Depressive Partnerin ist ausgezogen

    Guten Tag!


    Ich versuche mich mal kurz zu fassen, falls das möglich ist ;-)


    Ich bin mit meiner jetzigen Freundin seit 5,5 Jahren zusammen.


    Vor etwas mehr als 2 Jahren sind wir zusammen gezogen.


    Ich wohnte vorher bei meiner Familie, und sie bei ihrer.


    Wir haben uns diese Wohnung genommen als quasi "Übergangswohnung" da ich meinen Techniker momentan mache (im Mai fertig). Wäre ich alleine ausgezogen hätte ich mir eine andere Wohnung genommen.


    Die Wohnung ist auch jetzt nicht schlecht, 68m², großes Wohnzimmer, großes Schlafzimmer, Balkon, alles gut...


    Soviel zur groben Vorgeschichte.


    Juni 2016 kam raus was sich meine Freundin (und ich auch mittlerweile) schon länger dachten - Sie hat schwere depressionen.


    Ist deswegen auch bei einer Therapeutin und macht auch Fortschritte.


    In der Zeit in der wir zusammen gewohnt haben, habe ich den ganzen Haushalt geschmissen (sie arbeitet, ich vor meinem Techniker auch noch).


    In den 2 Jahren hat sie glaube ich einmal das Bad aus freien stücken aufgeräumt, habe das auch öfter angesprochen aber das ist bei depressiven Menschen halt ne andere Kiste, dessen bin ich mir bewusst.


    Jedenfalls fing es auch so im August ca an das sie meinte, dass die Wohnung sie unglücklich macht. Sie möchte lieber in die Großstadt 15km weiter ins Zentrum ziehen, und da auch am liebsten einen Hund haben (Darf in der jetzigen keinen haben). Sie meinte das die WOhnung sie immer an Ihre Depressionen erinnert. (Diese entstanden wahrsch schon damals in ihrer pupertät, aber wurd halt erst offiziell in der Wohnung)


    Allerdings kann ich momentan schlecht umziehen da ich


    1. Meine Projektphase habe und direkt danach meine Abschlussprüfung


    2. Die finanziellen Mittel für einen gemeinsamen Umzug gar nicht vorhanden sind - Beziehe ja nur Bafög und kann auch gar nicht arbeiten gehen durch die Projektphase, selbst wenn ich wollte...Nur sie könnte umziehen da sie ja verdient ...


    Dadurch das sie in der Wohnung so unglücklich war, hat sie eig. fast jeden Abend auf dem Sofa liegend geweint das sie hier raus will aber es nicht geht usw...


    Hat mich schon ziemlich fertig gemacht, allerdings waren mir die Hände gebunden.


    Irgendwann kam ich dann zu den Entschluss, dass es wohl das beste wäre für SIE wenn sie mit einer Freundin eine WG aufmacht in besagter Großstadt.


    Das habe ich ihr gesagt - Wie es mir damit ergeht habe ich dabei überhaupt nicht bedacht weil ich erstmal wollte das es ihr besser geht.


    Und da haben wir es jetzt: Gestern ist sie offiziell ausgezogen, hat die erste Nacht in Ihrer neuen WG mit der besagten Freundin verbracht.


    Ich fühle mich wirklich in den Arsch getreten/verlassen.


    Wenn man mal davon absieht das ich die Wohnung jetzt sehr schwer finanziell stemmen kann da die hälfte der Miete ja nicht mehr bezahlt wird, gehts mir einfach scheiße damit.


    Wir hatten zb auch vorher kaum sex, dank depressionen (wie ich hoffe), und generell Zärtlichkeiten waren weniger als ich es mir vorgestellt habe in einer Beziehung.


    Und jetzt ist sie auch noch ausgezogen.


    Klar bin ich froh das es ihr besser geht, dass war auch der Sinn hinter der ganzen Sache.


    Allerdings war der Plan auch nicht gut für mich - Andererseits wäre sie sonst wohl noch kaputt gegangen ...


    Eine der wenigen guten Punkte ist, dass ich jettz wesentlich weniger Arbeit habe Zuhause da ich keinem mehr hinterherräumen muss, und halt auch etwas Zeit hab für mich.


    Allerdings kotzt es mich auch an das ich so denke...


    Was ich jetzt hier will weiß ich gar nicht genau..einfach nur Meinungen hören :/


    Danke fürs lesen!

