Das Leben genießen

    Hallo,


    Wie der Titel schon verrät,stelle ich mir die Frage wie ich wieder oder überhaupt lerne das Leben zu genießen.

    Zur Zeit sieht mein Tag ziemlich planlos aus. Ich liege im Bett und warte darauf das mein Freund von der Arbeit heim kommt.

    Generell habe ich mein Leben an seins fixiert.

    Ich kann mich nicht entspannen und Dinge unternehmen, wenn mein Freund zu Hause ist.

    Wenn er zu Hause ist, dann will ich bei ihm sein. Ich möchte dann nicht mit irgendwem anders im Kino sein oder shoppen.

    Ich möchte so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen. Durch seine Arbeit sehen wir uns erst abends ab 17:30 Uhr bis er schläft. Das ist für mich sehr wenig,da ich ihn am liebsten rund um die Uhr um mich herum hätte. Ich weiß aber, dass das nicht geht.

    Jedoch fällt es mir unendlich schwer aus dem Haus zu gehen,wenn er zu Hause ist.

    So melde ich mich auf der Arbeit krank,wenn er zu Hause ist,damit wir Zeit zusammen verbringen können.

    Ich erledige generell alles in der Zeit,in der er arbeiten ist,damit wir die freie Zeit dann zusammen verbringen können.

    Ab 01.09 beginne ich eine Ausbildung und ich habe Angst, dass ich diese nicht beenden werde,da ich immer zu Hause sein möchte.

    Nur zu Hause fühle ich mich wohl und geborgen.

    Sobald ich das Haus verlasse, habe ich das Gefühl, dass ich mich verstellen und hinter einer Maske verstecken muss,damit man mich mag.

    Das ist aber ziemlich anstrengend und schlaucht mich so extrem,dass ich es in der letzten Ausbildung nicht geschafft habe 5 Tage die Woche zur Arbeit zu gehen.

    Dabei ist das alles was ich mir wünsche. Ein normales Leben,was ich genießen kann und wofür es sich lohnt zu leben.

    Ich bin nicht suizidgefährdet,aber suche gerade einfach nach dem Sinn des Lebens.

    Andere haben Spaß wenn sie Eis essen oder ins Kino gehen... für mich stellt sich dabei permanent nur die Frage "wann kann ich wieder nach Hause?". Für mich sind das lästige Pflichtaufgaben,die es zu erfüllen gilt.

    Das kann doch aber nicht der Sinn sein bzw nicht normal sein.

    Alles wo andere Menschen Spaß dran haben,ist für mich Pflicht und lästig.

    Spaß habe ich auch eigentlich gar keinen in meinem Leben. Ich bin zu Hause und warte auf meinen Freund. Dann wird gegessen,tv geschaut und gekuschelt und dann eingeschlafen. Jeden Tag aufs neue.

    Es erfüllt mich nicht und ich würde gerne wieder lernen Spaß am Leben zu haben.

    Jedoch weiß ich nicht wie. Wie lernt man so etwas? Und wie schaffe ich es,mein Leben von dem meines Freundes zu trennen?

    Damit ich auch arbeiten gehe,wenn er zu Hause ist.

    Alles ist ziemlich durcheinander,aber ich hoffe es gibt hier jemanden,der mir helfen kann. :)


    Ps: ich bin 26 J. Und seit 5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Zusammen wohnen wir seit 3 Jahren.


    Viele Grüße

  • 23 Antworten

    Die letzte Ausbildung ging von 2015 bis Ende Mai. Da habe ich sie abgebrochen,da ich zu viele Fehlzeiten hatte und nicht zur Prüfung zugelassen worden bin.

    Zudem war es nicht mein Beruf und ich war deshalb unglücklich.

    Die Ausbildung ging normal 38,5 Stunden pro Woche.


    Mein Freund findet es nicht gut,dass ich mich so auf ihn fixiere. Er sagt,dass ich auch mein Leben leben muss und auch ohne ihn Spaß haben muss/soll.

    Ich verstehe das auch,aber mir fällt es unglaublich schwer Spaß zu haben ohne ihn.

    Davon ab,dass ich aber auch an sämtlichen Aktivitäten einfach gar keinen Spaß habe und immer nach Hause will. Unabhängig davon,ob er zu Hause ist oder nicht. Ich fühle mich einfach nicht wohl wenn ich unterwegs bin.

