfunden hat wie ich - wie reiner Hass.


    ich weiß auch nicht. Warum verhält mein Bruder sich so??? Er hat keine Behinderung oder so und gegenüber anderen kann er sich ja auch voll normal verhalten (z.B. wie beim Arzt und der Schwester). und wenn er mit unseren Eltern so gar nicht klarkommt und sie und ich ihm wirklich so zuwider sind, warum zieht er dann nicht endlich mal bei ihnen aus?? Das Geld dafür hat er doch und wie gesagt verdient er mehr als genug für eine eigene Wohnung! Warum quält er sich selber und meine Eltern dann so?? Ich kapier es nicht...und wie gesagt kann man mit ihm ja auch nicht reden. Da motzt er dann nur rum, gibt keine Antworten oder fängt an zu beschimpfen.


    Und ihn rauszuschmeißen bringen die Eltern wohl irgendwie nicht übers herz. Ich glaube sie haben Angst dass sie ihn dann gar nicht mehr zu sehen bekommen, ihn total verärgern o.ä. und dann ist es ihnen lieber so weiterzumachen wie bisher.


    Was sagt ihr zu alledem? habt ihr eine Theorie warum jemand (mein Bruder, meine Eltern) sich so verhalten kann?

  • 20 Antworten
    Zitat

    habt ihr eine Theorie warum jemand (mein Bruder, meine Eltern) sich so verhalten kann?

    Ja, Deine Eltern haben ein schlechtes Gewissen. Deshalb lassen sie sich von Deinem Bruder alles gefallen und machen alles mit.


    Dein Bruder hat panische Angst davor, seine Familie zu verlieren.

    Zitat

    warum zieht er dann nicht endlich mal bei ihnen aus??

    Warum sollte er das tun, selbst wenn er das Geld dafür hätte ?


    Er bekommt den Hintern von deinen Eltern gepudert, muss nichts bezahlen, bekommt jeden Tag was zu Essen vorgesetzt, die Wäsche gemacht etc, egal wie er sich verhält.


    Er hat doch gar keinen Grund auszuziehen, weil er eh machen kann was er will, deine Eltern aber nichts dagegen unternehmen werden.


    Sie wollen ihn nicht rausschmeissen, aus welchen Gründen auch immer, also müssen sie weiterhin damit leben das er sie wie den letzten Dreck behandelt und sie trotzdem alles für ihn tun.


    Er soll doch sehen wie er nach dem KH nach Hause kommt...er kann sich ja ein Taxi rufen oder mit den Öffentlichen fahren. Er kann auch sein Essen selber kochen oder seine Wäsche machen. Hat er da keinen Bock drauf, dann hat er halt Pech gehabt.


    Niemand weiss was in deinem Bruder vorgeht, deswegen ist es, für mich, schwer irgendeine Theorie zu erstellen. Bei deinen Eltern wird es wohl wirklich daran liegen, das es halt ihr Kind ist...was ihm aber nicht das Recht gibt sich so zu verhalten.

    Zitat
    Zitat

    warum zieht er dann nicht endlich mal bei ihnen aus??

    Warum sollte er das tun, selbst wenn er das Geld dafür hätte ?

    Weil es Scheiße ist, unter diesen Umständen immer noch im Elternhaus zu leben.


    Aber er weiß auch, wenn er endlich auszieht, will niemand mehr etwas mit ihm zu tun haben.

    Solange es die Eltern mit sich machen lassen, welche Gründe auch immer dahinter stecken mögen, solange müssen es Deine Eltern eben "ertragen", leider.


    Kein noch so wichtiger oder auch plausibler Grund für das Verhalten Deines Bruders, rechtfertigt zugleich diesen.


    Wenn er mit niemanden reden mag, keine Freunde hat und nichts unternimmt, dann könnte aucheine Depression oder ähnliches dahinter stecken.


    Aber das ist alles reine Spekulation von mir.