  • 34 Antworten

    Liebst du sie senn immer noch aufrichtig? Das liest sich im Text nicht so...


    Wie ist es denn jetzt, seht ihr euch regelmäßig, habt ihr viel Kontakt?


    Klingt für mich, als wäre sie ausgezogen und hat damit quasi auch die Beziehung beendet.

    Ja ich liebe sie.


    Das wird sich im Text wohl so lesen weil ich ja nur die negativen Punkte aufzähle ;-)


    Und da sie ja erst am Freitag umgezogen ist weiß ichj nicht wie regelmäßig der Kontakt wird.

    Tut mir Leid für dich. Ich sehe Schwarz für dich... :-(


    Wenn man sich nicht wohl fühlt in der Wohnung die man sich mit dem Partner geschaffen hat, dann heisst das, dass man nicht liebt oder ist nicht erfüllt vom Partner. Entweder weil er nie da ist oder weil man nicht liebt.


    Ihr wart lange zusammen. Jetzt kommt die Phase wo sich zeigt, ob bei euch Liebe wächst.


    Sie ist gegangen, zeigt ihr habt es nicht geschafft.


    Ließ dich den Haushalt alleine schmeissen, zieht wo anders hin...


    Egoistin...


    In paar Wochen hat sie einen anderen.


    Die wird dich wie eine Handtasche austauschen. Neues Leben, neue Handta... äh Freund. Du gehörst für sie nicht in ihr neues Leben. Zumal sie ja auch mit der Besten zusammen zieht. Also mit einer engen Vertrauensperson.


    Sie wird einen neuen Abschnitt aufmachen und wenn sie nicht glücklich mit eurem Leben war, dann wird sie es auch hinter sich lassen wollen.


    Was soll sie dann da noch zurück zum Alten?


    Sie will Veränderung. Etwas neues. Raus aus der Depression. Nach vorne. Du wirst für sie nur ein Schritt zurück sein.


    In einer Partnerschaft hält man zusammen. Sobald sich einer aus nichtigen Gründen verdünnisiert, braucht man auch nichts mehr drauf setzten.


    Wäre was anderes wenn sie aus beruflichen Gründen weg müsste. Aber wenn sie sich unwohl fühlt, scheint die Liebe zu dir nicht wirklich gross zu sein.


    Ich frage mich auch was sie so weg zieht in die Stadt und dann auch ohne zu zögern ohne dich. Mir fallen da als Frau zwei, drei Antworten ein...


    :-/

    Ich habe Erfahrung mit einem Partner der an Depression erkrankt ist. Auch er hat ein neues Leben begonnen, in diesem ich keine Rolle mehr spielte. Ich bin dann gegangen. Allerdings verlief es bei uns so, dass wir es nochmal nach 6 Monaten probiert haben. Er war zwar nicht ganz gesund, aber es ging ihm schon besser, wir wollten Freunde sein, doch das funktionierte nicht. Da ich festgestellt habe, dass er nicht mehr derjenige wie vorher war und ich ihn auch nicht mehr liebte.


    Im Grunde möchte ich dir sagen, die Menschen verändern sich nach so einer Krankheit, ob ihr nochmal zusammen kommen werdet, weiss man nicht. Aber generell ist der Tenor, die erkrankten wollen raus aus ihrem Leben, dass kann eine neue Stadt, ein neuer Partner, oder Job etc. sein. Es ist teil zum gesund werden. Du wirst daran nicht viel richten können. Aber meinst du nicht auch, dass du eine bessere Frau finden kannst als sie? Dir hat doch einiges nicht gefallen und bei einer anderen bekommst du das was die fehlte, was eigentlich normal ist, Aufräumen und auch ein geregeltes Sexleben bzw. Zärtlichkeiten. So wie es eben normal sein soll. Da ist sie doch kein guter Fang.

    Ich sehe es ein bisschen anders. Sie macht eben gerade eine schwierige Phase durch; dass sie da Haushalt und Sex vernachlässigt tut ihr bestimmt selber leid, ist aber sicherlich keine Absicht. Natürlich steht es dir trotzdem zu, zu gehen. Eine Beziehung ist keine Mitleidsveranstaltung und du solltest natürlich auch glücklich sein.