    Zitat

    Mein Freund findet es nicht gut,dass ich mich so auf ihn fixiere.

    recht hatter

    es is weder für ihn gut, noch für dich. du zwingst ihn, sich genauso an dich zu binden, weil ihm der freiraum fehl, einfach mal was anderes zu machen, ohne daß du totunglücklich bist

    das is ne emotionale abhängigkeit, die du da auslebst. das ist nicht gesund und ich fürchte, das wird auf dauer nich gut gehen.

    Gluecksbaerchii schrieb:

    Dabei ist das alles was ich mir wünsche. Ein normales Leben,was ich genießen kann und wofür es sich lohnt zu leben.

    Du hast eine schwere Kindheit hinter dir, die wahrscheinlich die Ursache deiner heutigen Probleme ist.

    Eine Therapie machst du schon und du hattest gefragt, was du zusätzlich tun kannst.

    Meine Antwort passt auch hier rein, darum kopiere ich sie:

    Du kannst selbst eine Menge tun.

    Alles was dein Selbstvertrauen stärkt, hilft auch gegen deine psychischen Probleme.

    Ich würde dir empfehlen, eine Kampfsportart zu erlernen.

    Dadurch gewinnst du Selbstvertrauen und Vertrauen in deine eigene Stärke.


    Du kannst auch andere Sachen ausprobieren, aber du musst deine Grenzen erweitern, damit du wachsen kannst.

    Ja,dass ich mich "draußen" nicht wohl gefühlt habe,war auch schon vor meinem Freund so.

    Jedoch bin ich da noch normal arbeiten gewesen.

    Als wir dann zusammen waren, fiel es mir schwer zur Arbeit zu gehen,während er (schon) zu Hause war. Durch meinen Schichtdienst musste ich oft arbeiten,wenn er zu Hause war. Ich habe mich dann krank gemeldet und habe dadurch auch den Job verloren.

    Ja, ich habe Freunde/Freundinnen aber das sind nur noch sehr wenige,da viele mit meinem abschotten ein Problem hatten.

    Mit diesen unternehme ich auch ab und zu etwas, aber genießen kann ich es nicht.


    Meinem Freund gebe ich den Freiraum. Er kann immer Sachen mit seinen Freunden unternehmen. Damit habe ich auch keine Probleme.


    Zuletzt habe ich Krankengeld bekommen,da ich wegen einer Angst Störung krank geschrieben und behandelt wurde.

    Derzeit warte ich auf Alg 1 und ab 01.09 gehe ich arbeiten. Zumindest wünsche ich es mir,dass ich es das schaffe ohne ständig diesen Drang des "nach Hause wollens" zu haben.

    Ganz einfach, und das ist jetzt nicht beleidigend oder sonst was;

    DU bist krank !

    Rede mit Deinem Freund darüber, und wenn er dich liebt, so geht er vielleicht sogar mit Dir zusammen zu einem Psychiater, evtl. Klinik od. Krankenhaus mit entspr.ärztl. Notfalldienste. Zumind. hole Dir Hilfe und tue etwas, ehe Du Dir Dein Leben total kaputt machst.

    gute Besserung

    Wenn du gerne Zuhause bist und er nach Feierabend auch keine Action mehr braucht, ist es völlig in Ordnung, dass ihr dann die Wohnung nicht verlassen willst und gemeinsam Zeit mit ihm verbringen willst.

    Problematisch wird es, wenn du quasi deinen Beruf 'schwänzt', um mit ihm Zuhause zu sitzen. Und wenn du, wenn er eh nicht da ist, im Bett liegst, statt die Zeit anders zu nutzen. Ist dir bisher schon bewusst, dass das nicht einfach Liebe ist, sondern Fluchtverhalten und Rückzug wegen anderer Probleme?

    Wann hast du dich zuletzt draußen wohl gefühlt und wann hat die Abschottung begonnen?

    Neben einer Therapie, die aber ihre Zeit braucht, würde ich akut zwei Dinge tun:

    1. offen mit deinem Freund reden und ihn bitten, nicht zur Verfügung zu stehen, wenn du dich deinen Verpflichtungen entziehen willst. Ich an seiner Stelle würde, wenn ich weiß, dass mein Partner gerade in seiner Arbeit/Ausbildung sitzen müsste, nicht beim "schwänzen" mitmachen.

    2. Dich zwingen trotzdem Dinge zu tun, z.B. Sport. Auch wenn es nervt, auch wenn du währenddessen nach Hause wollen wirst. Akzeptieren und trotzdem machen. Dem Drang sich einzuigeln nachzugeben macht es nur schlimmer; und dass es dich nicht glücklich macht, merkst du ja selbst.

