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    Und ich weiß auch, dass diese Frauen den Sex nicht wirklich genossen haben, sondern er keine große Rolle für sie spielte. Oft war der Hntergrund eher, dass sie dachten das muss dazu gehören und den Mann dadurch an sie binden wollten.

    Hui, also jetzt fasst du aber ein heißes Eisen an. Wenn das für dich ein Anzeichen einer ungesunden Störung ist dann haben Frauen fast alle einen weg. Da sehe ich persönlich keinen großen Unterschied zu "normalen" Beziehungen.

    Ein Problem, das sich für mich dabei ergibt, ist, dass viele Menschen mit geistiger Behinderung (egal ob männlich oder weiblich) nicht wirklich aufgeklärt sind und daher logischerweise ihre Grenzen in sexueller Hinsicht nicht wirklich kennen. Und da werden, wie MrsHide schon geschrieben hat, oft Dinge mitgemacht bzw. zugelassen, die nicht unbedingt gewollt werden, einfach, weil nicht gelernt wurde "Nein" zu sagen. Daher sehe ich eine sexuelle Beziehung zwischen einer geistig behinderten Frau und einem nicht behinderten Mann kritisch.


    Natürlich haben Menschen mit geistiger Behinderung ebenso sexuelle Bedürfnisse wie Menschen ohne geistige Behinderung. Nur braucht es meiner Erfahrung nach eine geeignete Aufklärung und auch eine gute Begleitung von Seiten der BetreuerInnen, damit Grenzen nicht überschritten werden. Und nur weil die Frau schon einen Sohn hat, heißt das eben nicht, dass sie aufgeklärt ist.

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    Wenn das für dich ein Anzeichen einer ungesunden Störung ist dann haben Frauen fast alle einen weg.

    Nein, ich halte es absolut nicht für normal, dass eine Frau Sex nur über sich ergehen lässt ohne ihn selbst zu genießen, nur weil es dazu gehört und sie nicht in der Lage sind sich behaupten zu können. ":/


    Die Frauen mit geistiger Behinderung, die ich kenne, wollte eben eigentlich keinen Sex, wussten überhaupt nichts damit anzufangen.


    Wenn dein Sex mit Frauen so aussieht, tut mir das sehr Leid.

    @ MrsHide

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    Nein, ich halte es absolut nicht für normal, dass eine Frau Sex nur über sich ergehen lässt ohne ihn selbst zu genießen, nur weil es dazu gehört und sie nicht in der Lage sind sich behaupten zu können. ":/

    Jetzt verdrehst du meine Aussage. Das wäre schon fast Nötigung wenn man "nicht in der Lage ist sich dagegen zu behaupten" aber davon war vorhin keine Rede wohl aber davon, dass Frauen Sex oft einsetzen um andere Dinge damit zu erreichen die nicht der unmittelbaren Befriedigung dienen.


    Auch wenn du meinen Argumenten nicht zustimmen möchtest, so hättest du dir die kindische Spitze am Ende trotzdem verkneifen können.

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    wohl aber davon, dass Frauen Sex oft einsetzen um andere Dinge damit zu erreichen die nicht der unmittelbaren Befriedigung dienen.

    Gut, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt - bei den Frauen mit Behinderung, die ich kenne, wurde der Sex weniger bewusst eingesetzt, sondern viel mehr mitgemacht, weil man das eben so machen muss.


    So oder so - ich bezweifel stark, dass die Mehrheit der Frauen eigentlich kein Interesse an Sex haben und ihn nur "mitmachen", weil sie den Mann dadurch an sich binden.

    Ich bin der Auffassung, wäre die Frau sich ihrer nicht bewußt, so wäre sie in einem so genannten geschützten Rahmen untergebracht, zum Schutz sich selbst oder andere. Sie kann aber, mit betreuter Begleitung ihr Leben gestalten. Warum also sollte es moralisch verwerflich sein, wenn eine beidseitige Willenserklärung vorliegt? Ich denke da so an behinderte wie Rollstuhlfahrer, die hassen es, wenn man ihnen hilft, wollen als normal handelnd akzeptiert und angesehen werden.