    Was ich mich frage... warum hat sie denn keine Putzfrau engagiert? Arbeiten ging ja anscheinend und die 50 - 100 Euro im Monat, um dich zu entlasten und ihren Part beizusteuern, hätten doch drin sein können...


    Wie auch immer. Ich denke... natürlich verändern sich Menschen, wenn sie eine psychische Erkrankung überwinden. Aber Menschen verändern sich auch, wenn sie einen neuen Job annehmen, von der Schule in die Ausbildung, von der Ausbildung/Studium in den Job wechseln oder wenn sie Kinder bekommen. Sie verändern sich auch, wenn sie einen neuen Freundeskreis oder ein neues Hobby beginnen. Das Leben ist Veränderung. Dabei kann man sich zusammen weiterentwickeln oder auch auseinander. Es ist aber nicht Gesetz, dass eine Depression einen so stark verändert, dass die Partner sich auseinander entwickeln. Das hat nichts miteinander zu tun. Depressive wollen auch nicht per se aus dem raus, was sie vorher hatten. Maximal, wenn die alten Umstände die Depression ausgelöst oder begünstigt haben.


    Es würde ja niemand auf die Idee kommen, zu sagen: "Ja, wenn man Kinder bekommt, will man das Alte hinter sich lassen und neuen Job/Partner/Umfeld." So ist es mit Depressionen und allen Veränderungen auch.

    P.S.: Und falls sich in eurer Beziehung Dynamiken abgespielt haben sollten, die die Depression befördert haben, ist es auch an euch, die Beziehung zu verändern. Ihr müsst sie nicht zwangsläufig beenden.

    Noch was: Vielleicht tut es euch ja auch gut, jetzt getrennt zu wohnen. Jetzt muss sie nämlich auch mal den Arsch hoch kriegen und selbst putzen. Auch fällt jetzt erstmal der Erwartungsdruck weg, wenn sie weiß, sie kommt nach Hause, und du bist da und willst Sex. Vielleicht wird es ja jetzt auch besser, wenn ihr euch beide umeinander bemüht. Das wird nur die Zeit zeigen.

    Danke für eure Meinungen zum Thema bisher...


    Was vielleicht andere nicht klar herausgelesen haben:


    Sie wollte ja eig mit mir umziehen, nur ging halt nicht wie oben beschrieben da ich meine Weiterbildung jetzt ordentlich abliefern muss.

    Wieso konntet ihr euch denn auf keine andere Übergangslösung einigen? Du schreibst, im Mai bist du fertig. Sie hätte doch bis dahin bei Verwandten oder Freunden wohnen können? Ich meine, es ist noch bis Mai und nicht erst in 2 Jahre!! Das hätte man doch auch irgendwie anders lösen können. Dass sie unbedingt raus wollte, ok, aber dann hätte sie doch wenigstens auf dich warten können eben in Form einer Übergangslösung? :-/

    Zitat

    Sie wollte ja eig mit mir umziehen, nur ging halt nicht wie oben beschrieben da ich meine Weiterbildung jetzt ordentlich abliefern muss.

    Hm... ja... das ist dann schon blöd gelaufen. Warum hat sie euch denn keine neue Wohnung gesucht, in die ihr im Mai eingezogen wärt? Sie hätte die ja auch schon früher anmieten können... Finanziell ist es ja jetzt so oder so schwierig bei euch, zumindest bei dir, das hätte den Kohl dann auch nicht mehr fett gemacht. Wie auch immer. Zieht sie denn jetzt in 3 Monaten wieder aus und ihr in der Großstadt zusammen oder wie soll das weitergehen?

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    Wie auch immer. Zieht sie denn jetzt in 3 Monaten wieder aus und ihr in der Großstadt zusammen oder wie soll das weitergehen?

    Also richtig Geld verdienen werde ich wohl erst ab Juli/August wieder.


    Die Schulen brauchen nen bisschen um Zeugnisse ect auszustellen leider, nervt mich echt :-D


    Und dann weiß ich nich.


    Ich persönlich würde nicht sofort ausziehen wollen weil ich dann so einen halbherzigen Umzug mache ohne iwelche Finanziellen Rücklagen um sich irgendetwas kaufen zu können.


    Momentan geh ich davon aus das ich in einem Jahr bereit wäre.


