Darf ich meine Mutter hassen?

    Hi zusammen,


    das ist ein wirklich heikles Thema für mich..


    Ich wohne seit 4 Jahren auf der Straße gegenüber meiner Mutter.


    Davor wohnte ich weit weg von ihr.


    Seit dem ich wieder in ihrer Nähe wohne, hat sie ihre alten Freundinnen komplett links liegen lassen und mich total im Fokus, was mir total auf den Sack geht. Wenn ich raus gehe will sie mit, ruft jeden Abend an und wenn ich frage wieso, dann heißt es ja nur so, wollte nur fragen wie es dir geht oder Gute Nacht wünschen usw..


    Ich möchte hier betonen, mir ist klar das es meine Mutter ist und man hat nur eine und sie ist auch die einzigste die von meiner Familie übrig ist, ich habe sonst niemanden. Mein Vater (Ziehvater) starb vor 13 Jahren. Verwandte habe ich nicht, da Familie meiner Mutter Seite auch alle schon verstorben sind.


    Zudem ist meine Mutter gesundheitlich auch sehr angeschlagen, sie hat Krebs, aber verkapselt, auch schon seit einigen Jahren. Und mit dem Rücken, was langsam immer schlimmer wird, da ihre Beine immer öfter taub werden und sie dann befürchtet zu stürzen, wobei sie damit recht gut klar kommt, da sie es frühzeitig merkt und sich dann eine Sitzgelegenheit sucht. Auf Grund dessen hatte sie auch bis jetzt nie einen Sturz erlitten.


    Im allgemeinem hat sich meine Mutter wie gesagt extrem auf mich Fixiert und da ich aber meist so schnell wie möglich das weite suche, ist sie allein, logisch, was mir auch leid tut, aber bevor das mit ihren Beinen so schlimm wurde, habe ich ihr Möglichkeiten aufgezeigt sich selbst zu helfen,(Beratungsstellen, selbsthilfegruppen, Seniorentreffen) vor allem auch finanziell, da sie viele Medikamente einnimmt und so auch etwas knapp bei Kasse ist.. Aber.. auch hier muss ich sagen, das ist nicht der einzige Grund warum sie knapp bei Kasse ist, sie kauft auch zu viel und unnötig ein.


    Warum ich immer schnell das weite suche und nicht einfach Zeit mit ihr verbringe?


    Erstens weil sie mich total einnimmt, wenn sie könnte, ich will ja auch mal meinen Freiraum und meine Ruhe.


    Dann ist sie aber mittlerweile aber so ne unangenehme Person geworden, das man wenn man längere Zeit bei ihr wäre, glatt depressiv und aggressiv werden würde.


    Sie ist Tag für Tag am maulen, nur scheiße im Fernsehen, alles wird teurer, die scheiß Merkel, die scheiß Flüchtlinge die alles im Arsch gestopft bekommen und sie muss leiden.. das höre ich JEDES mal wenn ich da bin, IMMER gibt es irgendwas worüber sie sich aufregt und wenn es nicht das ist, dann ihre scheiß Handtasche, die schwarz ist und nicht zu ihrem Beigen Mantel passt...'Ich kann das alles nicht mehr hören.


    Und wenn es das nicht ist.. bin ja anfangs auch mal weg gegangen mit meiner Mutter.. 2 mal und NIE WIEDER!!


    Meine Mutter ist peinlich bis zur Haarspitze und ab und an hätte ich ihr schon echt gerne eine geklatscht.


    Beispiele:


    Sitzen zusammen im Bus, kommt eine dicke Frau rein, meine Mutter, nicht gerade leise :


    Pfui guck mal hast du das fette Schwein gesehen, pfui wie kann man sich nur so fettfressen.


    Kommt ein Ausländerin in den Bus:


    Puhh hast du gesehen die Muchla da, bah die stinken so ich frag mich was die zuhause fressen, Pfui.


