Ja, ich weiß was du meinst. Bestimmt hast du zum Teil auch recht. Aber mich nur mit ihm zu treffen und ggf. eine Beziehung anzufangen NUR weil er sich toll um sein Kind kümmert ist genauso falsch wie wenn ich sagen würde ich will mich nicht mehr mit ihm treffen nur WEIL er ein Kind hat. Natürlich will ich einen Mann finden der ein toller Vater ist bzw. wird, aber primär muss er natürlich auch mein Partner, mein Lebensgefährte sein! Und wenn ich Peters Sohn mal ganz außen vor lasse, dann war es ein nettes Date - unterhaltsam und kurzweilig. Aber wenn ich daran denke dass ich bei anderen Dates anschließend total begeistert war und kaum erwarten konnte dass "er" wieder anruft und wir uns nochmal sehen, dann war das Date gestern halt im Vergleich nur "nett". Verstehst du? Es ist ja nicht mal so dass ich gestern auf seine Meldung gewartet habe oder dass ich ihm dann direkt geantwortet hat - das war irgendwie gar nicht. dass ich ein 2. DAte trotzdem in Erwägung ziehe ist deshalb wohl eher weil ich mir ein bisschen denke dass ich "nichts besseres mehr finde". Und sowas finde ich auch irgendwie nicht ganz ideal als Beziehungs-Basis.

    Es ist so, dass es besser ist auf Dein Bauchgefühl zu hören. Es ist für Eltern mit behinderten Kindern ohnehin ein hartes Los, weil sie sich ständig mit einer kritischen sozialen Umwelt auseinander setzen müssen, sei es über Behörden, Krankenkasse, Nachbarn u.v.m.


    Wenn die Du die Leichtigkeit der Liebe suchst und kennenlernen möchtest, sicher auch deshalb, weil Du schon lange Single-Frau bist und die Liebe und ihre Erfahrungen noch nicht vergleichbar kennst, ja dann ist dieser Mann vermutlich nicht der Richtige. Nimm Deine Ängste und Zweifel ernst, und bau keine Hoffnungen auf, wo keine sind. Das ist als Fakt nicht besser als mittendrin zu gehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Mann schon mehr als eine bittere Erfahrung in Sachen Partnersuche gemacht hat.


    Bereicher ihn also nicht um eine neue, wenn Dir klar ist, dass Du vermutlich nicht die Partnerin sein kannst oder willst, die er sich aus einer Beziehung mit einer Frau erhofft.


    Das klingt an dieser Stelle vielleicht etwas härter als es gemeint ist. Da ich seit vielen Jahren Erfahrungen in der Behindertenhilfe und im Umgang mit Familien mit besonderen Kindern habe, kenne ich deren Sorgen und Probleme in Sachen Liebe und Partnerschaft aus unterschiedlichsten Blickwinkeln.


    Es ist dann besser von Anfang an klar und berechenbar aufzutreten statt aus "nur" Mitgefühl Dinge passieren zu lassen, die Du nicht aus innerer Überzeugung tun kannst. Es ist keine Schande sich eine so aufopferungsvolle Rolle nicht für das eigene Leben vorstellen zu können. Es gibt diverse Hilfen der Entlastung nach der neuen Gesetzeslage für die betroffenen Familienangehörigen, wenn sie diese annehmen wollen.


    Befreit Dich jedoch nicht davon Dir genau zu überlegen, wofür es in Deinem Leben reichen soll. Wenn Du Dir mehr Unabhängigkeit und einen Mann ohne besondere Lebensbelastungen wünschst, ist das legitim und für Dein Leben in Ordnung. Menschen sollten keine Experimentiermasse sein, wenn es um die Liebe geht, weder aus den falschen Motiven noch aus einem schlechten Gewissen heraus.


    Wie das für Dich händelst, sei Dir überlassen und ist auch völlig in Ordnung in meinen Augen, so lange Du ihm und auch Dir selbst gegenüber ehrlich bleibst. Dir viel Glück in der Partnersuche und gehe nicht die falschen Kompromisse ein, wenn es unnötig ist für Dein Leben. :)^

    Hallo liebe Suserl,


    hört sich jetzt vielleicht drastisch an, aber ich denke, für diesen Mann selber wärst Du nicht die richtige Frau. Ich schließe mich da an DieDosismachtdasGift an.


    Ich bin Mama eines körperbehinderten Kindes. Habe Mann, wir sind schon seit 30 Jahren zusammen. Und wenn ich lese, dass dieser Mann sein Kind alleine versorgt, dann denke ich mir: Hut ab vor diesem Mann. Für ihn wäre eine andere Partnerin mit etwas mehr Mut besser. Ich wünsche es ihm.


    Du selber aber hast diesen Mut nicht. Dann solltest Du auch nicht diesen Weg gehen.


    Ich selber würde mir für diesen Mann wünschen, dass Du ihm möglichst bald schonend beibringst, dass Du ihn Dir nicht als Partner vorstellen kannst.


    Und Dir wünsche ich einen Partner nach Deinen Vorstellungen.

    Zitat

    Du versuchst grad ihn dir schlecht zu reden weil du dich nicht mit deinen Gefühlen (und eventuell schlechtem Gewissen) auseinandersetzen willst, oder?

    Das Gefühl hatte ich auch so ein bisschen, aber das ist egal. Relevant ist allein, dass du kein gutes Gefühl bei der Sache mehr hast. Normalerweise spricht nichts gegen ein 2. Date, wenn man nicht Feuer und Flamme ist, denjenigen aber sympathisch fand. Bei der besonderen Problemlage würde ich es an deiner Stelle aber nicht auf die Spitze treiben und ihn lieber nicht nochmal treffen.

    Danke für eure vielen Antworten! Ich habe den betreffenden Mann auch nicht nochmal getroffen. Die Sache mit seinem Sohn war sicherlich ein Grund aber eben nur einer von vielen. Ich habe mittlerweile auch nicht "bereut" ihn nicht nochmal getroffen zu haben, deshalb denke ich dass es die richtige Entscheidung war - für mich und für ihn.