Das Kind meiner Freundin stresst mich

    Hallo Forum,


    zu meiner Frage:


    Ich bin mit meiner Partnerin seit etwas über einem Jahr zusammen.


    Sie hat einen Sohn aus einer vorherigen Beziehung.


    Er ist 12 und respektlos, großkotzig, provozierend und einfach stressig.


    Bei ihr ist es so, dass er einen Riesen- Stein bei ihr im Brett hat und sie vieles durchgehen lässt.


    Wenn er zum Beispiel nach Hause kommt und an die Tür klopft, klopft er nicht nur 2-3 mal, sondern so lange, bis jemand aufmacht.


    Wenn ich zu Hause bin, mache ich erst auf, wenn er aufhört zu klopfen oder sage ihm, schon etwas lauter, dass ich das Klopfen schon gehört habe, aber nicht vor der Tür auf ihn warte, bis er nach Hause kommt.


    Ist meine Freundin zu Hause, wird die Tür aufgemacht und er begrüßt.


    Nix passiert.


    Ich versuche ihm die Grenzen zu setzen und sie weicht alles wieder auf.


    Klar habe ich mit Ihr darüber gesprochen, aber es ändert sich nichts.


    Ich liebe diese Frau, nur das Kind stresst mich.


    Zudem ist er sehr frech und im Spiel mit anderen muss er immer der Chef sein und dann wundert er sich, dass keiner mit ihm spielen will. In meinen Augen verständlich.


    Ich weiss nicht, was ich machen soll.


    Hat jemand tips?

  • 52 Antworten

    warum hat das kind mit 12 keinen eigenen schlüssel? das würde ihm das klopfen sparen und deine nerven schonen.


    möchte denn deine partnerin, dass du dich in die erziehung einmischt?


    und hast du zu ihm überhaupt zugang bekommen in dem einen jahr?


    bevor da erzogen und lautgeworden wird, solltest du als neuer partner erstmal in der position gewesen sein, ihn kennenzulernen und einen zugang zu ihm zu bekommen, ohne, dass du den ersatzpapa gibst.

    Zitat

    Ich versuche ihm die Grenzen zu setzen und sie weicht alles wieder auf.

    Ein Kind braucht vor allem erstmal Akzeptanz und Verständnis.


    Dann kann man auch mal freundlich Grenzen setzen.


    Kann der 12-Jährige nicht einen eigenen Hausschlüssel bekommen?


    Ich würde dir raten, die Beziehung zu dem Jungen neu zu gestalten.


    Unternehmt ihr mal etwas zusammen? Er wird mit Sicherheit auch nette Seiten haben.


    Mit Verboten und Grenzen setzen wirst du schnell an Grenzen stoßen.

    Ihr kennt euch ein Jahr. Sie erzieht ihren Sohn 12 Jahre. Vielleicht konzentrierst du dich erstmal darauf, "das Kind" kennenzulernen, bevor du anfängst, ihn zu erziehen.


    Ich würde mir das sowohl als Partnerin als auch als Kind echt verbitten. Ein Jahr ist doch echt nichts.

    Ein schwieriges Rätsel, wie geht man mit "fremden Kindern" um... Ich habe eigene Kinder und sowohl ich als Papa als auch die Kinder würden sich verbitten, dass jemand "fremdes" da in die Erziehung reinpfuscht. Nun bist Du allerdings mittlerweile wohl ein fester Bestandteil der Familie. Das bedeutet, dass sich da zwischen euch dreien eine neue "Rangordnung" einfinden muss und die wird aus Deiner Sicht sicher nicht so sein, dass Du unter dem Kind stehst. Sicher wirst Du zusehen müssen, dass Du eine interessante Bindung zu dem Kind aufbaust, eine freundschaftliche, wenn es gut läuft. Dennoch wirst Du als Erwachsener im Haushalt zwangsweise mit in die Rolle schlüpfen, dem Kind Grenzen aufzuzeigen. Ob das Kind das akzeptiert ist eine andere Frage. Nicht jedes Kind akzeptiert seine Stiefeltern ohne Widerspruch. Zudem ist die Pubertät nahe, da wird eh jede Autorität in Frage gestellt.