    Geht man mit ihr zum Arzt und muss länger als 5 Minuten warten wird sie da auch aggressiv und mault rum.


    Geht man im Laden mit ihr und der Einkauf ist nicht gut gepackt wird sie aggressiv und muss umpacken, sonst würde sie ja rumlaufen wie eine Pennerin..


    Soviel zur aktuellen Situation.


    Der Grund warum ich meine Mutter hasse ... ich weiß nicht ob ich das so sagen kann, aber ich habe Null Bedürfnis meine Mutter zu sehen, mag sie auch nie umarmen. Sie interessiert mich schlicht und ergreifend nicht.


    Ich habe ihr jedoch immer angeboten sich zu melden, wenn was sein sollte, ich habe mich nie ihr gegenüber verweigert, wenn sie Hilfe brauchte.


    Naja zu den Gründen:


    Ich hatte nie son besonders pralles Verhältnis zu meiner Mutter, habe auch nie über Probleme mit ihr geredet.


    Sie kam auch nie an außer wenn sie betrunken war :(v Dann hieß es :"Was ist dein mein Kind, was hast du auf dem Herzen?" Dachte ich mir immer nur so : "Was will die von mir?" Hat sich sonst auch nen scheiß gekümmert. Ausser dem hasste ich es das sie sich ewig besaufen musste, mein Vater kam immer spät von der Arbeit und was fand er vor? Eine besoffene Alte die mit dem Aschenbecher nach ihm schmiss.. . . Super und ich durfte mir als Kind diese kaputte scheiße reinziehen :(v Mein Vater hat sich auch mal gegen den Küchenthresen geschubst, weil sie so austickte. Tat mir kein Stück leid. So krass das auch ist.


    Auch als ich älter wurde tat sich da nix von den Gefühlen her.. Irgendwann bekam ich eine Tochter, wohnte über meiner Mutter im gleichen Haus mit meinem Ehemann, mein Vater starb in der Zeit auch.


    Manchmal trank meine Mutter, manchmal randalierte sie im Flur dabei, manchmal stand sie um 22uhr Nachts vor der Tür und wollte nach meiner Tochter schauen, weil sie wieder betrunken war... Ich habe 2 mal in der Zeit wegen ihr die Polizei gerufen. Anfangs gab ich ihr meine Tochter auch mit in den Garten vorm Haus.


    Nach kurzer Zeit aber nicht mehr. Ich sagte meiner Mutter was sie der kleinen die damals so ca. 8 Monate war zu essen geben soll usw.. meine Mutter machte NICHTS von dem was ich ihr gesagt habe. Mehrfach. Genauso verließ sie auch mal den Garten ohne mir was zu sagen, ich dachte erst sie wäre vielleicht auf Toilette, als ich 20 Minuten später wieder aus dem Fenster sah und niemand da war, machte ich mir schon Gedanken, ich ging runter und fand meine Mutter und Tochter auch nicht in der Wohnung, da wurde ich natürlich panisch. Klapptere die Nachbaren ab bis ich sie 2 Häuser weiter bei Bekannten mit einem Glas Kellergeister fand.


    Zigarette in der Fresse und meine Tochter daneben auf dem Arm. Ich bin explodiert!!!!


    Ich habe selbst vor der Schwangerschaft geraucht, als ich wusste das ich schwanger bin hörte ich auf und auch als die kleine dann da war rauchte ich nicht bis zu ihrem 2 Lebensjahr. Und meine Mutter qualmt da meine Tochter zu und mit was zu saufen auf dem Tisch. DAS ging echt gar nicht.


    Das so im groben zu der Zeit. Total toll fand ich ja auch, das so kurze Zeit nach dem Tod meines "Vaters" ich von einer Bekannten zu hören bekommen habe, du weißt ja, das dein Papa nicht dein Papa war, oder?