    Wenn sich etwas ändern soll, dann müssen Deine Eltern selber umdenken und ihm klar machen, dass es so nicht mehr weitergehen kann.


    Entweder ändert er etwas an sich, oder er muss sich um eineigene Wohnung kümmern. Das würde ich ihm genauso sagen.


    Er hat ja bisher keinerlei Grund, auch nur Ansatzweise etwas zu ändern, solange alles einfach geduldet wird. Das ist nun mal der einfachste und bequemste Weg für ihn.


    Und um Ihn und seine Beweggründe für sein Verhalten verstehen zu können, muss er auch mal mit Euch oder Deinen Eltern reden, sonst wird das nie etwas.


    Hilfe geht nur mal nur dann, wenn man sich helfen lassen möchte.


    Im Prinzip haben Deine Eltern die Fäden in der Hand, allerdings nutzen sie diese nicht, was dann genau zu solch ein Verhalten führen kann.


    Er wird vielleicht sehr unzufrieden mit seinem Leben sein, Probleme haben und nicht weiter wissen. Und dadurch das er mit niemanden redet, staut sich das alles bei ihm an und er lässt es dann logischer Weise genau an jenen aus, die in seinem Leben noch übrig sind, also die Familie.

    Danke für eure Antworten!


    Ich vermute auch irgendwie, dass er uns - also unsere Eltern und mich - nicht wirklich mag aber mangels Alternativen halt auch nicht auf uns verzichten will. Oder anders gesagt: wenn wir nicht mehr da sind, dann ist gar niemand da! Trotzdem verstehe ich einfach nicht, wie man sich so verhalten kann, denn unsere Eltern sind nicht mehr die jüngsten und gesündesten und er muss doch wissen dass 1. sie nicht ewig leben werden und 2. sie irgendwann sehr wahrscheinlich Hilfe im Alltag brauchen werden und 3. weiß er doch dass ICH sein Verhalten alles andere als dulde. Im Grunde bin ich in der Familie die einzige die ihm auch mal die Meinung sagt und ihm nicht alles nachträgt! Außerdem: wenn einem irgendwas an der Familie liegt, dann verhält man sich doch nicht so: man schmeißt sie praktisch aus dem Krankenzimmer, sagt dass man keinen Besuch von ihnen will, verweigert immer wenn man im Alltag mal seine hilfe braucht, redet mit einem nicht bzw. nur sehr, sehr widerwillig, beschimpft einen, gratuliert nicht zum Geburtstag, bedankt sich nicht für Geschenke und Glückwünsche zum Geburtstag usw. Sorry, aber bei so einem Verhalten kann man doch nicht erwarten, dass andere einen mögen oder?!?


    Vorallem: mein Bruder kann ja auch anders sein! Er kann schon nett und höflich sein - nur halt Fremden gegenüber! Meinen Eltern und mir gegenüber ist er dagegen total anders. Bei dem Krankenbesuch wurde es uns ja richtig vor Augen geführt! Ich glaube ihr könnt euch diese Blicke gar nicht vorstellen: der blanke Hass! Der Satz "ihr seid Ar***löcher!!!!!! >:( >:( >:( " stand ihm förmlich ins Gesicht geschrieben! Dabei hat keiner von uns ihm irgendwelche Vorwürfe gemacht oder irgendwie was schlechtes gesagt - im Gegenteil!


    Könnt ihr euch vorstellen wie belastend so eine Dauersituation ist? Vielleicht glaubt mein Bruder auch dass wir ihn nicht mögen und "rächt" sich durch so ein mieses Verhalten uns gegenüber - das habe ich auch schon überlegt. Aber das Verhalten kenne ich von ihm mindestens seit seiner Pubertät und ich weiß echt nicht warum er so denken könnte... Und insbesondere unsere Mutter liest ihm ja jeden Wunsch von den Augen ab und kocht sogar extra für ihn wenn er mal später von der Arbeit kommt.