    Du und Deine Freundin, ihr müsst euch klar werden, was ihr wollt. Will sie einen Mitbewohner, der die Klappe hält und sich raushält oder will sie einen Freund, der an ihrer Seite steht und sich einmischt? Willst Du Dich einmischen oder willst Du Deine Ruhe? Sich einmischen bedeutet, dass ihr als Paar nun gemeinsam ein Kind erzieht, da gilt dann wie in allen Beziehungen als Eltern: Man sollte sich einig sein. Das muss man dann im Zweifelsfall auch mal ausdiskutieren. Dabei wird sich dann zeigen, ob Deine Freundin dankbar ist, nun jemanden zu haben, der dem Jugendlichen mal zeigt, was Autorität ist, oder ob sie sich damit unwohl fühlt, weil jemand ihr geliebtes Kind in die Schranken weist.


    Ihr als Familie müsst Euch neu erfinden. Das geht nicht von heute auf morgen und es braucht ein bisschen ausprobieren.

    Hast du ihm mal gesagt, dass dich das Dauerklopfen nervt? Ansonsten sehe ich jetzt nichts schlimmes daran, dass sie ihm die Tür einfach öffnet, vielleicht ist ihm gar nicht bewusst, dass das nervig sein kann.


    Ich bin auch eine alleinerziehende Mama und es ist absolut normal, dass einen das enger zusammenschweißt, als wenn Mama und Papa da sind. Ich weiß auch nicht, ob ich es überhaupt nach der kurzen Zeit schon wollte, dass ein neuer Partner meinem Kind da Grenzen aufzeigen möchte. Wenn allgemein ein freundschaftliches, wirklich gutes Verhältnis da ist vielleicht, aber ich lese jetzt von dir nicht wirklich was freundliches im Bezug auf das Kind ;-)


    Meine letzte Beziehung ist übrigens nach 8 Jahren daran gescheitert, dass er immer mehr Schwierigkeiten hatte, mit meinem Sohn freundlich umzugehen. Im Zweifel wird eine Mama immer auf der Seite ihres Kindes sein, du tust also gut daran, wenn du dich um ein gutes Verhältnis bemühst. :)^

    Deine Partnerin gibts einfach nur im Doppelpack - anders gehts gar nicht.


    Wohnt ihr bereits zusammen?


    Schade, dass dir leider vorwiegend negative Eigenschaften des Kindes auffallen -


    das wäre für mich als Mutter ein No Go....


    Mach doch einfach mal etwas Schönes, was der Junge gerne mag mit ihm zusammen -


    ganz ohne Druck, ohne an ihm was zu erziehen, wo du ihn so sein lassen kannst wie er ist und entdecke auch seine guten Seiten, auf die du dein Augenmerk legen kannst zum Vertrauen aufbauen.

    Ich hab das noch nie verstanden.


    Wenn ich einen neuen Partner finde, der ein Kind hat, dessen Verhalten mir überhaupt nicht passt, dann würde ICH mir denken, dass mein neuer Partner scheinbar keine gute Erziehungsarbeit geleistet hat. MIR würde das eher schlechte Gefühle gegenüber meinem Partner machen, bzw. ich wäre dann eher auf ihn wütend - wenn überhaupt - und nicht auf das Kind.


    Wie kann man jemanden total anziehend finden, dessen Erziehung einem einfach nicht gefällt und dabei dann aber noch das Kind dafür verantwortlich machen?! Total Verdrängung ist das doch.

    Und als Alleinerziehende Mutter muss ich dir sagen:


    Kind ist IMMER Nummer 1.


    daher tut es gut, wenn du dich in so einigen Situationen zurücknehmen und trotzdem deiner Partnerin auch ein bisschen verständnisvoll unterstützend zur Seite stehen kannst.