    Ich war geschockt, wütend.. Jede Sau um mich rum wusste das, erfuhr ich später, alle Bekannten meiner Eltern. Und ich wurde mein ganzes Leben lang belogen, selbst nach dem Tod meines Vaters, hatte meine Mutter nicht den Arsch mir die Wahrheit zu sagen. Selbst als ich sie drauf ansprach und als sie es dann doch zu gab, wollte sie mir nicht sagen, wer den mein leiblicher Vater ist.


    Meine Mutter hat echt auf allen Ebenen bei mir verschissen.


    Vielleicht wäre meine damalige Ehe auch nicht kaputt gegangen, wenn sie uns nicht das Leben versaut hätte.


    Vielleicht suche ich auch nur die Schuld bei ihr, aber ich empfinde einfach nichts positives mit ihr.


    Ich überlege jetzt wieder weg zu ziehen, weil ich es satt habe mir das elend meiner Mutter an zu schauen.


    Von alleine lässt sie nämlich nie mehr von mir ab und wird immer depressiver. Und ich kann einfach keinen Menschen leiden sehen, egal wer es ist. Ich habe ihr mehrfach versucht zu helfen. Hat sie nicht angenommen.


    Also ist es für mich Zeit Konsequenzen aus ihrem Verhalten zu ziehen.


    Und Nein, sie trinkt heutzutage nicht mehr.


    Sie ist einfach nur noch alt und kränklich, was sie aber wirklich einsam macht ist sie selbst. Ihre 100 Ausreden warum sie dies und das nicht machen kann.


    Natürlich ist es für mich auch blöd zu gehen aus moralischen Gründen, bekannte können mein Verhalten nicht verstehen und kommen mir mit, da ist deine Mama und die einzige die du hast bla bla bla


    Als Mensch tut sie mir auch leid. Mich bringt es selbst zum weinen, wenn ich andere Menschen leiden sehe.


    Ich bin bei weitem keine kalte Person. Und wenn ich Menschen sehe, die Hilfe brauchen, helfe ich auch, aber wenn diese Menschen die Hilfe nicht wollen.. Was soll ich da tun?


    Ich kann mir das nicht noch weitere 4 ...6....10 Jahre anschauen.


    Und als Mutter empfinde ich nichts für sie, nur Wut, wenn ich zurückblicke.

  • 14 Antworten

    Hey, das tut mir leid, dass dich das so belastet... Vielleicht magst du mal nach Co-Abhängigkeit googlen. Diese Gefühle kennen sehr viele Menschen, die in missbräuchlichen Familiensystemen aufgewachsen sind. @:)


    Und ja, man darf seine Mutter hassen. Was aber gleichzeitig bedeutet, dass du noch sehr an sie gebunden bist, innerlich.

    Natürlich darfst du deine Mutter hassen. Ich tue es doch auch und das noch sehr. Meine Mutter kann mir gestohlen bleiben und von mir aus in der Gosse landen. Das würde mich sogar noch freuen.


    Aber bei dir sehe ich das Ganze nicht so tragisch und gute Chancen, dass es zwischen euch beiden alles wieder gut wird, aber jetzt zur zeit nicht. Später mal vielleicht.

    Du darfst deine Mutter hassen. Aber vielleicht solltest du einfach umziehen, um Abstand zu gewinnen. Du hast deiner Mutter Hilfe angeboten, sie hat es ausgeschlagen. Sie ist für ihr Leben selbstverantwortlich und wenn sie den Hintern nicht hochbekommt und nur jammernd zuhause rumhängen möchte, dann ist es ihre Wahl. Du solltest auch aufhören, dich vor Verwandten rechtfertigen zu müssen. Was du erlebt hast und wie sie mit deinem Kind umgegangen ist - einfach nur krass.

    klar kann man Verwandte hassen, ich wohne 450 km von meinen Vater entfernt und 200 km von den Schwiegereltern.