    Hallo,


    Ich weiß,dass ich krank bin und ich war deshalb auch schon zweimal in einer Klinik. Zuletzt Anfang diesen Jahres. Ich rede auch offen mit meinem Freund über alles. Er ist der einzige Mensch bei dem ich so sein kann wie ich wirklich bin. Und ihm kann ich zeigen wenn es mir nicht gut geht. Bei anderen Menschen muss ich immer nur funktionieren und da sein. Ich habe oft versucht -Gerade mit meiner Familie- zu reden und denen meine Situation zu erklären,aber entweder sie wollen oder sie können es nicht verstehen.

    Ich höre von dort immer nur "ich hab auch keine Lust zu arbeiten und gehe trotzdem hin. Du musst dich halt zusammen reißen" oder auch wenn ich irgendwo nicht hin möchte,da ich Panik davor habe (weil es zum Beispiel eine lange Autobahn Fahrt voraussetzt) bekomme ich zu hören "nimm halt ne Tablette und dann geht's schon irgendwie. Du musst dich nur zusammen reißen"

    Wenn es also nach meiner Familie geht, dann muss ich gegen meine Symptome immer nur Pille X nehmen und dann funktioniert schon alles.


    Wann genau das alles angefangen hat,weiß ich leider nicht. Ich würde sagen,dass war eher ein schleichender Prozess.

    Von mir wurde immer sehr viel verlangt. Beispiel Schule.

    Irgendwann habe ich den Druck nicht mehr ausgehalten und bin krank geworden. Daraufhin gab es noch mehr Druck,weil ich zu viel verpasse und meine Leistungen nicht halten kann. Ich wurde älter und ich wurde mit meiner Schwester verglichen "sie hat in deinem Alter aber schon dies und das. Und streng dich jetzt gefälligst mehr an."

    Während der Klausuren Phasen bin ich krank geworden, weil ich für Klausur X nicht genug lernen und sie dadurch nicht so gut schreiben konnte wie verlangt wurde. Dadurch habe ich wieder Stoff verpasst usw.

    Der Rattenschwanz zog sich immer hinterher und wurde immer länger.


    Ich würde gerne mehr Sport machen,aber allein fällt es mir total schwer. Und mein Freund bekomme ich nicht dazu mitzukommen. :/

    Gluecksbaerchii schrieb:

    Er ist der einzige Mensch bei dem ich so sein kann wie ich wirklich bin. Und ihm kann ich zeigen wenn es mir nicht gut geht.

    Naja, aber meinst du, dass das wirklich das ist, wie du wirklich bist, nicht eher dein "Ich", was problem- und angstbeeinflusst ist?

    Es ist gut, dass du bei ihm sein kannst, wie du bist. Aber du hilfst euch beiden nicht, wenn du es überstrapazierst.


    Dass die "einfach zusammenreißen"-Sprüche nerven, verstehe ich. Aber falsch sind sie im Grunde nicht. Unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen ist auch bei manifestierter Panik kontraproduktiv. Man muss es trotzdem machen, auch wenn man sich dafür tagtäglich selbst zwingen muss, sonst reißt es nur immer weiter ein (hast du ja auch selbst schon gemerkt, der Rattenschwanz). Klar kann man versagen, Klausuren verkacken, keinen Job finden und und und. Kann immer und jedem passieren und kann niemand leugnen. Klar macht das Bewusstsein darüber Unwohlsein und Stress. Aber klar ist auch, dass du in Deutschland nicht auf der Straße landest, selbst wenn du krank wirst und alles schief geht. Im Grunde tust du das alles (Ausbildung...) ja für dich; "verlieren" kannst du wirklich nur, wenn du es nicht probierst, auch wenn das sehr platt klingt.

    Dass Medikamente allein nicht helfen, da hast du aber völlig recht.

    Zitat

    Er ist der einzige Mensch bei dem ich so sein kann wie ich wirklich bin. Und ihm kann ich zeigen wenn es mir nicht gut geht. Bei anderen Menschen muss ich immer nur funktionieren und da sein.

    diesen zwang auferlegst du dir doch selber.

    es is schwer, dorthin zu kommen, ich weiß das aus eigener erfahrung. - man nimmt dich erst dann ernst, wenn du es selber tust. wenn du das als krankheit ernst nimmst, und nich immer versuchst, dich den erwartungen der anderen anzupassen, erst dann werden die dich auch ernst nehmen.

    Hallo,


    für mich hört sich das wie eine Depression an.

    Nimmst du was für die Angstzustände ein?


    Falls es eine Depression oder was ähnliches ist, käme vielleicht eine Tagesklinik für dich in Frage?