    Wenn sie jetzt gesagt hätte sie hält noch durch bis ich Geld verdiene hätt ich das aber auch bestimmt schon im Juli/August geschafft. Auch wenns nicht Optimal gewesen wär - aber machbar.


    Aber die Option is ja eh futsch.

    Ist sie wirklich schwer depressiv, oder ist das nur Meinung der Therapeutin gewesen? Ich war damals mit mittleren bis schweren Depressionen schon lange nicht mehr arbeitsfähig und auch in einer Klinik. Geschweige denn hätte ich so Dinge in Angriff nehmen können wie "Auszug/Umzug", da hätte mir schlichtweg die Kraft gefehlt, deshalb denke ich, dass die Therapeutin da vielleicht etwas übertreibt. Die grundsätzliche depressivität möchte ich Ihr gar nicht absprechen, aber der Aktivitätsgrad den sie noch hatte, spricht nicht wirklich für so eine schwere Diagnose. Vielleicht sind die wahren Gründe doch eher im zwischenmenschlichen, liebenden Bereich zu suchen, als bei Krankheit?

    mir fehlen noch ein wenig die hintergründe, wie ihr vorher miteinander gesprochen habt!? lief das immer eher so ab, dass sie gesagt hat, was sie "will" und du dagegen gehalten hast, warum das nicht geht?


    habt ihr versucht lösungen zu finden, die beiden gerecht werden könnten?

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    Ist sie wirklich schwer depressiv, oder ist das nur Meinung der Therapeutin gewesen?

    Meinung von einem Psychologen und ihrer Therapeutin.


    Glaube dem auch nicht so ganz. Jedenfalls nicht der punkt "schwere" depression...Aber ich habe nicht das Recht das einzuschätzen.

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    lief das immer eher so ab, dass sie gesagt hat, was sie "will" und du dagegen gehalten hast, warum das nicht geht?

    So in etwa. Wir haben ja die Wohnung geholt mit dem Vorsatz "Solange wie ich den Techniker mache".


    Ich habe ihr halt immer gesagt ich kann das momentan einfach nicht, Gründe habe ich ja schon bereits genannt.


    Habe ihr mehrmals gesagt sie muss noch durchhalten...


    Aber ja, das war dann wohl zuviel verlangt

    Zitat

    Aber ja, das war dann wohl zuviel verlangt

    ich glaube nicht mal, dass du zuviel verlangt hast - jedenfalls nicht aus deiner situation heraus. ich habe halt das latente gefühl, dass bei euch die gemeinsame kommunikation in der letzten zeit einfach zu kurz gekommen ist. ist ja aber verständlich, wenn du in der ausnahmesituation des ausbildungsendspurts steckst und sie in eigenen problemen gefangen ist.


    jetzt eine gesprächsbasis zu finden halte ich dann für machbar, wenn ihr euch beide mal zeit füreinander nehmt, euch ergebnisoffen und vollkommen wertungsneutral einfach mal richtig zuhört, im ersten schritt vielleicht nicht mal an lösungen denkt - euch ehrlich austauscht über eure möglichkeiten und die grenzen.


    das klingt immer so selbstverständlich, ist aber in meinen augen eine der schwierigsten übungen ;-)

    Also wir haben uns darüber fast 6 Monate lang immer mal wieder unterhalten, generell haben wir unsere Probleme oft angesprochen.


    Ich hab das mit der WG ja nur "zugelassen" weil sie einfach komplett down war und ich das nicht mehr mitansehen wollte.


    Nicht das ich sie jetzt gezwungen habe zu bleiben, nur sie hätte das ohne mein OK wahrsch nicht gemacht.

    Zitat

    Also wir haben uns darüber fast 6 Monate lang immer mal wieder unterhalten, generell haben wir unsere Probleme oft angesprochen.

    du, das glaube ich dir unbesehen - nur habe ich das gefühl, dass eure gespräche nicht wirklich "gemeinsam" waren!? jeder hat wahrscheinlich seinen standpunkt, seine einschätzung, seine ideen in den raum gestellt und der andere hat gesagt, warum dies und das nicht geht!?

    Also von meiner Seite aus waren sie gemeinsam.


    So wie ich das einschätzen konnte von ihrer auch. Sie hat ja verstanden warum ich nicht umziehen kann.


    Aber auch wenn man den anderen in so einer Sache versteht ändert das erstmal nichts an den Tatsachen/fakten ;(