    Wir kommen zumeist gut miteinander aus, aber nur weil wir uns selten sehen. Zwei meiner Schwäger wohnen mit den Eltern unter einem Dach oder in unmittelbarer Nachbarschaft und ich hab keine Ahnung wie die das aushalten.

    verbieten kann dir diesen hass niemand - allerdings stellt sich mir die frage, ob dir dieser hass irgendwas bringt!? hilft er dir, dich von ihr zu lösen? hilft er dir, mit der vergangenheit abzuschließen? hilft er dir beim abgrenzen?


    ich vermute mal: nein, das tut er nicht! weil du damit ja deiner mutter eine macht über dich einräumst, nämlich solche emotionen auszulösen.


    deswegen habe ich das gefühl, dass es für dich selber viel besser sein könnte, wenn du innerlich frieden mit dir, der vergangenheit und mit deiner mutter schließt - ob und wie du dann den kontakt zu ihr gestaltest, ist eine andere frage.

    Danke erstmal allen für eure Antworten!! :)^


    Tut gut zu wissen das ich nicht die einzige bin und vor allem kein unmensch.


    nimue88 was meinst du mit :


    ....die in missbräuchlichen Familiensystemen aufgewachsen sind. @:)


    In welcher Form missbräuchlich?

    Guten Morgen!

    Zitat

    Hat sich sonst auch nen scheiß gekümmert. Ausser dem hasste ich es das sie sich ewig besaufen musste, mein Vater kam immer spät von der Arbeit und was fand er vor? Eine besoffene Alte die mit dem Aschenbecher nach ihm schmiss.. . . Super und ich durfte mir als Kind diese kaputte scheiße reinziehen :(v Mein Vater hat sich auch mal gegen den Küchenthresen geschubst, weil sie so austickte. Tat mir kein Stück leid. So krass das auch ist.

    Zitat

    Von alleine lässt sie nämlich nie mehr von mir ab und wird immer depressiver. Und ich kann einfach keinen Menschen leiden sehen, egal wer es ist. Ich habe ihr mehrfach versucht zu helfen. Hat sie nicht angenommen.

    Zitat

    Von alleine lässt sie nämlich nie mehr von mir ab und wird immer depressiver. Und ich kann einfach keinen Menschen leiden sehen, egal wer es ist. Ich habe ihr mehrfach versucht zu helfen. Hat sie nicht angenommen.

    Ganz viele Kinder von Alkoholikern kennen diese Situation, in der du jetzt steckst. Du warst viel zu früh für sie verantwortlich (selbst die kleinsten Kinder helfen der Mama, wenn es ihr schlecht geht). Eigentlich hätte sie für dich verantwortlich sein müssen. Wie du schreibst - es ist "kaputte Scheiße", der ein Kind nicht ausgesetzt werden soll. Deswegen missbräuchlich.


    Das hinterlässt Spuren. Man kann sich schlecht von anderen abgrenzen, glaubt immernoch, man wäre verantwortlich. So wie du zum Teil noch zu glauben scheinst, du wärst für sie verantwortlich. Du hast ihr Hilfe angeboten, sie hat abgelehnt. Du hast aber keine Verantwortung für sie. Sicher, wenn es Angehörigen oder Freunden schlecht geht möchte man meistens gerne helfen. Aber: die Verantwortung für ihr Leben liegt bei ihr, niemals bei dir. Und oftmals hält man das kranke System aufrecht, indem man immernoch "hilft" und tut. Denn solange irgendjemand was tut, muss der kranke Mensch (sie muss dafür gar nicht mehr trinken) selbst nichts tun. Aber wenn man diese Menschen mal fallen lässt, dann gibt es 2 Varianten: sie schlägt mit dem Kopf auf dem Boden der Realität auf und rettet sich selbst. Oder, sie tut es nicht - aber egal was du tust, diesen Prozess kannst du nicht beeinflussen. Wenn sie gerne dahinsiechen sein möchte, dann ist das ihr gutes Recht. Leider, oder gottseidank.