    Das vermisse ich in deinem ersten Posting.


    Deine Partnerin wird sich sehr über einen zugewandten und offenen Umgang ohne große Erziehungsmethoden deinerseits mit ihrem Kind freuen.

    Ach Lavendelblüte:

    Zitat

    Kind ist IMMER Nummer 1.

    Das ist ja der Kern des Problems. Alleinerziehende Mütter neigen dazu, das Kind für den Verlust des zweiten Elternteils irgendwie entschädigen zu müssen, und das endet dann oft damit, dass man (Frau) dem Kind zu viel durchgehen lässt. Ich sage es mal so, es wird verhätschelt.


    Aus dem Beitrag des TE lese ich genau das heraus. Und das Kind merkt das ganz genau, testet die Grenzen aus und die sind bei der Mama weeeeeeeit gesteckt. Der Partner, der bei einem Kind in dem Alter erzieherisch kaum noch etwas ausrichten kann (insofern er / bzw beide das möchten), hat da leider die Arschkarte gezogen.

    @ Lavendelblüte

    "Kind ist IMMER Nummer 1."


    Ich möchte an dieser Stelle auch ein wenig Einspruch erheben.


    Das Kind ist grundsätzlich Nummer 1, das stimmt. Es ist abhängig von nur einem Elternteil, was die Verantwortung weitestgehend alleine trägt. Soweit so gut.


    Was Anderes ist es aber das Kind zum eigenen Lebensmittelpunkt zu machen. Dem Kind zu signalisieren, das seine Bedürfnisse über sämtliche Andere gehen. Gerade in diesem Alter sollte ein Kind spätestens anfangen zu lernen, dass auch Eltern sowie andere Menschen im Lebensumfeld Bedürfnisse haben und darauf bezogen Rücksicht lernen.


    Und dabei geht es gar nicht mal in erster Linie um den Elternteil, sondern darum das Kind auf das Leben vorzubereiten. Damit es später auf eigenen Beinen stehen kann und nicht mit zu hohen Erwartungen durchs Leben läuft es sei immer die Nummer 1.


    "Deine Partnerin wird sich sehr über einen zugewandten und offenen Umgang ohne große Erziehungsmethoden deinerseits mit ihrem Kind freuen."


    Das Ganze ist doch bitteschön keine Einbahnstraße. Auch die Partnerin sowie das Kind müssen offen auf den Fadenersteller eingehen können. Und ob das Kind das kann oder macht, liegt viel mit bei der Mutter.

    @ JamesBrown

    Ich fände es auch wichtig zu wissen ob Ihr zusammenwohnt?


    Wenn nicht, dann würde ich Dir empfehlen Dich in Situationen in denen es Dich extrem nervt in Deine eigene Wohnung zurückzuziehen. Nicht im Groll gegenüber Deiner Freundin. Einfach nur sagen "Entschuldige, aber mir wird das heute zu viel, ich möchte mich lieber auf mein Sofa hauen und meine Ruhe haben". Wenn sie das nicht ok findet, auch mit dem Satz "Mich gibt es aber nur im Doppelpack, das hast Du vorher gewußt" reagiert - dann würde ich ein Gespräch suchen. Unrecht hat sie damit nicht, das gilt es sicher zu respektieren. Auf der anderen Seite will sie Dich aber in ihrem Leben haben, sie möchte Dich zu dem Doppelpack addieren. Dann muß sie Deine Bedürfnisse genauso respektieren.


    Sprichst Du denn offen mit ihr? Weiß sie, was Dich belastet?

    Zitat

    Kind ist IMMER Nummer 1.

    Man könnte auch in den Raum werfen das genau dies einer der Gründe ist wieso alleinerziehende Mütter oft und lange alleinerziehend bleiben.