    Ehrlich gesagt frage ich mich nun ob ICH mir das ab jetzt weiter antun will. Dass er uns im KH so mies behandelt hat nehme ich ihm extrem übel und ich denke mir halt "wenn ich ihm so lästig und unerwünscht bin, dann tue ich ihm den Gefallen und lasse ihn in Ruhe". Meine Eltern werden dies bestimmt nicht tun, aber ich für meinen Teil überlege ernsthaft oft ich nun nicht einfach einen endgültigen Schlussstrich ziehe.

    Das kannst nur Du selber entscheiden.


    Besser und gesünder für Dich wäre es auf alle Fälle.


    Es spricht ja auch nichts dagegen, ihn einfach links liegen zu lassen. Man muss ja nicht gleich endgültig brechen, sondern ihm einen Spalt offen halten, für den Fall, er merkt irgendwann, was er da auf Dauer verbockt.


    Lasse ihn in Ruhe, kümmere Dich nicht um ihn, es sei denn, er kommt von selbst.


    Wenn Du das kannst, dann würde ich das tun, aber nur, wenn Du das auch wirklich durchhälst. Mögl. Weise kann das schon lange bis sehr lange dauern und wenn Du Dich dann wieder breit schlagen lässt und auf ihn zugehst, dann war es das und er weiß, dass Du ihm alles verzeihst.


    Du und Deine Eltern haben allen Grund, ihn nicht mehr zu beachten, oder gar vor die Tür zu werfen, nicht er.


    Das muss er erst mal begreifen, falls ihm überhaupt etwas daran liegt.


    Tu das, was Dir selber gut tut, ohne schlechtes Gewissen, welches ihr sicher nicht haben müsst.

    Es gibt in vielen Städten einen Sozial-Psychiatrischen Dienst oder ähnliches. Dort kann man sich beraten lassen.


    Diakonie, Caritas, Bethel, DRK oder ähnliche Organisationen bieten oft auch Beratungen in allen möglichen Fällen an. Auch speziell für Angehörige von "Problemfällen" ]:D


    Das geht oft auch recht anonym per Mail oder Telefon. Die vermitteln auch dann gerne weiter oder können die richtigen regionalen Ansprechpartner nennen.


    So lange aber alle "still" mitspielen, wird sich da wohl nicht groß etwas machen lassen. Dir würde ich raten, dir ein dickeres Fell zuzulegen, dich vielleicht mal beraten zu lassen oder eben den Kontakt aufs allernötigste zu beschränken.


    Alles Gute @:)

    Zitat

    Außerdem: wenn einem irgendwas an der Familie liegt, dann verhält man sich doch nicht so: man schmeißt sie praktisch aus dem Krankenzimmer, sagt dass man keinen Besuch von ihnen will, verweigert immer wenn man im Alltag mal seine hilfe braucht, redet mit einem nicht bzw. nur sehr, sehr widerwillig, beschimpft einen, gratuliert nicht zum Geburtstag, bedankt sich nicht für Geschenke und Glückwünsche zum Geburtstag usw. Sorry, aber bei so einem Verhalten kann man doch nicht erwarten, dass andere einen mögen oder?!?

    Von Dir kann er es zumindest nicht erwarten...

    Zitat

    Könnt ihr euch vorstellen wie belastend so eine Dauersituation ist? Vielleicht glaubt mein Bruder auch dass wir ihn nicht mögen und "rächt" sich durch so ein mieses Verhalten uns gegenüber - das habe ich auch schon überlegt.

    Ja, ich glaube das nicht nur, sondern zumindest im Bezug auf Deine Person bin ich auch davon überzeugt. Du magst Deinen Bruder nicht, und Deine ablehnende Haltung ruft Reaktionen hervor.


    Ich sehe da einen Teufelskreis aus dem es praktisch kein Entrinnen gibt. Ist das für Dich nachvollziehbar?