    Meine Mutter ist ähnlich. Ich bin ihr einziger Lebensinhalt, das einzige, an dem sie sich festkrallen kann. Sie lebt von meinem Leben - was hab ich getan, welchen Job hab ich, wie erfolgreich bin ich, wie viel Energie pulvere ich in sie hinein?


    Vielleicht googelst du mal nach emotionaler Abhängigkeit, da gibt es viele gute Bücher dazu. Ich wollte es erst nicht glauben, dass ich da drinhängen soll - und beim Lesen dachte ich, hui, Mist...

    Hallo nimue88,


    ich danke dir vielmals für deinen Beitrag, ich habe es jetzt verstanden.


    Ich habe auch schon früher die Annahme das sie ein Alkoholproblem hat, kurz nach dem Tod meines Vaters zog meine Mutter nach Berlin und wollte dann zurück, ich bot ihr auch da meine Hilfe an, sagte sie soll hier zu einer Beratungsstelle gehen und ich würde ihr dann helfen. Sie wurde darauf hin sauer und meinte sie hätte kein Alkoholproblem, was fiele mir den ein ihr so was zu unterstellen, da sie ja nicht tag täglich trinken würde. Trotz das ich damals noch nicht so viel Wissen dahingehen hatte, glaubte ich sie hätte ein Problem mit Alkohol, weil sie vielleicht nicht täglich trinkt, aber in den falschen Momenten, nämlich dann wenn es ihr schlecht geht, bzw. um zu vergessen. Aber sie sah es ja nicht ein. Wie immer, da hab ich sie damals dann auch fallen lassen. Einige Jahre wohnte ich ja weit weg. Sie fand in der Zeit sogar einen neuen Partner und war glücklich. Bis 1 Jahr bevor ich wiederkam war sie mit ihm zusammen. Naja.. gerade ruft sie wieder an, obwohl ich ihr gestern gesagt hab das ich heute komme und ihr auch die Uhrzeit nannte ... und gestern Abend rief sie auch noch mal an, ob wohl ich gestern Mittag auch da war... Wenigstens habe ich mich mittlerweile dazu überwunden sie einfach weg zu drücken. Es ist hart.. aber ich werde ab jetzt versuchen das voll durch zu ziehen. Umzug ist schon geplant, allerdings noch nichts gefunden und selbst wenn, wird es ja noch einige Zeit dauern bis ich hier ganz weg bin, also muss ich direkt mein Verhalten ändern. Hab schon gestern damit angefangen, als ich bei ihr klingelte, statt wie immer den Schlüssel zu benutzen. Verstand sie nicht, aber soll mir Latte sein. Ich denke das ist der richtige Weg. Ich danke dir nochmal für deine Hilfe. Darf ich dich vielleicht auch privat kontaktieren?


    LG

    Misslonley

    Zitat

    Darf ich meine Mutter hassen?

    Das kann Dir ja niemand verbieten, oder?


    Wenn ich es richtig verstanden haben, bist Du in Therapie. In dieser sollte es möglich sein zu erarbeiten, was für Dich das Beste ist - Deinen Frieden mit Deiner Mutter zu machen oder Kontaktabbruch bzw. große Distanz.

    Mir geht es ähnlich. Aber ich glaube, ich hasse meine Mutter nicht. Weiß gar nicht, ob ich überhaupt jemanden hassen kann. Doch lieben tue ich sie auch nicht. Mein Mann sagt ja immer, dass das eine Art Hassliebe zwischen uns ist.