    Hier nun die Frau, die scheint ja den TE zu mögen, eine gewisse Sympatie liegt von ihr vor, da sehe ich keine moralische Verwerflichkeit. Moralisch verwerflich wäre es erst, wenn TE das ausnutzt, sie "rum zu kriegen fürs Bett" und sie danach sitzen läßt. Er muß ehrlich zu ihr sein und ihr für sie verständlich klar machen was er will. Geht sie dann darauf ein, hat sie ihr Einverständnis gegeben. Ich finde es überzogen, sie soll ja kein Haus verkaufen, aber diese Frau hat (Beschränkung hin oder her) auch Bedürfnisse und Sehnsüchte, warum sollte man diese aus falscher Moral heraus blockieren? Sie will was, er will was, ja meine Güte, wo ist das Problem?!

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    Ich meine sie steht geistig auf dem Niveau eines Kindes

    Hier ist die Frage, ob dies rein aus dem subjektiven Empfinden von Alias heraus so wahr genommen wird oder, ob es objektiv als Fakt so vorliegt.


    Es gehört Mut, Fingerspitzengefühl und Verantwortungsgefühl in diese für euch spezielle Situation.


    Eine Möglichkeit wäre mit einer geeigneten Person Deines Vertrauens im Betreuerstab eurer Einrichtung zu sprechen, die sich zutraut eine kompetente Einschätzung für Dein/euer Vorhaben gemeinsame sexuelle Annäherung abzugeben.


    Dein Wunsch, dass wird Dir klar sein wird keine Hauruck-Aktion sein können, weil dazu eine verständliche Kommunikations- und Vertrauensebene auf beiden Seiten gehört. Im Zweifel bist Du als psychisch Gesunder in der Beweislast, dass alles einvernehmlich und gewollt zwischen euch passiert, wenn die Situations kippen solllte. (Gründe ambivalent vorstellbar) Zudem gehört auch die vorherige Absprache der geeigneten Schutz- und Verhütungsmethode dazu. Dies sollte in Deinem eigenen Interesse liegen auf der sicheren Seite zu sein, was dieses Thema angeht.


    Es ist eine insgesamt sensible Situation für die es kein klares Ja oder Nein geben kann. Stände ich vor der Frage - wäre für mich der entscheidende Punkt, ob die geistige und kommunikative Reife insoweit vorhanden/erkennbar ist, dass der eigene freie Willen vom Gegenüber mir gegenüber verständlich geäußert werden kann.


    Hätte ich daran nur einen kurzen Moment Zweifel, dass mir die Gestik, Mimik und Kommunikationsfähigkeit keine klare Informationlage vermitteln kann, würde ich vom Wunsch mit meinem Gegenüber sexuelle Annäherung zu zulassen Abstand nehmen.


    Die Gefahr, dass ich mental/körperlich und emotional in die Drucksituation gerate, jede Reaktion meines Gegenüber beobachten und im gewissen Sinne auch kontrollieren zu müssen, um den freien Willen zu jedem Zeitpunkt erkennbar wahrzunehmen, würde mir die Lust/Erregung, das Vertrauen in die Situation und das Sichfallenlassen können unmöglich machen.

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    Ich meine sie steht geistig auf dem Niveau eines Kindes

    Es ist auch oft so, dass bei Menschen mit geistiger Behinderung die geistige, emotionale und soziale Entwicklung nicht miteinander übereinstimmen, dass die Person also möglicherweise geistig auf dem Niveau eines 10-jährigen Kindes ist, die emotionale Entwicklung aber mit der eines Kleinkindes zu vergleichen ist. Gerade deshalb ist es oft schwierig einzuschätzen, ob die Person auch wirklich weiß, worauf sie sich einlässt.


    Vielleicht wäre es wirklich eine Möglichkeit, euch an eine Betreuungsperson zu wenden? Wenn ihr beide eine sexuelle Beziehung miteinander eingehen wollt, gäbe es sicher auch Möglichkeiten, die Aufklärung der Frau sicherzustellen, beispielsweise mit speziellen Kursen für Menschen mit Behinderung?

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    Sie hat ihn zum Kaffee eingeladen. Das würd sie nicht tun, möge sie TE nicht. Sie will also "was" , zumindest TE um sich haben.