    Zitat

    Ehrlich gesagt frage ich mich nun ob ICH mir das ab jetzt weiter antun will. Dass er uns im KH so mies behandelt hat nehme ich ihm extrem übel und ich denke mir halt "wenn ich ihm so lästig und unerwünscht bin, dann tue ich ihm den Gefallen und lasse ihn in Ruhe". Meine Eltern werden dies bestimmt nicht tun, aber ich für meinen Teil überlege ernsthaft oft ich nun nicht einfach einen endgültigen Schlussstrich ziehe.

    Ja, das scheint mir eine Überlegung wert.


    Was meinst Du?

    Wieso dein Bruder sich so verhält, lässt sich aus dem Eingangsbeitrag nicht erörtert. Vielleicht ist in der Vergangenheit etwas zwischen ihm und den Eltern/ euch vorgefallen, vielleicht auch nicht und er ist einfach ein psychopathischer Narzist. Er scheint sehr verbittert und wie eine Person, die erwachsen ist, aber immer noch die Eltern für sein eigenes vermeintlich misslungenes Leben verantwortlich macht. Deswegen benimmt er sich so unmöglich ihnen gegenüber. Als Erwachsener muss man sich irgendwann lösen können von den Verletzungen, die einem vielleicht die Eltern zugefügt haben und sie nicht für alles verantwortlich machen, was einem an seinem jetzigen Leben nicht gefällt.


    Was sich aus dem Beitrag erörtern lässt, ist, dass die Beziehung eine sehr große Schieflage hat und die Situation für alle Beteiligten sehr belastend sein muss, deine Eltern, dich und deinen Bruder. Und ehrlich gesagt, gäbe es für mich nur eine Lösung: räumliche Trennung. Diese wird er nicht anstreben, er lebt bequem und es macht ihm anscheinend Spaß, durch sein Verhalten deine Eltern "leiden" zu sehen.


    Deinen Eltern gehört das Haus? Dann haben sie ein Recht darauf, zu bestimmen, wer darin wohnt. Dein Bruder ist 1. alt genug und 2. verdient er genug Geld, um ein selbstständiges Leben zu führen.


    Ich würde euch also raten:


    1. Keiner holt ihn aus dem Krankenhaus. Ein Taxi wird er schon direkt vor der Tür finden können.


    2. Wenn er nach Hause kommt, ein Gespräch mit allen Beteiligten und unter Umständen einem Mediator (kann jemand aus der Familie sein, der einen kühlen Kopf behält, sich nicht leicht provozieren lässt, ruhig und sachlich bleibt). Geht er dem Gespräch aus dem Weg, bleibt noch als Lösung ein Brief.


    3. Es wird ihm sachlich mitgeteilt: Aufgrund der stressigen Situation und der belasteten Beziehung ist eine räumliche Trennung für alle Parteien am Besten. So kann Ruhe einkehren und jeder sich Gedanken machen, wieso es zu dieser Schieflage kommen konnte und ob man mit Schuld daran trägt und wie man die Beziehung in Zukunft gestalten will oder eben nicht will und sich dann größtenteils aus dem Weg geht.


    4. Es wird sich auf einen Zeitpunkt verständigt, zu dem er ausziehen soll. (Und vermutlich wird er sich weigern). 2 Monate, maximal 3 reichen aus, um sich eine neue Wohnung zu suchen. Du sagst, er verdient genug eigenes Geld, dann sollte das kein Problem sein. Eigene Wohnung, WG... es findet sich was.


    5. Ich würde mich nach einer gewissen Zeit erkundigen, wie die Suche läuft und (wenn du es leisten kannst und möchtest) fragen, ob er Hilfe braucht bei der Suche oder der Einrichtung oder dem Umzug.