    Ich wurde mein Leben lang von meinen Eltern unter Leistungsdruck gesetzt (vor allen Dingen von meiner Mutter). In ihren Augen habe ich nie was richtig und gut genug gemacht, alles war falsch. Eine eigene Meinung durfte ich nicht haben u. habe ich mal was gesagt, wurde gleich geheult. Deshalb habe ich mich lange Zeit gar nicht getraut, ihr was zu sagen. Ich traue mir heute noch kaum was zu, also, ganze Arbeit geleistet. :-X Es hat sich zwar nach zwei Therapien schon einiges gebessert, aber ab einem bestimmten Punkt - wenn man immer und immer wieder gg. eine Wand läuft - schafft sie es dann doch wieder, dass ich am Boden bin. Wenn man sie auf was anspricht, hat sie nie was gemacht u. sie war zu allen immer nett. V. a. Dingen erzählt sie mir dann immer, dass sie mich schon immer geliebt hat. Ich merke nur nichts davon. Sie glaubt den Scheiß aber selbst. Zudem war meine Mutter, seitdem ich sie kenne, schon immer leidend u. hat nur über sich geredet. Das ist bis heute so geblieben. Ich habe seit Jahren eine Angst-/Panikerkrankung.


    Leider habe ich den Fehler gemacht u. bin vor 27 Jahren mit meinen Eltern in die gleiche Stadt gezogen u. mein Mann ist später auch hinterher gekommen. Wir hätten schon viel früher so weit wie möglich wegziehen sollen. Aber da waren wir noch zu sehr gefangen u. ich habe mich auch noch viel unter Druck setzen lassen von ihr. (sie sagte unter anderem, wenn wir wegziehen, dann stirbt sie. Das versucht sie heute auch immer noch als Druckmittel zu nehmen, auch bei anderen Dingen, nur heute zieht es nicht mehr) Nun ist mein Vater vorletztes Jahr gestorben, der immer ein großer Halt und eine große Stütze für mich war. Meine Mutter ist nun 86, hat von vielen Dingen keine Ahnung, kann vieles nicht mehr alleine u. nun ist es zu spät, um den Kontakt abzubrechen. Sie hat sonst keinen außer mich. (meine Tochter geht kaum zu ihr, obwohl sie in der Nähe wohnt u. meine Nichte lässt sich auch fast nie blicken, wohnt aber weiter weg) Es will auch keiner groß mehr was zu tun haben. Sie hängt u. klammert sich nur an mich, will ständig was mit mir unternehmen, will dauernd herkommen (wollen wir aber nicht so gerne, deshalb war sie auch schon monatelang nicht mehr hier), mit mir wegfahren, etc. Aber ich will das alles nicht! Und sie versteht es nicht. Ist klar, für sie war früher ja auch alles in bester Ordnung, es hat ihr ja jeder nach dem Mund gequatscht u. da war alles schön. Nur jetzt geht das einfach nicht mehr, zumal es auch immer schlimmer wird mit ihr. Aber je mehr ich mich von ihr entferne, umso mehr klammert sie. :-X Ich hatte ihr auch mal einen Brief geschrieben, in dem ich ihr meine Gefühle geschildert habe. Den Kindern hat sie gesagt, dass sie den nicht lesen muss, da sie nichts schlimmes gemacht hat. Dann wurde nie wieder darüber geredet. Nun hatte sie mir aber einen "Brief" - zwei kleine nichtssagende Notizzettel - geschrieben. Ich habe darauf gar nicht reagiert u. sie sprach mich darauf an. Da habe ich dann gesagt, dass ich ihr auch mal einen Brief geschrieben habe u. dass sie ihn gar nicht gelesen hat. Doch, hätte sie. Umso schlimmer, denn sie hat überhaupt nichts begriffen, sondern macht genauso weiter, wie vorher. %:| Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Mutter eine Narzisstin ist. Es passt einfach alles auf sie. Sie will auch ständig im Mittelpunkt stehen. Wenn sich mal nicht alles um sie dreht, wird sie aggressiv.


    Ich kann dir nur raten, jetzt die Notbremse zu ziehen u. so weit wie möglich wegzuziehen! Noch kann deine Mutter sich alleine kümmern, das kann aber auch ganz schnell mal anders aussehen. :°_ :°_ :°_ Du kannst dich nur durch Entfernung und so wenigen Kontakt wie möglich dem Ganzen mehr entziehen! Denn so wird sie sich dir immer weiter überstülpen!