    Ja, aber ob die Frau dann auch wirklich "Nein" sagen kann, wenn sie die sexuellen Annäherungsversuche des TE nicht möchte, steht auf einem anderen Blatt.

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    Ich bin der Auffassung, wäre die Frau sich ihrer nicht bewußt, so wäre sie in einem so genannten geschützten Rahmen untergebracht, zum Schutz sich selbst oder andere.

    Ich weiß nicht genau, was du damit meinst? Findest du, wenn die Frau sexuell nicht aufgeklärt ist und dadurch leicht ein Opfer von sexuellem Missbrauch werden kann, sollte sie zu ihrer eigenen Sicherheit eingesperrt werden?

    @ Sodanelle

    " (...) Findest du, wenn die Frau sexuell nicht aufgeklärt ist und dadurch leicht ein Opfer von sexuellem Missbrauch werden kann, sollte sie zu ihrer eigenen Sicherheit eingesperrt werden? (...) "


    Nein! Die Frau führt - so wie ich das verstanden habe - einen eigenständigen Haushalt, zwar mit gesetzlichen Betreuer, ich weiß nicht was er alles in der Bestallung hat, hat er Aufenthaltsbestimmungsrecht? das wäre die im Volksmund bekannte Entmündigung, ich habe auch einen Betreuer, der hat "Behörden" weil kann ich nicht, ich reg mich tierisch auf und wandere blos noch in den Knast, dafür hab ich den Betreuer, der kümmert sich um so was, ein sehr herzliches Verhältnis!) , aber sie wird ja demnach auch eigenständig einkaufen gehen, oder aus gehen oder sich Möbel kaufen oder oder ... und dazu braucht sie ein Mindestmaß an Intellekt, die Dame wird nicht so "dumm" sein, wie man ihr versucht anzudichten. TE könnte ja auch dies dem Betreuer der Dame schildern, was er dazu meint, er ist ja der "Schutzbefohlene" für sie. ... aus dem Blickwinkel betrachte ich das. Ein (guter) Betreuer ist immer bestrebt, die größtmögliche Eigenständigkeit des Klienten zu bewahren. Er schreitet nur ein, wenn der Klient es aus eigenem Antrieb heraus nicht kann.


    " (...) Ja, aber ob die Frau dann auch wirklich "Nein" sagen kann, wenn sie die sexuellen Annäherungsversuche des TE nicht möchte, steht auf einem anderen Blatt. (...) "


    Das habe ich nicht "zuende gedacht" , das stimmt! Ich meine aber, wenn TE mit Ihr für sie verständlich redet, wie ich das ja auch angeregt habe, so sollte er auch auf solche Aspekte eingehen, sie nicht bedrängen oder einengen, sondern sie zu einem "Nein" ermuntern. Er wird ja merken was ihr leichter fällt, das "nein" mit traurigem Blick oder ein "ja" . TE muß in die Seele blicken können (und anständig und moralisch danach handeln) Hochanständig und nicht eigene Ziele verfolgend!!

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    Hat eine Betreuerin - und einen Sohn, den kenne ich schon. Läuft allg. unter betreutes Wohnen, da bin ich auch drin.

    Also ich hab das schon so verstanden, dass sowohl der TE als auch die Frau im (voll-/teil-?) betreuten Wohnen sind... ":/ Der TE eben wegen psychischen Problemen und die Frau, weil sie eine geistige Behinderung hat.

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    und dazu braucht sie ein Mindestmaß an Intellekt, die Dame wird nicht so "dumm" sein, wie man ihr versucht anzudichten

    Ich glaube, dass niemand versucht, der Frau "Dummheit anzudichten". Aber wie ich weiter oben schon geschrieben habe, muss die geistige Entwicklung der Frau nicht mit ihrer emotionalen übereinstimmen (was bei Menschen mit Behinderung sogar sehr häufig der Fall ist). Und sehr, sehr viele Menschen mit Behinderung sind nun mal nicht sexuell aufgeklärt. Deshalb sehe ich hier ein Problem und eine erhöhte Gefahr, dass die Grenzen der Frau nicht akzeptiert werden, eben, weil sie sie womöglich nicht einmal selbst kennt.