    6. Zieht er bis dahin nicht aus, haben weiterhin deine Eltern das Recht, zu bestimmen, ob er dort wohnen bleiben kann. Ansonsten würde ich die Schlösser austauschen, seine Sachen verpacken (bewohnt er ein Zimmer?) und extern lagern. Der Junge ist groß, er wird schon alleine klar kommen. Er muss dann schauen, wo er dann unterkommt, Freude, Familie, Hotel...


    Lass mich raten, dein Bruder hat keine Freunde, höchsten mal einen Kumpel, den er noch aus Schulzeiten kennt und 1 mal im Jahr sieht? Er hat kein ausgefülltes Sozialleben und ist eher ein Stubenhocker? Er hatte bisher noch keine Beziehung, ist womöglich sehr frustriert deswegen, noch Jungfrau und ist solo?


    Wenn dich die Situation zu sehr belastet und deine Eltern es nicht schaffen, sich abzugrenzen, kannst du ihnen mitteilen, dass du gerne für sie da bist, ihnen hilfst und Zeit mit ihnen verbringst, aber mit dem Thema rund um deinen Bruder nicht zu tun haben willst. Lade sie zu dir ein oder trefft euch außerhalb des Hauses, wenn du nicht auf die Konstellation deinem Bruder treffen willst.


    Das Verhalten deines Bruder, unabhängig davon, was da vorgefallen sein mag in der Vergangenheit, ist einfach nur unter aller Sau. Der hat ordentlich einen an der Waffel.

    Danke für eure Beiträge!


    Mein Bruder ist nun aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er hatte irgendwann bei den Eltern angerufen, dass ihn jemand abholen soll - die haben das natürlich gemacht. Nun ist er wieder bei Ihnen zu Hause und alles ist wie vorher... Die Eltern spielen sein Verhalten einfach herunter, suchen Ausreden für ihn ("er hatte sich uns gegenüber nur so verhalten, weil er gerade in einer schwierigen Situation war" etc.) und weil ich - im Gegensatz zu ihnen - nicht so schnell vergesse bin ich nun für sie die Böse!


    Ich glaube langsam, dass insgeheim allen - also meinem Bruder und den Eltern - diese Situation gefällt. Mein Bruder braucht jemand an dem er seinen Frust ablassen kann und der alles "unangenehme" (Haushaltsarbeiten, Unterkunftskosten usw.) für in erledigt und die Eltern brauchen jemanden um den sie sich kümmern können. Natürlich wissen die Eltern, dass das Verhalten meines Bruders oftmals unter aller Sau und richtig gemein ist, denn sie beschweren sich ja oft genug bei mir darüber (ihm gegenüber aber nicht obwohl ich ihnen schon 1000mal gesagt habe, dass sie IHM das endlich mal sagen sollten!). Aber sobald ich mal was sage wenn mein Bruder fies zu mir war oder total übertrieben aggressiv auf irgendwas banales reagiert, dann stellen die Eltern sich sofort auf die Seite meines Bruders oder meinen ich solle ihn in Ruhe lassen :-o Dann bin ich wieder der Sündenbock! Genau wie kürzlich... Mein Bruder hat sich nach seinem Unfall der Familie gegenüber wieder ml mehr als schäbig verhalten und wenn ich nicht einfach so darüber hinwegsehen und so tun will als ob nie was war, dann bin ich die Böse.


    Und wenn ich dann sauer werde weil alle einfach den Kopf in den Sand stecken, dann bin ich für meine Familie "zickig"...

    Da hilft nur eins - den Bruder auffordern, das Verhalten Dir gegenüber zu verändern, wenn das nicht passiert, Kontakt zurückfahren. Gleichzeitig den Eltern eine Ansage machen, das die sich über das Verhalten des Bruders nicht mehr bei Dir beschweren.