    Sicher steht das Kind immer an einer ganz besonderen Stelle, das heißt aber nicht das sich der Nachwuchs alles erlauben kann und der Partner bitte die Klappe zu halten hat. Gerade in einer festen Beziehung und wenn man zusammen lebt muss der Partner in meinen Augen auch in die Erziehung eingreifen dürfen ohne das Mutter (und Partnerin !) zur tollwütigen Glucke mutiert. In so einer Situation sehe ich persönlich dann auch keinen Unterschied mehr zwischen Erzeuger und "adoptiv" Vater.


    Wenn sich ein Kind blöd verhält muss man das auch so sagen und entsprechend eingreifen dürfen. Auch das ist wichtig denn wenn sich ein Kind wie der letzte Mensch verhält isoliert es sich früher oder später sozial bzw. ist in der Schule ein leichtes Opfer für Mobbing oder Gewalt.

    Ein Kind darf nie allein die Nr. 1 sein. Wer das will, wird Single bleiben. Ein neuer Partner genau wie der Partner, der der leibliche Elternteil ist, hat wohl ebenso ein gutes Recht, seinen Platz da einzufordern. Wenn die frischgebackene Mutter meint, ab sofort ist das Baby die Nr. 1 und Papa ist abgemeldet und hat sich als Nr. 2 zu fügen, dann gibt das Stress und irgendwann die Trennung. Und das ist in Patchworkfamilien nicht anders. Alle Beteiligten müssen einen Umgang miteinander finden, der für alle passt und da funktioniert es nicht, wenn man gleich zu Anfang mal einen Pflock einschlägt, mit dem einer nicht leben kann.


    Heißt natürlich nicht, dass ein neuer Partner ankommen soll um gleich beim ersten Date Gleichberechtigung in allen Dingen reklamieren.

    @ Nordi84

    "Man könnte auch in den Raum werfen das genau dies einer der Gründe ist wieso alleinerziehende Mütter oft und lange alleinerziehend bleiben."


    Bitte nicht verallgemeinern. Nicht alle alleinerziehenden Mütter sind so. ;-)


    Was mich in dieser Diskussion manchmal stört ist der Begriff Erziehung.


    Wenn man als erwachsener Mensch, der auf irgendeine Weise an dem Leben eines Kindes beteiligt ist, dieses Kind im eigenen Lebensraum vorhanden ist, mal etwas sagt - dann ist das nicht zwangsläufig gleichzusetzen mit "Erziehung des Kindes". Oder Einmischung in die Erziehung der eigentlichen Eltern, Erziehungsberechtigten, Erziehungsverpflichteten sozusagen.


    Ich passe öfter mal auf meine Enkelkinder auf oder auf Kinder von Freunden. Insgesamt so im Alter zwischen 3 und 10. Das ist sicher nicht direkt vergleichbar, aber ich möchte auf etwas hinaus. Ein Beispiel.


    Die dreijährige Tochter eines befreundeten Ehepaars isst nicht am Tisch, sondern da wo sie geht und steht. Ich finde das ganz furchtbar, sage aber nichts wenn ich bei ihnen bin, ist nicht meine Sache. Passe ich aber auf sie auf, ist sie bei mir, dann gibt es Essen nur am Tisch. Meine Regeln. Und sie respektiert diese auch voll und ganz, hat damit keine Probleme. Sie fühlt sich wohl bei mir, sie weiß, bei ElGusto ist das so aber mit ElGusto habe ich trotzdem viel Spass ;-) . Und sie lernt dabei, dass Menschen nun mal verschieden sind und man sich an verschiedene Regeln zu halten hat.


    Logisch ist das im weiteren Sinne auch eine Art Erziehung. Dadurch, dass die Eltern (die selbstverständlich wissen, dass es bei mir anders zugeht) das respektieren weiß das Kind, dass es eben auch andere Menschen, andere Regeln gibt.


    Man kann das durchaus auch auf einen Partner beziehen.


    Ich finde es lediglich wichtig, dass die Regeln die ein Partner für sich hat von dem Elternteil respektiert werden. Natürlich immer in einem Rahmen den der Elternteil akzeptieren kann.