    Habe ich (unter anderen Umständen) wegen wegen meiner Schwester gemacht, es besteht kein Kontakt mehr und ich will auch über Dritte nichts mehr von ihren Problemen oder anderem wissen. Seitdem (mittlerweile 9 Jahre geht's mir damit sehr gut :)^

    @ Mond + Sterne:

    Natürlich ist alles nur reine Spekulation, da ja niemand - insbesondere mein Bruder - sich nicht äußert warum er sich so verhält oder vielleicht auch gar nicht weiß warum er sich so boshaft verhält.


    Es ist halt die Familie und davon hat man halt nur eine - ich habe nur einen Vater, eine Mutter und einen Bruder. Auf der einen Seite versuche ich die Situation irgendwie zu klären und besser für alle zu machen damit weniger Streit und Hass ist, aber insgeheim ist mir schon klar dass das wohl leider ein Wunschtraum bleiben wird. Ein Wunschtraum, dessen Scheitern ich bisher einfach nicht akzeptieren wollte.


    Ich bin halt ein eher harmoniebedürftiger Mensch, der sehr auf Gerechtigkeit und Fairness achtet - vielleicht auch etwas idealistisch, da ich immer daran glaube dass jeder Mensch tief drin einen guten Kern hat und anderen nicht wehtun will. Es fällt mir schwer, zu einem Menschen hinzugehen und zu sagen "ich will mit dir nie wieder was zu tun haben, wenn du dich nicht endlich änderst"! Ich habe immer ein schlechtes Gewissen wenn ich anderen gegenüber fies bin oder sie verbal eventuell verletzen könnte. Eigentlich dämlich, oder?!?

    Kann es vielleicht sein, dass es da irgendwas zwischen Deinem Bruder und Euren Eltern gibt, was Deine Eltern dazu veranlasst, sich so zu Verhalten, wie sie sich verhalten?


    Das wirst Du natürlich dann eben nicht wissen und vielleicht ja auch nie erfahren, aber wie schon von anderen geschreiben, solange nicht Klartext geredet wird, wird alles so bleiben.


    Ziehe Deine Konsequenzen für Deinen Bruder und auch Deinen Eltern.


    Und wenn sich Deine Eltern ,mal wieder bei Dir über Deinen Bruder aufregen oder ausheulen wollen, dann blockst Du komplett ab und sagst, dass interessiert Dich nicht und sie sollen es ihm doch lieber persönlich sagen.


    Spiel nicht weiter den Prellbock. Tu was Dir gut tut und das ohne schlechtes Gewissen.


    Deine Eltern sollten schon merken, dass Du nicht mehr gewillt bist, dass das so weiter geht.


    Vielleicht ändert sich dann ja malwas.


    Aber dazu musst Du schon auch standhaft und Konsequent bleiben.

    Zitat

    Es ist halt die Familie und davon hat man halt nur eine - ich habe nur einen Vater, eine Mutter und einen Bruder. Auf der einen Seite versuche ich die Situation irgendwie zu klären und besser für alle zu machen damit weniger Streit und Hass ist, aber insgeheim ist mir schon klar dass das wohl leider ein Wunschtraum bleiben wird. Ein Wunschtraum, dessen Scheitern ich bisher einfach nicht akzeptieren wollte.

    Ja, kann ich verstehen.


    Was muss man akzeptieren? Du hast versucht, die Situation zu klären. Bisher ist es Dir nicht gelungen. Es könnte Dir rein theoretisch noch gelingen. Aber besonders aussichtsreich erscheint es nicht.


    Was macht es so schwer? Man kann nie wissen, ob es Dir noch gelingen wird.


    Also, wann aufgeben?

    Warum lassen sich das deine Eltern gefallen? ....das haben sie nicht verdient. ....vor allem nicht bei einem Sohn der mit 37 Jahren noch nicht auf seinen eigenen Beinen stehen kann oder er sich trotzdem einfach zu Wohl fühlt im "Hotel Mama".


    Rausschmeissen! Soll er sehen wo er bleibt, ist alt genug :-/